Der Gegenschlag

Vom Gegenschlag der DFL ist die Rede, denn die Fans erdreisten sich gerade. Sie stellen eigene Inhalte ins Netz, berichten von Spielen und das auch noch mit bewegten Bildern. Das kann die DFL nicht auf sich sitzen lassen, sie wähnt Milliarden in Gefahr.

Diese Ankündigung eines Gegenschlages mußte kommen, sie ist eine logische Konsequenz aus der Entwicklung der letzten Jahre. Die Liga braucht Geld, sie muß daher die Rechte teuer verkaufen, der gemeine Fan an sich muß dafür im Gegenzug beim Konsum der Ware Fußball einiges ertragen, sei es Sendezeiten, Kommentatoren, Analysten, Stargäste oder einfach nur die völlige Überdosis an Werbung. Ach ja, das Spiel gab es auch zu sehen, aber es rückt medial immer weiter nach hinten. So, nun machen Leute Bilder aus dem Stadion, filmen munter Spielszenen, schneiden Sequenzen aus Übertragungen heraus und mischen munter ihre eigenen Spots.

Ja, wo kommen wir denn da hin?

Genau dahin, wo die Musikbranche schon ist, wo die Tageszeitungen sind und wo das Fernsehen allgemein auch landen wird: am Boden der Tatsachen!

Das alte Modell ändert sich, die Konsumenten spielen mit. Man kann dies in sein Geschäftsmodell mit aufnehmen, ignorieren oder sich dagegen stellen. Die DFL betrachtet Fans als zahlende Statisten, die gerne klatschen und singen dürfen, fernsehgerecht. Alles andere wird nicht toleriert. Der Fan muss monetarisiert werden, alles andere ist Nebenbeigeplänkel und lenkt nur ab.

Wahlcomputer pro Bush

Im Abendblatt schreibt Cornel Faltin über die anstehenden Kongresswahlen und Ohio als Zünglein an der Waage:

Ein Faktor ist in all diesen Spekulationen und Meinungsumfragen aber nicht berücksichtigt, und der heißt “Diebold”. Dahinter verbirgt sich nicht einer der Kandidaten, sondern eine Firma, die im kleinen Städtchen Canton, eine Autostunde südlich von Cleveland, ihre Zentrale hat.

Nicht wenige Demokraten, und hinter vorgehaltener Hand auch Republikaner, sind der Meinung, dass hier die letzten US-Wahlen entschieden wurden. “Diebold Electronic Systems” hat sich auf den Bau von Wahlcomputern spezialisiert, und diese sind inzwischen landesweit sehr ins Gerede gekommen.

Sehr lesenswert, wie Memorycards im Vorfeld der Wahl ausgetauscht wurden, Umfragen und Ergebnisse dann doch auseinander liegen können, alle Manipulation vermuten, aber Diebold alles abstreitet, schliesslich aber der CEO aus “privaten Gründen” zurücktritt. Könnte man einen guten Krimi draus machen, wenn es nicht so realistisch wäre.

Also, bitte die Petition für die ersatzlose Streichung des § 35 Bundeswahlgesetz (Stimmabgabe mit Wahlgeräten) unterzeichnen!

Boarding Pass Generator und das FBI

Christopher Soghoian, ein Informatik-Doktorand an der Indiana University in Bloomington, Indiana hat einen Boarding Pass Generator ins Netz gestellt, der zeigen sollte, wie leicht so eine Bordkarte zu fälschen ist.

Using this, you can:

1. Meet your elderly grandparents at the gate
2. ‘Upgrade’ yourself once on the airplane – by printing another boarding pass for a ticket you’re already purchased, only this time, in Business Class.
3. Demonstrate that the TSA Boarding Pass/ID check is useless.

Nun hat er Besuch vom FBI bekommen, kurze Zeit nachdem ein Abgeordneter des Repräsentantenhaus seine Verhaftung und das Sperren der Site gefordert hatte. Der Boarding Pass Generator wurde gesperrt, aber Soghoian nicht verhaftet. Nachdem er die Nacht nicht zuhause verbracht hatte, musste er feststellen, dass das FBI nachts in seine Wohnung eingedrungen war, um Computer und anderes zu beschlagnahmen.

Also, wir fassen zusammen: Heutzutage kann man sich vielerorts Boardingpässe selber ausdrucken, das ist ein Service der Fluggesellschaften. Allerdings ist natürlich nicht gewollt, dass man einfach so den Namen auf der Bordkarte ändert, dann könnte man ja das Ticket an jemand anderen weiter reichen und es würde nicht auffallen, dass dieser jemand gar nicht das Ticket gekauft hat. Die Sicherheitsmaßnahme der Verknüpfung von Ausweis und Bordkarte wäre also sinnlos. Diesen Umstand hat Soghoian mit seinem Boarding Pass Generator demonstrieren wollen. Interessant, dass Abgeordnete jetzt schon zu Verhaftungen aufrufen und dann das FBI losläuft. Kommt das in Deutschland auch? Wir machen ja gerne alles nach.

Delta Bordkarten kann man sich übrigens auch herunterladen, muß man dann allerdings selber photoshoppen.

Sicherheitsmaßnahmen, die nur Sicherheit suggerieren, aber für Terroristen keine Hürde darstellen, dafür aber uns allen das Leben erschweren, sollten angeprangert und ad absurdum geführt werden. Die Reaktion seitens der Politik und des FBI ist total überzogen.