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Die Privatheit ist auch nicht das, was es mal war. Jedenfalls würde ich dies einfach mal so behaupten, ohne das Verhältnis zwischen Privatheit und Öffentlichkeit, oder das Verhältnis von Verbraucher zu Wirtschaft oder gar das Verhältnis von Bürger zu Staat in diesem Kontext vor dem Hintergrund der Veränderungen durch die Digitalisierung der Gesellschaft auch nur ansatzweise diskutiert zu haben. Wir alle spüren die Veränderungen, wir alle merken, dass sich die Rahmenbedingungen verschieben und dass mittlerweile die Privatheit einen anderen Stellenwert bekommen hat. Es ist schon erstaunlich, wie sich der Umgang mit Privatheit in den letzten Jahren verändert hat. Es gibt viele Punkte, die immensen Umwälzungen ausgesetzt sind: das Einkaufsverhalten, die Freunde und Bekannten in sozialen Netzwerken, die Gespräche, die Bewegungen – alles kann mittlerweile digital erfasst, gespeichert und ausgewertet werden. Diese Entwicklung wird nicht aufzuhalten sein, daher wird es immer wichtiger sein, die Veränderungen der Privatheit der Bürger zu diskutieren und dafür zu sorgen, dass die mündigen Bürger verstehen, was gerade passiert. Das klingt einfach und nachvollziehbar, ist aber aus Sicht des Einzelnen eher unpraktisch und kompliziert.

Im Zeitalter des Web 2.0 sind die Nutzerinnen und Nutzer des Netzes in die Lage versetzt worden, auf einfachstem Wege Inhalte zu erstellen und diese auch gleich mit Familie, Freunde, Bekannten oder direkt dem Rest der Welt zu teilen. Unzählige Fotos von Abendessen, Konzerten, Katzen oder auch die berühmt-berüchtigten Selfies, also Schnappschnüsse als Selbstportraits, lassen Facebook zur größten Photosammlung der Welt werden, mit 350 Millionen neuen Photos am Tag. Viele dieser Photos sind mit Geo-Informationen versehen und zeigen somit an, wo sie aufgenommen wurden. Im Vergleich dazu wirkt der Dia-Abend mit Freunden und Bekannten, wie er in den 70er und 80er Jahren üblich war, wie eine sehr intime Veranstaltung. Neben Photos werden natürlich noch viele weitere Aspekte des täglichen Lebens mit anderen über digitale Wege geteilt. Man drückt seinen aktuellen Status aus und damit die derzeitige Befindlichkeit, verbreitet Musik, die man gerne hört, diskutiert Filme, Konzerte, Bücher und verteilt munter Links zu interessanten Artikeln. Das ist ein immer wichtiger werdender Bestandteil von dem, was wir in der digitalen Gesellschaft aktiv machen, denn nur so erfährt unser Umfeld, was uns umtreibt. Dieser Stream von Daten, die wir selber generieren, definiert unsere Einstellung zur Privatheit. Wir sorgen dabei für die eigene Inszenierung unseres digitalen Ichs. Dadurch, dass die weit verbreitete Kultur des Teilens dazu führt, dass man mehr Offenheit zeigt, verzichtet man entsprechend auf Privatheit.
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Eigentlich ist in den letzten Jahren nichts grundsätzlich Neues passiert, aber der lange schwelende Konflikt um das Urheberrecht ist jetzt Dank Sven Regner und den Tatort-Autoren endlich auf der Tagesordnung angekommen. Spannenderweise zeichnet sich die Diskussion um das Urheberrecht vor allem dadurch aus, dass ganz viele Protagonisten ganz viel Schlaues sagen, aber andererseits es niemand derzeit hinbekommt, die unterschiedlichen Interessen sinnvoll zu strukturieren, um daraus eine wirkliche Reform des Urheberrechts entwickeln zu können. Eigentlich diskutieren alle fröhlich aneinander vorbei, beharren aber darauf, dass es so nicht weiter gehen kann. Es wird ein mangelnder Respekt vor dem Urheberrecht beklagt, gerade bei den jungen Leuten. Lösungsansätze gibt es viele, Juristenmeinungen noch viel mehr und Untergang-des-Abendlandes-Szenarien ohne Ende. Also muß ich unbedingt auch etwas dazu sagen.

