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Twitter Foto FiltersAch ja, Twitter, wann entdeckst Du eigentlich, was der Kern von Twitter ist und was Twitter gut kann? Mit jedem Update wird deutlich, daß Twitter immer mehr zu Facebook werden will, es aber nicht kann. Man sieht es deutlich, wenn man sich folgendes Statement im Blogpost Twitter photos: Put a filter on it zur Einführung der eigenen Foto-Filter anguckt:

Starting today, you’ll be able to edit and refine your photos, right from Twitter. The latest versions of Twitter for iPhone and Twitter for Android introduce a few new ways to enhance the images you tweet. We’re grateful to our partner, Aviary, for powering our filters and effects.

Na großartig. Twitter will gegen Facebook und Instagram anstinken, indem es einfach so stumpf wie möglich Filter in ihre App stopft. Sicher, Aviary bietet tolle Filter an, aber was hat das mit Twitter zu tun? Die Foto-Experience innerhalb der Twitter-App ist ungefähr so inspirierend wie das Ausfüllen eines Steuer-Formulars, wie will Twitter damit gegen Instagram anstinken? Instagram ist Bilder, Bilder, Bilder, da wird man direkt hineingezogen, will tolle Bilder machen, Bilder browsen, Bilder liken, Bilder kommentieren. Instagram ist von der User-Experience her schon eine richtig geile App, mit einer hohen User-Retention, denn die kommen immer wieder, machen mehr Fotos vom Essen, liken fröhlich und das alles nahtlos mit Facebook integriert. Bei Twitter hingegen kann man jetzt Bildbearbeitung direkt in der App machen. Damit Twitter auch endlich Filter hat.

Aargh. Wieso raffen die bei Twitter nicht, daß das nicht der Kern ihres Produktes ist und so eine lieblose und umständliche Umsetzung Twitter überhaupt nicht weiterhelfen wird? Ich verstehe ja das 140-Zeichen Dilemma, aber es wird nicht besser, indem Twitter versucht, alles selber über ihre eigene App anzubieten. Twitter kann noch nicht mal die Detail-Ansicht eines Fotos im Web so gestalten, dass man mit einem Click zurück in den Stream kommt und da weiterlesen kann, wo man gerade war, man muss den Back-Button des Browsers benutzen. Den Back-Button des Browsers! Sind wir wieder im Jahr 1996 oder was?

Ich nutze Twitter tagtäglich, es ist immer noch mein primäres Social Media Tool, aber boah, haben die das Thema Produktentwicklung verpeilt. Die Stärke wäre das Ökosystem, die API und die damit verbundene Rolle als Infrastrukturanbieter, so aber wird Twitter zu einem Medienhaus, will alles selber aus einer Hand anbietern und bringt letztendlich mediokre Produkte heraus. Zu meinen, mit den kurz mal von Aviary zur Verfügung gestellten Filtern gegen Instagram anstinken zu können, ist bestenfalls naiv.

Mein Ausblick für Twitter in 2013: weitere Sinnkrisen, denn Twitter fehlt noch ein Bookmarktool, eine Video-Funktion, eine Checkin-Möglichkeit und ein eigener Shop. Da geht noch was in Sachen Produktverschlimmbesserung.

Dave Morin joined PathAlle Welt redet gerade darüber, daß Facebook Instagram für 1 Milliarde Dollar gekauft hat und der Mitgründer Mike Krieger erläutert in einer Präsentation wie Scaling Instagram funktioniert hat. So eine Akquisition sorgt für reichlich Diskussionsstoff über die Bewertung, den Kaufpreis, den möglichen Nutzen für das Produkt, die Brillianz der Gründer und den plötzlichen Reichtum des Teams. Aber wenn man mal ehrlich ist, hat eigentlich niemand diese Übernahme kommen sehen, sondern hatte eher Path im Blick als möglichen Übernahmekandidaten.

