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Meine Top Gadgets 2013

Nico —  2.01.2014 — 4 Comments

Ja, die Headline stimmt, es ist 2014 und ich gucke zurück auf das Jahr 2013 und die Gadgets, die ich in dem Jahr in die Finger bekommen habe. Ich spiele gerne mit neuen technischen Dingen rum und kaufe mir das ein oder andere Gadget, bekomme netterweise aber auch immer mal wieder Gadgets zugeschickt, um sie zu testen.

iPhone_5s-2- iPhone 5s: Für mich ist es das nahezu perfekte Smartphone. Ich habe es immer bei mir in der Hosentasche oder in der Hand, ohne Bumper oder Case, living on the edge. Ich mag iOS 7, abgesehen von den seltsamen Neustarts alle paar Tage, und das Zusammenspiel mit anderen Apple Devices ist schon schön praktisch. Für mich ist allerdings der Form Factor am überzeugendsten, denn das Smartphone ist klein und handlich, während es gleichzeitig groß genug ist, um auch mal längere Zeit Texte lesen zu können. Für mich ist das iPhone 5s das Smartphone schlechthin, egal wie bunt die anderen Hersteller ihre Designs auch gestalten.

Nexus 7: Das ist eines der wenigen Gadgets, das mich permanent anlacht, und das ich nicht gekauft habe. Ich halte das Nexus 7 von Google für das ideale Tablet. Die Größe ist genau richtig, das Display ist super und ich mag Android auf dem Tablet, vor allem weil es mehr und bessere Verknüpfungen zwischen den Apps ermöglicht. Ich bin ein großer Fan von 7″ Tablets und das Nexus 7 stellt für mich das derzeit beste Preis-/Leistungsverhältnis dar. Warum ich keins gekauft habe? Weil ich noch ein iPad 2 besitze, das ich abgesehen von Zeitungs-Apps, ja, lacht ihr nur, kaum nutze.

Kindle Paperwhite: Ich lese wieder Bücher. Das hat verdammt viel mit dem Kindle Paperwhite zu tun, denn der hintergrundbeleuchtete eReader erlaubt es eben, enorm viele Bücher mit mir rumzuschleppen und selbst bei schlechten Lichtverhältnissen zu lesen. Da ich viele Bücher von englischsprachigen Autoren lese, kosten diese Bücher oft nur ein paar Euros im Vergleich zu den aktuellen Hardcover-Versionen in deutscher Sprache.

Sennheiser MM 30i Ohrkanal Headset: Für mich sind Headsets Verbrauchsgegenstände. Ich nutze Headsets für lange Telefonkonferenzen und um in der Bahn Musik zu hören. Headsets werden bei mir ohne die üblicherweise mitgelieferten Schutzhüllen aus minderwertigem Kunstleder direkt in die Tasche gebleiert oder im Jacket mit mir rumgetragen. Headsets halten bei mir nie lange, daher gebe ich nie mehr als 50 € für ein Headset aus. Das Sennheiser Headset habe ich mir vor 6 Wochen gekauft und es hält immer noch. Die Soundqualität finde ich gut und auch die Bedienbarkeit über den Pönökel am Kabel ist Anständig. Leider nur rutscht bei meinem linken Ohr der Stöpsel öfter mal raus, was sicher an meinem Ohr liegt, denn es kommt bei mir häufiger bei Headsets vor. Die neuen Apple-Dinger kann ich beispielsweise nur tragen, wenn ich mich gar nicht bewege.

Sennheiser Momentum On-Ear Kopfhörer: Kurz nachdem ich mir das Sennheiser Headset gekauft hatte und damit zufrieden war, schickte mir eine PR-Agentur im Auftrag von Sennheiser diese On-Ear Kopfhörer zu, damit ich sie testen (und behalten) kann. Meine letzten Kopfhörer waren von B&W und die durfte ich direkt an meine Frau abtreten. Diese Sennheiser Momentum haben jetzt bei Bahnfahrten das Headset ersetzt und ich bin schlichtweg begeistert. Tolle Verarbeitung, schickes Alcatara-Leder (klingt jetzt wie ein Auto-Prospekt) und satter Sound. Lediglich der Bügel drückt zu sehr auf meine Rübe, so dass die Ohren zu sehr auf die Brillenbügel drücken, was nach 2-3 Stunden etwas unangenehm wird. Aber ansonsten ein toller Kopfhörer, den ich mir nie selber kaufen würde, siehe oben.

