Ich habe in den letzten 8 Wochen 15 kg abgenommen – und da ich immer wieder gefragt werde, wie ich das geschafft habe, könnt ihr hier nachlesen, wie ich das gemacht habe. Dabei war für mich ausschlaggebend, dass die Slow-Carb Diät von Tim Ferriss nicht so aufwändig ist, sondern eher auf dem Weglassen von Kohlenhydraten basiert und ich ohne große Umstellungen diese Form der Ernährung in meinen Tagesablauf integrieren kann. Natürlich hatte ich auch schon etliche Male versucht, durch mehr Sport abzunehmen, aber das ist zeitaufwändig, anstrengend und kaum von Erfolg gekrönt, wenn man nicht auch die Ernährung umstellt.

Slow-Carb basiert auf 4 Punkten:

  1. Verzicht auf weiße Kohlenhydrate
    • keine Kartoffeln, keine Nudeln, kein Reis, kein Mehl
    • kein Frittiertes
    • kein Müsli
    • und natürlich kein Zucker
  2. Einfach zu kombinierende Bestandteile der Mahlzeiten – laut Ferriss sorgen die Hülsenfrüchte für die bessere Aufnahme von Kohlenhydraten, da sie länger verarbeitet werden.
    • Proteine: Eier, Hähnchenbrust, Rind, Schwein
    • Hülsenfrüchte: Linsen, Kidney Bohnen, etc.
    • Gemüse: Spinat, Spargel, Erbsen, Grünkohl, etc.
  3. keine Kalorien trinken, sondern nur:
    • Wasser
    • Kaffee
    • Tee
  4. an einem Tag der Woche kann man essen, was man will. Hurra.

Wichtig ist dabei, dass man pro Mahlzeit genügend Proteine zu sich nimmt, Ferriss empfiehlt 30 Minuten nach dem Aufstehen 30g Proteine zu essen. Das ist also beispielsweise ein Rührei basierend auf 5 Eiern, oder 3 Eiern plus Linsen, oder ein Protein-Shake oder eine Packung Hüttenkäse.

Ich habe in den letzten 8 Wochen immer wieder unterschiedliche Dinge ausprobiert und mich dabei morgens und abends gewogen. Dabei habe ich festgestellt, dass das von Ferriss erlaubte Glas Rotwein am Abend zwar gut schmeckt, aber den Fettabbau einschränkt – ohne Rotwein am Abend nehme ich schneller ab. Fiese ist bei mir der Cheatday am Sonntag, an dem ich „wieder normal“ esse und beim abendlichen wiegen dann locker 2kg mehr auf die Waage bringe. Spätestens Mittwoch ist das alles wieder runter. Laut Ferriss muss man das machen, damit der Körper nicht in einen Sparmodus fällt und man weniger Energie verbraucht – das würde eben auch nicht beim Fettabbau helfen.

Ich esse viel Thunfisch aus der Dose, das sind fast 30g Proteine pro Dose, viel Salat mit Feta, viel Hüttenkäse, ab und zu mal Skyr – damit komme ich gut über den Tag bzw. durch die Woche. Hüttenkäse ist sehr reich an Eiweiss, hat kaum Fett, aber man muss es auch mögen. Beim Dönerteller lasse ich die Pommes weg und frage nach mehr Salat, derartiger Verzicht auf Kohlenhydrate klappt eigentlich ganz gut. Nur bei Spaghetti Bolognese, was unsere Kinder mindestens einmal die Woche essen wollen, fällt es schwer, die Nudeln wegzulassen. Dann esse ich eben Salat.

Allerdings nehme ich auch Hilfsmittel, wie die Protein-Shakes von Leyenberger, die Proteinriegel von Leyenberger, die Big Blocks von Protein System und abends auch mal Schweinekrusten. Die Protein-Shakes sind klasse, wenn man morgens mal keine Lust auf Rührei hat oder wenn es schneller gehen muss.

Damit meine Muckis was zu tun haben, mache ich seit einigen Wochen Kettlebell Swings – da dauert eine Einheit nur ein paar Minuten und danach kann ich vor Kraft kaum Laufen. Wie das geht, kann man hier sehen, bei mir sieht es  vermutlich noch eleganter aus.

Ich wiege mich morgens und abends auf meiner Withings-Waage und staune dann über die Daten in der iPhone App. Die Waage errechnet den BMI und das reicht mir als Annäherungswert, eine Körperfettwaage wäre die nächste Anschaffung, aber aktuell sehe ich durchaus noch, dass ich zu viel Körperfett habe.