Das Urheberrecht an sich ist einfach nicht so wichtig, wie die Urheber es gerne hätten. Sie beklagen das, und aus ihrer Sicht völlig zu recht. Aber das Urheberrecht hat auch eine starke monetäre Komponente, die bei vielen Teilen der Bevölkerung dafür sorgt, dass das Urheberrecht aus Kostengründen ignoriert wird.

Ich werde dieses Jahr 40 Jahre alt. Ich bin aufgewachsen in einer norddeutschen Kleinstadt, meine einzige Quelle für Musik war NDR2, insbesondere die Internationale Hitparade (wer hat da nicht die Musik aufgenommen und das Reinlabern in die Songs gehasst?) und das Music Corner, der örtliche Plattenladen. Dort gab es viele Langspielplatten, aber nur wenige, die mich interessierten. Eine Langspielplatte kostete unfaßbar viel Geld, nämlich so um die 20 DM. Eine Leerkassette war viel billiger. Also hatte immer einer im Freundeskreis eine Platte, die jeder haben wollte und hat diese überspielt. Kopiert. Böse. Auf den Innenhüllen der Langspielplatten gab es früher Aussagen wie “Hometaping is killing Music”, aber erstaunlicherweise gibt es die Musikbranche auch heute noch. Die wirklich tollen Platten habe ich mir dann gekauft. Ich hatte Anfang der 80er Jahre einen C64, toller Computer, was der alles konnte. Und es gab ganz viele Spiele. Naja, im örtlichen Karstadt nur eine Handvoll und die kosteten locker 90 DM. Eine Leerdiskette war viel billiger, da gab es selbst von den guten Disketten von Scotch das 10er-Pack für 100 DM, Noname war viel günstiger. Also haben wir munter alles kopiert, was wir bekommen konnten. Die guten Spiele hat man sich dann gekauft oder schenken lassen. Damals war immer wieder von Hausdurchsungen bei Jugendlichen die Rede, daher hatten einige meiner Freunde dicke Magneten in der Nähe der Diskettenbox, um im Zweifel alles schnell löschen zu können. Die Computerspiel-Industrie gibt es immer noch, habe ich mir sagen lassen.

Damals gab es für mich jedenfalls eine massive Verknappung des Angebots, verbunden mit enorm hohen Kosten. Als Jugendlicher war das Anfertigen von Kopien völlig normal, es konnte sich niemand leisten, alles zu kaufen.

Heute, im digitalen Zeitalter, haben sich einige Dinge geändert. Einen Breitband-Anschluß vorrausgesetzt, habe ich immer und überall die Möglichkeit, auf Inhalte zurückzugreifen. Musik kann ich kaufen und downloaden, ich kann sie streamen, ich kann Spiele online spielen, kaufen, downloaden, bei Büchern ist es genauso, Filme sowieso, es ist alles da. Es ist alles da, sowohl legal als auch illegal und man kann es ohne Qualitätsverlust ganz einfach kopieren. Eigentlich ist das Internet sowieso eine riesige Kopieranstalt. Interessanterweise mischen jetzt aber die Konsumenten auch noch selber mit, erschaffen Inhalte und vertreiben diese. Oder mixen Inhalte zusammen und erschaffen etwas Neues. Aber Konsumenten werden auch immer mehr Teil des Vetriebs von Inhalten, wir nennen das Sharing. Die Urheber im klassischen Sinne, also Künstler und Kreative, die vom Schreiben von Büchern, Komponieren von Musik oder Mitwirken in Filmen, um nur ein paar Beispiele zu nennen, ihren Lebensunterhalt bestreiten wollen, haben massiv Konkurrenz bekommen im Zeitalter der Aufmerksamkeitsökonomie. Wenn alles immer und überall vorhanden ist, dann hat das Auswirkungen auf den Wert, der einer Sache zugeschrieben wird. Abgesehen davon gibt es bei jungen Leuten einen ziemlich limitierenden Faktor, wenn es um den legalen Erwerb von Inhalten jeglicher Art geht: Geld. Egal ob digitale Gesellschaft oder nicht, junge Menschen haben einfach nicht so viel Geld und greifen daher auf Kopien zurück. Ja, das ist nicht toll, aber mal ehrlich, das war früher auch nicht anders.

Das digitale Zeitalter macht alles immer überall bei gleichbleibender Qualität verfügbar. Plötzlich merken wir, was für ein fragiles Gebilde das Urheberrecht ist. Es soll Urheber schützen. Es soll damit eine Kompensation für erbrachte Leistungen ermöglichen. Und es soll einen Rahmen für den Nutzer bieten, in dem dieser sich bei der Nutzung bewegen kann.