Asus RT-AC660U: Weder die Speedport-Box der Telekom noch die Time Capsule von Apple konnten mich beim Einsatz zu Hause komplett überzeugen, jedenfalls hing unser WLAN zu oft und es ruckelte beim Streaming. Also habe ich dann mal das Gerät gekauft, das überall die meisten Sternchen bekommen hatte und als das Top-Modell gilt. Der WLAN-Router Asus RT-AC660U strahlt auch in die hinterste Ecke unserer Wohnung und bekommt über die Nutzung des 5 Ghz Bandes tatsächlich auch mal Bandbreite hin, wie sie unser Telekom-Tarif seit Jahren suggeriert. Die Nutzung von DD-WRT anstatt der Standard-Firmware hat allerdings nix gebracht, außer ein wenig Nervenkitzel beim Flashen. Der Asus RT-AC660U bringt standardmäßig enorm viele Konfigurationsmöglichkeiten mit, die man natürlich zuhause kaum benötigt, aber es ist wie mit der Oper in der Stadt, da gehe ich auch nicht hin, aber es ist gut, dass ich es jederzeit könnte, weil ich ja in der großen Stadt lebe.

Anker Astro3E: Dieser unscheinbare schwarze Block hat mir schon das ein oder andere Mal den digitalen Arsch gerettet, weil natürlich wieder der Akku meines iPhones leer und keine Steckdose in Sicht war. Praktischerweise habe ich bei meiner Umhängetasche eine versteckte Reissverschlusstasche, die so versteckt ist, dass ich da nichts mehr reinpacke, nachdem ich mal ein paar Tage meine Sonnenbrille überall gesucht habe, aber für dieses Batterypack ist es genau richtig. Ich schleppe das Astro3E immer mit und im digitalen Notfall kann ich meine Devices auch unterwegs schnell aufladen.

So, das sind meine Gadgets des Jahres 2013. Ich bin gespannt, was 2014 noch alles so herauskommen wird. Gerade im Bereich der Quantified-Self Gadgets wird einiges passieren, aber die von mir getesteten Gadgets von Fitbit, Withings und Nike werden alle nicht mehr genutzt, haben es also auch nicht auf die Liste geschafft. Google Glasses habe ich nur kurz aufgehabt, das braucht auch noch etwas, bis es wirklich nützlich sein wird. Ich freue mich auf die nächsten Tablet-Generationen und natürlich neue Smartphones, hoffentlich auch mal mit einer Akku-Laufzeit, die sich wieder in Tagen und nicht in Stunden messen lässt. Außerdem müsste ich eigentlich mal herausfinden, ob ich eigentlich auch mit einer richtigen Kamera Bilder knipsen kann, oder ob ich von Instagram auf dem iPhone nicht mehr wegkomme.

2013 in a Nutshell

Nico —  31.12.2013 — 3 Comments

Das war ein interessantes Jahr, aber ich kann auch nicht behaupten, dass die Jahre davor irgendwie langweilig waren. Für mich persönlich war 2013 vor allem geprägt von einer beruflichen Neuorientierung, die zur Selbständigkeit führte. Neben meinem Engagement bei Nugg.ad, für die ich den Inkubator leite, bleibt so noch genügend Zeit für andere Projekte, aber auch Zeit für die Familie. In 2013 hatte ich einige tolle Kunden mit spannenden Projekten und der Ausblick auf 2014 sieht auch schon ganz gut aus, aber natürlich freue ich mich immer über Anfragen.

