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Wow, wieder eine Headline, die uns alle völlig überrascht.

Übersicht Social Media Kampagnen nach Plattform

Nach einer Übersicht von eMarketer (Advertisers Begin to Look Beyond Facebook and Twitter) haben in den USA 93% aller Social Media Kampagnen auf Facebook stattgefunden und immerhin bei 78% aller Kampagnen wurde Twitter genutzt. YouTube ist mit 61% auch noch gut dabei und LinkedIn als Businessnetzwerk ist bei 44% der Kampagnen genutzt worden, aber dann geht es flott bergab mit 16% Foursquare.

Bewertung der Social Media Kampagnen nach Plattform

Aber die Verteilung der Kampagnen ist nur eine Sache, die Zufriedenheit eine andere. Und da sieht man deutlich, daß Facebook Twitter massiv outperformed. 31% vs. 11% bei der Kampagnenbewertung “excellent” – das spricht deutliche Bände und lässt an der Nutzung von Twitter als Werbeplattform zweifeln. Facebook hat eine massive Werbeplattform mit allen möglichen Targetingoptionen ausgerollt und noch dazu massiv Reichweite – das zahlt sich jetzt aus.

Lange schon war klar, daß Google Places für Google immer wichtiger wird, schließlich ist hier die Verknüpfung mit mobiler Suche sehr naheliegend und bietet gute Vermarktungsoptionen. Plattformen wie Qype und Yelp haben lange von Google Places profitiert und konnten die Reviews ihrer Nutzer direkt in Google Places integriert sehen. Dies bedeutet natürlich ordentlich Traffic und wiederum Vermarktungspotential für Qype und Yelp. Nun ja, das war einmal. Unter der lapidaren Headline The Ongoing Evolution of Place Pages leitet Google eine massive Veränderung der Places Pages ein und schiebt die User-generierten Reviews von Qype, Yelp und anderen nach unten zu Gunsten der eigenen User-Reviews auf Google Places. Das war absehbar und nun haben die Plattformen mit User-generierten Reviews das Nachsehen und sicherlich auch bald weniger Traffic und damit weniger Vermarktungserlöse.

Google allerdings gibt Gas und stellt gleich zwei neue Produkte vor. Das eine nennt sich Google Adwords Express und zielt ausschliesslich auf lokale Unternehmen, die eine lokale Zielgruppe suchen. Das andere Produkt ist Google Shopper, eine iPhone App, die jetzt eine Neuerung mit sich bringt: Offers. Hier werden Angebote integriert, die Unternehmen mittels Google Places einstellen können.

Warum all das? Weil die mobile Suche anders genutzt wird als die Web-basierte:

Finding local information is one of the most important smartphone activities. 95% look for local information. 88% of people use that information to take action within the same day. 61% call a local business or 59% visit a local business. Are businesses making sure this experience is optimized for the mobile user?

Google sorgt nun sukzessive dafür, daß andere Markteilnehmer im lokalen Markt zur Seite gedrängt werden. Für Qype, Yelp, Groupon, DailyDeal, Foursquare und Co brechen jetzt härtere Zeiten an, insbesondere da derzeit 500.000 Android Smartphones pro Tag neu hinzukommen, weltweit. Facebook hat bereits mit Facebook für Unternehmen ebenfalls die lokalen Werbung als Einnahmequelle identifiziert und wir wissen alle, daß der klassische Markt der Gelben Seiten ein Milliardenmarkt ist.

Google, Facebook, Gelbe Seiten, Groupon, Qype, Yelp, Foursquare, alle haben die lokale Werbetreibenden im Fokus – der Markt wird sich rasant verändern in den nächsten 12 Monaten.

Google+ ist gerade das Thema im Web und das Wachstum ist auch dementsprechend: Google+ Off to a Fast Start with 20 Million Visitors in 21 Days und auch in Deutschland sind mittlerweile über 700.000 Nutzer bei Google+. Als Vergleich: die Anzahl aktiver Twitter-Nutzer lag im März bei 480.000 Nutzern in Deutschland.

