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Vor ein paar Tagen sagte unsere älteste Tochter (9 Jahre) nach dem abendlichen Vorlesen zu mir: “Papa, weisst Du was für eine App Du mal machen müsstest? Eine Keks App! Da kann man dann die Formen auswählen, Schoko dazu und Streusel und so und dann bekommt man ein paar Tage später die Kekse zugeschickt. Cool, oder?” Ja, sehr cool, zumal meine Tochter nicht seit Jahren Deutsche Startups, Gründerszene, Etailment oder Exciting Commerce liest und über den Trend der Mass Customization informiert ist und die Herausforderungen hinter MyMüsli und anderen Firmen kennt.

Code Hero Ich finde diese Idee meiner Tochter vor allem deswegen spannend, weil sie zeigt, wie sich Kreativität verändert. Natürlich basteln unsere Kinder und spielen mit LEGO, Playmobil und anderen Dingen, haben neulich die Tollabox ausprobiert und fanden das super, aber sie sind eben auch seit Jahren an digitalen Endgeräten und benutzen diese genauso selbstverständlich wie Papier, Schere, Klebe und Stift. Ich habe meiner Tochter vor Jahren Stardoll gezeigt und sie war sofort begeistert von der Idee, digitale Papierpuppen anzuziehen. Sie kannte zu dem Zeitpunkt noch gar nicht analoge Papierpuppen oder Stickerhefte, das kam erst später.

Wir verändern also gerade munter die Werkzeuge, die unsere Kinder in der Zukunft benutzen werden. Und ich finde es mal eben bemerkenswert, was daraus resultiert. Schon seit vor Zalando ist für unsere Tochter klar, dass die Auswahl eines lokalen Schuhladens begrenzt ist und sie meinte einmal nach einem erfolglosen Schuhkauf für sie ganz beiläufig “Papa, das macht nix, gucken wir eben zuhause im Internet.” Der Distributionsweg über einen Paketdienst ist für sie ebenso normal wie das Bezahlen über mobile Endgeräte, denn sie kauft Bücher auf dem Kindle ohne auch nur im geringsten darüber nachzudenken, dass Bücher eigentlich mal aus Papier waren und Geld aus Münzen und Papier besteht. Gestern wurde ich beim morgendlichen Ticketkauf an der Ubahn-Station von ihr darauf hingewiesen, dass ich auch einfach ein Ticket mit meinem iPhone kaufen könne, dann müsste ich nicht immer morgens Kleingeld suchen und am Automaten rumstehen.

Für mich sind all diese Dinge wahnsinnige Veränderungen, vor allem wenn ich das vergleiche mit der Zeit als ich im Alter meiner Kinder war. Da hatten wir einen schwarz-weiss Fernseher und ich hatte einen Kassettenrekorder. In mono. Für unsere Kinder ist das Digitale der normale Alltag.

Auf der aktuellen Liste der Dinge, die unsere Kinder mit mir unternehmen wollen, steht momentan ganz oben auf der Liste das Anlegen eines eigenen Blogs für meine Tochter und mein Sohn will Programmieren lernen, weil die aktuellen Spiele Apps doof findet und seine eigenen Vorstellungen hat von einem guten Spiel. Unser Sohn ist 6 Jahre alt.

Während ich die haptische Erfahrung mit Paper, Schere, Kleber und Stift wichtigst finde, denke ich gerade darüber nach, mit welchen Werkzeugen wir die Kreativität unserer Kinder im digitalen Bereich besser fördern können – und zwar so, dass sie da auch Spaß dran haben. Anders ausgedrückt: das Bewegen einer Schildkröte auf dem Bildschirm mittels LOGO wird es nicht mehr sein, sondern eher eine App, die auf dem Tablet das Erstellen eigener Apps ermöglicht, und zwar durch Drag & Drop, Mix & Match und simpelster mathematischer Verknüpfungen – also Flexibiltät gewährleisten ohne zu überfordern. Später dann verkoppelt man diese Apps mit Hardware, die dann Sensorik und ähnliches ermöglichen.

Ich glaube, das hätte Potential. Jedenfalls in unserem Haushalt. Ich werde mal eine Umfrage unter den 6 bis 9-Jährigen erheben und auswerten. Gibt es da schon was bei Kickstarter?

In enger Zusammenarbeit mit meinem Fachblog Adventskalender 2012 präsentiere ich die besten Adventskalender 2012.

Pixi Adventskalender 2012
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LEGO Star Wars Adventskalender 2012
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Polly Pocket Adventskalender 2012
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Mein Kind ist bei FacebookUnaufgeregt. Gänzlich unaufgeregt, so würde ich das Buch Mein Kind ist bei Facebook: Tipps für Eltern von Thomas Pfeiffer und Jöran Muuß-Merholz beschreiben, wenn mich jemand mal fragen würde, wie ich das Buch so finde. Die beiden haben mir ein Rezensionsexemplar zugeschickt, das ich sehr gerne gelesen habe. Vor allem, weil ich gerne zu dem Thema gefragt werde und nur selten die Geduld aufbringe, Eltern zu erklären, warum alles nicht so schlimm ist, wie es irgendwo steht.

Das Buch könnte ich eigentlich auch als idiotensicher bezeichnen, es erklärt Facebook durchaus so, dass man es auch versteht, ohne es jemals genutzt zu haben, was bei über 1 Milliarde Nutzern mittlerweile gar nicht mehr so leicht ist. Das Kapitel “Das fehlende Handbuch” erläutert wirklich sehr detailliert, welche Einstellung wozu dient und was passiert, wenn man welchen Button drückt. Ich finde ja, dass Facebook sich ziemlich gut selbst erklärt, kann aber nachvollziehen, dass man vielleicht bei einigen Einstellungen lieber auf der ganz sicheren Seite sein will. Für Eltern besonders gut geeignet sind die Abschnitte im Kapitel “Probleme und Herausforderungen meistern”, denn dort werden die Themen “Privatsphäre und Datenschutz: Was gehört auf Facebook und was nicht?”, “Urheberrechte respektieren”, “Nüchternheit und Unnüchternheit” und noch einige Aspekte mehr diskutiert.

