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Vor etwas über einem Monat hat Facebook das App Center gestartet, das heute in der deutschsprachigen Variante App-Zentrum für die deutschen Nutzer an den Start gegangen ist. Die Grundidee des App-Zentrums ist, den Facebook-Nutzern ausgewählte Apps für Web und Mobil zu präsentieren, diese aber in den Kontext der Nutzung durch die Freunde der Nutzer zu stellen. Dadurch soll es Nutzern leichter gemacht werden, interessante Apps zu finden, aber auch Entwicklern von Apps leichter die passenden Nutzer zu erreichen.

Ich hatte zum Start des App Centers folgendes geschrieben:

Facebook macht mit dem App Center drei Sachen genau richtig:

1. es wird ein massiver Filter über alle Apps gelegt und nur die Apps werden in den App Center aufgenommen, die social Signals aussenden, also die Vorteile eines Ökosystems wie Facebook ausnutzen.
2. dem Nutzer wird angezeigt, wie viele Nutzer eine App hat und wieviele Freunde diese App nutzen, und zwar für Web-Apps und mobile Apps.
3. die Nutzer werden von Facebook nach einem intransparenten Prinzip dazu aufgefordert, Apps zu bewerten. Dies schliesst massenhaft generierte Jubel-Bewertungen ebenso aus, wie negative Bewertungen durch die Konkurrenz.

Das Auffinden von Apps und das Bewerben von Apps ist bislang noch nicht zufriedenstellend gelöst worden, aber Facebook geht einen Schritt in die Richtung, um Nutzer und Apps zusammenzubringen. Als Nutzer finde ich interessant, welche Apps meine Freunde nutzen. Als Entwickler kann man über Facebook dafür sorgen, dass die Apps für die Nutzer relevanter werden. Hinzu kommen nette kleine Features wie die Möglichkeit, eine mobile App direkt ans Handy zu senden, damit man direkt im App Store die App installieren kann. Ich finde das äußerst praktisch und freue mich darauf, künftig auch über Facebook direkt Apps bewerben zu können. Nicht, weil ich gerne Geld ausgebe für Werbung, sondern weil ich vermute, dass es über das Facebook App-Zentrum effizienter werden wird, neue Nutzer für eine App zu begeistern, weil man sie im sozialen Kontext bewirbt.

Unser Startup Stuffle ist bereits im App-Zentrum vertreten und ich bin gespannt, wie sich dies auf die Download-Zahlen auswirken wird. Stuffle setzt auf eine tiefe Facebook-Integration, denn bei einem mobilen Flohmarkt ist es wie bei einem stationären Flohmarkt: ohne Menschen ist es langweilig und es ist besonders nett, wenn man die anderen irgendwie kennt. Teil des App-Zentrums sind umfangreiche Statistiken, die Entwicklern dabei helfen, die Nutzungsmuster zu verstehen und entsprechend die App weiter zu verbessern.

Mir fehlt allerdings beim App Center wie auch beim App-Zentrum noch eine gewisse persönliche Note oder Empfehlung der Redaktion, noch wirkt alles sehr algorithmisch. Zur Unterteilung der Apps in “Internet” und “Handy” sage ich jetzt mal nix, da finde ich “Web” und “Mobil” ca. dreitausend mal passender, aber das ist sicherlich Teil der “move fast and break things”-Strategie und der Hackerkultur von Facebook. Generell ist es aber sehr vorteilhaft, dass das App-Zentrum im Web, aber auch mobil verfügbar ist und jeweils passende Apps anzeigt. Facebook geht mit dem App-Zentrum konsequent den Weg der social App-Discovery weiter.

Facebook App Center mobileIch hatte neulich schon angemerkt, daß Facebook gut daran tut, die Apps besser für die Nutzer erreichbar zu machen. Letzte Woche ist das App Center an den Start gegangen und ich denke, dass hier einiges richtig gemacht wurde. Martin Weigert sieht das anders:

Facebook hat mit dem App Center ein zentrales Verzeichnis für besonders eng mit dem sozialen Netzwerk verbundene Anwendungen veröffentlicht – egal ob diese über das Web oder Smartphones ausgeführt werden. An Facebooks Grundproblem im mobilen Bereich ändert dies wenig.

Die sogenannten social Signals werden immer relevanter für das Erlangen von Aufmerksamkeit im Netz, darüber sind wir uns alle einig und das zeigen auch aktuelle Untersuchungen wie die Studie The Power of Like 2 von Comscore immer wieder. Der Facebook App Center schließt somit eine Lücke, die derzeit massiv bei der App Discovery klafft. Man sieht zwar irgendwelche Ranglisten in den App Stores und auch irgendwelche Sternchen von irgendwelchen Leuten, aber wie diese Bewertungen und die Platzierungen zustande kommen, das erschliesst sich dem Nutzer nicht.

