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Gmail 2.0 für iOSManchmal verstehe ich Google echt nicht. Da kaufen die mit Sparrow den besten Mail-Client für das iPhone und die Hoffnung wächst, dass nun endlich mal ein nutzbares Gmail für iOS herauskommt, aber das wäre ja zu einfach. Gmail 2.0 für iOS sieht chic aus und ist schon eine riesige Verbesserung im Vergleich zur vorherigen Version, aber so richtig knorke ist das immer noch nicht.

Was gut ist:
– endlich mal mehr als nur einen Account. Ich habe zwei Gmail-Accounts und will diese gleichberechtigt nutzen können.
– bessere Verknüpfung mit Google Calendar
– Verknüpfung mit Google+
– leichte Auswahl der Absender-Adresse
– tolle, schnelle Suche

Was schlecht ist:
– keine Universal Inbox. Was soll denn das? Wer will denn permanent zwischen den Accounts hin- und herswitchen? Wie kann man die App so releasen? Da ist die Standard-Mailapp bei iOS besser, und die kann eigentlich gar nix.
– zu viel Whitespace an den Rändern. Platz ist wertvoll, leider verschenkt die App zu viel davon und engt damit die Emails zu sehr ein.

Ich freue mich auf das nächste Release von Gmail für iOS, dann hoffentlich in einer wirklich nutzbaren Version.

Apple hat sich wegen des Maps Disasters mit einem Brief von Tim Cook an die Kunden gewandt. Ich dokumentiere den Brief im Wortlaut und erläutere, was Apple und Tim Cook wirklich meinen.

To our customers,
An unsere Fanboys, die eh alles glauben,

At Apple, we strive to make world-class products that deliver the best experience possible to our customers. With the launch of our new Maps last week, we fell short on this commitment. We are extremely sorry for the frustration this has caused our customers and we are doing everything we can to make Maps better.

Bei Apple versuchen wir immer wieder, richtig tolle Produkte zu entwickeln und bislang hat das Blendwerk von Steve Jobs immer dazu geführt, dass unsere Kunden dies geglaubt haben. Bei der neuen Maps App liessen sich die Kunden leider nicht von einer 3D-Ansicht von Manhattan beeindrucken, weswegen wir jetzt ganz schnell versprechen, dass alles besser werden wird.

We launched Maps initially with the first version of iOS. As time progressed, we wanted to provide our customers with even better Maps including features such as turn-by-turn directions, voice integration, Flyover and vector-based maps. In order to do this, we had to create a new version of Maps from the ground up.

Wir haben schon mal was mit Karten gemacht, aber daran erinnert sich niemand, weil alle Google Maps toll finden und dieses Produkt auch am Desktop nutzen, aber ich postuliere jetzt erst mal irgendetwas, damit die Kunden denken, wir haben richtig Ahnung von Maps und es wird alles gut werden, anstatt den Kunden zu sagen, dass wir einfach mal ihre Auswahlmöglichkeit bei der Karten-Nutzung eingeschränkt haben, weil wir es so wollten. Konnte ja niemand ahnen, dass die Nutzer wirklich so gerne Google Maps nutzen auf ihrem iPhone.

There are already more than 100 million iOS devices using the new Apple Maps, with more and more joining us every day. In just over a week, iOS users with the new Maps have already searched for nearly half a billion locations. The more our customers use our Maps the better it will get and we greatly appreciate all of the feedback we have received from you.

Wir haben ganz schön viele iPhones verkauft und es werden täglich mehr. Allerdings nervt es ordentlich, dass sich so viele Kunden über die Maps App beschweren.

While we’re improving Maps, you can try alternatives by downloading map apps from the App Store like Bing, MapQuest and Waze, or use Google or Nokia maps by going to their websites and creating an icon on your home screen to their web app.

Während wir brutalstmöglich an einer besseren Maps App arbeiten, aber auch nicht verstehen wollen, warum alle plötzlich sauer sind auf uns, weisen wir gerne noch halbherzig darauf hin, dass es irgendwelche anderen Firmen gibt, die eine mobile Web-basierte Variante ihrer Karten anbieten, nur eben nicht als schicke, funktionierende App von Google, so wie die Kunden es eigentlich erwartet haben.

Everything we do at Apple is aimed at making our products the best in the world. We know that you expect that from us, and we will keep working non-stop until Maps lives up to the same incredibly high standard.

Eigentlich sind wir ganz froh, dass alle auf den dusseligen Maps rumhacken, dann redet wenigstens niemand darüber, dass bei iOS6 und beim iPhone 5 Haufenweise schnurzpiepegale neue Features implementiert wurden, aber viele weitere Probleme bestehen, die gerade vom Maps Disaster überlagert werden. Das iPhone 5 bleibt gerne hängen, insbesondere bei LTE, Sharing aus Apps heraus klappt nicht, Mail.app ist für mehr als drei Mails am Tag kaum nutzbar und der App Store ist noch unübersichtlicher geworden, um nur mal einige Probleme zu nennen. Aber wenigstens wissen wir jetzt, dass unsere Nutzer gerne eine ordentliche Maps App hätten, also arbeiten wir erstmal daran. Aber die Quartalszahlen werden bombig sein, deswegen haben wir ja einen Haufen Beta als iOS6 und iPhone 5 deklariert und rechtzeitig vor Quartalsende noch hochpreisig verkauft.

