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Seit Juli habe ich wieder den Spaß am Bloggen entdeckt und seitdem gibt es auf lumma.de wieder mehr als nur einen mühselig rausgequetschten Artikel pro Woche. Ich blogge seit Ende 2002 / Anfang 2003, auch wenn nicht alle Artikel noch vorhanden sind, so ist Lummaland doch meine Basis im Netz. Wenn man die Deutschen Blogcharts als Indikator nehmen kann, dann war dieses Blog mal populär vor 5 Jahren. Ich habe dann irgendwann nicht mehr so viel Zeit und Lust gehabt, hier täglich Themen zu behandeln, die mich interessieren, sondern habe mehr auf Twitter und Facebook Inhalte verlinkt, als selber zu schreiben.

Quasi zeitgleich mit dem Aufkommen von Google+ habe ich das Interesse an diesem Blog und der Debatte über mir wichtige Themen wiedergefunden. Ich habe gemerkt, daß trotz Facebook, Twitter, Google+ und anderen Plattformen, mein Blog dann doch der Hub ist, auf dem ich alles zusammenführen möchte, was ich an Inhalten generiere. Irgendwie hatte ich schon immer Lust am Schreiben, auch wenn ich nicht immer wußte, worüber ich mal Schreiben könnte. Nach meiner Zeit als leitender Redakteur der Schülerzeitung Der Insulaner, wir hatten da nicht so die Strukturen, aber ich durfte meinen Kopf als V.i.S.d.P. hinhalten, wollte ich natürlich unbedingt Journalist werden, aber es hat dann doch nur zum Blogger gereicht. Ich schreibe vor allem dann gerne, wenn ich keine Deadline habe, jeder der mir schon mal eine Deadline für einen Text mitgegeben hat, wird dies in leidvoller Erinnerung haben, denn der Text kommt grundsätzlich nach der letztmöglichen Verschiebung der Deadline.

In den letzten Wochen habe ich mal ausprobiert, wie Bloggen für mich wieder funktionieren könnte. Ich orientiere mich dabei ein Stück Weit an Fred Wilson, einem sehr geschätztem Venture Capitalist aus New York, der es mit seinem Blog immer wieder schafft, interessante Themen aus seinem Alltag aufzugreifen und damit Diskussionen in seinem Blog lostritt. Fred Wilson bloggt mit einer ziemlichen Disziplin, was ich sehr bewundere. Da ich tagsüber eigentlich keine Zeit zum Bloggen habe, bin ich in den letzten Wochen zum Frühaufsteher geworden und nutze die Zeit morgens, bevor die Kinder aufstehen und zur Schule bzw. zum Kindergarten gebracht werden, um einen Blick auf den Google Reader und Instapaper zu werfen, damit ich sehe, was ich aufgreifen könnte für mein Blog. Ich schreibe also primär morgens und abends, verteile dann aber die Veröffentlichung über den Tag, weil ich gemerkt habe, daß ich dann weitaus mehr Leser für meine Artikel finde.

Interessanterweise bekomme ich die meisten Leser, indem ich neue Artikel auf Twitter, Facebook und Google+ verlinke und marktschreierisch brülle “neuer Artikel, jetzt lesen! und ne Banane dazu! Und ein Aal! Kommt alle!” – früher reichte es aus, einfach einen neuen Artikel zu schreiben und schon waren die Leser da. Einfacher geht es natürlich, indem man den Lumma.de Newsletter abonniert, der morgens immer frisch die Updates des Vortages bietet, oder indem man den schicken RSS-Feed von lumma.de im Feedreader der Wahl nutzt.

