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Weihnachten ist vorbei und Amazon jubelt, verständlicherweise. In den USA war der Kindle Fire der Kassenschlager überhaupt:

Kindle Fire is the #1 best-selling, most gifted, and most wished for product across the millions of items available on Amazon.com since its introduction 13 weeks ago.

Mit dem Kindle Fire auf Platz 1 und dem Kindle Touch auf Platz 2 sowie dem Kindle auf Platz 3 hat Amazon dafür gesorgt, daß das eigene Ökosystem gestärkt aus dem Weihnachtsgeschäft hervorgehen kann, denn auch der Verkauf und vor allem das Verschenken von Kindle eBooks haben ordentlich zugelegt. Der Kindle Fire ist sicherlich kein iPad2, aber in den USA stellt der Kindle Fire ein attraktives Angebot dar, vor allem für Kunden von Amazon Prime, die zusätzlich zu den besseren Versand-Optionen auch noch kostenlosen Zugriff auf eine umfangreiche Film- und Serien-Sammlung bekommen. In Deutschland ist der Kindle Fire noch nicht verfügbar.

Auch in Deutschland war der Kindle sehr erfolgreich

In Deutschland gibt es den Kindle Fire noch nicht, aber hierzulande hat Amazon durch dezente werbliche Maßnahmen auf der Startseite dafür gesorgt, daß der einfache Kindle eReader ordentlich verkauft wurde:

Im diesjährigen Weihnachtsgeschäft 2011 war der neue Kindle für 99 Euro das meistverkaufte, meistgewünschte und meistverschenkte Produkt bei Amazon.de.

Das verwundert mich nicht. Amazon berichtet, daß am 18. Dezember in Deutschland 2,8 Millionen Artikel bestellt wurden, da kann man sich ungefähr vorstellen, wieviele Sichtkontakte für die Kindle-Werbung allein auf der Startseite entstanden sein müssen.

Unter den weiteren 9 Topseller in Deutschland waren dann doch wieder Bücher, Musik und vor allem Spiele:

Harry Potter und die Heiligtümer des Todes (Teil 2) - DVD FIFA 12 - Videospiele Adele “21” – Musik

Call of Duty: Modern Warfare 3 - Videospiele Assassin's Creed Revelations - Videospiele „Eragon - Das Erbe der Macht“ - Bücher

„Qwirkle“, Legespiel - Spiel des Jahres 2011 (Schmidt Spiele) - Spielzeug Samsung S5230 Smartphone - Elektronik Harry Potter und die Heiligtümer des Todes (Teil 2) (2 Discs) [Blu-ray] - DVD

Ich habe von alledem nichts bestellt, an mir können also die Topsellerlisten nicht liegen.

Eine aktuelle Studie aus den USA hat herausgefunden, daß immer mehr Tablet-Nutzer die angebotenen Daten-Tarife ignorieren und stattdessen reine WLAN-fähige Tablets präferieren – Most tablet owners go Wi-Fi only:

“Concern over the high cost of cellular data plans is certainly an issue, but more consumers are finding that Wi-Fi is available in the majority of locations where they use their tablets, providing them ‘good enough’ connectivity. In addition, the vast majority of tablet users already own a smartphone, which fulfills the ‘must have’ connectivity need.”

Ich finde das eine bemerkenswerte Entwicklung. Ich habe seit einem Jahr ein iPad, das nur WLAN kann. Seit ein paar Wochen habe ich ein iPad 2, das WLAN und 3G kann. Die Unterschiede in der Nutzung finde ich gigantisch. Obwohl ich natürlich mein iPhone nutzen kann, um per Tethering auch mit dem iPad von überall ins Netz zu kommen, habe ich dies nie gemacht. Ich hatte immer das Gefühl, daß das iPad für unterwegs eher nutzlos ist. Seit ich das neue iPad 2 habe, betrieben mit einer Multi-SIM, basierend auf dem Datentarif meines iPhones, nehme ich das iPad 2 viel häufiger mit und nutze das iPad 2 als meine Zeitschrift, Kommunikationstool und zum Festhalten meiner wundervollen Gedanken. Das andere iPad ist eher ein Entertainment-Device für den Hausgebrauch geblieben.

Ich weiß nicht, ob dies wirklich damit zu tun hat, daß in den USA viel mehr WLAN-Hotspots an öffentlichen Plätzen vorhanden sind als in Deutschland, oder ob es an den Kosten liegt, aber ich finde ein reines WLAN-Tablet viel zu limitierend. Natürlich sind die preislichen Unterschiede ganz ordentlich. Ein iPad 2 mit Wifi + 3G kostet 120 € mehr als das vergleichbare iPad nur mit Wifi-Option, hinzu kommen die Kosten für einen Datentarif, falls man noch keinen hat. Ich kann nachvollziehen, bei einem Kindle auf 3G zu verzichten, weil man viel eher nur an einem Text liest und sich zuhause neue Inhalte auf den Kindle zieht, aber für eine aktive Nutzung eines Tablets finde ich 3G wirklich unerlässlich.

Wie wird die Zukunft aussehen, wie werden irgendwelche Devices unser Leben vereinfachen oder dominieren, wie arbeiten wir zusammen und wie organisieren wir unser Privatleben? Microsoft gibt in dem kurzen Film mit dem bezeichnenden Titel Productivity Future Vision einige Hinweise darauf, wie es sein könnte.

