Archives For google

Mit viel Tamtam hat Apple diese Woche das iPad Mini vorgestellt, die kleinere Version des iPads, die Steve Jobs angeblich niemals haben wollte. Apple zieht damit nach und bietet neben dem Google Nexus 7 Tablet und dem Amazon Kindle Fire nun das dritte Tablet im 7 Zoll Formfaktor an.

Amazon Kindle Fire HDWas ist dran an den kleineren Tablets? Der größte Unterschied ist, dass man 7 Zoll Tablets einfach mit einer Hand halten und bedienen kann. Das mag trivial klingen, ist aber entscheidend, wenn die Nutzung über das Betrachten von Fotos oder Filmen hinausgehen soll. Wer lange aktiv blättert und dabei ein iPad in der Hand hält, merkt schnell, wie das iPad schwer wird. Ausserdem ist es unpraktisch, dauerhaft ein Gerät mit beiden Händen halten zu müssen. Das 7″ Tablet ist größer als ein Smartphone, aber wirklich kleiner als ein Laptop, man kann das 7″ Tablet immer dabei haben. Das ist schon enorm praktisch und netterweise sorgen die aktuellen Auflösungen dafür, dass man das 7″ Tablet locker für alle möglichen Anwendungsszenarien nutzen kann.

Irgendwie sind diese neuen Tablets quasi die Taschenbuchisierung der Tablet-Landschaft. Und damit ein weiterer Schritt zur Massentauglichkeit. Zwar haben Apple, Amazon und Google unterschiedliche Herangehensweisen mit ihren Tablets und unterschiedliche Preispunkte, aber es gibt nun mehrere Optionen im Markt und damit wird dieses Segment noch interessanter werden. Die 7″ Tablets werden ubiquitär werden, mit Preisen weit unter den knapp 200 €, die Amazon und Google aktuell für ihre Tablets aufrufen. Das Subventionsmodell ist dabei ein starker Treiber, ähnlich wie wir es von den Mobilfunk-Unternehmen seit Jahren kennen, wird das Gerät günstig gemacht, damit mit der Nutzung Geld verdient werden kann. Wir sind nicht mehr weit entfernt von €1 pro Tablet, denn es gibt zunehmend mehr Inhalte und Dienste, die über Tablets angeboten und verkauft werden können.

Die neu entdeckte Einarmigkeit bei der Nutzung der Tablets wird für eine Umorientierung sorgen in der sog. App-Economy, denn plötzlich wird es nicht mehr “Mobile first” heissen, sondern “Tablet first” und damit sind dann die 7″ Tablets gemeint, die wie selbstverständlich zum Lesen und Schreiben genutzt werden, als Entertainment-Device, Shoppingtool und natürlich als interaktive Second Screen abends beim TV-Konsum auf dem Sofa.

Google Nexus 7Ich benutze seit ein paar Tagen das Google Nexus 7 und ehrlich gesagt bin ich fast ein bisschen verliebt. Zwar ist alles ein klein wenig anders als ich es von iOS kenne, aber es gibt auch etliche Punkte, die mich ziemlich überzeugen.

Die Größe ist super für Facebook, Twitter, Mail und Chrome, aber vor allem bei der Nutzung von Flipboard kommt richtig Freude auf. Ich lese unheimlich viel auf dem iPhone, aber da sind einige Sachen dann manchmal echt etwas zu klein, das iPad hingegen ist manchmal zu groß und zu schwer, bzw. hat Apps, die nicht immer die Größe sinnvoll ausnutzen. Twitter und Facebook finde ich z.B. auf dem iPad nicht so gelungen. Auf dem Nexus 7 rocken diese Apps, da passt es vom Platz sehr gut.

Die Sharing-Funktionalität innerhalb von Android rockt. Habe ich gerade noch bei den Netzpiloten bemängelt, dass man bei Google+ so schlecht Inhalte sharen kann, so stelle ich jetzt fest, dass das innerhalb von Android toll gelöst ist. Einfach die App auswählen, in die man Inhalte reinschieben will und los geht es. Das ist bei iOS weniger gut gelöst.

Die Verknüpfung mit dem Google-Konto finde ich sowieso großartig, auch wenn die Alu-Hut-Fraktion da sicherlich Hautauschlag bekommt, aber ich mag es einfach, wenn ich mich anmelde und sofort alles da ist. Natürlich ist das nur dann wirklich komfortabel, wenn man sowieso für fast alles irgendwelche Google-Dienste nutzt, was ich nunmal tue.

Sicherlich kann das Nexus 7 noch tausende Sachen mehr und bestimmt gibt es auch ganz tolle Specs, aber für mich sind dies die wesentlichen Punkte, die ich positiv finde. Ach ja, die Lieferzeit. Montag bestellt, Dienstag morgen war das Gerät da. Besser geht es nicht.

