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HP TouchpadEs ist schon irgendwie tragisch, da nimmt Hewlett-Packard das HP Touchpad und verkauft die 16 GB Variante für lumpige $99 bzw. €99 und auf einmal wird ein globaler Run auf die HP Touchpads ausgelöst. Erst lagen die WebOS-basierten Tablets wie Blei in den Regalen und mehr durch Zufall als durch lange Planung findet HP den idealen Preispunkt für Tablets: $99 bzw. €99. Es scheint dann auch keine Rolle zu spielen, daß das WebOS-basierte Tablet vom Markt genommen wird.

Google Trends: Touchpad

Die Google Trends: touchpad zeigen deutlich, daß niemand sich je für das HP Touchpad interessiert hat, in den letzten Tagen aber die Zahl der Suchanfragen in die Höhe schnellt. Die Website von HP hatte in den letzten Tagen massive Probleme, alle Anfragen zu bearbeiten, was natürlich irgendwie nicht für HP und dessen Server spricht, aber das ist nur ein Nebenthema, und mittlerweile bietet beispielsweise BestBuy allen Kunden, die nach dem 19. Juni ein 16GB oder 32GB HP Touchpad gekauft haben, eine Rückerstattung der Differenz des Kaufpreises an, damit sich BestBuy-Kunden nicht zu sehr über den schnellen Preisverfall ärgern. Angeblich soll HP allen Kunden diese Preisnachlässe gewähren, die ein HP Touchpad für den regulären Preis in den letzten Tagen gekauft haben. Ob es klappt, weiß ich nicht, aber beispielsweise bei Amazon werden die HP Touchpads immer noch für den ursprünglich regulären Preis angeboten.

Spannend ist jedoch die Erkenntnis für alle Tablet-Hersteller: für $99 werden die Tablets von den Kunden den Herstellern aus den Händen gerissen. In den USA bietet Amazon den Kindle für $114 an, dafür aber mit Werbung auf dem Kindle. Es wird erwartet, daß Amazon noch vor Weihnachten ein Android-basiertes Tablet ausliefern wird – ob Jeff Bezos da auf eine Mischkalkulation aus Anschaffungspreis plus Werbung plus Appstore-Verkäufe setzen wird? Aus Sicht von Amazon dürfte das Amazon Tablet eigentlich nur Mittel zum Zweck sein, nämlich um die Einkäufe von eBooks, Apps und Games bei Amazon sicherzustellen.

aktuelles Android-Handy (Symbolfoto)Unter dem Stichwort “Supercharging Android” hat Google heute die Übernahme von Motorola Mobility bekanntgegeben. Es wurden lumpige 12,5 Milliarden US-Dollar als Kaufpreis angegeben.

Die Gründe für die Übernahme sind vielfältig. Larry Page führt zum einen die Patentthemen an, da Microsoft und Apple vermehrt auf dem Rechtsweg versuchen würden, gegen Android vorzugehen, zum anderen ist aber auch der Zugriff auf die Hardware für Google spannend, als Gegenpol zu Apple und mit Ausblick auf den gesamten Markt der connected devices für zuhause.

Was bislang nicht thematisiert wurde, was ich aber spannend fände: Android plus Motorola Mobility und Google Apps vs. Blackberry – da wäre sicherlich ordentlch Potential vorhanden, um RIM das Leben schwerer zu machen und das Thema Enterprise weiter aufzurollen.

Ich habe letzten April über “Das mobile Endgame” geschrieben und bin zu folgendem Schluß gekommen:

Das mobile Endgame bedeutet für Google also die globale Penetration von Android als mobile OS auf möglochst vielen Endgeräten um darüber Werbung anzubieten. [...] Massenmarkt vs. Premium ist hier das Thema und Google wird damit eine starke Dominanz auf dem mobile Markt erreichen, während Apple zwar die schöneren Produkte liefert, aber immer nur eine Nische besetzen wird.

Die Akquisition von Motola Mobility bringt Google ein Stück näher an das Ziel, Android auf möglichst vielen Endgeräten zu etablieren, um personalisierte, zielgerichtete Werbung auszuliefern. Aber mittlerweile ist Google ja schon ein Stück weiter und bietet mit Google+ eine ganz neue Experience für die Nutzer an.

Die Kombination von Google, Android, Google+ und Motorola Mobility geht deutlich in Richtung Perfektionierung des User Lock-Ins, um möglichst an vielen digitalen Touchpoints den Nutzer tracken zu können, um ihm dann wiederum interessanten Content oder Werbung anbieten zu können.