Tim Cook
Apple’s CEO

Mist, wo gibt es das Reality-Distortion Field?

Ich habe schon des öfteren argumentiert, daß ich davon ausgehe, daß Android im Mobilfunkmarkt das dominierende Betriebsssystem sein wird. Die Vielfalt von unterstützten Endgeräten und die damit verbundene Flexibilität beim Preis werden dafür sorgen, daß weiterhin mehr Android-Smartphones verkauft werden. Aber, es gibt auch eine Schattenseite von Android, die dankenswerter Weise von Michael Degusta herausgearbeitet wurde: Android Orphans: Visualizing a Sad History of Support.

Eine Vielfalt bei den Endgeräten führt leider auch zu einer totalen Fragmentierung bei den derzeit unterstützten Android-Versionen.

Other than the original G1 and MyTouch, virtually all of the millions of phones represented by this chart are still under contract today. If you thought that entitled you to some support, think again:

7 of the 18 Android phones never ran a current version of the OS.
12 of 18 only ran a current version of the OS for a matter of weeks or less.
10 of 18 were at least two major versions behind well within their two year contract period.
11 of 18 stopped getting any support updates less than a year after release.
13 of 18 stopped getting any support updates before they even stopped selling the device or very shortly thereafter.
15 of 18 don’t run Gingerbread, which shipped in December 2010.
In a few weeks, when Ice Cream Sandwich comes out, every device on here will be another major version behind.
At least 16 of 18 will almost certainly never get Ice Cream Sandwich.
Also worth noting that each bar in the chart starts from the first day of release – so it only gets worse for people who bought their phone late in its sales period.

Da es weit weniger iPhone-Varianten gibt und auch alle vom Hersteller Apple kommen, ist es natürlich viel einfacher, die Devices über einen längeren Zeitraum mit aktuellen Betriebssystemen zu unterstützen. Aus Entwickler-Sicht wird man auf die allerneuesten Features verzichten müssen, damit die Apps für mehr Geräte verfügbar gemacht werden können.

Ich hatte nicht gedacht, daß die Android-Landschaft im Bereich Betriebssysteme derartig zersplittert ist. Dies ist definitiv ein Thema, das Google lösen muß, um einer Balkanisierung des Android-Marktes entgegenzuwirken.

Vor ein paar Tagen wurde Amazon gezwungen, die Kindle-App für iPad und iPhone anzupassen, da Apple verlangt, daß jegliche Inhalte, die in Apps verkauft werden sollen, über den Apple iTunes Store verkauft werden müssen, inkl. 30% Umsatzbeteiligung für Apple. Amazon und andere eReader anbieter haben daraufhin die Verlinkung in ihren Webstore aus den Apps entfernt.

Kindle Cloud Reader

Buy Now Deliver to Kindle Cloud ReaderDa Amazon aber ungern auf das iPad als Lesegerät verzichten will, wurde jetzt zu einem HTML5-basierten Rundumschlag ausgeholt und kurzerhand der Kindle in die Cloud verlagert. Der Kindle Cloud Reader ist eine App, die auf Chrome und Safari läuft, aber insbesondere auf dem iPad seine Stärke ausspielt. Man kann eBooks zum Offline-Lesen herunterladen und dann locker durch die Bücher blättern und bereits beim Bestellvorgang im Web entscheiden, ob das Buch zum Kindle Cloud Reader geschickt werden soll.

Ich finde den Kindle Cloud Reader ungeheuer praktisch, vielleicht komme ich jetzt ja mal wieder mehr zum Lesen.

Was wird diese Verlagerung des Kindle in die Cloud für Auswirkungen auf den Verkauf des Kindle Wireless Reader haben?

Wer kennt das nicht? Man geht zu einem Konzert oder ins Stadion, hält das Handy hoch und filmt ein Stück mit, um zu dokumentieren, daß man live dabei war. Youtube ist voll von verwackelten Filmchen, die vor allem Atmosphäre rüberbringen dürften, aber ansonsten kaum sehenswert sind. Das soll nun alles ein Ende haben, denn
Apple files patent to block iPhone users from filming live events with their smartphone:

Apple is developing software that will sense when a smartphone user is trying to record a live event, and then switch off the device’s camera.
Anybody holding up their iPhone will find it triggers infra-red sensors installed at the venue.
These sensors would then automatically instruct the iPhone to shut down its camera function, preventing an footage from being recorded.
Only the iPhone’s camera would be temporarily disabled; other features, such as texting and making calls, would still work.

Mit Open Source wäre das nicht passiert, aber da Apple nunmal der Chef im Ökosystem iOs ist, kann man als Konsument nichts machen, als ein anderes Produkt zu kaufen, oder auf den geeignten Hack zu warten. Für Apple ist dieser Schritt nachvollziehbar, schliesslich ist die Musikindustrie ein wichtiger Vertragspartner und wird Live-Mitschnitte lieber selber vermarkten wollen. Rechteinhabern ist das Filmen von Veranstaltungen seit jeher ein Dorn im Auge und die Zeiten, in denen Bootlegging kompliziert war, sind längst vorbei. Das Patent würde Apple sogar noch eine zusätzliche Monetarisierungsoption bieten, indem Apple von Nutzern Gebühren für den Live-Mitschnitt verlangt und diese Gebühren dann mit den Veranstaltern teilt.

Brave New World. Powered by Apple iOs.