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Auf zeit.de kann man gerade nachlesen, wie wenig Kinder und Karriere vereinbar sind. Geht alles gar nicht, behaupten die beiden Autoren und berichten von ihrem Alltag und den Herausforderungen. „Die Wahrheit ist: Es ist die Hölle.“ schreiben sie.

Ich habe mir den Artikel jetzt mehrfach durchgelesen. Ich schwanke immer noch zwischen Nicken und Kopfschütteln. Wir haben selber drei Kinder und mir ist durchaus bewusst, wie anstrengend das (Großstadt-)Leben mit Kindern sein kann. Das tägliche Wegbringen und Abholen will koordiniert sein, ebenso wie alle anderen Aufgaben, die eine Familie so mit sich bringt. Das ist anstengend, egal ob beide Elternteile berufstätig sind, ob Karriere gemacht werden soll, oder nicht. Als Eltern steckt man erst einmal zurück, Wolfgang hat das gut beschrieben. Gleichzeitig frage ich mich durchaus, welche Anspruchshaltung die Autoren für ihr Dasein als Väter haben und was andere Väter dazu sagen würden. Der Artikel ist dann irgendwie doch ein Klagen auf hohem Niveau, denn so anstrengend das Leben als Journalist auch sein mag, ein Vater, der Sonntag abends in den Kleinbus steigt, um quer durch die Republik zu fahren, damit er die Woche über auf Montage arbeiten kann und erst Freitag spät abends zurückkehrt, hat sicherlich viel weniger Möglichkeiten, den Kindern als Vater präsent zu sein.

2012-10-13 17.29.43Dennoch, ich kenne das Gefühl gut, dass alle an einem zerren und man immer meint, irgendwem nicht gerecht zu werden. Der Partnerin, den Kindern, der Arbeit, dem eigenen Körper, der eigenen Psyche. Es zerreisst einen teilweise, weil man wieder einen Kompromiss finden musste, den man nicht finden wollte und dann doch nur halb bei der Sache ist. Andererseits gibt es auch so Momente, bei denen ich gar nicht wirklich bei der Sache sein will, obwohl ich treu-sorgender Vater bin. Fußballtraining ist so eine Sache. Seit einiger Zeit nehme ich mir den Freitag nachmittag frei, um unseren Sohn zum Fußball-Training zu bringen. Das ist ihm wichtig. Mir auch. Aber mal ehrlich, ich kann nicht eine Stunde lang dabei fasziniert zugucken, wie eine Horde Jungs mehr oder weniger talentiert dem Ball hinterherläuft. Ich war immer froh, dass ich unsere Tochter beim Chor und beim Tanzen in der Musikschule immer nur abliefern und abholen sollte, nicht aber den Proben beiwohnen musste. Natürlich lese und schreibe ich in der Zeit Emails, natürlich telefoniere ich in der Zeit, warum auch nicht? Der Sohn soll sich auf das Training konzentrieren, nicht auf seinen Vater, der am Spielfeldrand rumsitzt. Ich bin früher immer alleine beim Training gewesen und daher verspüre ich auch wenig Drang, meine Kinder in jeder Sekunde ihrer Freizeit begleiten zu müssen. Quality Time sollte es geben, klar, und dabei scheitere ich oft genug daran, das Smartphone mal wirklich weg zu legen, aber ich bin eben auch ein ziemlicher Gesellschaftsspielehasser und kann mich zudem nur schwer zurückhalten, brutalstmöglich zu gewinnen, wenn sich mir die Chance bietet, quasi als Rache für die ertragenden Qualen. Sicher, ich würde auch liebend gerne den ganzen Tag lang die coolsten Bauwerke aus LEGO bauen mit meinen Kindern, aber man muss ja nicht gleich die Überhöhung der Werbung für sein eigenes Leben als gesetzt annehmen.

