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Nach einer repräsentatitven Umfrage unter den Fahrgästen des HVV kam heraus, daß Hamburger ÖPNV-Fahrgäste den Alkoholkonsum in den Bussen und Bahnen störend finden. Daher tritt mit dem heutigen Tag ein Alkoholkonsumverbot im HVV in Kraft. Natürlich nicht im gesamten HVV, so sind z.B. die HADAG-Fähren vom Alkoholkonsumverbot ausgenommen.

Ich finde das Alkoholkonsumverbot im HVV überflüssig. Ich finde es auch nicht toll, wenn Betrunkene in der Ubahn liegen und Flaschen durch die Gegend rollen. Aber, ich finde, daß Urbanität anders sein darf als eine Kleinstadt mit lauter penibel geharkten Vorgärten. Ich finde es absolut überflüssig, daß versucht wird, immer mehr öffentliche Bereiche durchzuregulieren und mit Verboten zu versehen.

Es werden weiterhin Betrunkene die Ubahnen und Busse benutzen und es wird auch weiterhin Alkohol an U- und S-Bahn-Haltestellen verkauft werden. Damit wird das Gesaufe jetzt vor die Züge verlagert, aber es wird weiterhin passieren. In den USA ist es verboten, in der Öffentlichkeit Alkohol zu trinken und sichtbar alkoholische Getränke mitzuführen. Da sieht man also in Parks gerne Leute, die ihre Flaschen in braunen Tüten haben und aus diesen trinken. Wird dadurch das Problem gelöst? Nein.

In Hamburg wird jetzt die alte Tradition des Feierabendbiers in der U-Bahn zu Grabe getragen, das Fahrbier auf dem Weg zum Abendvergnügen soll es auch nicht mehr geben. Das alles geht zu Lasten einer weiteren ur-hamburgischen kulturellen Tradition: es steht nicht gut um die HoPiHaLiDo.

Ich frage mich allerdings auch, wie der HVV das Alkoholkonsumverbot in den U- und S-Bahnen durchsetzen will. Soll jetzt mehr Wachpersonal eingesetzt werden, um das Verbot durchzudrücken? Was macht der HVV in den S-Bahn-Zügen zum und vom Stadion, wenn der HSV spielt? Wird da nach offenen Bierdosen kontrolliert werden?

Das Verbot ist überflüssig. Es wird nicht dafür sorgen, daß weniger Betrunkene im ÖPNV fahren, sondern es bietet nur ein weiteres Verbot, wo ein Hinweis auf die Verhältnismäßigkeit des Alkoholkonsums und des nötigen Respekts gegenüber den anderen Mitfahrenden völlig gereicht hätte.

Man kann eine weltoffene Großstadt nicht mit Verboten durchsetzen.

Hamburg-WG AussenansichtDas Hamburger Abendblatt berichtete unlängst davon, daß die Stadt sich aus der Finanzierung des Projektes #hh_wg zurückzieht: Stadt stoppt Hamburg-WG nach Kritik an den Kosten. Das finde ich einerseits schade, weil ich die grundsätzliche Idee einer Hamburg-WG ganz cool finde, aber andererseits auch nachvollziehbar, weil Projektkosten von über 500.000 € doch deutlich zu happig sind und vor allem das Konzept eher noch bislang unausgeschöpftes Potential bietet, um es mit zurückhaltend ausdrücken. Ich glaube, man kann im Rahmen des Stadtmarketings eine Wohngemeinschaft in Hamburg ganz wunderbar nutzen, um die Facetten der Stadt, ihrer Einwohner und der hier ansässigen Firmen abzubilden.

Also, die Kritik und der Stopp der Gelder beim konkreten Projekt Hamburg-WG ist nachvollziehbar, aber die grundsätzliche Idee hat viel Potential.

Was ich aber nicht nachvollziehen kann an der Kritik am Projekt #hh_wg ist das folgende Statement vom CDU-Bürgerschaftsabgeordneten Andreas Wankum. Wankum sprach laut Abendblatt von einem

virtuellen Projekt, das an der realen Welt vorbeigeht

Bitte was? In welcher Welt lebt denn bitte Herr Wankum? Wie will er bitte junge Menschen erreichen, um diese nach Hamburg zu locken? Selten habe ich ein deratig absurdes Statement lesen dürfen. Wir reden hier über Stadtmarketing für die Metropolregion Hamburg, vom Kampf um die talentiertesten jungen Leute – und Herr Wankum meint, dies sei ein virtuelles Projekt? Was meint er denn, wie junge Leute erfahren, wie toll Hamburg ist? Weil sie die Anzeige in einer Tageszeitung sehen? Die Möglichkeit, direkt mit Hamburgern in Kontakt zu treten, einen Snapshot aus dem realen Leben zu erhalten – das ist es doch, was das Projekt Hamburg-WG ausmacht. Es geht hier mitnichten um Big Brother, wie es gerne in der Mopo dargestellt wird, sondern um das Berichten vom Leben in einer Hamburger Wohngemeinschaft, von jungen Leuten für junge Leute.