Eigentlich ist das alles Common Sense, dürfte man meinen, aber die Autoren dröseln noch einmal alles ordentlich auf und liefern gute Hinweise, wie die Nutzung von Facebook für Eltern und Kinder kein Problem darstellen sollte. Die Autoren haben ein Buch geschrieben, dass detailliert ist, aber nicht belehrend oder anmassend, sondern die Eltern darin bestärkt, mit ihrem neu gewonnenen Wissen den Kindern die Nutzung von Facebook guten Gewissens erlauben zu können. Für viele Eltern stellt Facebook eine Herausforderung dar, weil sie nicht wissen, was ihre Kinder da so treiben und was alles passieren könnte, schließlich wird auch immer wieder ordentlich Unsinn über Facebook verbreitet.

Keines unserer Kinder ist bislang im Facebook-fähigen Alter, aber ich weiss, dass dieses Thema auch auf uns zukommt. Mein Kind ist bei Facebook: Tipps für Eltern bietet eine gute Grundlage für Eltern, die wissen wollen, was es bedeuten kann, wenn das Kind bei Facebook ist. Allerdings glaube ich, dass Eltern und Lehrer nicht mehr nur ein Buch lesen sollten, sondern Facebook selber nutzen müssen, wenn sie informiert sein wollen. Dieses Buch bietet eine sehr gute Grundlage für eine Beschäftigung mit Facebook.

Nielsen hat mal eine Umfrage in den USA gemacht und die Vorlieben der Kinder im Bereich Consumer Electronics herausgefunden. Daher ist die Meldung U.S. Kids Looking Forward to “iHoliday” 2011 nicht wirklich verwunderlich, denn Barbie, LEGO oder Playmobil waren gar nicht Thema.

Aber, was dann doch faszinierend ist: das iPad ist ganz oben auf der Wunschliste. Daran kann man mal sehen, wie immens die Sogwirkung dieses Geräts ist. 44% der Kinder wollen ein iPad haben, gefolgt von 30%, die ein iPod Touch haben wollen und 27%, die ein iPhone haben wollen. Einen eigenen Computer wollen nur 25% der Kinder haben, ein eigenes TV-Gerät wollen nur 20% haben, ein anderes Handy nur 12%.

Ich kann aus eigener Erfahrung sagen: unsere Kinder würden auch am Liebsten ein iPad haben wollen oder ein iPhone, aber ein eigenen Fernseher haben sie sich noch nie gewünscht. Warum auch, wenn man auf dem iPad doch eh viel mehr gucken kann als auf dem Fernseher? Und man kann auch noch Spiele spielen, lernen, lesen, und so weiter. Wer einmal die Disney Appmates oder Crayola Trace & Draw gesehen hat, der ahnt, was in dem iPad für ein Potential steckt, gerade für Kinder.

Wir werden zukünftig immer mehr Spielzeug sehen, das intelligent mit den Alltags-Devices wie iPad, iPhone oder Android-Tablet bzw. Android-Phone verknüpft sein wird. Das bedeutet aber auch, daß Haushalte mit Kindern irgendwie mehr als ein Tablet benötigen werden, bei den aktuellen Preisen ist das ein enormer Kostenpunkt für Familien. Aber nicht nur der Spielzeugmarkt wird dadurch nachhaltig verändert, sondern auch im Bereich Bildung wird das iPad den Kindern ganz andere Lernmethoden ermöglichen, als wir es bisher gewohnt sind.

Wie verbinden wir das mit den traditionellen “aber nicht mehr als 30 Minuten Mediennutzung am Tag!”? Eben.

Latitude Research° hat im letzten Jahr eine Studie mit mehr als 200 Kindern durchgeführt und ihnen folgende Frage gestellt:

“What would you like your computer or the Internet to do that it can’t do right now?”

Die Studie liefert einige interessante Insights, zusammengefasst unter Kids are the Royal Road to Tech Innovation. Es ist irgendwie naheliegend, daß nicht nur Ingenieure neue Ideen entwickeln können, sondern sich Kinder ganz anders an Technologie heranwagen und vor allem weniger Barrieren im Kopf haben.

Interessant finde ich vor allem, daß für Kinder Technologie ein ganz natürlicher Bestandteil der Welt ist, in der sie leben und daß sie vor allem davon ausgehen, daß es andere Interaktionsmöglichkeiten geben muß als Maus und Tastatur. Ich sehe das bei unseren Kindern. Für sie ist die Oberfläche des iPhones oder des iPad selbstverständlich, eine Tastatur ist dann doch irgendwie seltsam. Und generell ist die Erwartungshaltung eine komplett andere als bei Erwachsenen. Erwachsene sehen immer die Hürden, die es zu überwinden gilt, also GEMA, GEZ, Gerontokratie, die Kinder erwarten aber einfach, daß in einem Gerät wie dem iPad jede Musik, jeder Film und jedes Spiel verfügbar ist, das sie gerade gerne haben wollen. Egal, wie die globale Rechtelage aussieht. Wenn es technisch möglich ist, dann wollen Kinder auch einfach, daß es funktioniert.

Fazit der Studie:

Kids’ interest in a wide range of design fields–industrial, landscape, fashion, game, Web, and more–reflects the visual richness of the online world, as well as the can-do creative drive that tech encourages.

[ via: For the Future of Tech, Look to Kids Not Adults - DesignTAXI.com ]