Mit ‘twitter’ getaggte Artikel

03. Mai 2012

Google+ Follower sind gut für das Google Ranking

Ob Google+ nun tot ist oder durch Google künstlich beatmet wird, darf Monat für Monat neu debattiert werden, sobald neue Zahlen präsentiert werden. Aber die Vermutung war schon immer, daß Google nicht nur die Clicks auf +1, sondern auch die Followerzahlen für das Ranking in den Suchergebnissen berücksichtigt. Ein kurzer, natürlich nicht repräsentativer Test, will nun Folgendes herausgefunden haben:

It turns out having Google+ followers boosts the ranking the most, while a “+1″ still does way more for your search ranking than Facebook or Twitter.

Twitter und die Anzahl der Follower ist laut dieser Studie übrigens egal. Nun muß man sich selber überlegen, welche Trafficquellen wichtiger sind: die eher Realtime-orientierten Quellen wie Facebook, Google+ oder Twitter, oder eben das gute Ranking in Suchergebnissen von Google.


Infographic: Testing Social Signals

[ via Surprising No One, Using Google+ Is The Best Way To Boost Your Website's Search Ranking - Business Insider ]

23. März 2012

6 Jahre Twitter – und nun?

Ja, sicher, Twitter turns six und hat jede Menge Grund zum Jubeln:

Six years may not be very long in human terms, but it’s been quite an enormous span for the thing we know and love as Twitter. When @jack first sketched out his notion in March 2006, no one could have predicted the trajectory of this new communication tool. Now it seems that there are as many ways to express yourself in 140 characters as there are people doing it. And at last check, there are more than 140 million active users (there’s that number again) — and today we see 340 million Tweets a day.

Aber ehrlich gesagt, bin ich weit weniger beeindruckt von Twitter im März 2012 als von Twitter im Januar 2007, als ich mich dort das erste Mal einloggte. Ich kann Euch auch ziemlich genau sagen, was mich massiv an Twitter stört: es ist die Phantasielosigkeit.

Twitter steht auf der Stelle, das habe ich bereits vor Monaten angedeutet. Seit einiger Zeit ist das einzige Thema nur noch die Monetarisierung und da geht es primär um Werbung. Brand Pages. Werbung im Stream. Gähn. Das wirkt hilflos und sieht aus, als ob man den Nerv-Faktor Werbung nutzen will, um irgendwann mal Premium-Accounts einzuführen, die dann werbefrei und dafür eben kostenpflichtig sind.

Was ich allerdings vermisse, sind Features, die das Produkt Twitter besser benutzbar machen und die dadurch für eine bessere Verweilsdauer der Nutzer sorgen und Twitter fit für den Mainstream machen. Twitter will in Deutschland jetzt bekannter werden, aber wie soll das bitte gehen mit diesem Produkt? Man kann immer noch nicht ordentlich Konversationen verfolgen, die Suche ist murksig und wenig flexibel, Direct Messages werden nicht als gelesen markiert, sondern in jedem Client wieder als ungelesen angezeigt, die Hashtags werden nicht ordentlich geclustert, und so weiter und so fort. Für Geeks ist das alles ok, aber erstaunlicherweise gibt es weitaus mehr Leute, die mehr Komfort erwarten und daher lieber Facebook nutzen, weil da mehr geht und das auch noch einfacher. Wenn man sich anguckt, wie lieblos Features umgesetzt sind, wie z.B. die Bundesliga Live-Komponente (#WOBHSV – wer kommt denn auf den Hashtag?) oder daß es immer noch nichts zu den Themen #Tatort, #GNTM oder #DSDS gibt, dann fragt man sich schon, was die da bei Twitter so treiben und wie sie jemals im deutschen Markt relevant werden wollen.

Ich glaube, wenn man sich mal nach den Geburtstagsfeierlichkeiten hinsetzt und über Twitter und die Zukunftsaussichten nachdenkt, dann muß man sich kritisch mit der Frage auseinandersetzen, was Twitter eigentlich ist und was es sein will. Ist Twitter ein Produkt, oder doch nur ein Feature? Twitter kann 140 Zeichen ganz toll, aber da hört es dann auch schon auf. Ich würde weiterhin darauf spekulieren, daß die tiefe Integration in iOS die Rettung für Twitter sein wird und Apple eine Unabhängigkeit von SMS und anderen Messagingdiensten der Provider garantiert und dadurch ein wichtiger Teil einer eigenen mobilen Infrastrukturkomponente für Apple sein kann. Aus eigener Kraft wird Twitter den Kampf gegen die Burnrate nicht gewinnen können, dafür kann Twitter zu wenig und überzeugt auch nicht im Ausbau zum Produkt.

12. März 2012

Twitter kauft Posterous auf Suche nach Geschäftsmodell

Heute wurde bekannt, daß Twitter den Blog-Anbieter Posterous gekauft hat. Posterous? Ja, wir erinnern uns, das ist der Dienst, der eigentlich auf einer Technologie-Ebene sowas ähnliches wie Tumblr anbietet, nur eben nicht ansatzweise so erfolgreich ist und mittlerweile eher von Google+ ersetzt wurde.

