Mit ‘apps’ getaggte Artikel

10. Mai 2012

Facebook bekommt ein App Center

Erinnert noch jemand das Facebook App Directory? Genau. Facebook hatte nach der Einführung der Apps mal ein Verzeichnis aller Apps aufgebaut, aber auch nach einer Renovierung war das Facebook App Directory bestenfalls unbenutzbar und wurde irgendwann eingestellt. Mittlerweile ist Facebook nicht nur mehr als 900 Millionen Nutzer groß, sondern verfügt auch über 54% mobile Nutzer, was auch mal eben 488 Millionen Menschen sind. Aber das Auffinden von Apps funktioniert nur über die Suche oder über das Freundesnetzwerk. Das geht zwar auch irgendwie, ist aber nicht optimal, vor allem nicht, wenn Facebook die Apps noch zusätzlich monetarisieren will.

Facebook App CenterAber das soll nun alles anders werden, denn heute wurde das App Center vorgestellt. Künftig gibt es wieder ein ordentliches Verzeichnis, in dem alle Apps zu finden sind, die bestimmten Qualitätskriterien entsprechen. Zusätzlich werden jetzt aber auch die mobilen Apps aufgelistet werden, die über ein Facebook Single Sign-On verfügen und damit auch leicht aus der mobilen Facebook-App gestartet werden können. Das ist ultra-praktisch für die Facebook-Nutzer, denn künftig kann man auch mobil neue Facebook-Apps finden, aus den mobile App Stores installieren und dann direkt der Facebook App starten:

The App Center is designed to grow mobile apps that use Facebook – whether they’re on iOS, Android or the mobile web. From the mobile App Center, users can browse apps that are compatible with their device, and if a mobile app requires installation, they will be sent to download the app from the App Store or Google Play.

To grow your mobile app through the App Center, your app needs to use Facebook Login.

Naja, und spätestens jetzt wird auch deutlich, warum jetzt wieder ein App Center kommt: eine zusätzliche Monetarisierungs-Option wird aufgetan, denn es ist naheliegend, daß App-Betreiber künftig auch für gute Sichtbarkeit im App Center bezahlen können. Insbesondere für den mobilen Bereich dürfte das sehr spannend sein, da der Cost-Per-Install durchaus lukrativ sein kann.

Aber, das ist noch nicht alles. Es wird auch Paid-Apps geben im neuen Facebook App Center. Künftig können also wie im iTunes Store oder bei Google Play kostenpflichtige Apps auftauchen, d.h. Betreiber von Apps müssen nicht auf Credits ausweichen oder versuchen, über Werbung Geld zu verdienen, sondern können direkt für die Nutzung der App Geld verlangen. Es wird interessant sein, wie der neue App Center das Wachstum der Apps verändert und ob die Metriken zu einer stärkeren Winner-Takes-All Situation führen, oder ob auch die Nischen gut bedient werden können. Ich glaube, es wird einen Run auf die Möglichkeit der mobilen Installs über den Facebook App Center geben.

Für das Ökosystem Facebook ist die Einführung des Facebook App Centers unausweichlich, vor allem um die Phantasien vor dem Börsengang zu beflügeln.

11. Januar 2012

Enterprise wird zunehmend mehr mobil genutzt

Ich hatte ja schon ein paar Mal über die Consumerization of IT geschrieben, ein Phänomen, daß vor allem durch unsere Nutzung von Apps auf iPhones und Android-Handys entstanden ist und mittlerweile ordentliche Auswirkungen auf die Bedürfnisse von Enterprise Software hat:

An infographic from xcube puts the changing enterprise mobile landscape into perspective. For instance, 63% of enterprises look to mobility for cost savings and near 50% are responding to employee demand. Since the end of the third quarter in 2011, the iPhone is the most preferred smartphone in the enterprise at 45%. BlackBerry comes in second at 34.5%.

