04. Juli 2011

Steuersenkungen ab 2013! Und besseres Wetter!

Die Koalition will Steuern ab 2013 senken und zaubert damit rechtzeitig zum nächsten Bundestagswahlkampf ein weiteres Wählergeschenk aus dem Hut, natürlich in der “Nach mir die Sintflut”-Variante, denn dass schwarz-gelb auch nach der nächsten Bundestagswahl regieren darf, kann derzeit erst einmal bezweifelt werden.

Die Kanzlerin will jetzt also noch einmal zeigen, daß auch ihre Regierung zu einem “Kraftakt” in der Lage sei, um dem Volk Gutes zu tun. Wir wissen alle, worum es bei den Steuersenkungsdebatten gehen soll: Handlungsfähigkeit symbolisieren. Am Ende wird irgendeine geplante Steuersenkung durchgewunken werden, die für die Einzelnen kaum Entlastungen bringen wird, aber sich für den Wahlkampf gut nutzen lässt: “x Mrd € Steuersenkungen!” – die schwarz-gelbe Regierung ist ein Trauerspiel.

Wenn der Staat plötzlich im Geld schwimmt, was ja nicht stimmt, aber es wird von Regierungsseite plötzlich so getan, warum wird das Geld nicht für ein sinnvolles, nachhaltiges Projekt genutzt? Weil dem Kabinett Merkel jeglicher programmatischer Kompaß fehlt und keine Ideen existieren, die dieses Land voranbringen könnten. Stattdessen sollen jetzt Steuergeschenke verteilt werden, damit einige Wählerschichten milde gestimmt werden für die nächste Bundestagswahl.

Wir gucken uns also das übliche Schauspiel an. Die Parteiführungen von CDU, CSU und FDP propagieren Steuersenkungen, Finanzminister ist dagegen, Länderchefs auch, Sozialpolitiker fordern Entlastungen unterer Einkommen, Bund der Steuerzahler hat auch eine Meinung, Einzelhandelsverband redet von 100.000 Arbeitsplätzen, die wahlweise vernichtet oder geschaffen werden, je nachdem, wie und wann die Steuersenkungen kommen, dann kommt wieder Herr Kirchhoff um die Ecke und am Ende gibt es kaum merkliche Steuerentlastungen, aber die Regierung meint, zeigen zu können, dass sie gehandelt hat.

04. Juli 2011

Tablets für alle Schulkinder in Südkorea

Während man in Hamburg derzeit über das Ende der Schreibschrift und den angeblich drohenden Verlust eines wichtigen Kulturguts debattiert, ist man in Südkorea schon weiter. Lumpige zwei Milliarden Dollar sollen investiert werden, um bis 2015 alle Schulen mit Tablets auszustatten und Schulbücher auf die Tablets zu bringen:

This will require a massive server where all digital textbooks will be deposited to be set up at the Korea Education and Research Information Service as well as wifi networks in schools. The ministry plans to provide free tablet PCs for students from low-income families. "It will be up to schools to decide which digital textbooks to choose for students in what year in what subject," a ministry official said. "We don’t expect the shift to digital textbooks to be difficult as students today are very accustomed to the digital environment."

Das ist doch mal eine Ansage. Natürlich wird das für Kinder eine spielend leichte Umstellung werden und natürlich macht man die Kinder damit fit für die Zukunft. In Deutschland fehlt bislang der große Wurf, wir diskutieren lieber über Grundschrift vs. Schreibschrift und wollen nicht sehen, daß anderswo Schule auch innovativ sein kann.

[ via: South Korean Schools to Replace All Textbooks with Tablets - TNW Asia ]

03. Juli 2011

Das neue Sicherheitsproblem: Facebook-Party

Bin Laden ist tot und der Sommer steht vor der Tür. Das ist die ideale Möglichkeit für Innenpolitiker, sich neue Grausamkeiten zu erdenken, vor denen die Bürger geschützt werden müssen: Innenminister fordern Verbot von Facebook-Partys.
Die Republik wird in ihren Grundfesten erschüttert, denn nach der durch eine StudiVZ-initiierten Party auf Sylt vor einigen Jahren gab es dieses Jahr schon zwei große Parties in Hamburg und Wuppertal. Das darf so nicht weitergehen, sonst ist die öffentliche Ordnung in Gefahr.

