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Vor ein paar Tagen bin ich über den Artikel Announcing an audacious proposal von Dalton Caldwell gestolpert, der genervt von Twitter und der Fokussierung auf Werbe-Erlöse folgendes vorgeschlagen hat:

I believe so deeply in the importance of having a financially sustainable realtime feed API & service that I am going to refocus App.net to become exactly that. I have the experience, vision, infrastructure and team to do it. Additionally, we already have much of this built: a polished native iOS app, a robust technical infrastructure currently capable of handing ~200MM API calls per day with no code changes, and a developer-facing API provisioning, documentation and analytics system. This isn’t vaporware.

To manifest this grand vision, we are officially launching a Kickstarter-esque campaign. We will only accept money for this financially sustainable, ad-free service if we hit what I believe is critical mass. I am defining minimum critical mass as $500,000, which is roughly equivalent to ~10,000 backers.

In Kurzfassung will er $500.000 von ungefähr 10.000 Unterstützern bekommen, um eine eine Art Twitter 2.0 mit einer Fokussierung auf einem Ökosystem für Entwickler zu erschaffen. Caldwell geht davon aus, dass das bisherige System bei werbefinanzierten Plattformen sich immer zu Ungunsten der Entwickler und der Nutzer verhält, daher will er App.net grundsätzlich anders ausrichten.

Ich finde die Idee extrem spannend und gehöre zu den Unterstützern von App.net. Bis zum 13. August will Caldwell die Summe von $500.000 erreicht haben. Ich sehe in der Tat Vorteile darin, den Versuch zu unternehmen, eine Plattform an den Bedürfnissen der Entwickler auszurichten und glaube, dass über die mobile Nutzung durchaus eine Bereitschaft zum Bezahlen geschaffen werden kann. Natürlich ist es nicht leicht, neben den bestehenden sozialen Netzwerken einen neuen Dienst zu etablieren, wie wir das seit einem Jahr an Google+ sehen, aber dennoch finde ich die Idee unterstützenswert.

Mach mit!

Ach, Twitter

Nico —  3.07.2012

Vor ziemlich genau einem Jahr habe ich darüber geschrieben, dass Twitter konzeptionell am Ende ist und habe dann 5 Vorschläge für Twitter formuliert, wie sie ihr Produkt anders aufstellen können. Einiges davon wurde mittlerweile umgesetzt, aber auch nicht wirklich überzeugend, wenn man sich z.B. die Unternehmens-Profile auf Twitter anguckt. Ich nutze Twitter seit Ewigkeiten und es ist und bleibt mein primäres Tool, um relevante und auch einige nicht so relevante Dinge mit anderen zu teilen. Von Twitter aus landen meine Tweets dann bei Facebook, dort bekomme ich oftmals anderes Feedback als auf Twitter, daher finde ich dies relativ gut gelöst. Nun aber hat sich Twitter überlegt, dass es wieder einmal an der Zeit ist, die Nutzung der API, die genau so etwas ermöglicht, anders zu regeln, Marcel Weiss spricht von Twitters Kampf gegen die eigene Plattform geht in die nächste Runde:

Twitter hat am letzten Freitag neben dem Ende der Kooperation mit LinkedIn bekanntgegeben, dass in den nächsten Wochen striktere API-Regeln eingeführt werden.

Ich verstehe die Strategie bei Twitter ehrlich gesagt nicht. Alles, aber auch wirklich alles, was in den letzten Jahren gemacht wurde, war halbherzig umgesetzt und bestenfalls lieblos. Die Monetarisierungsstrategie basiert auf plumper Werbung im Stream, die Unternehmensprofile existieren, aber fallen nicht auf, die Content-Discovery ist auch wenig inspirierend und noch nicht einmal Direct Messages können über verschiedene Clients hinweg sinnvoll genutzt werden. Es ist ehrlich gesagt ein Trauerspiel. Und nun will Twitter die API-Regeln dahingehend verändern, dass Dritt-Anbieter noch strikteren Regeln unterliegen, damit alle Nutzer immer schön auf Twitter.com gehen, um die Werbung zu sehen.

Oh Mann, das ist echt so 20. Jahrhundert.

Twitter hatte so ein tolles funktionierendes Ökosystem, aber irgendwie verstehen die Verantwortlichen dort nicht, dass die API das Kernstück dieses Ökosystems ist und dass dort auch der Kern für die Monetarisierung liegt. Nova Spivack hat dies in A Solution to the Twitter API Problem eindrücklich erläutert und ich würde noch weiter gehen, denn Twitter hat eigentlich eine massive Messaging-Infrastruktur aufgebaut und könnte eigentlich Modelle entwickeln, die auch komplett ohne Werbung funktionieren oder wenigstens Werbung smarter machen als es derzeit der Fall ist.

Die zunehmende Fokussierung auf die eigenen Tools werden Twitter weniger interessant machen und der Vorteil der Limitierung auf 140 Zeichen wird immer weniger genutzt werden. Twitter wird nur halbherzig weiter entwickelt, es fehlt eine klare Perspektive nach Vorne für die Entwickler, die dann das Ökosystem noch interessanter machen. Twitter ist kein Facebook und sollte einen eigenen Weg bei der Monetarisierung finden, ansonsten schlägt Twitter den Weg der Beliebigkeit ein.

SNL Verizon Wireles

Die deutschen Mobilfunkanbieter sind schon dicht dran.

[ via ‚Saturday Night Live‘ accurately skewers Verizon 4G advertising | The Verge ]

Wundervolle Idee.

[ via In Latest Ad Series, LEGO Leaves It To Your Imagination – DesignTAXI.com ]

Zum Tode von Kim Jong Il

Nico —  20.12.2011

Ohne Worte.

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