[ via Infographic: The Growth of Enterprise Mobility ]

07. November 2011

Apps für Deutschland – jetzt mitmachen!

Yeah, eine tolle Idee! Es gibt einen bundesweiten OpenData-Wettbewerb mit dem hippen Namen Apps für Deutschland – da sollte man unbedingt mitmachen! Warum? Weil OpenData immer relevanter werden sollte in Deutschland und derartige App-Wettbewerbe dafür sorgen, daß Verwaltungen und Bürger mitbekommen, was man alles tolles machen kann, wenn es nutzbare Daten für alle gibt.

Leider, leider, ist die Website von Apps für Deutschland so etwas von trist und uninspirierend, daß sich nur die bereits Bekehrten etwas unter diesem Wettbewerb vorstellen können. Ein Blick auf NYC Big Apps zeigt, wie es auch gehen könnte, aber das geht wahrscheinlich nicht mit einer deutschen Verwaltungsinstanz. Ob die Jury wirklich von Apps eine Ahnung hat, wage ich auch mal zu bezweifeln, da wimmelt es von Professoren und Honorationen, aber ob es auch App-Sachverstand gibt, steht da leider nicht.

Worum geht es bei diesem Wettbewerb?

Mit einem innovativen Ansatz, der Akteure aus unterschiedlichen Bereichen in die Vorbereitung und Durchführung des Wettbewerbs einbezieht, soll eine möglichst große Zielgruppe angesprochen werden. Der Wettbewerb richtet sich u.a. an freiberufliche Programmierer, Unternehmen und die Community, denen Daten der öffentlichen Verwaltung zur Entwicklung von Apps bereitgestellt werden.

Naja, auf alle Fälle sollte man seine Ideen bis zum 15. Dezember einreichen und fertige Anwendungen bis zum 1. Februar 2012, falls man eine Behörde ist, kann man bis zum 15. Dezember auch Daten einreichen. Leider steht nirgends, was man bei diesem Wettbewerb gewinnen kann, aber im Rahmen der CeBIT wird es eine Preisverleihung geben. [Update: mittlerweile wurde eine Übersicht der Preise nachgereicht, die allesamt eher in den Bereich "milde Gabe" fallen]

Das Thema ist eigentlich viel zu wichtig, als daß man so eine lieblose Wettbewerbs-Ausschreibung platziert. Aber, immerhin, es ist ein Anfang. Ich bin gespannt, wer alles mitmacht.

28. Oktober 2011

Google+ für Google Apps Kunden verfügbar

Einer der häufig zu hörenden Kritikpunkte zum Start von Google+ war die Beschränkung auf persönliche Google-Profile. Nutzer von Google Apps konnten mit ihrem Account nicht Google+ nutzen und mußten sich ein neues Profil anlegen, obwohl sie unter Umständen schon viele Google Dienste nutzten.

Nun aber ist Google+ für Google Apps Kunden verfügbar. Das ist ein sehr wichtiger Meilenstein. Denn dies bedeutet nicht nur, daß man sich mit einem Google Apps basierten Google-Profil bei Google+ anmelden kann, sondern es kommt auch noch eine signifikante neue Nutzungsmöglichkeit hinzu: das Sharen innerhalb einer Domain. Genau, ab sofort kann man Google+ auch im Business-Kontext nutzen. Neben Mail, Kalender, Sites, Docs und anderen Diensten ist nun für die Nutzer von Google Apps ein komplettes soziales Netzwerk für das eigene Unternehmen verfügbar.

Interessanterweise lässt diese Variante von Google+ eine sehr interessante Verknüpfung von Arbeit und Freizeit zu. Ich kann Circles nutzen oder eben die ganze Firma ansprechen, je nachdem, was ich gerade vorhabe. Praktisch ist dies auch, wenn man viel mit Freelancern arbeitet, die möglichweise zum Intranet keinen Zugang haben – jetzt kann man mit Google Hangouts auf eine völlig neue Art und Weise zusammenarbeiten. Sicherlich ist es jetzt auch leichter möglich, aus Versehen zu viele Inhalte zu verteilen, aber da wird sich es sicherlich noch Einstellungsmöglichkeiten geben, die dies einschränken.