Für mich bedeutet diese Ernährungsumstellung vor allem, dass ich keinen Jieper mehr auf Süßigkeiten habe –  der schnelle Griff zum Schokoriegel, weil der Insulinspiegel gerade nach Zucker schreit, ist bei mir vorbei. Das hilft ungemein – ebenso wie der nahezu völlige Verzicht auf Bier, was gerade in Zeiten von Craft Beer wirklich schwierig ist.

Bis zum Sommer ist noch etwas Zeit, um an meiner Bikinifigur zu arbeiten.

 

Neulich im Alpha-Forum

Nico —  19.01.2016

45 Minuten Gespräch mit mir über das Digitale an sich, was ich so mache und wieso. Natürlich im Bildungskanal, wo denn sonst.

Uwe Knüpfer versuchte einmal, Bundestagkandidat zu werden und trat gegen Michelle Müntefering in Herne an. Er unterlag und viele sahen sein Engagement als Affront an, denn er trat als Chefredakteur des Vorwärts gegen die ehemalige Voluntärin Michelle Müntefering an. Knüpfer ist ein langgedienter politischer Journalist, der u.a. Auslandskorrespondent in Washington, D.C. und Chefredakteur der WAZ war.

Man kann also durchaus behaupten, Knüpfer weiss, wie der Politikbetrieb funktioniert, denn er ist seit vielen Jahrzehnten als Insider nah dabei.

du_bist_das_volkIch werde künftig jedem, der zu mir sagt: „Du bist doch so ein politischer Mensch, warum gehst Du nicht in die Politik?“ das Buch Du bist das Volk – Eine Anleitung zum Politiker-Sein: In zwölf Ermunterungen empfehlen. Denn Knüpfer beschreibt in diesem Buch schonungslos und süffisant, was es bedeutet, die Politik zum Beruf zu machen. Ich kenne viele Aspekte davon aus eigener Erfahrung, denn als Politikersohn habe ich selber erlebt, was für ein großer Zeitfresser die Politik ist und was das für die Familie bedeutet.

Knüpfer zeigt ziemlich direkt auf, welche Entbehrungen man auf sich nehmen muss, wenn man im Politikbetrieb vorankommen will. Man kann das Buch als Anleitung und als Warnung zugleich verstehen, denn seine Hinweise sind durchaus zielführend, wenn auch schonungslos direkt. Der Idealismus fällt hinten runter, wenn man die Karriere geplant werden soll und ich weiss von vielen Gesprächen mit Politikern, wie schwer es ist, diesen Idealismus im Tagesgeschäft nicht gänzlich zu verlieren.

Das Ansehen der Politikerinnen und Politiker ist nicht sehr groß, ihr Einsatz allerdings um so mehr. Dafür gibt es im Vergleich mit Leitungspositionen in der Wirtschaft wenig Geld, dafür aber viel Kritik und Gemecker. Wer sich das antun will, verdient meinen Respekt, auch wenn ich vermutlich nicht mit allen Positionen einverstanden bin. Knüpfer wirbt nicht wirklich für den Beruf des Politikers, aber er zeigt, was man tun muss, damit es funktionieren kann.

Meine Kindheit war anders als die meiner Kinder und es ist für sie total seltsam, dass ich als Kind weder iPhone noch iPad hatte und meine Erzählung, dass unser Fernseher nur drei Programme hatte, finden sie auch höchst merkwürdig. Wenn ich von Pong oder Asteroids schwärme, ernte ich seltsame Blicke. Und wenn ich von der vielen Langeweile berichte, die wir als Kinder ohne konstante Berieselungsmöglichkeiten hatte, dann ernte ich nur Kopfschütteln.

the_end_of_absenceMichael Harris nimmt sich diesem Thema an in seinem Buch The End Of Absence. Reclaiming What We’ve Lost in a World of Constant Connection. Harris sammelt Alltagsbeobachtungen und zeigt auf, wie sich unser Leben durch die Digitalisierung verändert hat. Natürlich geht es dabei um den Begriff, den Linda Stone bereits 1998 geprägt hatte: continous partial attention. Ihr kennt das. Wir sind leichter abgelenkt, versuchen uns in Multitasking und wenigstens beim Abendessen legen endlich alle mal das Smartphone weg.

Das Kernthema des Buches fast Harris ganz wunderbar zusammen: „As we embrace a technology’s gifts, we usually fail to consider what they ask from us in return – the subtle, hardly noticeable payments we make in exchange for their marvelous service.“ – Technologie macht etwas mit uns und wir nehmen es vor lauter Begeisterung kaum wahr.