Ich habe mal vor einigen Jahren meinen Gastvater aus Iowa gefragt, wie er es denn geschafft hat, mit 4 Kindern Karriere zu machen. Ich habe ihm von meiner Zerrissenheit erzählt, von den täglichen Herausforderungen und der Unzufriedenheit, es vermeintlich niemandem Recht machen zu können. Ich hoffte natürlich auf deinen Kniff, der mein Leben einfacher gestalten würde. Nix da. Ich solle mich damit abfinden, dass in der Lebensphase, in der ich am Produktivsten sei, in der ich Karriere machen würde, gleichzeitig auch die Familie die größten Anforderungen stellen würde. Ich solle mich auf Jahre des Verzichts und des wenigen Schlafs einstellen. Danke, das half zwar nur bedingt weiter, zeigte mir aber auf, dass die Problemlage, in der ich mich befand, nicht komplett einzigartig war. Ich versuche also weiterhin, mit zu vielen Bällen zu jonglieren und immer, wenn einer runterfällt, arbeite ich daran, die Komplexität zu reduzieren. Das klappt natürlich auch nur ansatzweise, aber ich würde den Zustand nicht als Hölle bezeichnen, sondern eher als Herausforderung, die man als Elternteil anzunehmen hat. Dabei sollte man sich durchaus darüber im Klaren sein, dass man extrem privilegiert ist, wenn man die Zeit hat, derartige Gedanken zu formulieren, also doch irgendwie noch Muße zu finden scheint. Vielen berufstätigen Eltern geht es noch viel schlechter, die haben jeden Tag viel existentiellere Herausforderungen und wären froh, unsere Probleme zu haben. Wer Karriere machen will, muss eben die Zähne zusammenbeissen und da durch. Wenn es einfach wäre, würde es ja jeder machen.

Urlaub. Symbolfoto.Meine Familie und ich wollen in den Urlaub fahren. Zwei Erwachsene, drei Kinder. Und wir wollen irgendwohin, wo es nett ist, mit Sonne, aber nicht zu heiss, selbstverständlich mit ordentlicher Kinderbetreuung, mit leckerem Essen und natürlich mit Bade-Möglichkeiten. Dazu ein wenig Kultur und Shopping-Extravaganza wäre auch nicht schlecht. Natürlich sollte auch alles im finanziell überschaubaren Rahmen bleiben, was bei 5 Personen sowieso schwierig ist.

Für die meisten Leser hört sich das nicht dramatisch an, für mich schon. Ich habe nämlich noch nie in meinem Leben Pauschal-Urlaub gemacht, war noch nie auf Mallorca oder an anderen Touristen-Hochburgen, sondern war bis auf eine Kreuzfahrt, zu der wir eingeladen wurden, immer sehr individuell unterwegs. Wir haben einige Urlaube mit Kindern hinter uns, aber eben noch nie den klassischen Sommer, Sonne & Strand Urlaub gemacht. Dieses Jahr wollen wir unsere Comfort Zone mal ein wenig verlassen und pauschal buchen. Wie amateurhaft wir dabei vorgehen sieht man sicherlich auch daran, dass wir nicht schon vor Monaten gebucht haben, sondern jetzt erst damit anfangen, uns Gedanken für den Juli zu machen.

Nach einem Tag wildem Rumgeklicke bin ich allerdings nicht sicher, ob das eine gute Idee war. Alle Reise-Anbieter haben die Usability-Erkenntnisse der letzten 5 Jahre komplett ignoriert und da die meisten deutschen Anbieter auf einem Buchungssystem aufsetzen, wird sowieso fast überall fröhlich dasselbe angeboten. Mir kommt alles sehr, sehr bekannt vor, weil ich vor 8 Jahren mal die technische Konzeption für eine große deutsche Reiseplattform gemacht habe und mich daher ein klein wenig auskenne im Reisemarkt. Ich habe damals schon nicht verstanden, wie Leute so Reisen buchen können, aber es funktioniert ja erstaunlicherweise immer noch genau so. Alle Reise-Anbieter funktionieren ähnlich. Ich finde das null intuitiv. Null.

Ich habe gestern ungefähr 500 Mal den Reise-Zeitraum und den Abflug-Flughafen neu eingeben dürfen, ebenso wie die Anzahl der Kinder und deren Alter, und zwar auch gerne auf ein- und derselben Plattform. Ich habe Kartenmaterial gesehen, das im Vergleich zu Google Maps aussieht wie von einem Drittklässler gemalt, ich habe Übersetzungen gesehen, die neue Wörter erschaffen haben, die ich spontan als aus dem Isländischen entlehnt ansehen würde und ich habe vor allem völlig uninspirierende Listen von Destinationen und Hotels gesehen. Dann clicke ich auf ein Angebot, es erfolgt die Anfrage beim Veranstalter und dann erfahre ich, dass dieses Angebot bereits ausgebucht ist. Na toll. Wenn man dann ein wenig nach Destinationen und Hotels googelt landet man in einer Vorhölle bestehend aus einem Amalgam aus Flash-Sites, Webdesign im Geocities-Stil und puren SEO-Websites. So machen andere Leute ihre Urlaubsplanung? Bei Vamos Reisen (alle Eltern empfehlen das) beispielsweise kann ich gar nicht buchen, da macht mich die Website schon wahnsinnig. Man clickt und clickt, nur um als Antwort “auf Anfrage im Vamos Büro” zu bekommen. Ja, nee, ist klar.

