Enterprise wird zunehmend mehr mobil genutzt

Ich hatte ja schon ein paar Mal über die Consumerization of IT geschrieben, ein Phänomen, daß vor allem durch unsere Nutzung von Apps auf iPhones und Android-Handys entstanden ist und mittlerweile ordentliche Auswirkungen auf die Bedürfnisse von Enterprise Software hat:

An infographic from xcube puts the changing enterprise mobile landscape into perspective. For instance, 63% of enterprises look to mobility for cost savings and near 50% are responding to employee demand. Since the end of the third quarter in 2011, the iPhone is the most preferred smartphone in the enterprise at 45%. BlackBerry comes in second at 34.5%.

[ via Infographic: The Growth of Enterprise Mobility ]

Box.net will den Enterprise-Markt knacken

Box.net Permissions

Ich nutze Dropbox seit ewigen Zeiten und bin begeistert, weil sich Dropbox so herrlich einfach ins Filesystem integrieren lässt und ich einfach Daten per Drag & Drop in die Cloud schieben kann. Dropbox ist kostenlos erhältlich, hat dann aber eine Limitierung auf 2 GB. Den Wettbewerber Box.net hatte ich lange nicht auf der Reihe, bis eine Promo-Aktion 50 GB Storage möglich machte, da habe ich dann doch zugeschlagen. Allerdings nutze ich Box.net bislang kaum, denn für einen kostenlosen Account gibt es kein Desktop Sync und das würde mir schon sehr fehlen.

Nun hat Box.net eine Fülle von Ankündigungen gemacht, die sehr deutlich machen, wie stark Box.Net künftig auf den Enterprise-Markt fokussiert. Für Business-Kunden wird die nutzbare Storage auf 1 TB pro Nutzer ausgeweitet, für Kosten von $15 pro Nutzer, aber für Enterprise-Kunden hingegen wird es unlimitiert viel Storage geben. Hinzu kommt, daß sich Box.net leicht in vorhandene Plattformen integrieren lässt, beispielsweise Salesforce oder Google Apps.

Box.net PermissionsBox.net hat zudem das Security-Konzept aufgebohrt und gibt Admins damit mehr Möglichkeiten, Zugriffe zu den Daten zu kontrollieren, aber erleichtert den Nutzern auch das sichere Sharen von Daten. Nutzerfehler gehören zu den Urängsten von Admins, gerade in der Cloud, daher sind Sharing-Einstellungen unglaublich wichtig für Anbieter wie Box.net. Durch Themen wie Active Directory Unterstützung wird zudem die Integration in bestehende Umgebungen vereinfacht. Eine Partnerschaft mit Intel erlaubt die Nutzung von Intel Expressway Cloud Access 360 und bietet damit Single Sign On an.

Durch die Neuerungen bewegt sich Box.net wirklich massiv in Richtung Enterprise und bietet über die App Infrastruktur genügend Flexibilität für die Einbindung in Strukturen und Prozesse von Unternehmen.

[ via Box Enterprise Goes to Unlimited Storage – ReadWriteCloud ]

Box.net CEO über Herausforderungen der Enterprise Software

Aaron Levie, einer der Gründer und der CEO von Box.net gibt einen launigen Vortrag über Enterprise Software und beschreibt netterweise Box.net als so etwas wie Sharepoint, nur daß es funktioniere. Es ist schon interessant, daß er beschreibt, wie viel Innovation bei Enterprise Software benötigt wird, daß aber der Fokus viel mehr auf B2C läge. Leider bricht das Video viel zu früh ab, aber mehr über den Vortrag kann man bei GigaOm nachlesen: Can we build enterprise software that doesn’t suck?

Ich bin ja auch immer entgeistert, wenn ich sehe, was in Firmen tagtäglich genutzt werden muß, um die Arbeit zu verrichten. Da ist “Designed by Programmers” noch eine freundliche Umschreibung und Workflow bleibt ein totales Fremdwort. Die sog. Consumerization of IT führt allerdings dazu, daß die Nutzer in Unternehmen immer mehr das von der Enterprise Software erwarten, was sie von zuhause gewohnt sind. Abgesehen davon wird natürlich auch erwartet, daß Enterprise Software auf den unterschiedlichsten Endgeräten funktioniert.

Ich glaube, beim Thema Enterprise Software stehen wir noch ganz am Anfang einer Fülle von Disruptionen im Markt.

Kann ein Unternehmen auf Emails verzichten?

email then and now

email then and nowDie Meldung, daß Atos künftig auf Email verzichten will, machte vor ein paar Tagen die Runde im Netz:

One of the largest information technology companies in the world is to ban e-mails – because it says 90 per cent of them are a waste of time.

