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150 Jahre SPDEmail. Ich verbringe jeden Tag mit Email. Email ist klasse, aber Email nervt auch tierisch. Email nervt nicht nur wegen Spam, sondern auch, weil man ständig Mails bekommt, die man gerade nicht beantworten kann oder will, oder für deren Beantwortung man gerade keine Zeit hat. Ich nutze für meine Mails mittlerweile Sanebox, um mir nur die relevanten Mails in die Inbox schieben zu lassen, ich nutze WriteThat.name, um aus den Emails immer die Signaturen mit den Kontaktdaten abgleichen zu können und ich nutze Mailbox auf dem iPhone, das mittlerweile für mich zu einem sehr produktiven Tool geworden ist. Ach ja, natürlich nutze ich Gmail, was denn auch sonst?

Aber was mich immer noch nervt sind diese Mails, auf die man nicht einfach “ok” antworten kann, weil der Gegenüber wahrscheinlich eine “ordentliche” Mail erwartet, oder die Mails, bei denen mir ein einfaches “ok” gereicht hätte, die dann aber doch wieder formvollendet mit einem langen Text ankommen. Da ich meine Mails sehr häufig auf dem iPhone lese und schreibe, bin ich ein großer Fan von kurzen Stakkato-Mails geworden, auch wenn ich Mitte der 90er noch einen ganz anderen Umgang mit Mail erlernt hatte und viel schöner zitiert habe. Mittlerweile bekomme ich täglich die x-fache Menge an Mails und dann ist einfach kurzfassen angesagt.

Vor ein paar Tagen bin ich über das Konzept von VSRE – very short reply expected gestolpert. Die Idee von VSRE ist ziemlich simpel, dennoch kann man hier noch einmal nachlesen, wie es dazu kam.

VSRE soll sich zu einer Konvention entwickeln, die man verwendet, um dem Gesprächspartner zu signalisieren, dass eine kurze Antwort völlig reicht. Das kann im Subject (der Betreffzeile) oder bei der Grußformel passieren. Ich finde das super. Damit wird Email zwar etwas mehr wie Instant Messaging genutzt, aber so kann man die Flexibilität von Emails dazu nutzen, ohne einen Gesprächspartner zu brüskieren, kurz und knapp zu antworten. Da sicherlich noch nicht alle wissen, was VSRE bedeutet, sollte man spätestens in der Signatur auf VSRE – very short reply expected hinweisen.

VSRE – für alle die am Ende des Tages ein Effizienzsternchen bekommen wollen und auch noch etwas anderes vorhaben, als Emails zu lesen.

WolkenGestern wurde ich auf Twitter ermuntert, doch mal meine Cloud-Nutzung für andere aufzudröseln, so wie es Sascha Lobo vor ewig langer Zeit mal mit dem Artikel My Work and Life with the Cloud getan hatte. Dem will ich gerne nachkommen, denn darüber wollte ich eh schon einmal geschrieben haben.