Kommen wir mal zu den negativen Aspekten. Google Nexus 7 Tablet ist einfach mal ein murksiger Name, unser Sohn musste drei Mal nachfragen, bevor er richtig damit angeben konnte. Das Google Nexus 7 wird preislich direkt mit dem Kindle Fire HD konkurrieren dürfen und da glaube ich einfach mal nicht daran, dass es viele Punkte machen wird. Warum? Die Inhalte bei Google Play sind einfach zu mickrig. Der App Store ist ganz ok, aber als ich mir mal einen Film angucken wollte, musste ich doch feststellen, dass die Auswahl mickriger ist als damals, als ich Anfang der 90er Jahre in einer Kleinstadt in der Videothek gejobbt hatte, und das gilt nicht nur für die Pornos. Wenn Google gegen Amazon gegenanstinken will bei den Tablets, dann muss nicht nur gewährleistet sein, dass die Nutzer fröhlich kommunizieren können, sondern es müssen auch ordentlich Inhalte verfügbar sein. Apple und Amazon sind da aktuell einfach besser als Google. Ansonsten habe ich nicht viel zu meckern, ich hätte gerne noch UMTS oder LTE, aber für €249 kann man auch nicht alles erwarten.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich wirklich positiv überrascht bin vom Google Nexus 7. Aber ein Entertainment-Device ist es nicht, dafür aber sehr gut geeignet, um das Web freudestrahlend zu nutzen. Und Flipboard auf dem Google Nexus 7 rockt total.

Neulich dachte ich mal laut auf Twitter nach, wie sich der Tablet-Markt entwickelt, der ohne den Erfolg des iPad so nicht möglich geworden wäre. Während mein iPad 2 mitsamt UMTS noch einen dicken Batzen Geld gekostet hat, purzeln gerade massiv die Preise während gleichzeitig massiv die Möglichkeiten wachsen.

Das Google Nexus 7 Tablet gibt es bereits ab €199 und damit kann endlich ein Computer in jedem Haushalt erschwinglich werden.

Amazon Kindle Fire HDAllerdings hat Amazon jetzt nachgelegt und das Amazon Kindle Fire HD vorgestellt, aber auch das Amazon Kindle Fire etwas verbessert. Die gute Nachricht ist: beide Tablets gibt es jetzt auch in Deutschland.

Der Unterschied zwischen dem Google Nexus 7 und dem Amazon Kindle Fire sind die Inhalte und nicht die Hardware-Spezifikationen. Jeff Bezos hat das in diesem Satz zusammengefasst:

People don’t want gadgets anymore, they want services.

Diese Einsicht ist ein totaler Gamechanger für die Branche. Früher dominierten Fragestellungen wie die Anzahl der PCI-Slots oder die maximale Auflösung, heutzutage wird eher die Frage gestellt werden müssen, auf welchen Inhalte-Distributor man sich einlassen will. Ironischerweise greift Amazon mit der Subventionierung von Hardware, um dann Inhalte langfristig kostenpflichtig auf der Hardware zur Verfügung stellen zu können, ein Modell auf, das die Mobilfunkanbieter bereits seit ewigen Zeiten versuchen, aber nie auf Inhalte jenseits der Klingeltöne weiterentwickeln konnten.

Künftig ist also die Fragestellung nicht mehr: was kann das Gerät alles? sondern eher: welche Inhalte bekomme ich wie für welchen Preis? Amazon bietet mit Lovefilm auch in Deutschland massiv Filme und Serien an, dazu natürlich auch Musik und Bücher, Google bietet über Google Play und natürlich Youtube ordentlich viele Inhalte an und dass Apple mit iTunes für sehr viele Inhalte sorgt, brauche ich nicht extra zu erwähnen. Hinzu kommen Apps, die auf den Tablets zusätzlich installiert werden können.

Das Tablet ist das ideale Endgerät für die Ökosysteme Apple, Google und Amazon. Die Preise für die Hardware werden weiter purzeln, das dürften die Ankündigungen von gestern deutlich gemacht haben, denn der Fokus liegt nicht mehr auf der Hardware, die zu einem Alltagsgegenstand wird.

Lurker sollen aussterben?

Nico —  3.08.2012 — 7 Comments

Bitte wer soll aussterben? Wer den Begriff Lurker nicht kennt, dem sei diese Definition aus der Wikipedia an die Hand gegeben:

Lurker (engl. to lurk, lauern, schleichen) ist eine Bezeichnung für passive, also nur lesende Teilnehmer einer Newsgroup, eines Forums oder einer Mailingliste. Der Begriff entstammt dem Netzjargon, wo der Lurker ursprünglich eine Person in der Warez-Szene ist, die nur Software herunterlädt, aber selbst nichts für andere hochlädt. Entsprechend abwertend wird der Lurker angesehen. Lurker ist auch auf andere gesellschaftliche Foren übertragbar. Viele irritiert es, wenn jemand alles mitliest, was sie schreiben, selbst aber nichts über sich preisgibt. Das führt dazu, dass „Lurker“ oder „Lurking“ unter Umständen abwertend gebraucht wird.

