Beste Druckerei

Aus einer Pressemitteilung der Druckerei Friese erfährt man, wen Google für die beste Druckerei hält, jedenfalls nach der speziellen Deutung der Firma Friese:

Das Votum ist eindeutig: Unter mehr als anderthalb Millionen Konkurrenten hat sich das Düsseldorfer Traditionsunternehmen Frese Edeldruck als Sieger hervorgetan ? jedenfalls wenn es nach dem größten und populärsten Internet-Suchdienst Google geht. Hier nämlich wird die Druckerei, die spezialisiert ist auf hochwertige Drucksachen, bei dem Stichwort ?beste Druckerei? ganz oben auf dem Ranking geführt.
Dazu der Firmeninhaber Manfred Jakobs: ?Natürlich legen wir seit jeher größten Wert auf hochwertige Handwerks-Druckerkunst. Unternehmensberatungen, Kanzleien, Ärzte wie auch private Auftraggeber profitieren davon. Dass das nun auch von einer unabhängigen Suchmaschine wie Google erkannt wird, freut uns deshalb ganz außerordentlich.?

Derzeit ist allerdings Thomas Wanhoff in der Gunst von Google durchaus höher angesehen als die Druckerei Friese. Selbst das Portal, in dem die PR-Meldung erschienen ist, liegt vor der Druckerei Friese. ich vermute mal ein weiteres Absacken in den nächsten Tagen und Wochen.

Es ist eben immer so eine Sache mit der Medienkompetenz.

[ via: PRLEN » Blog Archive » Beste Druckerei ]

Das nordrheinwestfälische Internet wird sicherer

Aus einer Pressemitteilungen des Innenministeriums NRW kann man ersehen, wie weitsichtig Innenminister Ingo Wolf (FDP) bei der Terrorbekämpfung sein will:

“Die verstärkte Beobachtung der modernen Kommunikationswege des Internet ist unverzichtbar im Hinblick auf ihre zunehmende Bedeutung für den internationalen Terrorismus”, so Wolf.

Das ist doch alles Quatsch. Die Politiker-Darsteller aus Bund und Ländern sollten sich mal überlegen, was sie da verkünden. Hier wird auf der latenten Technikfeindlichkeit und der Angst vor Neuem in der Bevölkerung aufgebaut und ein absolut verzerrtes Bild gemalt. Es ist vor allem eine Idiotie zu meinen, dass Internet-Überwachung im Kampf gegen den Terror die Lösung des Problems auch nur einen Schritt näher bringt.

Wiefelspütz will sexuelle Auffälligkeiten erfassen

Dieter Wiefelspütz (im Bild rechts neben seinem Sicherheitshund) signalisiert der Union freie Fahrt für das fröhliche Erfassen von möglichst vielen personenbezogenen Daten bei der sog. Anti-Terror Datei:

“Aussagekräftige Informationen gehören in die Datei”, sagte der innenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion der FTD. Im Einzelfall könne das auch etwas “sehr Intimes” sein. Als Beispiele dafür nannte er Religionszugehörigkeit und sexuelle Auffälligkeiten.

Nun möchte ich auch zu gerne wissen, wie denn bei islamistischen Fundamentalisten die sexuellen Auffälligkeiten herausgefunden werden solle. Gibt es dort spezielle verdeckte Ermittler?

Wer kommt denn alles in diese Anti-Terror Datei? Nur stadtbekannte Terroristen, oder jeder, der einen fusseligen Bart trägt und irgendwie anders aussieht? Was soll eigentlich mit dem neuen Anti-Terror-Gesetz bewirkt werden? Doch nur das Signalisieren von Handlungsbereitschaft bei gleichzeitigem Einschränken der persönlichen Freiheiten. Damit ist niemandem geholfen, ausser denen, die als Garanten von Freiheit und Sicherheit in einem Klima der Angst und Furcht in die nächsten Wahlkämpfe ziehen dürfen.

Gibt es eigentlich derzeit noch Politiker, die von dieser Spirale der Entwicklung noch nicht erfasst wurde und Mäßigung im Zusammenhang mit dem Kampf gegen den Terror fordern mag? Meine Partei, die SPD, ist nicht nur in diesem Bereich momentan die absolute Nullnummer, siehe Dieter Wiefelspütz.

Mehr Innere Sicherheit dank vieler Fehlalarme

Vor 10 Jahren studierte ich in Berkeley im US-Bundesstaat Kalifornien und durfte dort den amerikanischen Ansatz zu mehr Innerer Sicherheit miterleben. Aus historischen Gründen verfügte die Uni über eine Polizeidienststelle direkt im Hauptgebäude der Universität. Dort untergebracht war auch das zu der der Zeit einzige Bombenräumommando der Polizei in der Bay Area. Das derzeitige Bedrohungsszenario bestand vor allem aus dem Unabomber, der Briefbomben an Universitäten verschickte und da Ted Kaczynski kurze Zeit Assistenzprofessor in Berkeley war, vermutete man hier einen Racheakt.

Einmal konnte ich nach der Mittagspause nicht zurück auf den Campus und alles im Umkreis des Hauptgebäudes war abgesperrt und das komplette Programm wurde abgespult, inklusive Mann in grüner Schutzmontur, der sich sehr langsam dem verdächtigen Objekt näherte. Eine kleine Papptüte stand verdächtig neben einer Bank. Nach einiger Zeit vorsichtigen Handelns konnte Entwarnung gegeben werden und ein aus Alufolie entwickelter kalter Burrito wurde in den Müll geschmissen.

Klingt übertrieben? Kann hier nie passieren? Auch hier in Deutschland steigt die Nervösität merklich:

Die Mannheimer Innenstadt ist wegen eines herrenlosen Einkaufs-Trolleys weiträumig abgesperrt worden. Das Gepäckstück wurde an einer Haltestelle vor einem Warenhaus angekettet. Es erwies sich als harmlos.

Ich gehe mal davon aus, dass auch in den nächsten Tagen und Wochen die Sprengstoffexperten mehr als üblich zu tun haben werden wegen herrenloser Koffer und verdächtig aussehenden Plastiktüten. Ich finde es absurd zu sagen, dass man lieber einen Fehlalarm mehr als einen zu wenig haben will. Darunter leidet vor allem die Lebensqualität, wenn man permament mental auf der Suche nach der Bombe in der Tüte ist.