Ein paar Ahnungen für 2009

Irgendwie hat es sich eingebürgert, daß zum Ende eines Jahres viele Leute einen Ausblick auf das kommende Jahr versuchen. Da kann ich mich natürlich nicht bremsen und muss auch mal fünf Ahnungen für 2009 zum Besten geben, natürlich ohne Anspruch auf Vollständigkeit, aber dennoch mit dem mir eigenen überbordenen Realitätssinn.

1. Die Finanzkrise wird als Thema noch eine Weile vorhanden sein, aber überwiegend als Ausrede gelten, wenn man notwendige Neuerungen nicht anpacken will. Ab März wird die Wirtschaft wieder in Schwung kommen, weil spätestens dann klar ist, dass die Medien sich auch mal wieder anderen Themen zuwenden müssen. Die Amtseinführung Obamas wird als eine Art weltweiter Ruck zu spüren sein.

2. Print ist tot und TV stinkt schon ganz gewaltig – die Medien werden sich rasanter als noch in 2008 verändern und die Nutzerzahlen sich gen Internet verschieben, was vor allem zur Folge haben wird, dass die Marketing-Spendings ebenfalls in Richtung Internet wandern und daraufhin die Angebote von Print und Broadcast-TV noch unatraktiver werden, was wiederum zur Folge haben wird, dass User abwandern in Richtung Internet, und so weiter. Settop-Boxen werden immer nützlicher und Applikationen wie Boxee werden dafür sorgen, dass unser TV-Konsum ebenfalls in unseren SocialGraph eingeklinkt wird.

3. Customer Support ist das neue Marketing 2.0 – Firmen werden immer mehr merken, daß online über sie und ihre Produkte geredet wird, da kann sich niemand mehr schlechten Support leisten. Getsatisfaction wird die Speerspitze einer ganzen Reihe von Applikationen rund um das Thema Support sein, denn es bietet einen wunderbar einfachen Nutzen für Anwender und Firmen gleichermaßen. Twitter wird das Tool für den simplen Dialog im Internet und gleichzeitig zur Infrastruktur für dialog-orientierte Anwendungen im Internet.

4. Wir haben einen Überfluß an Informationen, daher wird die Inspiration immer wichtiger. Was konsumieren wir morgen? Welche Themen sind für uns wichtig? Wir können zwar viel sharen, aber ohne den entscheidenen Impuls bleiben alle vermittelten Informationen ohne jegliche Auswirkungen. Die Inspiration wird zur treibenden Kraft online. Je mehr Menschen online sind, desto mehr wird Inspiration an Bedeutung gewinnen.

5. Das Wahljahr 2009 wird mühselig. Von Obama wollen alle lernen, aber sie verstehen es nicht im Ansatz, bzw. wollen nicht umsetzen, was sie verstanden haben, weil sich dadurch der politische Entscheidungsfindungsprozeß zu ändern droht. Also werden im Wahlkampf weiterhin Themen gepusht, die wenig mit der Zukunft des Landes zu tun haben, aber die verbliebene Stammwählerschaft mobiliseren soll. Nach der Bundestagswahl wird es weiterhin eine sog. Große Koalition geben, Zukunftsthemen werden mit Hinblick auf die Finanzkrise weitesgehend ausgeblendet, Mehltau 2.0 ist die Folge.

Es dürfte klar sein, dass mir Punkt 5 nicht so behagt und ich nichts dagegen hätte, wenn es anders käme. 2009 wird nicht langweilig werden, so viel ist sicher.

Nico Feuerwerk



Anstatt Böller und Raketen habe ich dieses Jahr eine nette kleine App für das iPhone gekauft, die Erlöse gehen an Brot für die Welt.

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Influencers Social Media Trends 2009

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Trendsspotting hat die Social Media Trends der bekannteren sog. Influencers in den USA auf ein paar Slides zusammegefasst. Die Slides 10 – 13 halte ich für relevant, wobei insbesondere Slide 12 mit der Aussage “ecommerce goes social” einen klaren Trend beschreibt.

[ via: TrendsSpotting Presents “Influencers’ Predictions” slides collection. Issue 1 – Social Media Trends 2009 ]

Superhero-Crowdsourcing in den USA

Laut einem Bericht der Times gibt es in den USA mittlerweile 200 selbsternannte Superheroes, die ihren Beitrag dazu leisten wollen, dass die Welt sicherer wird. Eigen-Initiative ist heutzutage wieder gefragt, insbesondere bei Superhelden.

They may look wacky, but the superhero community was born in the embers of the 9/11 terrorist attacks when ordinary people wanted to do something short of enlisting. They were boosted by a glut of Hollywood superhero movies. In recent weeks, prompted by heady buzz words such as “active citizenry” during the Barack Obama campaign, the pace of enrolment has speeded up. Up to 20 new “Reals”, as they call themselves, have materialised in the past month. The Real rules are simple. They must stand for unambiguous and unsponsored good. They must create their own Spandex and rubber costumes without infringing Marvel or DC Comics copyrights, but match them with exotic names – Green Scorpion in Arizona, Terrifica in New York, Mr Xtreme in San Diego and Mr Silent in Indianapolis.

Damit man nicht den Überblick verliert, gibt es eine World Superhero Registry und natürlich haben Superheros heutzutage eine eigene MySpace-Seite und lauter Superheroes als Freunde, wie beispielsweise Captain Ozone, der sogar einen eigenen Song hat. Mich überrascht das allerdings gar nicht, denn seit meiner Zeit in Berkeley bin ich Leute wie Pink Man gewöhnt, der gerne abends mit seinem Einrad in Bars gefahren kam, auf den Tisch sprang, um dann seinen Pink Man Song zu schmettern. Das war zwar etwas unüblich, aber eher harmlos. Da die neumodischen real-life Superheroes keine Waffen tragen, werden sie sicherlich nur ihre Superkräfte gegen das Böse einsetzen.

[ via: 200 People Dressed as Superheroes Fighting Crime. Only in America]