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Man muß Facebook nicht mögen oder toll finden. Man muß auch das Internet nicht mögen oder toll finden. Aber man sollte realisieren, dass die Grundlage von allem, was wir im Internet nun mal tun, Daten sind. Wir hinterlassen überall Datenspuren, einige mehr, andere weniger. Unternehmen nutzen diese Daten, einige mehr, andere weniger. Ohne Daten wäre das Internet ziemlich sinnlos. Ohne Daten wären auch viele andere Dinge ziemlich sinnlos. Und man kann sich gerne die Frage stellen, welche Daten Dritte von einer Person erheben sollten und wofür sie diese Daten benötigen und wie lange. Das sind alles valide Fragen, ohne Zweifel.

Wir haben mittlerweile auch mitbekommen, dass das Internet immense Vorzüge hat, weil es eine andere Art der Kommunikation ermöglicht, weil es Schranken einreißt und in vielen Fällen viel direkter Interaktion ermöglicht als es über Radio, Fernsehen, Brief, Fax oder Telefon der Fall sein kann.

Head in HandsNa gut, nicht alle haben dies mitbekommen. Edgar Wagner zum Beispiel hält wohl nicht viel davon, dass Bürger mit einer Landesregierung in Kontakt treten und direktes Feedback bekommen können. Edgar Wagner ist Datenschutzbeauftragter des Landes Rheinland-Pfalz und ist gegen die Nutzung von Facebook durch die Landesregierung:

Rheinland-Pfalz – Malu Dreyer ist da – und mit ihr erstmals ein Facebook-Auftritt der Landesregierung. Der Datenschutzbeauftragte Edgar Wagner hat seine bisherige strikte Ablehnung nach einem Kompromiss aufgegeben. Auf Kommunikation ist das Behörden-Facebook nicht ausgelegt: Es gibt ein „Rückkanalverbot“. 

Daten. Böse. Facebook. Ami. Böse. So einfach ist die Gleichung der deutschen Datenschützer.

Mit Menschen wie Edgar Wagner bleiben wir weiterhin in der kommunikativen Steinzeit. In was für einer Welt lebt dieser Mensch eigentlich, dass er meint, die Bürger eines Bundeslandes derart gängeln zu können? Wenn die Bürger auf einer Facebook-Seite eine Frage haben, dann sollte auch dort auf die Frage geantwortet werden! Allein schon, weil es durchaus mal sein kann, dass mehr als nur eine Person eine bestimmte Sache erfahren will.

Die Menschen sind freiwillig auf Facebook, da kann auch ein Datenschützer aus Rheinland-Pfalz nichts mehr dran ändern. Wir können aber weiterhin dafür sorgen, dass wir den Bürgern vermitteln, dass neue Technologien igitt pfui und böse sind, dann wird das sicherlich was mit der Zukunftsfähigkeit unseres Landes.