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Ach, Twitter

Nico —  3.07.2012 — 14 Comments

Vor ziemlich genau einem Jahr habe ich darüber geschrieben, dass Twitter konzeptionell am Ende ist und habe dann 5 Vorschläge für Twitter formuliert, wie sie ihr Produkt anders aufstellen können. Einiges davon wurde mittlerweile umgesetzt, aber auch nicht wirklich überzeugend, wenn man sich z.B. die Unternehmens-Profile auf Twitter anguckt. Ich nutze Twitter seit Ewigkeiten und es ist und bleibt mein primäres Tool, um relevante und auch einige nicht so relevante Dinge mit anderen zu teilen. Von Twitter aus landen meine Tweets dann bei Facebook, dort bekomme ich oftmals anderes Feedback als auf Twitter, daher finde ich dies relativ gut gelöst. Nun aber hat sich Twitter überlegt, dass es wieder einmal an der Zeit ist, die Nutzung der API, die genau so etwas ermöglicht, anders zu regeln, Marcel Weiss spricht von Twitters Kampf gegen die eigene Plattform geht in die nächste Runde:

Twitter hat am letzten Freitag neben dem Ende der Kooperation mit LinkedIn bekanntgegeben, dass in den nächsten Wochen striktere API-Regeln eingeführt werden.

Ich verstehe die Strategie bei Twitter ehrlich gesagt nicht. Alles, aber auch wirklich alles, was in den letzten Jahren gemacht wurde, war halbherzig umgesetzt und bestenfalls lieblos. Die Monetarisierungsstrategie basiert auf plumper Werbung im Stream, die Unternehmensprofile existieren, aber fallen nicht auf, die Content-Discovery ist auch wenig inspirierend und noch nicht einmal Direct Messages können über verschiedene Clients hinweg sinnvoll genutzt werden. Es ist ehrlich gesagt ein Trauerspiel. Und nun will Twitter die API-Regeln dahingehend verändern, dass Dritt-Anbieter noch strikteren Regeln unterliegen, damit alle Nutzer immer schön auf Twitter.com gehen, um die Werbung zu sehen.

Oh Mann, das ist echt so 20. Jahrhundert.

Twitter hatte so ein tolles funktionierendes Ökosystem, aber irgendwie verstehen die Verantwortlichen dort nicht, dass die API das Kernstück dieses Ökosystems ist und dass dort auch der Kern für die Monetarisierung liegt. Nova Spivack hat dies in A Solution to the Twitter API Problem eindrücklich erläutert und ich würde noch weiter gehen, denn Twitter hat eigentlich eine massive Messaging-Infrastruktur aufgebaut und könnte eigentlich Modelle entwickeln, die auch komplett ohne Werbung funktionieren oder wenigstens Werbung smarter machen als es derzeit der Fall ist.

Die zunehmende Fokussierung auf die eigenen Tools werden Twitter weniger interessant machen und der Vorteil der Limitierung auf 140 Zeichen wird immer weniger genutzt werden. Twitter wird nur halbherzig weiter entwickelt, es fehlt eine klare Perspektive nach Vorne für die Entwickler, die dann das Ökosystem noch interessanter machen. Twitter ist kein Facebook und sollte einen eigenen Weg bei der Monetarisierung finden, ansonsten schlägt Twitter den Weg der Beliebigkeit ein.

SNL Verizon Wireles

Die deutschen Mobilfunkanbieter sind schon dicht dran.

[ via 'Saturday Night Live' accurately skewers Verizon 4G advertising | The Verge ]

Wundervolle Idee.

[ via In Latest Ad Series, LEGO Leaves It To Your Imagination - DesignTAXI.com ]

Zum Tode von Kim Jong Il

Nico —  20.12.2011 — 2 Comments

Ohne Worte.

Fundstelle: Internet @zeank

Nachdem bekannt wurde, daß ich zum Jahresende bei Scholz & Friends ausscheide, wurde ich nahezu täglich gefragt, was ich denn nun ab Januar machen werde. Ich bin vor drei Jahren bewußt in eine klassische Werbe-Agentur gegangen, weil ich ein konkretes Ziel vor Augen hatte, aber erst einmal den harten Weg einschlagen mußte, gepflastert mit unzähligen Meetings und vielen, vielen brillianten, aber dennoch irgendwie verworfenen Ideen.

Irgendwann war aber klar, daß es mir nicht mehr ausreichte, einfach nur derjenige zu sein, der im Hintergrund die Inspirationen liefert, der die Rohdiamenten schärft, der aus Scheisse Gold macht, der alle antreibt und zu ungeahnten Höhenflügen antreibt, nein, das war mir auf Dauer nicht genug.

Es hat mich immer vor die Kamera gedrängt, ich bin in meinem Herzen eben doch eine Rampensau. Ohne viele Worte präsentiere ich hier mein Erstlingswerk als Hauptdarsteller:

Das Video ist Teil der Kampagne 50 Jahre Signal auf Facebook und während ich mich freue, daß ich in der typischen Arbeitskleidung eines Bloggers am Set erscheinen durfte, habe ich jetzt Blut geleckt und werde nicht eher ruhen, bis ich irgendwann einmal mit Fug und Recht behaupten kann: “Sie baden gerade ihre Hände darin.” Nächstes mal werde ich aber auch darauf achten, daß mir nicht ein kleiner, mir bislang völlig unbekannter Junge die Show stielt.