Ja, Microsoft ist irgendwie ein merkwürdiger Absender, gerade wenn es um Usability geht, aber ich finde die Anregungen aus diesem Film wirklich interessant. Wenn man allerdings einmal versucht hat, irgendwelche Diagramme von einer Powerpoint-Präsentation zur anderen zu verschieben, der weiß, wie weit wir von irgendwelchen simplen Drag & Drop Spielereien noch entfernt sind. Allerdings wird auch in diesem Film deutlich, wie sehr die Zukunft von mobilen Devices bestimmt sein wird – das Smartphone als Supercomputer für die Handfläche, als Schaltzentrale für das Leben, für Arbeit und Beruf gleichermaßen. Als negative Variante der Visionen von Microsoft könnte man sich die ersten Minuten von Total Recall angucken und sich dann überlegen, ob wir eher einer Utopie oder einer Dystopie entgegen gehen.

Für mich ist allerdings die coolste Neuerung der Kühlschrank. Auf einen Blick zu wissen, was man gerade da hat, das wirkt ungeheuer praktisch, vor allem wenn es dann auch noch passende Rezepte dazu gibt.

Was haltet Ihr von der Productivity Future Vision von Microsoft?

[ via Microsoft’s vision of the mobile future is astounding (video) | VentureBeat ]

Amazon Kindle Fire
Ab dem 15. November kann man in den USA den Amazon Kindle Fire kaufen – ein 7″ Tablet, basierend auf Android und engstens verknüpft mit dem Amazon Ökosystem. Natürlich gibt es Zugriff auf Musik, Video und Bücher über Amazon, sowohl als Stream als auch als Download, natürlich gibt es Speicherplatz ohne Ende in der Amazon Cloud, und natürlich gibt es den erwarteten Kampfpreis von $199 für den Amazon Kindle Fire. Ich glaube, damit kann Amazon wirklich einen Volltreffer landen. Die enge Verknüpfung mit Amazon wird für eine ziemliche Benutzer-Freundlichkeit sorgen und viele Inhalte verfügbar machen und damit eine kostengünstige Alternative zum iPad darstellen.

Sehr spannend ist allerdings auch die neue Browser-Entwicklung Amazon Silk, die letztendlich etliche Aufgaben des Browsers in die Cloud verlagert und somit aus Sicht des Tablets Prozessorlast und Bandbreite verringert. Das finde ich sehr smart und dürfte insbsondere für mobiles Browsing Geschwindigkeitsvorteile bringen.

Am meisten überrascht hat mich die Einführung eines Amazon Kindle für $79, damit dürfte der reine eBook-Reader noch attraktiver geworden sein. Ich bin davon ausgegangen, daß der Amazon Kindle Fire im Fokus stehen würde, aber es scheint, daß Amazon auch beim Thema eBook noch mehr in die Breite gehen will. Bislang hat mich der Preis für das Lesegerät abgeschreckt und ich habe mir dann doch schweren Herzens Papier-Bücher gekauft, die ich mitschleppen muß oder doch zuhause liegen lasse. $79 sind natürlich ideal für das Weihnachtsgeschäft.

Amazon hat mit der Einführung des Amazon Kindle Fire, vor allem Dank der engen Verknüpfung mit dem Amazon Ökosystem und des neuen Browsers Silk, sehr viel Bewegung in den Tablet-Markt gebracht und die Zielgruppe massiv verbreitert.

Amazon Kindlet 7-Zoll TabletEs gibt Neuigkeiten zum geplanten Android Tablet von Amazon, über das die Branche schon seit einigen Monaten spekuliert. MG Siegler von Techcrunch konnte gestern vermelden Amazon’s Kindle Tablet Is Very Real. I’ve Seen It, Played With It. und er liefert auch einige interessante Details.

Das kommende Android Tablet von Amazon wird rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft verfügbar sein, geplant ist Ende November. Leider stand im Artikel nicht, ob das Amazon Kindle Tablet nur in den USA ausgeliefert werden wird oder auch in Europa. Das Amazon Kindle Tablet wird 7-Zoll groß sein, d.h. es wird kleiner und damit leichter sein als das iPad und damit auch für andere Anwendungsszenarien in Frage kommen.

Das Amazon Kindle Tablet wird vor allem ein Kindle sein, das Android ist ein speziell für Amazon angepasstes Android, bei dem der Android Market durch Amazon ersetzt sein wird. Das Amazon Kindle Tablet soll vor allem für den Konsum von digitalen Medien geeignet sein, die man idealerweise direkt bei Amazon kaufen kann.

Das Amazon Kindle Tablet soll für $250 auf den Markt kommen, wobei angeblich Amazon in den USA ihr Produkt Amazon Prime im Wert von $79 kostenlos für ein Jahr beim Kauf eines Amazon Kindle Tablets hinzugeben wird. Das ist ein massiver Unterschied zum iPad, das derzeit $499 kostet in den USA. Das Amazon Kindle Tablet soll erst einmal nur als WLAN-Variante auf den Markt kommen.

Amazon nutzt beim Amazon Kindle Tablet die Vorteile von Android als freie Software mit offenen Quellen, die ordentliche Anpassungen erlaubt, und kombiniert dies mit dem Amazon Ökosystem aus Webservices, digitalen Produkten und einem massivem Vertriebskanal. Amazon.com wird einen Relaunch erfahren, um die Shopping-Experience Tablet-tauglicher zu machen, wie The Next Web unlängst berichtete. Die Kombination von Tablet mit Ökosystem gibt Amazon einen klaren Vorteil gegenüber den anderen Anbietern von Android-basierten Tablets, die alle nur den Android Market zur Verfügung haben, und nutzt die Schwachstelle des iPad: als Lesegerät für Bücher. Es ist gelernt, daß ein Kindle wunderbar zum Lesen taugt und hier setzt Amazon mit dem Kindle Tablet an, um dann dem Nutzer auch Musik und Video anbieten zu können über Amazon.

Ich glaube, das Amazon Kindle Tablet im 7-Zoll Format wird ein Kassenschlager zu Weihnachten werden und dürfte zügig das populärste Android Tablet werden.