Facebook macht mit dem App Center drei Sachen genau richtig:

1. es wird ein massiver Filter über alle Apps gelegt und nur die Apps werden in den App Center aufgenommen, die social Signals aussenden, also die Vorteile eines Ökosystems wie Facebook ausnutzen.
2. dem Nutzer wird angezeigt, wie viele Nutzer eine App hat und wieviele Freunde diese App nutzen, und zwar für Web-Apps und mobile Apps.
3. die Nutzer werden von Facebook nach einem intransparenten Prinzip dazu aufgefordert, Apps zu bewerten. Dies schliesst massenhaft generierte Jubel-Bewertungen ebenso aus, wie negative Bewertungen durch die Konkurrenz.

Natürlich knackt Facebook damit nicht das Problem, dass es nicht über einen mobile App Store verfügt, aber Facebook dürfte in Zukunft sehr gezielt Nutzer auf die für das Ökosystem Facebook relevanten Apps in den jeweiligen Stores schicken und damit die Attraktivität für die Nutzer steigern. Aber auch aus Sicht der App-Entwickler wird es nun leichter werden, soziale Apps über Facebook zu pushen, denn künftig müssen nicht mehr blind Nutzer über Werbung erreicht werden, sondern es können gezielt die Nutzer angesprochen werden, deren Freunde bereits die App nutzen und die dadurch eine höhere Affinität für diese App besitzen. Der Einstieg in den App Center dürfte allerdings für neue Apps schwierig werden, denn es wird nicht mehr so einfach sein, auf die Schnelle ein paar gute Bewertungen zu erreichen.

Das Facebook App Center macht App Discovery social und wird damit das Auffinden interessanter Apps für die Nutzer erleichtern.

Erinnert noch jemand das Facebook App Directory? Genau. Facebook hatte nach der Einführung der Apps mal ein Verzeichnis aller Apps aufgebaut, aber auch nach einer Renovierung war das Facebook App Directory bestenfalls unbenutzbar und wurde irgendwann eingestellt. Mittlerweile ist Facebook nicht nur mehr als 900 Millionen Nutzer groß, sondern verfügt auch über 54% mobile Nutzer, was auch mal eben 488 Millionen Menschen sind. Aber das Auffinden von Apps funktioniert nur über die Suche oder über das Freundesnetzwerk. Das geht zwar auch irgendwie, ist aber nicht optimal, vor allem nicht, wenn Facebook die Apps noch zusätzlich monetarisieren will.

Facebook App CenterAber das soll nun alles anders werden, denn heute wurde das App Center vorgestellt. Künftig gibt es wieder ein ordentliches Verzeichnis, in dem alle Apps zu finden sind, die bestimmten Qualitätskriterien entsprechen. Zusätzlich werden jetzt aber auch die mobilen Apps aufgelistet werden, die über ein Facebook Single Sign-On verfügen und damit auch leicht aus der mobilen Facebook-App gestartet werden können. Das ist ultra-praktisch für die Facebook-Nutzer, denn künftig kann man auch mobil neue Facebook-Apps finden, aus den mobile App Stores installieren und dann direkt der Facebook App starten:

The App Center is designed to grow mobile apps that use Facebook – whether they’re on iOS, Android or the mobile web. From the mobile App Center, users can browse apps that are compatible with their device, and if a mobile app requires installation, they will be sent to download the app from the App Store or Google Play.

To grow your mobile app through the App Center, your app needs to use Facebook Login.

Naja, und spätestens jetzt wird auch deutlich, warum jetzt wieder ein App Center kommt: eine zusätzliche Monetarisierungs-Option wird aufgetan, denn es ist naheliegend, daß App-Betreiber künftig auch für gute Sichtbarkeit im App Center bezahlen können. Insbesondere für den mobilen Bereich dürfte das sehr spannend sein, da der Cost-Per-Install durchaus lukrativ sein kann.

Aber, das ist noch nicht alles. Es wird auch Paid-Apps geben im neuen Facebook App Center. Künftig können also wie im iTunes Store oder bei Google Play kostenpflichtige Apps auftauchen, d.h. Betreiber von Apps müssen nicht auf Credits ausweichen oder versuchen, über Werbung Geld zu verdienen, sondern können direkt für die Nutzung der App Geld verlangen. Es wird interessant sein, wie der neue App Center das Wachstum der Apps verändert und ob die Metriken zu einer stärkeren Winner-Takes-All Situation führen, oder ob auch die Nischen gut bedient werden können. Ich glaube, es wird einen Run auf die Möglichkeit der mobilen Installs über den Facebook App Center geben.

Für das Ökosystem Facebook ist die Einführung des Facebook App Centers unausweichlich, vor allem um die Phantasien vor dem Börsengang zu beflügeln.