26. Juli 2011

Flipboard hat ein Herz für klassische Agenturen

Flipboard, eine der besten iPad-Apps für das legere Konsumieren von digitalem Content, hat eine Neuerung verkündet. Zusammen mit Condé Nast wird Werbung integriert. Wer Flipboard noch nicht kennt: mit Flipboard kann man durch Inhalte blättern, beispielsweise die gesammelten RSS-Feeds aus Google Reader für die Geeks unter uns, oder man kann Flipboard mit dem eigenen Facebook- oder Twitter-Account verknüpfen, um die Inhalte präsentiert zu bekommen, die das eigene Umfeld geshared hat. Des Weiteren bietet Flipboard eigene Content-Umfelder an, durch die man blättern kann und zusätzlich werden noch direkt populäre Websites angeboten, die man auswählen und dann durchblättern kann. Dazu gehören eben auch Inhalte von Condé Nast, in die jetzt Werbung integriert wird.

Jetzt also mit Werbung, denn bislang ist Flipboard kostenlos und muß natürlich irgendwie monetarisiert werden.

Flipboard’s new program gives publishers and content creators a fresh way to offer magazine-like experiences of their Web content with full-page ads to showcase advertiser brands. With a limited number of ad pages available within select content, advertisers benefit from an unprecedented share of voice within an immersive iPad reading experience. A simple tap on the magazine-style ad takes a reader to a brand’s website or Facebook page for additional information.

Die Werbung sieht dann so aus:

Heissa, eine ganzseitige Anzeige! Ich habe ja meine Zweifel, daß eine ganzseitige Anzeige nicht ebenso einfach bei Flipboard überblättert wird wie in einer Zeitschrift. Aber immerhin wird dieses Format beim Lesen nicht zu sehr stören, was durchaus positiv ist. Ich vermute mal, daß künftige Iterationen die Möglichkeiten von Flipboard weiter ausschöpfen und aufmerksamkeitsstärker werden. Flipboard reanimiert die klassische ganzseitige Anzeige, eine Branche atmet auf.

25. Juli 2011

Google+: Wer braucht noch XING und LinkedIn?

Wenn man derzeit über Google+ diskutiert, dann kommt grundsätzlich das Thema “Facebook-Killer” auf, aber das lenkt meines Erachtens etwas vom Thema ab. Facebook hat eine massive Nutzerbasis und bietet auf der Ebene von Familien und Freunden eine gelernte Einfachheit beim Teilen von Bildern, Status Updates oder beim gemeinsamen spielen.

Google+ wird XING und LinkedIn massiv Probleme bereiten!

Warum? Ganz einfach. Bislang nutzt man XING und LinkedIn, um seine Business-Seite vernünftig abbilden zu können. Es geht also primär um die Pflege von geschäftlichen Kontaktdaten, die Vernetzung mit Kollegen, Geschäftspartnern und Leuten, die einem auf Steh-Empfängen ihre Visitenkarte gegeben haben. Noch dazu gibt es Diskussionsforen, wo über angeblich Business-relevante Themen diskutiert wird. Mittlerweile bieten XING und LinkedIn auch Status Updates an, die aber zumindest bei XING kaum genutzt werden.

Google+ bietet Circles, um die Kontakte besser zu sortieren. Ich kann mir also mein eigenes, wie auch immer geartetes Schema ausdenken, kann Leute in verschiedene Circle packen oder ganz ignorieren. Das ist schon mal sehr praktisch. Noch dazu kann ich mein Profil so anpassen, daß nur ausgewählte Kreise beispielsweise meine Kontaktdaten sehen können.

Was bedeutet das? Mit Google+ kann ich über eine Plattform meine Business-Welt ansprechen genau so wie ich witzige animierte Katzen-GIFs posten kann. Ich bekomme eine Granularität, die bislang nur über seperate Plattformen möglich war, weil natürlich animierte Katzen-GIFs in einem seriösen Business-Kontext nichts zu suchen haben. Google Profiles werden bei einer Milliarde Nutzern von Google sicherlich nicht unüblich werden und schon haben XING und LinkedIn ein massives Problem. Noch dazu dürfte es bei Google+ in absehbarer Zeit die Einbettung vorhandener Dienste aus dem Google Universum geben, was dann mit Google Docs beispielsweise ein wunderbares Collaboration-Tool verfügbar macht, was dann nicht nur die Vernetzung auf Google+ erlaubt, sondern auch die Zusammenarbeit ermöglicht. Und natürlich kann man Google Hangouts nicht nur als Chatroulette mit anderen Mitteln nutzen, sondern in einem Business-Kontext auch als einfache Video-Konferenz mit vielen Teilnehmern. Dagegen sehen XING und LinkedIn aus wie simple Adressbücher.