Google+ muß im Administrationsbereich für alle Nutzer eingerichtet werden – allerdings sollten die Nutzer direkt danach informiert werden, was Google+ für sie und die berufliche Nutzung bedeutet und wie man davon profitieren kann.

Google Apps ist von einem Tag auf den anderen noch attraktiver geworden. Jetzt muß nur noch das angekündigte Migrationstool dafür sorgen, daß man Google+ so nutzen kann, wie man es möchte. Nun dürfte auch dem bislang nur halb interessierten Beobachter klar werden, daß Facebook und Google+ zwei komplett unterschiedliche Ansätze verfolgen, die aber beide das gleiche Ziel haben: möglichst viele Nutzer sollen möglichst viele Inhalte miteinander austauschen.

22. September 2011

Facebook Open Graph – hier läuft alles zusammen

Facebook Open Graph

Auf der f8 Developer Conference wurde Facebook Timeline vorgestellt. Ermöglicht wird das Zusammenlaufen von Fotos, Status Updates und App-Inhalten durch den Facebook Open Graph – quasi der Klebstoff, der Digital Life Caching bei Facebook ermöglicht. Nutzer können nicht einfach nur mit einem “Like” oder “Gefällt mir” ausdrücken, was sie gut finden, sondern sie können spezielle Aktionen verknüpfen:

The Open Graph allows apps to model user activities based on actions and objects. A running app may define the ability to “run” (action) a “route” (object). A reading app may define the ability to “read” (action) a “book” (object). A recipe app may define the ability to “cook” (action) to a “recipe” (object). Actions are verbs that users perform in your app. Objects define nouns that the actions apply to. We created sets of actions and objects for common use cases and a tool for you to create your own custom actions and objects. As users engage with your app, social activities are published to Facebook which connects the user with your objects, via the action.

Facebook Open Graph Flow

Appsfire hat beispielsweise vorgestellt, wie das Auffinden interessanter Apps durch Facebook Open Graph verbessert werden könnte. Richtig cool wird der Open Graph allerdings beim Thema Musik, Video und Text – also das Auffinden und Verbreiten von medialen Inhalten. Netflix hat bereits angekündigt, daß künftig Video-Inhalte über Facebook und den Open Graph verfügbar gemacht werden und das lang ersehnte Facebook Music wird ebenfalls massiv den Facebook Open Graph nutzen. Noch dazu soll Yahoo News eng mit Facebook verknüpft werden, damit Nutzer untereinander News empfehlen.

Facebook lässt also stärker als bisher die Nutzer in die Rolle eines P2P-Curators schlüpfen, damit Facebook noch wertvoller für den einzelnen Nutzer wird, aber Facebook auch noch besser die entsprechende Inhalte über den Newsfeed pushen kann. Interessant wird jetzt allerdings, wie die Fan Pages über den Facebook Open Graph verknüpft werden – schließlich wollen die Werbetreibenden auch weiterhin die Aufmerksamkeit der Nutzer erlangen können, und zwar nicht nur über den Einsatz von Display Ads, sondern auch durch Inhalte.

Der Facebook Open Graph wird App Entwicklern neue Möglichkeiten geben, Interaktionen mit Nutzern zu ermöglichen. Es bleibt abzuwarten, wie groß das Nervpotential ist für den Newsfeed, wenn nun noch mehr mitgeteilt wird, was man so treibt. Für Nutzer wird es immer mehr Möglichkeiten geben, Freunden mitzuteilen, was man gerade so treibt. Das hat man früher auch schon gemacht, künftig wird es noch häufiger auf Facebook passieren.

[ via Open Graph Beta - Facebook Developers ]