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Die Bahn als Social Game

Nico —  9.08.2012 — 16 Comments

20120809-104217.jpgGestern durfte ich an einem Hintergrundgespräch des Social Media Teams der Bahn teilnehmen und mir Details zu einem Social Media Konzept anhören, das nächste Woche starten soll. Ziel ist es, den Nutzern auf Facebook die Größe und Vielseitigkeit des Bahn-Konzerns näherzubringen, damit die Nutzer wissen, dass es Personenverkehr, Güterverkehr, Infrastruktur und wasweissichnichtnochalles gibt. Das gewählte Konzept finde ich nicht besonders aufregend, aber auch nicht schlimm.

Aber mir ist dann die ultimative Killer-Idee für die Bahn eingefallen, die nicht ganz billig ist, aber zeigt, wie cool der Konzern sein könnte und was die Bahn alles kann.

Kennt noch jemand von Euch Railroad Tycoon? Das war eine tolle Wirtschaftssimulation, damals in den 90ern, und es gab sogar schon einen Multiplayer-Modus. So, und nun stellt Euch mal ein Social Game für Facebook vor, bei dem es darum geht, ein Bahn-Imperium aufzubauen und zu managen. Erst hat man nur eine Strecke, dann zwei, dann kommen andere Spieler mit ihrem Netz hinzu, dann kommen Güterzüge dazu, dann Speditionen mit LKW, dann benötigt man moderne Infrastruktur, SPNV, Buslinien, Bahnhöfe mit Shoppingmalls, ICE, Bimmelbahn, und so weiter. Man sorgt für Handelsrouten, legt Fahrpreise fest, schult Mitarbeiter, sorgt für zufriedene Kunden, für zufriedene Mitarbeiter und auch für zufriedene Aktionäre, plant vorrausschauend und wächst auch mal durch Zukäufe. Die Facebook-Freunde sind die Mitspieler, es gibt die üblichen Gamefication-Elemente wie Ranglisten, Rangstufen, Incentives und virtuelle Güter, die man sich über Bahncard-Meilen kaufen kann. Spieler können kostenlose Tickets erspielen und Aktien aller Mistpieler auf der Plattform handeln.

Neben der Facebook-App im Web im Stil von Zynga & Co. gibt es dann noch Apps für iPhone und Android, damit man auch von unterwegs handeln oder Fahrpläne optimieren, bzw. auf Verzögerungen im Betriebsablauf einwirken kann. Damit wird gewährleistet, dass es viele tägliche Nuer gibt und das Spiel eine hohe Stickyness bekommt. Das Einladen von Freunden sorgt natürlich für mehr Spass beim Spiel und ermöglicht einen schnelleren Aufstieg. Bekannte grafische Elemente der Bahn werden natürlich im Spiel gezeigt, auch wenn das Branding eher dezent bleibt.

Klar, das kostet mehr als eine Facebookmitmachidee, aber gerade durch die Verknüpfung mit den Bahn Comfort Punkten und den mobilen Apps, dürfte das Spiel vielen Spielern Spass bringen und ganz nebenbei spielerisch die Vielfalt und Grösse des Bahn-Konzerns vermitteln.

So, wer besorgt jetzt bei der Bahn das Budget und setzt das um? Ich würde das auch spielen.

Deloitte yammert rum

Nico —  27.09.2011 — 4 Comments

Auch wenn mir bislang die 2011 Forrester Groundswell Awards nicht geläufig waren, der Gewinner-Case durchaus interessant.

Deloitte Australien hat mit der folgenden Begründung gewonnen:

The Australian affiliate of Deloitte, the global services company, deployed Yammer in 2008 with no plans for mass adoption. But usage rapidly exploded, spreading to 5000 of the company’s staff and 12 national offices. Yammer users have lower staff turnover (2% vs. company average 15-20%) and Deloitte says Yammer has reduced costs, broken down silos, and accelerated innovation. It also builds culture, improves connections for mobile workers, and makes it easier to leverage knowledge and expertise.