Das lustige Foto auf Facebook von letzter Woche, wer hat das gemacht? Das Foto, das alle geshared haben? Niemand weiß es. Mein Blogpost letztens, wurde dieser ordnungsgemäß zitiert? Das Video auf der coolen neuen Videoplattform, wurde da ordnungsgemäß GEMA entrichtet? Niemand weiss es. Der Urheber am allerwenigsten. Der Nutzer allerdings auch nicht. Jedenfalls nicht immer. Darf er darauf verlinken, oder riskiert er gleich eine Abmahnung? Wie wird das Urheberrecht global geschützt? Der deutsche Sprachraum ist vergleichsweise klein, aber wie sieht es mit englisch-sprachigen Inhalten aus?

Ich stelle mir ein modernes Urheberrecht so vor, daß Urheber geschützt werden, ohne gleichzeitig private Nutzer zu kriminalisieren, die Inhalte mit Freunden teilen oder Inhalte neu mixen. Die grassierende Abmahnindustrie ist eine Plage, die abgeschafft gehört. Ich möchte eine angemessene finanzielle Kompensation für Urheber, wobei natürlich die Frage ist, was angemessen ist und ob dies wirklch zur Finanzierung des Lebensunterhalts dienen kann. Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass das Urheberrecht dies für alle Urheber leisten können wird. Vor allem glaube ich auch nicht, daß das Urheberrecht zur Besitzstandswahrung der Verwerter taugen sollte. Aus dem Urheberrecht kann kein Anspruch auf ein funktionierendes Geschäftsmodell entstehen. Die Digitalisierung der Gesellschaft führt zu vielen Disruptionen in den unterschiedlichsten wirtschaflichen Branchen und oftmals trifft es die Intermediäre, da sie von neuen Marktteilnehmern umgangen werden, um direkt die Konsumenten zu erreichen. Dieses Phänomen sehen wir seit 15 Jahren im Bereich der Inhalte-Verwertung. Das trifft die Medienbranche hart, aber nicht erst seit gestern und es ist auch noch kein Ende in Sicht. Es kommt also darauf an, möglichst Geschäftsmodelle zu entwickeln, die mit der Entwicklung der Digitalisierung der Gesellschaft Schritt halten können. Ob die Kulturflatrate das Allheimittel ist oder nur eine weitere Superbehörde nach sich zieht, ist eine der Diskussionen, die wir in diesem Zusammenhang führen müssen. Mir ist es allerdings wichtig, daß vor allem bei den Urhebern das Geld landet und nicht irgendwo auf dem Weg dort hin versickert. Wertschöpfungsketten verändern sich und eine Garantie auf einen dauerhaften Bestand der etablierten Geschäftsmodelle kann es nicht geben. Wohl aber, daß wir versuchen, die entstehenden Umwälzungen in einem gesamtgesellschaftlichen Kontext zu begreifen. Aber das fällt schwer, weil die Interessenlagen so unterschiedlich sind.

Wenn wir allerdings davon ausgehen, daß wir einen permanenten Überfluß an digitalen Inhalten haben, dann verändert sich unser Nutzungsverhalten von dem eines Jäger und Sammlers hin, der lokal verfügbare Kopien benötigt, hin zu einem Nutzer, der mit einem Stream völlig zufrieden ist, weil er weiß, daß er oder sie, natürlich, jederzeit auf diesen Stream zugreifen kann. Die Zahl der Urheberrechtsverletzungen in der Musikbranche ist zurückgegangen, was man sicherlich auch mit Simfy, Spotify, Youtube, Musicplayr und anderen Diensten erklären kann, die Musik legal verfügbar machen und das auch noch für einen bezahlbaren Preis. In den USA kann man sich bei Amazon zehntausende Filme einfach kostenlos angucken und man kann sich eBooks leihen, darunter viele Bestseller, wenn man den Dienst Amazon Prime für $79 im Jahr abgeschlossen hat. Wenn Inhalte einfach legal zu beziehen sind und das auch noch für wenig Geld, dann gehen die Urheberrechtsverletzungen zurück. So lange es immer noch schneller geht, einen Torrent zu finden als ein kaufbares Produkt, bleiben Urheberrechtsverletzungen im Bereich “egal, ich will das jetzt haben” völlig normal bei vielen Nutzern.