2013 habe ich versucht, als Co-Vorsitzender von D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt e.V. meinem politischen Engagement eine neue Form zu geben. Wir haben verschiedene Iniativen gestartet, einige Veranstaltungen gemacht und sind mit zwei Themen im Koalitionsvertrag verankert. Unser täglicher Newsticker zu digitalpolitischen Themen wird von weit über 1000 Menschen gelesen und trägt dazu bei, dass relevante Themen auf die Agenda kommen. Wir haben über 200 Mitglieder und unsere Klausurtagung im Herbst hat gezeigt, was für eine gute Bandbreite an Themen die Mitglieder repräsentieren. Das finde ich für den Anfang schon mal ganz gut und freue mich auf die Entwicklung in 2014.

Unsere Kinder wachsen und gedeihen, halten uns auf Trab und sorgen für wenig ruhige Minuten, aber damit es nicht langweilig wird, haben wir uns zum Ende des Sommers einen Hund angeschafft, der seitdem unser Leben noch zusätzlich bereichert. Seit wir den Hund, Julie, haben, kann ich getrost auf die Quantified-Self Gadgets verzichten, weil ich weiss, dass ich genügend Kilometer zu Fuß gehe.

In 2013 habe ich wieder nicht geschafft:
– mein Buch zu schreiben, das ich schon länger schreiben will und von dem bereits Gliederung und 1 Kapitel existiert. Und der Titel.
– im Umgang mit nervenden Kindern einfach mal länger als 5 Minuten gelassen zu sein
– nur so viel einzukaufen, wie wir auch wirklich essen
– Sinn und Verstand in der deutschen Digitalpolitik zu verankern
– regelmässig zu Laufen
– den Spagat zwischen Familie und Beruf ohne schlechtes Gewissen hinzubekommen
– und noch vieles weiteres mehr.

2013 wirkt irgendwie durchgespielt, ich freue mich auf 2014. Es dürfte nicht langweilig werden.

7 Tech-Trends für 2013

Nico —  2.01.2013 — 15 Comments

Nachdem ich letztes Jahr dem Sharing ein Comeback prophezeit habe, will ich natürlich auch dieses Jahr postulieren, was alles an Trends kommen wird. 2013 wird dominiert werden von den Themen Mobile, Social, Enterprise, Payment, Local, Bildung und Tablets. Alles wird natürlich in feinstem Denglisch formuliert werden, das ist Absicht.

Mobile: Die App Stores sind voll mit Apps, die Smartphone-Penetration in der Bevölkerung steigt weiterhin, damit entstehen neue Verhaltensweisen, die weiter dafür sorgen werden, dass das Segment Mobile wachsen wird. Wir werden immer mehr Inhalte sehen, die speziell für die Lektüre auf mobilen Endgeräten aufbereitet werden, wir werden eine Welle von Apps sehen, die nicht mehr nativ sind, sondern Web-basiert und wir werden sehen, dass die Mobilfunkanbieter versuchen werden, von den leidigen Flatrates wegzukommen, um an mobile Data mehr verdienen zu können. Wir werden allerdings auch sehen, dass mobile Werbung nicht nur nervt, sondern auch nur einen Bruchteil dessen erlöst, was derzeit mit Werbung im Web erzielt werden kann, was Content-fokussierte Geschäftsmodelle vor erneute Herausforderungen stellen wird. Das iPhone wird weiterhin der Gold-Standard bleiben, also das Persil unter den Smartphones, aber gekauft werden zunehmend Android-basierte Phones, also das Tandil, um in der Analogie zu bleiben.

Social: Weiterhin nicht tot zu kriegen ist das Thema Social, denn auch in 2013 werden wir munter die unterschiedlichsten Social Graphs nutzen, um miteinander kommunizieren zu können, in allen Facetten der Banalität, mit viel Entertainment und auch einiger Ernsthaftigkeit, so wie wir das als Menschen eben so machen. Social ist das Herz der digitalen Welt, wer Social nicht versteht, wird es immer schwerer haben, die Nutzer zu erreichen, oder muss viel Geld für Reichweite ausgeben.