Ich blogge auf lumma.de wieder mehr, um mich hier mit Themen zu entfalten, die ich irgendwie spannend, witzig, relevant oder einfach nur interessant finde, dazu gehören irgendwelche Techie-Themen genauso wie LEGO oder Bemerkungen zur politischen Lage. Dabei probiere ich auch immer mal wieder irgendwas aus, weil ich sehen möchte, wie etwas funktioniert. Anders ausgedrückt, die Neugierde ist da, sie war nie weg, ich lebe sie allerdings jetzt wieder mehr auf diesem Blog aus. Natürlich steckt dahinter auch die Frage nach der Reichweite, ich blogge eben nicht, weil ich gerne allen ein Einblick in mein Tagebuch gewähren will, sondern um Leser zu erreichen, die sich für Themen interessieren, die auch ich interessant finde. Das klappt mal mehr, mal weniger, aber es gibt eben auch keinen Redaktionsplan oder Traffic-Analysen, nach denen ich weiss, an welchem Tag welches Thema unbedingt angepackt werden müsste. Überhaupt lässt sich die Strategie hinter diesem Blog mit “es macht mir Spaß” zusammenfassen. Derzeit bringt mir Bloggen wieder richtig viel Spaß. Außerdem war ich auf Dauer genervt von den ganzen Flitzpiepen, die irgendeinen Stuß schreiben und dann überall zitiert werden, da werde ich zukünftig doch häufiger mal als Stimme der Vernunft meine Meinung in die Debatte werfen. Ich freue mich über jedes Feedback, gerne in Form von Kommentaren, Likes, +1, Retweets oder Stumbles.

Deswegen blogge ich gerade so viel. Vielen Dank fürs Lesen!

Das musste mal sein

Nico —  2.12.2008 — 14 Comments

Am 25. Januar 2004 hatte ich mein Blog Lumma.de umgestellt von einem selbstgehosteten MovableType-Blog auf ein Hosted-Blog auf Blogg.de, eine Blog-Plattform, die ich 2003 gestartet hatte. Seit einiger Zeit schon habe ich mit dem Gedanken gespielt, meine Daten mitzunehmen und in ein WordPress-Blog zu packen, das quasi auf meinem eigenen Server läuft. Als wir damals Blogg.de gebaut hatten, waren unsere Überlegungen ähnlich wie die, die Automattic seit Jahren mit WordPress verfolgt. Wir wollten eine Basis bauen, die als OpenSource-Software von vielen Leuten genutzt und modifiziert werden kann und eine Hosted-Version, wobei sich dann beide Varianten der Blog-Software gegenseitig befruchten sollten. Es kam alles irgendwie anders, was vor allem damit zu tun hatte, dass es damals einen viel zu kleinen Markt für Blog-Hosting in Deutschland gab und wir dann auch nicht die Entwicklung so forcieren konnten, wie wir es wollten.

Nun war es aber irgendwie mal Zeit für mich, dass ich mehr Gestaltungsmöglichkeiten für mein Blog habe und mehr Widgets in die Seitenleiste packen kann, daher also der Schritt zu einem eigenen Blog basierend auf WordPress. Noch ist nicht alles total fertig, beispielsweise werden gerade die die Kommentare von Disqus noch nicht ordentlich zugeordnet, was irgendwie an der Umstellung der Permalinks liegt. Überhaupt, ich habe jetzt tolle deskriptive Permalinks und bin darauf mächtig stolz, wobei auch die alten Links noch funktionieren sollten. Ausserdem habe ich endlich mal meinen RSS-Feed bei Feedburner reingepackt, was ich auch schon lange vorhatte. Zudem wollte ich auch endlich mal halbwegs Rücksicht auf die Leser mit schlechteren Augen nehmen, die sich schon länger über die kleine Schriftgröße auf lumma.de beschwert hatten.

Ich möchte ausdrücklich meiner kleinen spontanen Taskforce danken, die dafür gesorgt hat, dass dieses Blog mitsamt allen Inhalten migriert werden konnte: @dominik für den Export aus Blogg.de, @lhh für das Basteln der Migrationsskripte, @fh für das Fixen der Permalinks und anderer Probleme und @diedrich, der als lockenköpfiges Maskottchen gut für die Moral der Jungs war.

Ach ja, das Theme wird sich wahrscheinlich noch etliche Male ändern bis ich halbwegs zufrieden bin. Wer gute Ideen hat, darf sich gerne melden…

Kommentare gehen gerade noch nicht, also bitte nicht kommentieren, sonst kommt bei Disqus noch mehr durcheinander.