Bei der jetzt stattfindenen Diskussion um das Urheberrecht, sieht man, wie die Positionen der Urheber, Verwerter und Nutzer sich teilweise überlappen, aber oftmals sich auch diametral gegenüberstehen. Einen Ausgleich zwischen den Positionen ohne Kompromisse wird es nicht geben und es wird nicht nur Gewinner geben können. Allerdings war es bislang so, daß vor allem die bestehenden Verwerter die Diskussion dominiert haben, weil diese berechtigterweise davon ausgehen, daß sie am Meisten zu verlieren haben, da sie ihre Geschäftsmodelle nicht schnell genug ändern wollen. Die Stärkung der Rechte der Nutzer und der damit verbundenen Abschaffung der Abmahnplage bei gleichzeitiger Durchsetzung der Urheberrechte für den Urheber kann man sicherlich hinbekommen. Die immer wieder in die Debatte reingespülte Frage nach den Geschäftsmodellen und der Kompensation für kreative Leistungen ist wichtig, sollte aber der Diskussion über ein zeitgemässes Urheberrecht nachgelagert werden.

Also ist doch eine Reform des Urheberrechts eigentlich ganz einfach, oder?

Compete hat ein paar Zahlen zum Wachstum von Google+ aufbereitet und kommt zu dem Schluß: Google Social is Exploding Online!:

It is now safe to say that Google+ is becoming an enormous success, with nearly half of the unique visitors of Twitter (40,411,065 unique visitors in December). With a steep upward trend and knowledge of the power behind a Google product, expect continued growth from the unequaled search engine’s social platform known for ingenuity, creativity, and revolutionary product offerings.

Das finde ich ja alles toll, aber dennoch ist mein persönlicher Eindruck von Google+ mittlerweile eher anders.

Ich bin bei Google+ bei mittlerweile über 16.000 Menschen in deren Circles gelandet, das sind weit mehr als die 9000 Follower bei Twitter oder die etwas über 2000 sog. Freunde bei Facebook. Aber, so sehr ich mich bemühe, ich werde mit Google+ nicht warm. Das liegt an folgenden Gründen:

1. Sharing: aus meinen präferierten Apps kann ich direkt zu Twitter und Facebook Inhalte rüberschmeißen, bei Google+ geht das nicht, bzw. nur über Browser-Plugins und so. Das ist Murks.

2. Facebook is so crowded, nobody goes there anymore: auf Facebook sind dann eben doch irgendwie alle, bzw. auf Google+ sind ganz andere Leute, die auf anderen Wegen zu meinen Inhalten kommen.

3. Potential: Google+ hat tonnenweise Potential, aber irgendwie kommt da so wenig nach gerade. Erst gibt es Google+ nicht für Google Apps Nutzer, dann doch, aber das Migrationstool fehlt, dann gibt es Pages, aber die sind auch irgendwie nur da und sonst nix, dann gibt es Games, aber da kommt irgendwie auch nix neues, es gibt Hangouts, ja, aber irgendwie wirkt das noch lange nicht rund. Die API fehlt größtenteils, Apps fehlen, und so weiter und so fort.

Ja, das ist alles nicht mal eben gecodet, aber dafür daß Google+ das große Projekt von Google ist, passiert da zu wenig.

Nutzt ihr Google+ (noch)?

Gestern sind zwei der aktuellen Darlings der Web-Szene in die Blog-Schlagzeilen geraten, weil sie einige Details ihres Dienstes nicht offengelegt haben. Für mich sieht das ziemlich nach dem Facebook Way aus, am Besten zusammengefasst durch den Satz “move fast and break things!” – aber was bedeutet eine derartige Herangehenseise für den gemeinen Nutzer an sich?

PathDas derzeit sehr populäre mobile soziale Netzwerk Path will den Nutzern das Auffinden von Freunden erleichtern, aber schießt über das Ziel hinaus:

Upon inspecting closer, I noticed that my entire address book (including full names, emails and phone numbers) was being sent as a plist to Path. Now I don’t remember having given permission to Path to access my address book and send its contents to its servers, so I created a completely new “Path” and repeated the experiment and I got the same result – my address book was in Path’s hands.