Ich finde das total unintuitiv. Ich könnte mir Schieberegler vorstellen, oder Bilder, die bestimmte Bestandteile des Urlaubs symbolisieren, und dann clicke ich fröhlich darauf rum und am Ende bekomme ich 10 Angebote präsentiert, die alle auch verfügbar sind (gab es sowas nicht mal?). Idealerweise kennt das System sowieso schon meine Vorlieben und kann die mit anderen Nutzern vergleichen und mit deren Feedback, damit mir die Sachen weggefiltert werden, die zwar nach den groben Kriterien passen, im Detail dann aber doch nicht. Wozu haben wir denn Big Data und Personalisierung, wenn nicht für den Urlaub? Dann schicke ich den Link an meine Familie, nenne meinen Favoriten und dann spielen die alle noch mal ein wenig rum, so dass wir dann alle unsere Vorlieben irgendwie berücksichtigt sehen.

Es sieht fast so aus, als ob wir dieses Jahr auch wieder keinen Pauschal-Urlaub machen, weil ich einfach genervt bin von den Websites, die alle nach dem Motto “viel hilft viel” mich als Nutzer überfordern. Oder ich gebe doch nach und mache das, was meine Frau vorschlägt und gehe ins *gasp* Reisebüro.

Ich bin für Anregungen echt dankbar, dies ist quasi ein verzweifelter Hilferuf.

Vor ein paar Tagen sagte unsere älteste Tochter (9 Jahre) nach dem abendlichen Vorlesen zu mir: “Papa, weisst Du was für eine App Du mal machen müsstest? Eine Keks App! Da kann man dann die Formen auswählen, Schoko dazu und Streusel und so und dann bekommt man ein paar Tage später die Kekse zugeschickt. Cool, oder?” Ja, sehr cool, zumal meine Tochter nicht seit Jahren Deutsche Startups, Gründerszene, Etailment oder Exciting Commerce liest und über den Trend der Mass Customization informiert ist und die Herausforderungen hinter MyMüsli und anderen Firmen kennt.

Code Hero Ich finde diese Idee meiner Tochter vor allem deswegen spannend, weil sie zeigt, wie sich Kreativität verändert. Natürlich basteln unsere Kinder und spielen mit LEGO, Playmobil und anderen Dingen, haben neulich die Tollabox ausprobiert und fanden das super, aber sie sind eben auch seit Jahren an digitalen Endgeräten und benutzen diese genauso selbstverständlich wie Papier, Schere, Klebe und Stift. Ich habe meiner Tochter vor Jahren Stardoll gezeigt und sie war sofort begeistert von der Idee, digitale Papierpuppen anzuziehen. Sie kannte zu dem Zeitpunkt noch gar nicht analoge Papierpuppen oder Stickerhefte, das kam erst später.

Wir verändern also gerade munter die Werkzeuge, die unsere Kinder in der Zukunft benutzen werden. Und ich finde es mal eben bemerkenswert, was daraus resultiert. Schon seit vor Zalando ist für unsere Tochter klar, dass die Auswahl eines lokalen Schuhladens begrenzt ist und sie meinte einmal nach einem erfolglosen Schuhkauf für sie ganz beiläufig “Papa, das macht nix, gucken wir eben zuhause im Internet.” Der Distributionsweg über einen Paketdienst ist für sie ebenso normal wie das Bezahlen über mobile Endgeräte, denn sie kauft Bücher auf dem Kindle ohne auch nur im geringsten darüber nachzudenken, dass Bücher eigentlich mal aus Papier waren und Geld aus Münzen und Papier besteht. Gestern wurde ich beim morgendlichen Ticketkauf an der Ubahn-Station von ihr darauf hingewiesen, dass ich auch einfach ein Ticket mit meinem iPhone kaufen könne, dann müsste ich nicht immer morgens Kleingeld suchen und am Automaten rumstehen.

Für mich sind all diese Dinge wahnsinnige Veränderungen, vor allem wenn ich das vergleiche mit der Zeit als ich im Alter meiner Kinder war. Da hatten wir einen schwarz-weiss Fernseher und ich hatte einen Kassettenrekorder. In mono. Für unsere Kinder ist das Digitale der normale Alltag.

