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Horizon Field Hamburg
Ich bin ja eher so der bekennende Kulturbanause, aber ab und zu lasse ich mich dann doch mal auf Kunst und Kultur ein. Nachdem ich letztens bei der Verleihung der LeadAwards unter einer riesigen Installation saß, von der alle meinten, dass diese total sehenswert sei, habe ich mir dann am Wochenende doch mal das Horizon Field Hamburg in den Deichtorhallen angeschaut.

Das Horizon Field Hamburg von der Seite

Das Horizon Field ist eine riesige Platte, die unterhalb der Decke einer riesigen Halle aufgeängt ist und die man nur ohne Schuhe begehen darf. Schon witzig, wenn dann alle Schlange stehen in ihren besten Sonntagssocken. Die Perspektiven, die man auf dem Horizon Field bekommt, sind schon ganz interessant, aber ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich wirklich andere Leute mit auf dem Horizon Field brauche, die fröhlich durch die Gegend hüpfen, oder ob es nicht alleine noch eindrucksvoller wäre.

Rumlungern auf dem Horizon Field Hamburg

Offiziell wird das Horizon Field Hamburg so beschrieben:

»Horizon Field Hamburg« wird die Wahrnehmung des Gehens, Fühlens, Hörens und Sehens umorientieren und neu verbinden. Diese persönliche bzw. kollektive Erfahrung wird durch Vibration, Sound und Widerspiegelung vermittelt werden. Das Projekt kann insgesamt als ein waagerecht im Raum aufgespanntes Gemälde aufgefasst werden, auf dem die Besucher zu Figuren auf einem freischwebenden und nicht definierten Grund werden.

Seit fast 40 Jahren schafft Antony Gormley Skulpturen, in denen er sich mit dem Verhältnis des menschlichen Körpers zum Raum auseinandersetzt.

Klar, bestimmt. Ich habe mich einfach nur über andere Blickwinkel gefreut, aber man kann das auch in Verschwoben ausdrücken. Das Horizon Field Hamburg ist unbedingt empfehlenswert, allerdings sollte man auch Höhenangst überwinden können. Der Eintritt ist frei, bei Regen am Sonntag steht man ungefähr so lange an, bis man ordentlich nass ist, vor allem wenn man keinen Schirm dabei hat, weil es ja Sommer ist.

Der Blick aus dem Fenster vom Horizon Field aus

Nach einer repräsentatitven Umfrage unter den Fahrgästen des HVV kam heraus, daß Hamburger ÖPNV-Fahrgäste den Alkoholkonsum in den Bussen und Bahnen störend finden. Daher tritt mit dem heutigen Tag ein Alkoholkonsumverbot im HVV in Kraft. Natürlich nicht im gesamten HVV, so sind z.B. die HADAG-Fähren vom Alkoholkonsumverbot ausgenommen.

Ich finde das Alkoholkonsumverbot im HVV überflüssig. Ich finde es auch nicht toll, wenn Betrunkene in der Ubahn liegen und Flaschen durch die Gegend rollen. Aber, ich finde, daß Urbanität anders sein darf als eine Kleinstadt mit lauter penibel geharkten Vorgärten. Ich finde es absolut überflüssig, daß versucht wird, immer mehr öffentliche Bereiche durchzuregulieren und mit Verboten zu versehen.

Es werden weiterhin Betrunkene die Ubahnen und Busse benutzen und es wird auch weiterhin Alkohol an U- und S-Bahn-Haltestellen verkauft werden. Damit wird das Gesaufe jetzt vor die Züge verlagert, aber es wird weiterhin passieren. In den USA ist es verboten, in der Öffentlichkeit Alkohol zu trinken und sichtbar alkoholische Getränke mitzuführen. Da sieht man also in Parks gerne Leute, die ihre Flaschen in braunen Tüten haben und aus diesen trinken. Wird dadurch das Problem gelöst? Nein.

In Hamburg wird jetzt die alte Tradition des Feierabendbiers in der U-Bahn zu Grabe getragen, das Fahrbier auf dem Weg zum Abendvergnügen soll es auch nicht mehr geben. Das alles geht zu Lasten einer weiteren ur-hamburgischen kulturellen Tradition: es steht nicht gut um die HoPiHaLiDo.

Ich frage mich allerdings auch, wie der HVV das Alkoholkonsumverbot in den U- und S-Bahnen durchsetzen will. Soll jetzt mehr Wachpersonal eingesetzt werden, um das Verbot durchzudrücken? Was macht der HVV in den S-Bahn-Zügen zum und vom Stadion, wenn der HSV spielt? Wird da nach offenen Bierdosen kontrolliert werden?

Das Verbot ist überflüssig. Es wird nicht dafür sorgen, daß weniger Betrunkene im ÖPNV fahren, sondern es bietet nur ein weiteres Verbot, wo ein Hinweis auf die Verhältnismäßigkeit des Alkoholkonsums und des nötigen Respekts gegenüber den anderen Mitfahrenden völlig gereicht hätte.

Man kann eine weltoffene Großstadt nicht mit Verboten durchsetzen.

Hamburg-WG AussenansichtDas Hamburger Abendblatt berichtete unlängst davon, daß die Stadt sich aus der Finanzierung des Projektes #hh_wg zurückzieht: Stadt stoppt Hamburg-WG nach Kritik an den Kosten. Das finde ich einerseits schade, weil ich die grundsätzliche Idee einer Hamburg-WG ganz cool finde, aber andererseits auch nachvollziehbar, weil Projektkosten von über 500.000 € doch deutlich zu happig sind und vor allem das Konzept eher noch bislang unausgeschöpftes Potential bietet, um es mit zurückhaltend ausdrücken. Ich glaube, man kann im Rahmen des Stadtmarketings eine Wohngemeinschaft in Hamburg ganz wunderbar nutzen, um die Facetten der Stadt, ihrer Einwohner und der hier ansässigen Firmen abzubilden.