Mein Setup in a Nutshell:
MacBook Air, iPhone 5, iPad 2, Google Nexus 7, Kindle

Mein Dreh- und Angelpunkt ist Chrome, selten habe ich weniger als 20 Tabs gleichzeitig auf. Im Büro sitze ich an einem Thunderbolt-Display, da öffne ich dann sicherheitshalber gerne noch 2-3 Fenster, die dann ebenfalls einige geöffnete Tabs haben. Ja, das wirkt sehr Messi-haft, aber sicherheitshalber stürzt Chrome ab und zu mal ab und beim Wiederherstellen der Tabs stelle ich dann fest, dass die meisten Dinge entweder schon gelesen wurden, oder mittlerweile egal sind. Aber, es gibt einige Tabs, die sind bei mir dauerhaft präsent, als sogenannte Sticky Tabs. Ich nutze nicht nur Chrome auf dem Desktop, sondern auch auf dem iPhone und den Tablets, alles über mein Google Account miteinander verknüpft. Das mit dem Google Account ist auch so eine Sache, zwar gibt gibt es Multiple Sign-in für Google Accounts, aber so richtig toll praktisch ist das nicht, weil gerne mal der Browser über die Tabs mit den verschiedenen Google Account Instanzen durcheinander kommt und dann Google+ nicht funktionieren will, weil ich plötzlich mit dem falschen Google Account unterwegs bin. Ich habe nämlich drei Google Accounts. Einmal Google Apps für mich privat mit lumma.de, einmal Google Apps für die Firma und einmal plain vanilla Google, weil nämlich einige Features bei Google Apps nicht funktionieren, wie z.B. Google+, als es eingeführt wurde. Ja, ich wirke leicht schizophren, wenn ich das aufschreibe, das ist mir allen bewusst.
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Ich nutze quasi den ganzen Tag über meine Mails auf dem iPhone, was man oft an meinen eher einsilbigen Antowrten erkennt. Die mitgelieferte Mail.app auf dem iPhone ist ganz ok, aber es fehlen doch so einige Features, die man eigentlich erwarten sollte von einem guten Email-Client. Nur mal ein paar Beispiele, die mich immer wieder nerven:
- keine Unterstützung für unterschiedliche Signaturen, was bei zwei Mail-Accounts total viel Sinn machen könnte
- kein Hinzufügen von Attachments aus dem Mail-Client heraus. Gerade wenn man in einem Mail-Thread ist, finde ich es umständlich, über die Foto-Ansicht ein Attachment zu verschicken.
- die Suche ist eher umständlich und dauert lange

App Store - SparrowNun ist mit Sparrow für iPhone ein ernsthafter Konkurrent verfügbar und nach einem total umfangreichen 5-minütigem Test und dem Versenden zweier Emails kann ich sagen: wow. Sparrow bleibt.

Sparrow hat eine schicke, schnelle Suche, man kann swipen und tappen und sonstwas, was man auf dem iPhone erwartet, man kann Attachments dranhängen, es gibt sogar ein Peter-Schaar-Panik-Feature, indem man über Facebook Connect Avatarbildchen für seine Kontakte bekommt, es gibt unterschiedliche Signaturen bei unterschiedlichen Accounts und vor allem ein supersimples Setup, das Gmail-Accounts sofort erkennt und verfügbar macht, Labels und Markierungen anzeigt, und so weiter und so fort.

Mit See the Messages that Matter kündigt Facebook seinen neuen Unified-Messaging-Dienst an. Moment, das Wort steht doch eigentlich für irgendwelche zusammengeflanschte Dienste, die nie wirklich gut zusammengepasst haben. Wieso sollte das bei Facebook besser sein?

Aus mehreren Gründen:
- Facebook hat 500 Mio User und ein stabiles, aber auch simples Messaging-System am Laufen, das durch Instant-Messaging ergänzt wird.
- XMPP im Backend erlaubt eben genau die Art der Konversationen, wie sie Facebook vorschwebt: unterschiedliche Übertragungswege, unterschiedliche Teilnehmer, eine Inbox.
- die Marktdominanz von Facebook wird dafür sorgen, daß sich dieses System durchsetzen wird, insbesondere, wenn es eben auch mit normaler Email funktioniert.

Die neue Email-Adresse username@facebook.com wird einen anderen Impact haben als Google Buzz oder Wave. Facebook-Nutzer sind auf der Plattform, um zu kommunizieren. Da ist eine nahtlose Integration eines Messagingdienstes nichts total ungewöhnlich, anders als es mit Buzz oder Wave bei Google der Fall ist. Über die Privacy-Implikationen sollte man sich allerdings schon ein paar Gedanken machen, schliesslich werden auch User ohne Facebook-Accounts jetzt Teil des Systems, allerdings waren auch bei Mails an Gmail-, Hotmail-, oder AOL-Accounts die Befürchtungen bei einigen Protagonisten groß und die Implikationen dann eher nicht meßbar. Nur im Fall von Facebook wird das anders sein und noch mehr für eine EInbeziehung eigentlich externer Daten in das System von Facebook sorgen. Thomas Hobbes allerdings müsste eigentlich seinem Leviathan ein neues Kapitel spendieren.

Aus Usability-Gesichtspunkten dürfte der neue Messaging-Dienst von Facebook allerdings sehr spannend werden und der guten alten Email einen neuen Twist in Richtung Instant Messaging geben und damit eher bei der Messaging-Realität der Nutzer ankommen.