Im Vergleich mit Twitter und Facebook wird immer darauf hingewiesen, daß Google+ viel schneller die ersten 10 Millionen Nutzer erreicht hat. Ich habe auch schon mal geschrieben, daß Google natürlich andere Startvorraussetzungen hat als Twitter oder Facebook, die jeweils von Null gestartet sind.

Google+ ist noch beta und noch weit vom Mainstream entfernt. Man sollte bei der Diskussion über Google+ nicht vergessen, daß für viele Nutzer in Deutschland Facebook noch neu und ungewohnt ist, von Twitter oder Foursquare wollen wir gar nicht erst anfangen. Erst wenn mein Bruder Google+ aktiv nutzt, hat Google+ den Durchbruch geschafft. Das war mit Flickr und Skype auch so…

Während ich noch darüber nachdenke, warum und wieso ich mich eigentlich mit Foursquare oder Facebook Places irgendwo einchecken sollte und was Google+ für Auswirkungen auf Google Places und damit auf Yelp, Qype und Co. haben wird, kommt mit CheckIn+ eine interessante App für iOS um die Ecke.

Checkin+ kombiniert nicht nur Foursquare und Facebook Places, sondern nutzt ein klein wenig Augmented Reality Gedöns, um zu zeigen, wo sich die Freunde gerade aufhalten. Das sieht chic aus und bietet Möglichkeiten zum Rumspielen.

Nein, ich war nicht extra in New York, um diesen Screenshot zu machen, aber ein Bild von unserem Wohnzimmer mit lauter eingeckten Menschen als Overlay fand ich zur Illustration wenig hilfreich.

Bietet Augmented Reality wirklich so viel, daß sich Nutzer öfter einchecken? Wie lange hält der Coolness-Faktor an? Testet mal Checkin+ und lasst mich wissen, wie ihr das findet.

Während Foursquare freudestrahlend 3400% Wachstum verkündet, motzt Sebastian wenigstens in der Headline Status Quo: In Deutschland nutzt keine Sau Foursquare! rum.

Da ist etwas dran. Das Erreichen unterschiedlichster Level bzw. Badges beim fröhlichen Check-In irgendwo macht ja durchaus ein klein bißchen Spaß, aber ich kann da keine dauerhaftes Amusement erkennen. Warum sollte man auch an irgendwelchen 08/15-Orten sich einchecken? Aus Sicht der Unternehmen, die Check-Ins anbieten, also z.B. Foursquare, Facebook, Friendticker oder Qype, ist es sehr spannend zu sehen, was die User so treiben und die Möglichkeit, über Location-based Advertising Umsatz zu treiben, ist sehr naheliegend. Aber aus User-Sicht gibt es neben den üblichen Social Status Themen wie pures Angeben, Oversharing oder Neugierde kaum Momente, die für eine wirklich langfristige Nutzung von Check-Ins sprechen.

Es sei denn, man sieht die aktuelle Version der Check-Ins als 1.0 an, quasi um die Grundlagen zu legen und Plätze auf die Karten zu bringen, die von Usern genutzt werden können.

Ich finde beispielsweise die Lösung von Instagram sehr nett, daß User dort ein Foto nicht nur schnell bei Twitter oder Facebook sharen können, sondern auch eine Location auswählen können, die zu dem Foto passt. Auf einmal haben die Foursquare Venues einen Kontext, in dem sie total Sinn machen. Das ist nur ein Beispiel, Couponing ist ein weiteres, und wenn man ein wenig nachdenken mag, fallen einem weitere Szenarien ein.

Check-Ins an sich werden nur durch den speziellen Kontext für die Freunde relevant. Foursquare wird also Teil der Web-Infrastruktur werden, oder einem größeren Facebook-Angebot weichen. Check-Ins an einer Tankstelle bleiben weiterhin egal. Nur wenn jemand mir den Titel des Mayor beim Starbucks Eppendorf streitig machen will, dann werde ich fuchsig.