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Nein, das ist keine Satire. Nein, niemand hat diese Rede neu vertont. Das ist Hans-Peter Uhl im O-Ton. Vorwärtsverteidung unter Zurhilfenahme von vielen, vielen Blendgranaten. Ein twitternder Altmaier macht noch keine Partei der Internetversteher.

Vielen Dank an Alexander Svensson für dieses kurze Video, es fasst sehr gut die gesamte Problematik des Staatstrojaners zusammen.

Was ich in diesem Zusammenhang sehr interessant finde: warum steht der Kontrollserver eigentlich in den USA?

[ via Wortfeld » Staatstrojaner | Eine kurze Visualisierung. ]

Der CCC analysiert den Bundestrojaner, das Innenministerium streitet alles ab, jetzt wird diskutiert, ob Landestrojaner im Einsatz ist. Egal, wie die Diskussion ausgeht, das Vertrauen in den Staat ist erschüttert.

Es zeigt sich, daß die weitverbreitete Ignoranz gegenüber allem, was mit Informationstechnologie zu tun hat, jetzt dafür sorgt, daß staatliche Stellen machen, was sie wollen. Ist ja nur was mit Computern, das tangiert ja nicht jeden, oder?

Die untersuchten Trojaner können nicht nur höchst intime Daten ausleiten, sondern bieten auch eine Fernsteuerungsfunktion zum Nachladen und Ausführen beliebiger weiterer Schadsoftware. Aufgrund von groben Design- und Implementierungsfehlern entstehen außerdem eklatante Sicherheitslücken in den infiltrierten Rechnern, die auch Dritte ausnutzen können.

Wir haben gerade eine Diskussion, bei der es um die Problematik geht, daß IP-Adressen deutscher Nutzer im Ausland protokolliert werden könnten. Damit befassen sich Innenminister Friedrich und auch Verbraucherschutzministerin Aigner. Hier geht es um den vermeintlichen Schutz der Daten von Nutzern gegenüber Firmen. Ausländischen Firmen auch noch. Der böse Ami wieder, denn dort wird mit den Daten Schindluder getrieben, das wissen doch alle, während sich brave Deutsche an Recht und Gesetz halten.

Die weitreichenden Auswirkungen eines staatlichen Trojaners mitsamt Sicherheitslücken und der Möglichkeit, den Trojaner durch Zweckentfremdung von einem Überwachungs- zu einem Manipulationstool zu machen, führen jetzt dazu, daß wir eine neue Debatte in Deutschland bekommen müssen: wie sehr kann die Politik gegenüber der Informationstechnologie ignorant bleiben? Wie sehr kann man den Forderungen von Innenministerien und BKA noch Glauben schenken? Was sollen die Forderungen der Innenpolitiker eigentlich bewirken, außer der totalen Überwachung der Internetnutzer in der Hoffnung, damit Gefahren abzuwehren?

Der staatliche Trojaner kann nicht hingenommen werden. Ich bin gespannt auf die Debatte und die Erklärungsversuche der Innenpolitiker von CDU, CSU und SPD, warum ein staatlicher Trojaner wichtig ist. Es kann nicht sein, daß der Staat heimlich Software auf Rechnern installiert, die dann auch noch Sicherheitslücken enthält. Noch reden wir von Computern, die mit dem Internet verbunden sind, was passiert, wenn die staatlichen Trojaner auf Smartphones landen und dann gehijacked werden?

Je mehr wir die Informationstechnologie für uns persönlich nutzen, desto mehr müssen wir darauf achten, daß unsere Daten sicher sind. Das gilt auch und vor allem gegenüber dem Staat. Heimliche Spionageprogramme sind keine vertrauensbildene Maßnahme.

[ via CCC | Chaos Computer Club analysiert Staatstrojaner ]