Laut Schünemann müssen die Länder die geltenden Gesetze “konsequent” anwenden und zugleich ihre Aufklärungsarbeit bei Jugendlichen und Eltern verbessern. Nötig sei ein “Internet-Führerschein” in den Schulen, um über die Gefahren von Facebook aufzuklären. “Die Jugendlichen wissen doch oft gar nicht, was sie anrichten”, sagte Schünemann.

Nicht nur die Jugendlichen, sondern auch die Innenminister wissen oft nicht, was sie anrichten. Panikmache hilft hier überhaupt nicht, sondern allenfalls Aufklärung. Oder fürchten sich hier Politiker generell davor, daß über Facebook massenhaft Menschen mobilisiert werden können?

02. Juli 2011

Google+ – was fehlt?

Google+ ist ein gigantischer Schritt von Google in Richtung soziales Netzwerk, aber da geht noch mehr.

1. Google muss dringend das Konzept der Profile aufräumen und intelligent mit Google Apps verknüpfen. Bislang geht Google davon aus, daß man ein privates Profil hat, das mit einer Gmail-Adresse verknüpft ist. Mit diesem Profil kann man viele Dienste von Google nutzen und eben auch Google+. Dann gibt es Google Apps für Business-Nutzer und auch dort kann man etliche Dienste, Apps genannt, nutzen. Wie so oft im Leben verschwimmen private und berufliche Sphären, aber für Google+ ist nur die private Sphäre nutzbar, wobei dann über Circles gleich wieder berufliche Kreise gebildet werden. Das ist noch etwas konfus und sollte irgendwie logisch verknüpft werden können.

2. Sparks ist zu sehr eine Schmalspurlösung. Sparks sollte dringend mit Google Reader verknüpft werden und damit der RSS-Reader für die Massen werden, ohne es RSS-Reader zu nennen. Dabei sollte Sparks aber auch Dienste wie Tumblr integrieren können, das wäre supersmart. Sparks kann sehr mächtig werden, weil es Inhalte für die Nutzer vorschlägt und zum Stöbern einlädt, aber da muß noch mehr passieren.

3. Google+ benötigt dringend Business Profile, damit sich Unternehmen auch innerhalb von Google+ präsentieren und engagieren können, aber vor allem nicht eigentlich als privat gedachte Profile umwidmen müssen. Irgendwie könnte man dann auch sinnvoll die ganzen Pluseinse einer Firma zusammenführen.

4. Google+ benötigt ganz dringend eine API und es wundert mich, daß es zwar bislang ein Anmeldeformular gibt, aber noch keine fertige API. Klar, alles auf einmal geht nicht, aber bei einem eher dezentralen Konzept wie Google+ dürsten eigentlich alle danach, Google+ irgendwie anpassen zu können.

5. Google+ ist irgendwie nicht der erste soziale Dienst im Netz. Daher sollte sich Google mal ganz schnell Gedanken machen, wie Google+ zum primären Dienst für möglichst viele Nutzer werden kann, die aber sicherlich nicht gleich ihre bestehenden Plattformen und die dortigen Follower-, Fan- oder Freundesbeziehungen ignorieren wollen. Das Circles-Konzept bietet sich natürlich sehr an, um Inhalte gleich an Facebook,Twitter, Tumblr, etc. zu schieben, denn über Circles bekommt die Granularität beim FIltern hin, die bei diesen Diensten nicht so ausgeprägt sind. Vor allem, wie bekomme ich jetzt alle Mentions, Kommentare, Notifications, Retweets und was sonst noch irgendwie zusammen?

Was fehlt Euch bei Google+ noch?

01. Juli 2011

Heute vor 20 Jahren: erster GSM-Anruf

Schon krass, mittlerweile kommt es mir so vor, als ob Mobiltelefone schon immer irgendwie da waren, dabei ist der erste GSM-Anruf erst 20 Jahre her.

Ich hatte ein Siemens S6 E, wenn ich mich recht erinnere, 1997. Telefonate waren sauteuer und bei jedem Anruf sabbelten alle von der Seite bemüht witzig mit “kaufen, kaufen!” rein, weil nur ganz wichtige Börsenfuzzis ein Handy haben konnten, nach der damals langläufigen Meinung. Ach ja, Apps gab es damals auch nicht.

Welches war Euer erstes Handy?

[ via: 20 years ago today, the first GSM phonecall was made - TNW Mobile ]