Path ist eine iPhone-App, die nach Meinung vieler Nutzer und Tech-Auguren die mobile Timeline so macht, wie sie sein sollte. Es gibt eine Beschränkung auf 150 Freunde, auch wenn das eigentlich viel zu viele Freunde sind, wie Marcel Weiß richtig anmerkt, und die User-Experience steht klar im Fokus der Anwendung. Man kann leicht Bilder in die Timeline posten (und sogar mit Filtern versehen, wie bei Instagram auch), man kann seine Gedanken äußern, seinen Ort angeben und auch sagen, welche Musik man hört, man kann sogar mitteilen, daß man Schlafen geht und auch, daß man wieder wach ist. Dies sind alles Informationen, die für die engeren Freunde relevant sein könnten, aber wahrscheinlich nicht für “irgendwelche Facebook-Freunde”. Natürlich gibt es optionales Sharing mit Facebook, Twitter, Tumblr oder Foursquare, aber primär geht es erst einmal darum, über die mobile Nutzung einen engeren Austausch mit den Freunden hinzubekommen.

Jetzt, wo Facebook Instagram gekauft hat, stellt sich unweigerlich die Frage, was denn aus Path werden wird. Der Gründer Dave Morin war einer der frühen Mitarbeiter von Facebook und irgendwie hatten “alle” bislang vermutet, daß Path irgendwann genügend Nutzer haben würde, um dann von Facebook gekauft zu werden, um als Story für die Börse “wir können jetzt auch mobile Timeline in chic” erzählen zu können.

Kauft Google jetzt Path, um Google+ noch mehr Leben einzuhauchen? Die mobile App ist bislang nicht so der Kracher, da könnte Path sicherlich das Circle-Thema neu und besser interpretieren. Oder nutzt AoL, ja, die gibt es immer noch, Path, um die bislang nicht so prickelnd verlaufene Hyperlocal-Thematik Patch mit einer neuen Komponente zu versehen? Oder kann Path die Killerapp für MicrosoftNokia werden, damit doch deren mobile Strategie noch greifen kann?

Man könnte natürlich auch darüber nachdenken, daß Path irgendwann auf die Idee kommt, ein Monetarisierungskonzept zu entwickeln, um den Dienst profitabel zu machen. Wie schwer dies ist für Dienste, bei denen die Kommunikation zwischen den Nutzern im Vordergrund steht, sieht man am langjährigen Eiertanz von Twitter beim Thema Monetarisierung.

Wohin wird sich Path entwickeln?

InstagramFacebook hat gerade ein Unternehmen mit 13 Mitarbeitern für 1 Milliarde Dollar gekauft. Auf Twitter drehen Leute unrund, finden, daß ihnen zu Unrecht ihre Förmchen weggenommen wurden, erinnern an flickr und Yahoo! und haben generell kein Verständnis für die Übernahme von Instagram durch Facebook – ihnen geht es um ihre Daten und die Nutzung eines unabhängigen Dienstes. Andere wiederum bemängeln, daß Facebook mit der Akquisition kaum neue Nutzer gewinnen würde und daß Instagram als kostenlose App noch kein wirkliches Erlösmodell habe und daß daher die 1 Milliarde Dollar zu viel Geld gewesen sei. Aber werfen wir doch mal einen Blick auf die Erklärungen, die Mark Zuckerberg in seinem Blog liefert. Mark Zuckerberg erklärt den Kauf von Instagram so:

I’m excited to share the news that we’ve agreed to acquire Instagram and that their talented team will be joining Facebook.

For years, we’ve focused on building the best experience for sharing photos with your friends and family. Now, we’ll be able to work even more closely with the Instagram team to also offer the best experiences for sharing beautiful mobile photos with people based on your interests.