Giam SwiegersSpannend finde ich in diesem Zusammenhang das Interview mit dem CEO von Deloitte Australien, Giam Swiegers, der sehr offen darüber redet, daß die jüngeren Mitarbeiter in seiner Firma ganz andere Kommunikationsformen gewohnt sind und es seine Aufgabe ist, das Wissen der jüngeren und älteren Mitarbeiter zusammenzubringen. Er selber scannt alle zwei Tage sämtliche Konversationen auf dem Firmen-internen Yammer und beteiligt sich an Debatten, bei denen er Kontroversen ausdrücklich zulässt.

Yammer ist so eine Art Twitter für Unternehmen, um es ganz verkürzt auszudrücken. Yammer soll die Hierarchien verflachen und über eine verbesserte Diskussionskultur die Produktivität steigern, weil einfach mehr Mitarbeiter an Entscheidungsprozessen beteiligt werden und diese transparenter gemacht werden können.

Der Case von Deloitte Australien ist vor allem deswegen spannend, weil er zeigt, daß nicht nur hippe Unternehmen aus der Kreativbranche mit diesem neumodischen Krams Erfolge erzielen können. Oder, um es mit den Worten von Giam Swiegers auszudrücken: “Social media is changing the rules”.

Die direkte Übersetzung von Social Evolution of Gaming hätte dann doch zu merkwüdig geklungen, daher mal wieder eine anders merkwürdige Überschrift. Ich kann mich noch sehr gut an Nachmittage mit Asteroids auf dem Atari erinnern, beim Nachbarskind. Auch der Gameboy wurde von mir rege genutzt. Ich sehe die Evolution des Gamings allerdings dahin gehend, daß Games wieder mehr casual werden und noch dazu social und mobile, also quasi die mobile Variante des Gesellschaftsspiels. Ich spiele mit Freunden, egal welche Plattform und welcher Ort. Mal sehen, wann die Entwicklung so weit sein wird, dass es mobile social casual Games als Massenmarkt gibt. Bis dahin kann man sich diese nette Infografik angucken und sich daran erfreuen, wie sich der Spielemarkt in den letzten Jahren entwickelt hat.

Social Evolution of Gaming

[ via: The social evolution of gaming | Techi.com ]

Der amerikanische TV-Sender The Weather Channel bringt zwar rund um die Uhr detaillierteste Meldungen über das Wetter im TV und im Web, aber was die Metronomen sagen ist bekanntlich eine Sache, was das Wetter macht eine andere. Daher bietet The Weather Channel jetzt The Weather Channel Social an.

The Weather Channel Social

Man gibt einfach nur an, über welchen Ort man das aktuelle Wetter wissen will und schon werden Tweets zum Wetter aus der Umgebung angezeigt.

Social Weather Des Moines

Ich finde die Idee charmant, aber leider wird davon das Wetter nicht besser.

Spiele haben massiv zum Wachstum und zur Popularität von Facebook beigetragen, aber Benachrichtigungen von Spielen im Newsstream werden von vielen Nutzern als extrem störend empfunden.

Daher wird jetzt mit viel Interesse der Start der Spiele auf Google+ erwartet – Games in Google+: fun that fits your schedule:

That means giving you control over when you see games, how you play them and with whom you share your experiences. Games in Google+ are there when you want them and gone when you don’t.

Google+ Games
Wenn man die Ankündigung genau liest und sich den Screenshot anguckt, dann entdeckt man rechts oben neben dem Circles-Button einen neuen Button für die Games auf Google+ – und jetzt wird es interessant. Nur wenn ich Interesse am Spielen habe und auf diesen Button drücke, empfange ich Benachrichtigungen von anderen Spielern und kann mich dem casual social Gaming widmen.

Das klingt nach einer praktischen Lösung – jetzt werden Games auf Google+ graduell ausgerollt und dann werden wir sehen, wie gut es wirklich funktioniert.