Nur weil Herr Wankum ein anderes Mediennutzungsverhalten hat als die Zielgruppe, muß es noch lange nicht bedeuten, daß die Hamburg-WG ein virtuelles Projekt ist. Ich finde es absurd, so zu argumentieren und es trägt auch nicht gerade dazu bei, daß junge Leute ein besseres Bild von der Politik bekommen.

Hochseilgarten HamburgGestern waren wir im Kletterwald Hamburg, dem Hochseilgarten an der U1 Meiendorfer Weg. Mitten in einem Wald wurden mehrere Parcours angelegt, die man erklettern kann. Wir waren mit zwei Kindern (6 und 8) unterwegs und haben daher vor allem den Niagara-Trail und den Amazonas-Parcours mit den Kindern genutzt, um dann nach einer Regenpause etwas höher hinaus zu klettern im Parcours Borneo-Spezial.

Der Kletterwald Hamburg wirkt auf mich sehr gut durchdacht und sehr professionell – er ist absolut kinder-tauglich, bietet aber auch Erwachsenen abspruchsvolle Parcours, so daß alle ihren Spaß haben. Selbst bei Regen kann man locker von Baum zu Baum klettern, da man kaum naß wird. Allerdings gab es gestern Gewitter und damit verbunden eine zeitweilige Sperrung der Parcours, was nicht weiter schlimm war, aber danach war das Holz eher glitschig und sorgte damit für einen zusätzlichen Schwierigkeitsfaktor. Sobald man einen Parcours betritt, ist man angeseilt und damit gesichert – es kann also eigentlich nichts passieren.

Nico mit Helm und GurtDie Höhe hat mir im Kletterwald Hamburg überhaupt keine Probleme bereitet, aber wir waren auch nur in den ersten drei Parcours unterwegs und haben uns die spannend klingenden Parcours K2-Extrem, Nanga-Parbat und Mount-Everest-Nordroute für einen weiteren Besuch aufgespart. Die ersten beiden Routen beginnen mit einem leichten Anstieg auf moderater Höhe und bringen gerade Kindern sehr viel Spaß. Bereits bei Borneo-Spezial ist aber die Körpergröße wichtig, damit man gut vorwärts kommt, dafür ist man auch schon etwas höher in den Bäumen unterwegs.

Ich kann den Kletterwald Hamburg total empfehlen, auch für eher untertrainierte Menschen kommt man dort voll auf seine Kosten. Insbesondere das Ende eines Parcours, bei dem man sich an einem Seil nach unten gleiten lässt und mit einer Eleganz eines schlitternden Pinguins aus Madagaskar unten ankommt, bringt riesig viel Spaß!

In einer schriftlichen kleinen Anfrage zum Thema “Nutzung von Sozialen Netzen – Wie stehts mit der Medienkompetenz des Senats?” [PDF] demonstriert Kersten Artus (DIE LINKE) eindrucksvoll, daß wenig Medienkompetenz bei der Anfragenstellerin vorliegt:

Seit 21. März verfügt der Hamburger Senat sogar über einen eigenen so genannten Hashtag bei Twitter, #hhsenat. (Ein Hashtag ist ein Schlagwort, unter dem Meldungen gesendet und gefunden werden können.). Bis heute wurde kein einziger Tweet unter diesem Hashtag versendet.

Das ist ja eine bodenlose Frechheit des Senats und kommt einem handfesten Skandal gleich. Ein ungenutzter Hashtag, der für viel Geld eingerichtet wurde, so kann es nicht weiter gehen in Hamburg! Dieses drängende Problem muß dringend noch im Sommerloch angepackt werden!

[ via Facebook / Hansjörg Schmidt ]

Wechselstimmung in Hamburg, man könnte auch sagen, daß CDU und GAL für die letzten Jahre massiv abgestraft wurden. Die CDU hat eine krachende Bruchlandung hingelegt und bekommt die Quittung für die verschenkten Jahre in der Hamburger Politik. Die GAL hat sich mit ihrem Koalitionsbruch massiv verkalkuliert, sie dachte, der Bundestrend würde die murksige Politik von schwarz-grün überlagern, aber auch die GAL hat im Vergleich zu den aktuellen Umfragen massiv verloren. Die arrogante Art, mit der die GAL seit Jahren so tut, als sei sie die einzige Partei, die Inhalte habe und etwas könne, hat jetzt zu einem ordentlichen Realitycheck geführt.

Die Hamburger SPD hat diesen Wahlkampf sehr geschlossen und engagiert geführt, wurde getragen auf einer Sympathiewelle und hat mit Olaf Scholz einen Landesvorsitzenden und Spitzenkandidaten, der vielleicht nicht zu überbordener Euphorie neigt, aber dafür sehr sachlich und pragmatisch die wichtigen Sachthemen der Stadt anpackt. Das Wahlergebnis zeigt, daß diese Herangehensweise den Nerv der Stadt trifft.

Ich freue mich wahnsinnig für Hamburg und für die SPD, daß nach viel zu langer Zeit die Stadt endlich wieder von der SPD regiert werden wird.