„Montaigne once wrote: ‚We must reserve a back shop, all our own, entirely free, in which to establish our liberty and our principal retreat and solitude.‘ But will tomorrow’s children set up such a shop, when the world seems to conspire against the absentee soul?“ – diese Fragestellung treibt mich als Vater um, meine Kinder allerdings nicht so, die die konstante Ablenkung nachfragen und einfordern.

Leider driftet Harris spätestens beim Thema Online-Dating ins Anekdotenhafte ab und wirkt dadurch zunehmend laberig, was die initialen Punkte ziemlich verwässert und das Buch zunehmend in die Länge zieht. Insgesamt ist das Buch ein interessanter Denkanstoß für ein Thema, dass an Relevanz noch zunehmen wird, je mehr die Technologie sich in Richtung Virtual Reality bewegt. Wir werden lernen müssen, uns auch in Zukunft Langeweile und Beschäftigung mit nur einem Thema zu ermöglichen.

Ich habe mir für dieses Jahr vorgenommen, 52 Bücher zu lesen, also quasi jede Woche eins.

Traction: How Any Startup Can Achieve Rapid Customer Growth von Gabriel Weinberg und Justin Mares wurde mir von einem Gründer aus unserem aktuellen Batch beim next media accelerator empfohlen.

tractionTraction ist das magische Wort eines jeden Startups – wenn man Traction hat, dann bedeutet dies, dass das Geschäft anzieht, man Nutzerwachstum hat und es vorangeht. Jedes Startup will Traction bekommen, also die Phase erreichen, in der man nicht mehr jeden einzelnen Nuzter persönlich kennt, sondern sich fragt: „wo kommen die denn alle her, geht das jetzt so weiter?“

Längst nicht alle Startups erreichen diese Phase, obwohl das Produkt gut ist und auch viele Anstrengungen unternommen werden, den Nutzeraufbau hinzubekommen.

Traction basiert zu großen Teilen auf den Erfahrungen von Weinberg beim Aufbau von DuckDuckGo, einer Suchmaschine, die in den letzten Jahren durchaus Traction bekommen hat, allerdings im Vergleich zu Google kaum Marktanteile verzeichnen kann.

Weinberg zeigt erst einmal die Kanäle auf, die für Gründer relevant sind und um die sie sich zu kümmern haben, webt dabei immer eigene Erfahrungen mit rein.

Die Kanäle im Überblick:

  • Viral marketing
  • Public Relations (PR)
  • Unconventional PR
  • Search Engine Marketing (SEM)
  • Social & Display Ads
  • Offline Ads
  • Search Engine Optimization (SEO)
  • Content Marketing
  • Email Marketing
  • Engineering as Marketing
  • Targeting Blogs
  • Business Development (BD)
  • Sales
  • Affiliate Programs
  • Existing Platforms
  • Trade Shows
  • Offline Events
  • Speaking Engagements
  • Community Building

Weinberg lässt die Leser allerdings nicht mit diesen Kanälen alleine, sondern schlägt das „Bullseye Framework“ vor, um besser identifizieren zu können, wie ein Startup den Nutzeraufbau angehen sollte. Schliesslich geht es ja darum, dass jedes Startup den Nutzeraufbau hinbekommen soll. Beim Bullseye Framework geht es um fünf Schritte:

  1. Brainstorming
  2. Ranking
  3. Prioritizing
  4. Testing
  5. Focusing

Man soll sich also zuerst überlegen, welche Kanäle wie in Frage kämen, dann diese nach Wichtigkeit sortieren, dann die drei erfolgsversprechendsten Kanäle in Angriff nehmen, dann testen, was am Besten funktioniert und dann auf diesen Kanal fokussieren. Klingt logisch und einfach, hat aber natürlich auch seine Tücken, weil man wissen muss, wann die Fokussierung auf einen anderen Kanal ansteht, weil beispielsweise der eine Kanal saturiert ist, eine neue Phase im Unternehmen erreicht wurde oder einfach externe Faktoren neu bewertet werden müssen.

Meine initiale Reaktion auf das Buch war: „ja, ganz nett.“ – denn irgendwie ist das alles nichts Neues für mich. Das wäre allerdings auch schlimm, schliesslich beschäftige ich mich seit gut und gerne 15 Jahre mit Startups und deren Wachstum. Aus der Sicht eines Gründers ist dieses Buch absolut hilfreich, es lässt sich sehr schnell lesen, bringt gute Beispiele und zeigt klare Handlungsempfehlungen auf.