Arbeitsantritt Urlaubsvertretung

Kaum hat Hr. Lumma das Land verlassen, ist es nun an der Zeit, dass ich mich vorstelle: Hallo, ich bin Christoph und Nicos Urlaubsvertretung in der Zeit seiner Kreuzfahrt (ja, ich habe auch einen Blog, hab das hier also schon mal gemacht). Ein Konzept für diese Zeit habe ich mir (natürlich) nicht überlegt, aber da ich dieses Blog schon einmal gelesen habe, weiß ich, dass ihr jede Menge Technologie-Trendthemen gemischt mit allerlei Politischem erwartet; ich habe daher beschlossen, in der Saure-Gurken-Zeit auch den geneigten Leser einmal zu Wort kommen zu lassen. Daher möchte ich euch bitten, mir Themenvorschläge für die Zeit von Nicos Abwesenheit per Twitter-Direktnachricht zu übermitteln (jeder andere Weg geht auch, aber dafür solltet ihr meine anderen Kontaktdaten selbst herausfinden), mein Accountname dort lautet ‘playrough’ und ich freu mich auf möglichst abseitige Themenwünsche (bspw.: "die Tausend besten Startup-Ideen, die niemals funktionieren werden" oder: "Brandenburger Badeseen im Wandel der Zeit" oder: "400 Dinge, die ich niemals in einem Tweet unterbringen könnte" o.ä.). Sollte dieser Ansatz wider Erwarten nicht funktionieren, würde ich mir dann doch etwas ausdenken, aber das will ich vermeiden (Crowdsourcing, ihr wisst schon…).

Achso, abschließend zu diesem Vorstellungspost sei diese Plattform natürlich noch für etwas Eigenwerbung genutzt: wer am Sonntag noch nichts vorhat und ein absolutes Schnäppchen machen will, kommt auf den Flohmarkt auf dem Boxhagener Platz und nimmt uns etwas von unserem Ballast ab (alles ist günstig, alles muss raus). In diesem Sinne, ich freu mich auf eure Teilhabe. 

PS: Auch aus Leserbriefen zitieren würde ich SEHR gern.

Abwesenheitsnotiz

In den nächsten 2 Wochen wird hier von mir eher nichts gebloggt werden, denn nachdem wir mehrere Staffeln Traumschiff und Love Boat geguckt haben, ich die meisten Bingo-Regeln aus dem effeff beherrsche und auch noch die Anzüge frisch gereinigt sind, geht es auf eine Mittelmeer-Kreuzfahrt an Bord der Galaxy. Da die Internet-Kosten an Bord unsäglich teuer sind, werde ich die meiste Zeit mit Arschbomben in den Pool und Perfektionierung meiner Bräune verbringen. Ab und an werde ich aber das ein oder andere Poserfoto bei Flickr ausklinken, immer auf den Neidfaktor hoffend. Bevor jemand fragt, ob wir jetzt komplett den Verstand verloren haben: wir wurden eingeladen von meiner amerikanischen Familie und freuen uns sehr, mit insgesamt 15 Leuten den Urlaub zu verbringen.

Nach Diktat verreist.

Urlaub, Streik oder Tarifverhandlungen bei der Lufthansa?

Am Montag soll bei der Lufthansa unbefristet gestreikt werden, jedenfalls sieht das die Gewerkschaft ver.di vor:

Ab Montag kann es in allen Geschäftsbereichen der Lufthansa zum ersten unbefristeten Streik seit 13 Jahren kommen. Die Arbeitsniederlegungen sollen an den Flughäfen Berlin, Bremen, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Hannover, Leipzig, München, Nürnberg und Stuttgart stattfinden. Sie werden “zeitversetzt” beginnen, kündigte Ver.di-Verhandlungsführer Erhard Ott an. Die 52.000 Beschäftigten am Boden und in der Kabine der größten deutschen Fluggesellschaft wollen damit für einen besseren Tarifvertrag kämpfen.

Das Unternehmen hatte zuletzt eine Erhöhung von 6,7 Prozent in zwei Schritten und eine Einmalzahlung von einem Prozent des Jahresgehalts geboten. Der Vorschlag des Konzerns liegt Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber zufolge im oberen Bereich der diesjährigen Tarifabschlüsse. “Mehr geht nicht, das muss deutlich gesagt werden”, schrieb er in einem offenen Brief an die Mitarbeiter. Die Gewerkschaft Ver.di fordert weiterhin 9,8 Prozent mehr. Bestreikt werden sollen die Geschäftsfelder Kabine, Technik, Catering, Cargo, Passage und Systems.