Tumblr.com Traffic and Demographic Statistics by Quantcast

Natürlich jubelt Twitter über die Akquisition von Posterous rum, das klingt dann so:

Today we are welcoming a very talented group from Posterous to Twitter. This team has built an innovative product that makes sharing across the web and mobile devices simple—a goal we share. Posterous engineers, product managers and others will join our teams working on several key initiatives that will make Twitter even better.

Auf gut deutsch bedeutet dies, daß Posterous es nicht geschafft hat, mit seinem Dienst Geld zu verdienen oder eine große Community aufzubauen und nun von Twitter gekauft wurde, weil Twitter die Mitarbeiter benötigt, aber auch nicht so wirklich weiß, wie man mit dem Dienst Geld verdienen kann. Aus der Kombination von Twitter und Posterous soll nun dafür gesorgt werden, daß Twitter erfolgreich wächst und Geld verdient. Nun ja.

Twitter hat eine massive Reichweite und geht davon aus, daß Werbung im Stream funktionieren wird. Posterous bietet die Möglichkeit, aus der Limitierung der 140 Zeichen auszubrechen und multimedialer zu werden, damit dann auch andere Arten von Werbung möglich sind.

Mir kommt das gerade so vor, als ob hier die Hoffnung grassiert, daß Minus mal Minus irgendwie doch noch Plus ergeben könnte. Ich bin skeptisch, was den Erfolg der Brand Pages bei Twitter angeht und ich glaube auch nicht an Werbung im Stream, denn das wird zu 99% nerven und nur zu 1% sinnvoll passen. Die Akquisition von Posterous wird nicht helfen, dieses Problem zu lösen. Aber immerhin hat Twitter jetzt ein paar Mitarbeiter mehr und die Investoren von Posterous ein Problem weniger.

27. Januar 2012

Twitter erkennt globale Zwänge an

“Zensur!” schreien die Einen, “wirtschaftlich notwendig!” die Anderen – und doch haben beide irgendwie Recht. Twitter hat gerade angekündigt, daß künftig Maßnahmen ergriffen werden können, um Tweets in bestimmten Ländern blocken zu können.

As we continue to grow internationally, we will enter countries that have different ideas about the contours of freedom of expression. Some differ so much from our ideas that we will not be able to exist there. Others are similar but, for historical or cultural reasons, restrict certain types of content, such as France or Germany, which ban pro-Nazi content.

Until now, the only way we could take account of those countries’ limits was to remove content globally. Starting today, we give ourselves the ability to reactively withhold content from users in a specific country — while keeping it available in the rest of the world. We have also built in a way to communicate transparently to users when content is withheld, and why.

Auf der einen Seite amüsiert es mich geradezu, wieviel Relevanz Authoritäten in Ländern den 140 Zeichen einzelner Nutzer zuschreiben, wo doch in diesem unseren Land der Dichter und Denker Twitter noch nicht einmal von der Masse der Leute ignoriert wird, aber auf der anderen Seite sieht Twitter natürlich seine globale Wachstums-Strategie bedroht und muß daher handeln. Es gibt nicht die globale Kommunikationskultur, es gibt noch dazu vielfältige rechtliche Rahmenbedingungen, die sich zwar alle mehr oder weniger auf die freie Meinungsäußerung berufen, aber doch irgendwie anders sind. Und es gibt natürlich viele Länder, die für die Expansion von Twitter interessant zu sein zu scheint, in denen die freie Meinungsäußerung kein Thema ist.

Fast schon flehentlich wirbt das Unternehmen daher im letzten Absatz um das Vertrauen der Nutzer:

One of our core values as a company is to defend and respect each user’s voice. We try to keep content up wherever and whenever we can, and we will be transparent with users when we can’t. The Tweets must continue to flow.

Für die vielen besorgten Nutzer in Deutschland wird sich nichts ändern, außer daß eklige Nazi-Tweets geblockt werden könnten. Für Demokratie-Bewegungen in Ländern mit autoritären Regimen ist diese Policy ein herber Schlag, da Twitter das jeweilige geltende Recht des Landes aktzeptiert. Twitter spielt auf einem globalen wirtschaftlichem Spielfeld und muß eine ordentliche Wachstumsgeschichte präsentieren, daher ist es aus Sicht des Unternehmens nachvollziehbar, daß für Staaten wie China jetzt entsprechende Vorkehrungen getroffen werden. Allerdings hat eine globale Infrastruktur nicht nur das Thema Meinungsäußerung zu berücksichtigen, sondern auch das Thema Urheberrecht. Auf chillingeffects.org/twitter wird man künftig sehen können, welche Twitter-Nutzer betroffen sind von den neuen Regelungen. Bislang findet man dort vor allem Tweets, die aufgrund der Beschwerden von Rechte-Inhabern gelöscht wurden.

Ich bin gespannt, auf das Twitter-Lösch-GoogleMaps-Mashup, das dann aufzeigt, wann wo welche Tweets gelöscht bzw. geblockt wurden und weshalb. Meine Prognose: 5% Zensur, 95% Urheberrechtsverletzungen.

26. Januar 2012

Bessere Clickrate bei Tweets

Gentlemen, please adjust your Buffer-Settings.

So. Jetzt habt ihr als Leser dieses Blogs ein Informationsvorsprung. Viel Spaß mit Twitter und Statistiken.

[ via [Infographic] Increase Click-Through Rates For Your Tweets ]