Also, die Kritik und der Stopp der Gelder beim konkreten Projekt Hamburg-WG ist nachvollziehbar, aber die grundsätzliche Idee hat viel Potential.

Was ich aber nicht nachvollziehen kann an der Kritik am Projekt #hh_wg ist das folgende Statement vom CDU-Bürgerschaftsabgeordneten Andreas Wankum. Wankum sprach laut Abendblatt von einem

virtuellen Projekt, das an der realen Welt vorbeigeht

Bitte was? In welcher Welt lebt denn bitte Herr Wankum? Wie will er bitte junge Menschen erreichen, um diese nach Hamburg zu locken? Selten habe ich ein deratig absurdes Statement lesen dürfen. Wir reden hier über Stadtmarketing für die Metropolregion Hamburg, vom Kampf um die talentiertesten jungen Leute – und Herr Wankum meint, dies sei ein virtuelles Projekt? Was meint er denn, wie junge Leute erfahren, wie toll Hamburg ist? Weil sie die Anzeige in einer Tageszeitung sehen? Die Möglichkeit, direkt mit Hamburgern in Kontakt zu treten, einen Snapshot aus dem realen Leben zu erhalten – das ist es doch, was das Projekt Hamburg-WG ausmacht. Es geht hier mitnichten um Big Brother, wie es gerne in der Mopo dargestellt wird, sondern um das Berichten vom Leben in einer Hamburger Wohngemeinschaft, von jungen Leuten für junge Leute.

Nur weil Herr Wankum ein anderes Mediennutzungsverhalten hat als die Zielgruppe, muß es noch lange nicht bedeuten, daß die Hamburg-WG ein virtuelles Projekt ist. Ich finde es absurd, so zu argumentieren und es trägt auch nicht gerade dazu bei, daß junge Leute ein besseres Bild von der Politik bekommen.

Hochseilgarten HamburgGestern waren wir im Kletterwald Hamburg, dem Hochseilgarten an der U1 Meiendorfer Weg. Mitten in einem Wald wurden mehrere Parcours angelegt, die man erklettern kann. Wir waren mit zwei Kindern (6 und 8) unterwegs und haben daher vor allem den Niagara-Trail und den Amazonas-Parcours mit den Kindern genutzt, um dann nach einer Regenpause etwas höher hinaus zu klettern im Parcours Borneo-Spezial.

Der Kletterwald Hamburg wirkt auf mich sehr gut durchdacht und sehr professionell – er ist absolut kinder-tauglich, bietet aber auch Erwachsenen abspruchsvolle Parcours, so daß alle ihren Spaß haben. Selbst bei Regen kann man locker von Baum zu Baum klettern, da man kaum naß wird. Allerdings gab es gestern Gewitter und damit verbunden eine zeitweilige Sperrung der Parcours, was nicht weiter schlimm war, aber danach war das Holz eher glitschig und sorgte damit für einen zusätzlichen Schwierigkeitsfaktor. Sobald man einen Parcours betritt, ist man angeseilt und damit gesichert – es kann also eigentlich nichts passieren.

Nico mit Helm und GurtDie Höhe hat mir im Kletterwald Hamburg überhaupt keine Probleme bereitet, aber wir waren auch nur in den ersten drei Parcours unterwegs und haben uns die spannend klingenden Parcours K2-Extrem, Nanga-Parbat und Mount-Everest-Nordroute für einen weiteren Besuch aufgespart. Die ersten beiden Routen beginnen mit einem leichten Anstieg auf moderater Höhe und bringen gerade Kindern sehr viel Spaß. Bereits bei Borneo-Spezial ist aber die Körpergröße wichtig, damit man gut vorwärts kommt, dafür ist man auch schon etwas höher in den Bäumen unterwegs.

Ich kann den Kletterwald Hamburg total empfehlen, auch für eher untertrainierte Menschen kommt man dort voll auf seine Kosten. Insbesondere das Ende eines Parcours, bei dem man sich an einem Seil nach unten gleiten lässt und mit einer Eleganz eines schlitternden Pinguins aus Madagaskar unten ankommt, bringt riesig viel Spaß!

In einer schriftlichen kleinen Anfrage zum Thema „Nutzung von Sozialen Netzen – Wie stehts mit der Medienkompetenz des Senats?“ [PDF] demonstriert Kersten Artus (DIE LINKE) eindrucksvoll, daß wenig Medienkompetenz bei der Anfragenstellerin vorliegt:

Seit 21. März verfügt der Hamburger Senat sogar über einen eigenen so genannten Hashtag bei Twitter, #hhsenat. (Ein Hashtag ist ein Schlagwort, unter dem Meldungen gesendet und gefunden werden können.). Bis heute wurde kein einziger Tweet unter diesem Hashtag versendet.

Das ist ja eine bodenlose Frechheit des Senats und kommt einem handfesten Skandal gleich. Ein ungenutzter Hashtag, der für viel Geld eingerichtet wurde, so kann es nicht weiter gehen in Hamburg! Dieses drängende Problem muß dringend noch im Sommerloch angepackt werden!

[ via Facebook / Hansjörg Schmidt ]