Nein, nicht die Branche der Geheimnisträger atmet auf, die deutschen Print-Journalisten sind es, die sich gerade kollektiv über die Probleme bei Wikileaks freuen. Wenn man mal die aktuelle Nachrichtenlage bei Google News: Wikileaks betrachtet, dann wird schon deutlich, wie tief der Stachel Wikileaks im Fleisch insbesondere der Print-Journalisten steckt.
Wikileaks ist aus Sicht der etablierten Medien der doppelte Sündenfall. Erstens wird in ihre ureigene Domäne eingebrochen und Informationen Leuten zugänglich gemacht, die nicht dem journalistischem Ethos verpflichtet sind, was auch immer dies im Einzefall konkret heissen mag, und zweitens passiert das auch noch im Internet. Dagegen muß man doch was tun können! Interessanterweise haben sich Assange, Domscheit-Berg und Co. irgendwie gerade selbst zerlegt und nun freut man sich in den Medienhäusern, daß man doch erst einmal nichts machen muß, man wüsste ja auch nicht, was.
Siegfried Kauder, CDU, Vorsitzender des Rechtsausschusses des Bundestages, hat auch gleich eine gute Idee, wie man künftig Plattformen wie Wikileaks verhindern kann:
“Die Strafvorschriften zum Geheimnisverrat sind unbefriedigend. Der Fall Wikileaks belegt, dass streng vertrauliche Informationen effektiver geschützt werden müssen”, sagte der CDU-Politiker der “Neuen Osnabrücker Zeitung”.
Nach seinem Willen soll künftig “für klassische Medien wie für Internet-Plattformen jede Veröffentlichung tabu sein, die Menschen in Gefahr bringen kann”. In derart schwerwiegenden Fällen müsse es möglich sein, gegen die Verantwortlichen zu ermitteln und auch abschreckende Strafen zu verhängen. “Die Pressefreiheit ist ein hohes Gut, aber auch für sie gibt es Grenzen”, erklärte Siegfried Kauder.
Informationen und das Internet, da wurde die Büchse der Pandora geöffnet und sie wird nicht mehr zu schließen sein. Der Umgang mit diesem Sachverhalt wird uns und unsere Gesellschaft noch munter einige Jahre auf Trab halten. Auch wenn jetzt gerade einige aufatmen und andere versuchen, die Gunst der Stunde für absurde politische Vorschläge zu nutzen.