Für mich am eindruckvollsten: 46% der Blackberry-Nutzer haben keine Spiele auf ihrem Blackberry. Da sieht man massiv das Consumerization Gap, in das Nutzer in großen IT-Landschaften stolpern. Im Gegensatz dazu daddeln 37% der iPhone-Nutzer täglich, das überrascht eher nicht, das Angebot ist ja auch riesig. Der Android Market wächst und wächst, was bei 500.000 aktivierten Android-Handsets pro Tag ja auch kein Wunder ist.

[ via: Mobile Gaming is Dominating the Gaming Industry | Geekaphone Blog ]

Das Mobile Ad Network InMobi hat mal zusammengestellt, wie sich das Inventar im Bereich Mobile Advertising in Europa entwickelt. A first for Apple: Tops Nokia for mobile ad requests in Europe:

“The Q2 2011 results show another major inflection point for mobile advertising in Europe,” writes InMobi’s Rob Jonas, VP of Europe and Middle East operations. “Smart devices, driven by iPad, iPhone, and Android devices, are now defining the mobile experience for the majority of Europeans.”
Both Apple and Nokia saw over 2 billion ad impressions in the second quarter, but Apple managed a 90 million impression lead. Apple’s European ad share grew 3.3 points to 19.5 percent, while Nokia fell .9 points to 18.7 percent. The news means that one in five mobile ads served in Europe over the last quarter went to an Apple device.

Apple und Android wachsen weiter kräftig, aber es sieht so aus, daß Nokia den Trend zum Smartphone bislang nicht für sich nutzen konnte. Das sind gute Nachrichten für alle Entwickler, man kann sich auf zwei Plattformen konzentrieren.

Was bei dieser Infografik fehlt: Die Clickraten und vor allem die Kampagnenziele, wieviel davon ist zur Lead-Generierung, wieviel für Abverkauf, und so weiter. So kann man nur sehen, daß jede Menge Impressions ausgeliefert werden. Aber das bedeutet noch nicht viel, für Werbetreibende sind dann noch andere Faktoren relevant.

Länger schon stellen sich viele Beobachter des Online-Marktes die Frage, wie und wann Google auf das massive Wachstum und die hohe Nutzungszeit von Facebook reagieren würde. Nun berichtete Techcrunch unlängst, daß Vic Gundotra, VP Engineering und bislang für Android verantwortlich, sich um die Social-Themen des als Suchmaschine gestarteten Google kümmern wird. Ebenfalls wurde bekannt, daß Google für $182 mio Slide.com kaufen werde, die eine enorme Reichweite in den Zeiten aufgebaut hatte, als MySpace noch die große neue Sache am Internet-Himmel war. Anfang Juli wurde von einem $100 Mio Investment in die Social Games Plattform Zynga berichtet. Man könnte also glatt meinen, Google macht jetzt Druck. Gleichzeitig allerdings wird die Eigenentwicklung Google Wave nicht mehr weiterentwickelt, die wahrscheinlich ewig unterschätze Plattform für kollaboratives Arbeiten.

Google steht unter einem enormen Druck, sich jetzt mal eben neu zu erfinden. Facebook verknüpft User-Beziehungen mit Inhalten, während Google die Inhalte bereits im Index hat, aber die sozialen Beziehungen der User untereinander fehlen, die diese Inhalte sinnvoll anreichern würden. Beide Unternehmen nähern sich also dem Thema Relevanz von unterschiedlichen Enden, wobei es Google deutlich schwerfällt, die sozialen Beziehungen der User untereinander greifbar zu machen.

Kann sich Google neu erfinden? Kann das Unternehmen die DNA verändern und den Fokus verschieben von einer Fokussierung auf Programmierung und Entwicklung hin zu den Usern und ihren Beziehungen untereinander? Kann Google das Thema Social in seinen Kern aufnehmen? Oder werden wir sehen, wie Google seine schiere Größe zum Verhängnis wird, weil man einfach nicht mehr ordentlich auf Anforderungen des Marktes reagieren kann? Google hat unglaublich viele smarte Menschen, aber sind dies die richtigen? Wenn ich mir die aktuellen Nielsen-Zahlen zur Internet-Nutzung in den USA angucke, dann sieht man deutlich, was für ein riesiger Markt im Bereich Social Networks entsteht, den Google mit all seinen Versuchen nicht wirklich erreicht hat. Google ist bei allem, was es tut, sehr technisch-fokussiert, sehr klar und kühl sind die Angebote gestaltet, und gerade bei den Google Profilen merkt man, daß für den Umgang mit Social Media das Verständnis für die Belange der User fehlt. Da hilft es nicht, einfach nur ein Produkt anders zu gestalten, der Kern der Produkt muß mit einem Ansatz aufgebaut werden, sonst klappt das Thema Social nicht.

Was würde Google tun, um sich neu zu erfinden?