Das heißt auf gut Deutsch: “Scheiße, dieses Instagram wächst wie Unkraut, erst auf dem iPhone, jetzt auch noch auf Android, die machen irgendwie alles richtig.” Früher hieß das, was Instagram macht, noch Moblog und niemand konnte sich vorstellen, daß irgendwann einmal ganz viele Nutzer ganz viele Fotos von Unterwegs machen würden, damit andere Nutzer diese Fotos sehen und bewerten können. Instagram hat allerdings genau den Sweetspot getroffen und eine mobile Community geschaffen, die eine enorme Stickyness für ihre Nutzer hat und elegant mit anderen Diensten wie Facebook, Twitter, Foursquare oder Tumblr zu verknüpfen ist. Instagram ist eine mobile Company, während Facebook vielleicht auf dem Weg dahin ist, aber immer noch sehr Web-zentriert ist.

Die Frage war nicht: ist Instagram mit 1 Milliarde Dollar zu teuer? – sondern: was ist, wenn Apple oder Google Instagram kaufen? Instagram hatte das Potential, Facebook gefährlich zu werden, weil es mobile Fotos besser kann als Facebook – und Fotos sind immer noch der Kern von Facebook. Facebook hatte gar keine andere Wahl, als Instagram zu kaufen.

Insofern kann man zwar bemängeln, daß das Netz wieder um einen unabhängigen Ort ärmer wurde, aber man muß einfach sehen, daß aus strategischen Gesichtspunkten Instagram nicht nur der passende Kauf für Facebook war, sondern auch in höchster Not geschehen ist. Ein anderer Käufer hätte Facebook mittelfristig Probleme bereiten können. So freuen sich die 13 Mitarbeiter über einen fetten Geldregen und Mark Zuckerberg kann eine Spur gelassener dem IPO und dem damit für ihn verbundenen noch fetteren Geldregen entgegensehen.

Polaboy. Tolle Idee. Die Instagramisierung schreitet voran. Neben einigen Bildern aus der aktuellen Kollektion gibt es auch die Möglichkeit, über MyPola eigene Bilder zu verwenden. Leider steht nirgends, was der Spaß kosten soll, oder ich bin wieder mal zu blind. Hintergrundbeleuchtete Bilder im Instagram-Stil finde ich eine großartige Idee.

[ via swissmiss | Polaboy ]

Ok, ich lege mich mal fest, nachdem ich diesen Bericht über das Startup Everpix gelesen habe: Everpix wird ganz groß. Klar, ich habe das Startup noch nicht genutzt, aber mal ehrlich, das ist doch eine grandiose Idee, bei der man sich fragen muss: Warum? Warum bin ich da nicht drauf gekommen? Und warum gibt es das nicht schon längst?

EverpixEverpix ist sowas von naheliegend. Die Verfügbarkeit von Kameras, entweder als Digitalkameras oder als Feature in Laptop, Smartphone oder Tablet, sorgt dafür, daß wir viele, viele, viele Fotos machen und diese immer wieder anders sharen, mal bei Facebook, mal über iPhoto, dann mal wieder über Flickr, Instagram oder sonstwo. Am Ende hat man entweder alle Fotos doppelt und dreifach, oder findet einige Fotos einfach nicht wieder.

Nun also will Everpix die digitalen Fotos bändigen, indem die Bilder sowohl von der Festplatte, einigen Web-basierten Fotodiensten wie Flickr und Instagram, Facebook und auch aus Gmail-Attachments rausfischt und alle Fotos automagisch zusammenführt. Dabei wird Everpix im Hintergrund agieren und immer fröhlich alle neuen Fotos finden. Zuerst wird es Everpix nur für den Mac geben werden.

Mal ehrlich, das klingt doch genial, oder? Schließlich sind das meine Fotos und ich will sie haben, möglichst pfiffig gruppiert und ohne lange zu suchen zu müssen. Everpix wirkt wie das lange überfällige Schweizer Armeemesser für digitale Fotos. Ich bin gespannt, ob das Produkt auch hält, was bislang in den Ankündigungen versprochen wird.