Ich versuche das jetzt mal halbwegs unemotional zu sehen, auch wenn wir am Donnerstag mit der Lufthansa in den Urlaub fliegen wollen.
Aus Sicht der Gewerkschaft und der Angestellten ist der Streik zum Urlaubsbeginn in Deutschland sicherlich die Möglichkeit, möglichst schnell viel Druck auf das Unternehmen ausüben zu können. Für die Lufthansa ist die Verhandlungsposition denkbar schlecht, schliesslich sind jetzt nicht nur Businesskunden betroffen, sondern auch noch die Urlauber. Wie es dazu kommen konnte, dass sich die Lufthansa in diese Position hat drängen lassen, ist mir schlichtweg ein Rätsel. Das wäre vergleichbar mit einem groß-angelegten Streik im Einzelhandel an den letzten vier Samstagen vor Weihnachten. Die Gewerkschaft ver.di hat nun die Möglichkeit, ähnlich wie jüngst die GDL bei den Bahn-Tarifverhandlungen, ihre Stärke zu zeigen, denn die Auswirkungen des Streiks werden nicht nur die Lufthansa, sondern sicherlich auch andere Marktteilnehmer in Deutschland zu spüren bekommen.

Die Annäherung zwischen 6,7% und 9,8% wird jetzt zügig erfolgen müssen, wobei ich deutlich die Lufthansa in Zugzwang sehe. Der durch Flugausfälle entstehende finanzielle Schaden und die vielen genervten Kunden werden sicherlich für eine Delle im Aktienkurs sorgen, also muss die Lufthansa hier dringend für eine Einigung sorgen.

Am Besten natürlich bis Mittwoch, aber das nur am Rande.

Obama und Owens

Als ich die Einladung zur Rede von Barack Obama an der Siegessäule gesehen hatte, kamen mir sofort folgende Assoziationen: “Leni Riefenstahl”, “Olympia”, “Jesse Owens”, aber auch “Triumph des Willens” und “Siegessäule”. Mir ist klar, dass der Film von Leni Riefenstahl vor Olympia gedreht wurde, aber spontan kam mir diese Assoziationskette. Ist dies intendiert? Wird Obama den Rückgriff auf Jesse Owens ziehen, den vierfachen Goldmediallen-Gewinner der Olympischen Spiele in Berlin 1936, und daran festmachen, wie weit Amerika und die Welt seit dem gekommen sind, dass er nun an diesem geschichtsträchtigen Ort in dieser Stadt, die wie keine andere für Rassenwahn, aber auch für das Überkommen von Mauern und das Zusammenführen einer Nation steht?

Es wäre eine imposante Choreographie, im Berliner Abendlicht, mit großen Gesten und großem sozialdemokratischen Führungsriege-Gedrängel in seiner Nähe, in der Hoffnung auf Abstrahleffekte wie bei Kennedy und Brandt.

Das Politik-Großereignis des Sommers wird so ziemlich auf allen Kanälen übertragen und auf Twitter kommentiert werden.

CDU ohne Plan im Land der Horizonte

Wer schon mal einen Road-Trip durch die USA gemacht hat, der kennt die netten bunten Schilder an den Grenzen der Bundesstaaten, von “Fields of Opportunities”, “Drive Friendly – The Texas Way” bis hin zu “The Empire State” und auch in Deutschland gibt es seit einiger Zeit bunte Schilder, die die Reisenden willkommen heissen. Fährt man nach Schleswig-Holstein, kommt man ins “Land der Horizonte”, sieht Felder, Kühe und viel Landschaft.

Eigentlich ein netter kleiner Slogan, der vor allem nach Ruhe und Urlaub aussah, mir jedenfalls hat er immer gefallen. Aber das soll nun anders werden, die CDU in Schleswig-Holstein wurde aktiv:

Das erste Kapitel der schrägen Geschichte hatte der frühere Wissenschafts-, Wirtschafts- und Verkehrsminister Dietrich Austermann (CDU) geschrieben. Ihm missfielen die betagten Tafeln an der Landesgrenze, auf denen Schleswig-Holstein sich als “Land der Horizonte” vorstellt. Im Ministerium wurde flugs eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die mithilfe einer Kieler Werbeagentur Vorschläge für ein modernes Standortmarketing entwickelte. Die ersten Konzepte sahen vor, die Slogans (von Wissenschaftsland bis Festivalland) mit Fotos (von einem Chemielabor bis zur Geigerin im Rapsfeld) zu unterlegen. Bei Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) kam das nicht gut an. Er setzte persönlich durch, dass auf jedem der großen Schilder (etwa zwei mal drei Meter) Flagge und Wappen Schleswig-Holsteins prangt.

Es ist doch schön, wenn es keine anderen Sorgen gibt, als Slogans für Schilder an der Autobahn zu finden und sich sogar Ministerpräsidenten in die Diskussion einbringen können. Lasst einfach “Land der Horizonte”, auch wenn die CDU in Schleswig-Holstein erwiesenermassen nur einen sehr beschränkten hat.

[ via: Hamburger Abendblatt: Kieler Schild(er)bürgerstreich ]