Ich bin ja in meinem jugendlichen Leichtsinn davon ausgegangen, daß mir über die Facebook-Verknüpfung Leute angezeigt werden, die nun auch bei Path zu finden sind. Obwohl ich es natürlich irre praktisch finde, wenn ich mitbekomme, wer alles neu zu Path kommt, finde ich es natürlich unter aller Sau, wenn einfach heimlich mein Adressbuch ausgelesen wird, zumal ich keinesfalls die Einwilligung meiner Kontakte für ein derartiges Verfahren eingeholt habe. Der Co-Founder von Path, Dave Morin, hat allerdings in den Kommentaren direkt Stellung bezogen und eingeräumt, daß diese Praxis nicht ganz kosher ist und Änderungen angekündigt. Ein blöder Nachgeschmack bleibt.

PinterestEin anderer Darling des Webs hat ebenfalls einige Probleme mit der Transparenz und diese betreffen direkt den Kern des Geschäftsmodells:

If you post a pin to Pinterest, and it links to an ecommerce site that happens to have an affiliate program, Pinterest modifies the link to add their own affiliate tracking code. If someone clicks through the picture from Pinterest and makes a purchase, Pinterest gets paid. They don’t have any disclosure of this link modification on their site, and so far, while it has been written about, no major news outlet has picked up on the practice or its implications.

Wenn man so möchte, dann ist Pinterest eine User-generated Link-Farm, ein brilliantes Konzept, das ich vor etlichen Jahren auch schon mal umsetzen wollte. Pinterest soll Geld verdienen können, daher ist es völlig legitim, wenn Pinterest dafür sorgen will, daß die Umsätze über Affiliate-Netzwerke bei Pinterest ankommen. Allerdings muß dies dem Nutzer transparent dargelegt werden, denn der Nutzer geht natürlich davon aus, daß die von ihm eingesetzte URL auch auf Dauer Bestand haben wird. Ich habe nichts dagegen, daß Pinterest so vorgeht, denn es wird vor allem professionelle Linkschleudern von Pinterest fernhalten und es sorgt für eine frühe Monetarisierung, aber Pinterest täte gut daran, eine derartige Praxis prominent zu erwähnen, bzw. den Nutzern nach dem Ändern des Links eine Mitteilungen zukommen zu lassen. Wenn ich zu Amazon.de verlinke, dann immer mit meiner Amazon-ID, weil ich nicht einsehe, daß ich einem derartig großen Unternehmen kostenlos Nutzer rüberschiebe. Wenn Pinterest etwas von den Affiliate-Umsätzen abhaben will, die durch mich entstehen, dann finde ich das in Ordnung, aber es muß offen gelegt werden. Meine Amazon-URLs sind alle noch nicht von Pinterest modifiziert, ihr könnt also alle fröhlich gucken und kaufen.

Was haltet ihr von diesen Vorgängen? Ist das gut gemeint im Sinne des Nutzers, oder ist das eine bodenlose Frechheit, die zeigt, wie gedankenlose fiese Unternehmen mit den Daten der Nutzer umgehen?

Gestern hat Google unter anderem bekannt gegeben, daß mittlerweile 90 Millionen Nutzer bei Google+ zu finden sind. Aber da geht noch mehr, und das will Google jetzt deutlich zeigen. Dafür hat Google den Anmeldeprozeß für die Google Accounts verändert und nun wird künftig direkt ein Account für Gmail und für Google+ angelegt werden. Google schlägt quasi drei Fliegen mit einer Klappe und sorgt dafür, daß demnächst weitere Jubelmeldungen zu Google+ verkündet werden.

Für die Nutzer klingt die Botschaft so:

Talk, chat, share, schedule, store, organize, collaborate, discover and create. Use Google products from Google Mail to Google+ to YouTube, view your search history, all with one username and password, all backed up all the time and easy to find at (you guessed it) Google.com.

Nachdem Google bereits klar gestellt hat, daß künftig Google+ eine deutlich wahrnehmbare Rolle bei den Suchergebnissen spielen wird, ist diese Entwicklung ein weiterer Indikator dafür, daß Google+ für Google mehr als nur irgendein Socialdingens ist, sondern ein essentieller Teil der Google-Strategie darstellt.

Warum diese Verknüpfung mit dem Google Account nicht schon viel früher passiert ist, wundert mich dann doch.

[ via New Google Accounts Require Gmail and Google+ | Hacker News und New Google Accounts Require Gmail and Google+ ]