The extraordinary measure was announced by Atos, which employs almost 80,000 people in 42 countries including Britain.

It believes that too many of them waste hours dealing with irrelevant e-mails, so wants them phased out within 18 months.

Das finde ich eine sehr spannende Entwicklung. Ich denka ja immer noch, daß das Telefon ein viel schlimmerer Zeitkiller ist, weil es eben nicht asynchron funktioniert, sondern immer eine Person aus einer Tätigkeit herausgerissen wird, es sei denn, man verabredet ein Telefonat.

Eine Ursache für die Flut von Emails in großen Organisationen ist sicherlich das sehr bekannte “Cover your ass”-Phänomen, das dazu führt, daß immer Kollegen und Vorgesetzte mit in den Email-Verteiler aufgenommen werden, um zu zeigen, daß man sich um ein Thema kümmert. Daraus resultieren dann gleich dutzende überflüssige Emails, die sich zu hunderten von Emails am Tag summieren. Die Email an sich kann sehr effizient sein, wenn man eine gewisse Kommunikationsdisziplin einhält. Allerdings finde ich auch, daß kurze Chats viel schneller zur Klärung von Sachverhalten führen können als längliche Emails, wobei wir dann aber wieder beim Synchronitätsthema wären.

Wenn man jetzt aber attestiert, daß Email ein Zeitkiller in Unternehmen ist, was ist dann die Lösung? Email ist als Trägermedium für nahezu alle Informationen im Unternehmenskontext etabliert, das Verhalten der Leute mal eben zu ändern, ist nicht leicht. Zwar gibt es mittlerweile viele tolle Tools, mit denen sich große Organisationen organisieren können, von Google Apps über Podio, Huddle, Basecamp hin zu Yammer, um nur eine kleine Auswahl zu nennen, aber spätestens, wenn die Kommunikation mit Personen außerhalb des Unternehmens funktionieren soll, wird dann doch wieder zur Email gegriffen werden.

Ich glaube nicht, daß Email an sich das Problem ist, sondern daß es die Unternehmenskultur ist, die zu einer Unbenutzbarkeit von Email führt.

Google+ für Google Apps Kunden verfügbar

Einer der häufig zu hörenden Kritikpunkte zum Start von Google+ war die Beschränkung auf persönliche Google-Profile. Nutzer von Google Apps konnten mit ihrem Account nicht Google+ nutzen und mußten sich ein neues Profil anlegen, obwohl sie unter Umständen schon viele Google Dienste nutzten.

Nun aber ist Google+ für Google Apps Kunden verfügbar. Das ist ein sehr wichtiger Meilenstein. Denn dies bedeutet nicht nur, daß man sich mit einem Google Apps basierten Google-Profil bei Google+ anmelden kann, sondern es kommt auch noch eine signifikante neue Nutzungsmöglichkeit hinzu: das Sharen innerhalb einer Domain. Genau, ab sofort kann man Google+ auch im Business-Kontext nutzen. Neben Mail, Kalender, Sites, Docs und anderen Diensten ist nun für die Nutzer von Google Apps ein komplettes soziales Netzwerk für das eigene Unternehmen verfügbar.

Interessanterweise lässt diese Variante von Google+ eine sehr interessante Verknüpfung von Arbeit und Freizeit zu. Ich kann Circles nutzen oder eben die ganze Firma ansprechen, je nachdem, was ich gerade vorhabe. Praktisch ist dies auch, wenn man viel mit Freelancern arbeitet, die möglichweise zum Intranet keinen Zugang haben – jetzt kann man mit Google Hangouts auf eine völlig neue Art und Weise zusammenarbeiten. Sicherlich ist es jetzt auch leichter möglich, aus Versehen zu viele Inhalte zu verteilen, aber da wird sich es sicherlich noch Einstellungsmöglichkeiten geben, die dies einschränken.

Google+ muß im Administrationsbereich für alle Nutzer eingerichtet werden – allerdings sollten die Nutzer direkt danach informiert werden, was Google+ für sie und die berufliche Nutzung bedeutet und wie man davon profitieren kann.

Google Apps ist von einem Tag auf den anderen noch attraktiver geworden. Jetzt muß nur noch das angekündigte Migrationstool dafür sorgen, daß man Google+ so nutzen kann, wie man es möchte. Nun dürfte auch dem bislang nur halb interessierten Beobachter klar werden, daß Facebook und Google+ zwei komplett unterschiedliche Ansätze verfolgen, die aber beide das gleiche Ziel haben: möglichst viele Nutzer sollen möglichst viele Inhalte miteinander austauschen.