Wir dürfen gespannt sein, was XING und LinkedIn der Innovationsgeschwindigkeit von Google+ entgegenzusetzen haben.

24. Juli 2011

C wie dämlich

Danke an Dennis Morhardt für C wie …?!

24. Juli 2011

Der Sommerhit 2011!

Zum Mitsingen:

„Rum muss,
Zucker darf,
Wasser nicht zu viel,
Ein Grog, der muss Prozente haben, sonst nützt er dir nicht viel.“

Ach ja, den Grog habe ich natürlich zum Sommergetränk 2011 gekürt.

24. Juli 2011

Staatsverschuldungen – globaler Neustart?

Ich bin kein Ökonom, echt nicht. Aber ich finde die Debatte über die Staatsverschuldungen derzeit wirklich bemerkenswert. Da wird so getan, als ob die Griechen die verpeiltesten Bürger Europas wären, die aber auch gar nichts auf die Reihe bekommen und die letzten Jahrzehnte in Saus und Braus gelebt haben und nun völlig zu Recht totale finanzielle Probleme haben. Das hätte man ja gleich sehen können. Gleichzeitig diskutieren die USA, ob sie es bis zum 2. August noch schaffen, die Schuldenobergrenze weiter anzuheben, damit der Staat nicht zahlungsunfähig ist. Das muß man sich auch mal auf der Zunge zergehen lassen, der Präsident der USA, der traditionell als mächtigster Mann der Welt tituliert wird, steht mit seinem Land kurz vor der Pleite. In Deutschland lesen wir seit 30 Jahren, daß die Kommunen verschuldet sind, daß das Tafelsilber verkauft werden muß, daß die Schuldenlast der öffentlichen Haushalte zu groß ist und daß man eine solide Finanzpolitik betreiben müsse wegen der nachfolgenden Generationen.

Mal ehrlich, das mit der soliden Finanzpolitik, daß haben doch die westlichen Demokratien auf breiter Flur verkackt! Welche westliche Demokratie steht denn glänzend da und schiebt keinen Schuldenberg vor sich hin, von der Schweiz und Liechtenstein mal abgesehen? Die westlichen Demokratien haben ihre Handlungsfähigkeit verloren und sind seit Jahrzehnten nur noch am Verwalten der Mängel und am Sparen auf Kosten derer, die eigentlich vom Gemeinwohl profitieren sollten. Die Staaten sind allesamt in einer absurden Abhängigkeit von den Banken und beteiligen sich dann noch mit hunderten von Milliarden, um angeschlagene Banken zu retten.

Wenn jetzt über Griechenland diskutiert und hektisch in Richtung Irland und Portugal geguckt wird, dann wird meiner Meinung bewußt ignoriert, daß das gesamte System so nicht weiter funktionieren kann. Ohne einen globalen Schuldenschnitt drehen sich die westlichen Demokratien in einer Abwärtsspirale weiter, die funktionierende demokratische Gesellschaften immer schwieriger werden lässt, denn es wird überall dort gespart, wo eigentlich investiert werden müsste: Bildung, Soziales, Infrastruktur. Eine Abwärtsspirale der westlichen Demokratien ist für den Rest der Welt auch nicht gerade förderlich, da der Druck nur weiter verlagert wird in Richtung anderer Staaten bzw. Märkte. Wenn die Staaten wieder handlungsfähig sein sollen, müssen sie von ihrer Schuldenlast runter, das gilt für Griechenland genauso wie für Deutschland oder die USA, Frankreich, Italien, und so weiter.

Die Welt benötigt also ein neues Bretton Woods, bei dem es nicht um die Abhängigkeit von Wechselkursen geht, sondern um ein Freischaufeln der global angehäuften Schulden, damit die Staaten wieder handlungsfähig werden. Ist das zu radikal gedacht? Wir können uns doch nicht permanent von Schuldengipfel zu Schuldengipfel hangeln, Milliardenbürgschaften für hochverschuldete Staaten oder Banken geben, Kredite hinterherwerfen, ohne selber massiv Kredit aufzunehmen.

Es geht doch eigentlich um seriöse Finanzpolitik zum Wohle der nachfolgenden Generationen. Das ist auf der derzeitigen Basis nicht machbar.