Enterprise: Trends wie Bring your own Device (BYOD) und immer mehr vorhandene nutzbare API sorgen dafür, dass Unternehmenssoftware sich verändern wird, dass Prozesse neu gedacht werden und dass vor allem viele neue Firmen entstehen werden, die sich auf diesem Markt tummeln wollen, um SAP, Oracle, Microsoft und anderen durch eine Disruption, die von den Nutzern getragen wird, Marktanteile abzunehmen. Microsoft hingegen wird mit Windows auf Smartphones versuchen, den mobilen Teil der IT-Infrastruktur von Unternehmen abdecken zu können, auch als Ersatz für das weiter schwächelnde RIM mit ihrem ehemaligen Referenzprodukt Blackberry. Im Enterprise-Segment wird es knallen, die herkömmlichen Strukturen werden durcheinander gewirbelt werden, weil Nutzer, also Arbeitnehmer, keine Lust mehr haben, sich von der IT-Abteilung irgendeinen Kram vorsetzen zu lassen, der weniger kann als eine App auf ihrem Smartphone.

Payment: Von NFC wird erst einmal kaum jemand sprechen, dafür von Square, Sumup, Dwolla und anderen, die versuchen, Finanzströme zwischen Nutzern schneller und direkter zu gestalten. Hinzu kommen Bezahlsysteme in Restaurants und am Point of Sale, die flexibler und günstiger sind als die bisherigen Kassensysteme, die darüber hinaus noch Data Mining erlauben und Customer Retention Tools mitbringen. Online-Banking wird als Wort immer absurder, weil die Nutzung digitaler Tools auf den verschiedensten Ebenen immer normaler wird.

Local: Die starke Verbreitung von Smartphones sorgt dafür, dass die Nutzung ortsbezogener Daten sehr einfach möglich ist. Karten und Inhalte sind vorhanden, jetzt gilt es, aus der Verknüpfung neue Anwendungsszenarien entstehen zu lassen. Lokale Werbung wird ein Thema sein, aber auch wirkliche lokale Nachrichten und die lokale Gemeinschaft. Fraglich bleibt, ob die derzeit agierenden lokalen Akteure überhaupt in der Lage sind, sich diesem Thema anzunehmen, oder ob die Disruption der lokalen Tageszeitung schneller kommt als erwartet.

Bildung: Der Bildungsbereich schreit einfach nach einer Disruption, hier bewegen wir uns immer noch in den Leitplanken von Humboldt und dem Ständesystem der Kaiserzeit, gepaart mit einem innovationsfeindlichen Oligopol der Schulbuchverlage. Digitale Lehrmittelfreiheit ist ein Thema, alternative Bildungsangebote wie Udemy, Khan Academy, Coursera und andere werden weiter wachsen, weil das Schlagwort vom lebenslangen Lernen eben auch flexible und alternative Modelle als die herkömmliche Melange von Schulen, Universitäten und VHS es ermöglichen. Hinzu kommt die Fragestellung, wie die Schulkinder künftig auf die Herausforderungen der digitalen Gesellschaft vorbereit werden sollen, ich werde daher weiterhin für die Einführung einer Programmiersprache als Zweite Fremdsprache plädieren, denn Javascript ist das neue Latein.

Tablets: Tablets sind nicht einfach nur zu groß geratene Smartphones, sondern ermöglichen ein ganz anderes Nutzungsverhalten, als wir es von Mobile oder Desktop gewohnt sind. Tablets werden ubiquitär und noch dieses Jahr locker unter die 100 EUR Grenze fallen. Tablets ermöglichen den Content-Anbietern endlich, aus der selbstverschuldeten preislichen Abwärtsspirale der Online- und Mobile-Werbung auszubrechen und neue Werbeformen zu entwickeln, die eine Finanzierung der Inhalte auf Tablets ermöglichen. Tablets sollten Schulbücher ersetzen, Tablets degradieren Buchläden zu Showrooms für eBooks, Tablets ermöglichen eine neue Art des Shoppings und Tablets werden die Magazine und Sonntagszeitungen der Zukunft den Nutzern bereitstellen, Tablets werden am Arbeitsplatz selbstverständlicher und Tablets ermöglichen Teilhabe an gesellschaftlichen Diskussionen und Prozessen. Gegen Tablets ist die mobile Revolution rund um die Smartphones nur Pillepalle gewesen.

2013 wird spannend werden, da bin ich mir sicher. Die Entwicklung geht munter weiter und Disruptionen kommen schneller und häufiger, als etablierte Marktteilnehmer es für möglich halten werden.