Auf der aktuellen Liste der Dinge, die unsere Kinder mit mir unternehmen wollen, steht momentan ganz oben auf der Liste das Anlegen eines eigenen Blogs für meine Tochter und mein Sohn will Programmieren lernen, weil die aktuellen Spiele Apps doof findet und seine eigenen Vorstellungen hat von einem guten Spiel. Unser Sohn ist 6 Jahre alt.

Während ich die haptische Erfahrung mit Paper, Schere, Kleber und Stift wichtigst finde, denke ich gerade darüber nach, mit welchen Werkzeugen wir die Kreativität unserer Kinder im digitalen Bereich besser fördern können – und zwar so, dass sie da auch Spaß dran haben. Anders ausgedrückt: das Bewegen einer Schildkröte auf dem Bildschirm mittels LOGO wird es nicht mehr sein, sondern eher eine App, die auf dem Tablet das Erstellen eigener Apps ermöglicht, und zwar durch Drag & Drop, Mix & Match und simpelster mathematischer Verknüpfungen – also Flexibiltät gewährleisten ohne zu überfordern. Später dann verkoppelt man diese Apps mit Hardware, die dann Sensorik und ähnliches ermöglichen.

Ich glaube, das hätte Potential. Jedenfalls in unserem Haushalt. Ich werde mal eine Umfrage unter den 6 bis 9-Jährigen erheben und auswerten. Gibt es da schon was bei Kickstarter?

In enger Zusammenarbeit mit meinem Fachblog Adventskalender 2012 präsentiere ich die besten Adventskalender 2012.

Pixi Adventskalender 2012
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LEGO Star Wars Adventskalender 2012
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Polly Pocket Adventskalender 2012
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Mein Kind ist bei FacebookUnaufgeregt. Gänzlich unaufgeregt, so würde ich das Buch Mein Kind ist bei Facebook: Tipps für Eltern von Thomas Pfeiffer und Jöran Muuß-Merholz beschreiben, wenn mich jemand mal fragen würde, wie ich das Buch so finde. Die beiden haben mir ein Rezensionsexemplar zugeschickt, das ich sehr gerne gelesen habe. Vor allem, weil ich gerne zu dem Thema gefragt werde und nur selten die Geduld aufbringe, Eltern zu erklären, warum alles nicht so schlimm ist, wie es irgendwo steht.

Das Buch könnte ich eigentlich auch als idiotensicher bezeichnen, es erklärt Facebook durchaus so, dass man es auch versteht, ohne es jemals genutzt zu haben, was bei über 1 Milliarde Nutzern mittlerweile gar nicht mehr so leicht ist. Das Kapitel “Das fehlende Handbuch” erläutert wirklich sehr detailliert, welche Einstellung wozu dient und was passiert, wenn man welchen Button drückt. Ich finde ja, dass Facebook sich ziemlich gut selbst erklärt, kann aber nachvollziehen, dass man vielleicht bei einigen Einstellungen lieber auf der ganz sicheren Seite sein will. Für Eltern besonders gut geeignet sind die Abschnitte im Kapitel “Probleme und Herausforderungen meistern”, denn dort werden die Themen “Privatsphäre und Datenschutz: Was gehört auf Facebook und was nicht?”, “Urheberrechte respektieren”, “Nüchternheit und Unnüchternheit” und noch einige Aspekte mehr diskutiert.

Eigentlich ist das alles Common Sense, dürfte man meinen, aber die Autoren dröseln noch einmal alles ordentlich auf und liefern gute Hinweise, wie die Nutzung von Facebook für Eltern und Kinder kein Problem darstellen sollte. Die Autoren haben ein Buch geschrieben, dass detailliert ist, aber nicht belehrend oder anmassend, sondern die Eltern darin bestärkt, mit ihrem neu gewonnenen Wissen den Kindern die Nutzung von Facebook guten Gewissens erlauben zu können. Für viele Eltern stellt Facebook eine Herausforderung dar, weil sie nicht wissen, was ihre Kinder da so treiben und was alles passieren könnte, schließlich wird auch immer wieder ordentlich Unsinn über Facebook verbreitet.

Keines unserer Kinder ist bislang im Facebook-fähigen Alter, aber ich weiss, dass dieses Thema auch auf uns zukommt. Mein Kind ist bei Facebook: Tipps für Eltern bietet eine gute Grundlage für Eltern, die wissen wollen, was es bedeuten kann, wenn das Kind bei Facebook ist. Allerdings glaube ich, dass Eltern und Lehrer nicht mehr nur ein Buch lesen sollten, sondern Facebook selber nutzen müssen, wenn sie informiert sein wollen. Dieses Buch bietet eine sehr gute Grundlage für eine Beschäftigung mit Facebook.