On the Internet, nobody knows you're a dogJe nachdem wie man es sieht, ist Lurking eines der Grundprobleme des Internet, oftmals in einem Atemzug mit einer Debatte über Anonyme oder Pseudonyme beim Schreiben von Artikeln oder Kommentaren erwähnt – oder es ist ein Grundbedürfnis der Internet-Nutzer. Früher® gab es mal eine Karikatur mit der legendär gewordenen Bildunterschrift On the Internet, nobody knows you’re a dog, aber schon länger schleppen die Nutzer Profile mit sich herum, die seit dem Aufkommen von Facebook und Google+ jetzt immer sichtbarer geworden sind. Eigentlich ist es für einen normalen Nutzer nahezu unmöglich, ohne das Mitschleppen eines Profiles irgendwas im Netz zu machen. Nutzer sehen dies aber selten, eventuell bei Werbung, die ihnen über Retargeting gezeigt wird oder bei Like-Buttons von Facebook, an denen Freunde gezeigt werden. Was in einem Profil so alles verzeichnet ist, weiss der Nutzer ohnehin meistens nicht, denn die wenigsten Anbieter legen diese Profile offen. Google hat eine Seite mit Anzeigenvorgaben, die auflistet, was Google meint, was den Nutzer interessieren könnte (Anscheinend bin ich an “Militär – Veteranen” interessiert, wusste ich bis dato gar nicht).

Die passive Nutzung ist für Betreiber von Plattformen oftmals ein Graus, denn man will nicht nur Leser, sondern gerne auch aktive Nutzer – aber nicht alle Nutzer liken, sharen oder kommentieren. Um dieses Problem anzugehen, hat Facebook die sog. Open Graph Actions eingeführt, über die App-Entwickler über Facebook den Freunden des Nutzer mitteilen lassen kann, dass der Nutzer gerade etwas gelesen hat oder ein Musikstück hört. Natürlich kann man Open Graph Actions auch ausschalten, aber das machen nicht alle Nutzer. Ich bin sowieso eher transparent und lasse gerne die Facebook-Freunde daran Anteil haben, wenn ich wieder gute Musik höre. Open Graph Actions sind also quasi ein implizites “ach, ich erzähle doch eh allen meinen Freunden, was ich so mache”.

Wer sich nun denkt “ach, Facebook Apps nutze ich eh nicht”, der dürfte sich demnächst wundern, wenn er merkt, dass nun auch bei Facebook Groups angezeigt wird, wer alles den Beitrag gelesen hat. Ja, gelesen, nicht nur geliked oder geshared. Die Frage-und-Antwort-Plattform Quora hat nun angekündigt, dass Nuzter künftig sehen können, wer einzelne Beiträge gesehen hat:
via Introducing Views on Quora:

We think that Views on Quora make the browsing experience more interesting and help contributors gain extra feedback about their reach and audience on Quora.

Ja, so kann man das auch sehen. Es ist in der Tat oftmals spannend zu wissen, dass etwas gelesen wird und man freut sich auch über Feedback und ich würde auch gerne wissen, wer dieses Blog so liest. Aber ehrlich gesagt müssen wir aufpassen, dass wir bei den Transparenz-Bestrebungen die Privatsphäre der Nutzer dennoch schützen und vor allem leicht konfigurierbar machen. Meine Prognose ist, dass sich die Nutzer immer mehr daran gewöhnen werden, dass sie offen im Netz agieren, auch wenn es immer mal wieder einen Aufschrei geben wird und in Facebook-Gruppen vehement dagegen geliked wird.

Ob Google+ nun tot ist oder durch Google künstlich beatmet wird, darf Monat für Monat neu debattiert werden, sobald neue Zahlen präsentiert werden. Aber die Vermutung war schon immer, daß Google nicht nur die Clicks auf +1, sondern auch die Followerzahlen für das Ranking in den Suchergebnissen berücksichtigt. Ein kurzer, natürlich nicht repräsentativer Test, will nun Folgendes herausgefunden haben:

It turns out having Google+ followers boosts the ranking the most, while a “+1″ still does way more for your search ranking than Facebook or Twitter.

Twitter und die Anzahl der Follower ist laut dieser Studie übrigens egal. Nun muß man sich selber überlegen, welche Trafficquellen wichtiger sind: die eher Realtime-orientierten Quellen wie Facebook, Google+ oder Twitter, oder eben das gute Ranking in Suchergebnissen von Google.

[ via Surprising No One, Using Google+ Is The Best Way To Boost Your Website's Search Ranking - Business Insider ]