Das CrunchPad ist am Ende

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Michael Arrington darf nun sein lange angekündigtes Crunchpad in den Deadpool schieben. Denn, wie er in The End Of The CrunchPad schreibt, ist das Projekt tot:

And then the entire project self destructed over nothing more than greed, jealousy and miscommunication.

Arrington führt an, daß sein Kooperationspartner ihn und sein Team aus dem Projekt gekegelt hätte und daß es jetzt eine juristische Auseinandersetzung geben würde.

Ein Schelm, wer böses dabei denkt. Im Januar soll das lang ersehnte Tablet von Apple kommen, da dürfte das Crunchpad mit einem Launch im Dezember kaum Zeit für eine Etablierung im Markt bekommen, daher wurde jetzt die Reißleine gezogen. Jedenfalls ist das meine Interpretation des Vorgehens. Das Projekt Crunchpad war schon zu weit fortgeschritten, als die Hinweise aus Cupertino sich verdichteten. Nun wurde die Notbremse gezogen, öffentlichkeitswirksam als Ankündigung einer Schlammschlacht.

Das Realtime-Plakat und seine Tücken

LOCAL15_LOGOEine lokale TV-Station in Alabama hatte die interessante Idee, eine große Plakattafel mit einem Live-Twitterfeed auszustatten. Dort steht die gerade getwitterten Schlagzeilen, um auf die Themen der kommenden Nachrichtensendung hinzuweisen. Daneben sieht man die drei Nachrichtensprecher, die freundlich von der Plakattafel lächeln.

Eine eigentlich tolle Idee, zeigt sie doch, daß WPMI innovativ ist und neue Medien einbinden will. Nur hat dieser Tweet dazu geführt, daß WPMI national bekannt werden wird und die Verantwortlichen suspendiert wurden.
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Foursquare, Facebook, Qype und Geo-Location

Jason Kincaid schreibt über Watch Out Foursquare, Facebook is Poised To Dominate Geo und die hohe Nutzungsdichte bei seinen Tech-Freunden:

Over the last six months just about all of my tech friends have started using Foursquare, a geolocation-based game that was built by the creators of Google-acquired Dodgeball. Some of them will literally pull out their phones as soon as they enter any restaurant, event or even TechCrunch HQ and check in just so they can be named ‘mayor’ of that establishment (whoever checks into any particular location the most times becomes mayor of that location). It’s fascinating and a bit bizarre to watch, and it clearly shows that Foursquare has tapped into something powerful.

Aber Kincaid sieht Foursquare auf verlorenem Posten, sobald Facebook ebenfalls Geo-Location mitbringt:

But all this time I’ve had a nagging feeling that Foursquare, at least in its current form, is not going to be the next Twitter, as some people have concluded. Because as good as Foursquare is at figuring out where and what your friends are up to, they can’t hope to compete with Facebook. That is, if Facebook does Geo right.

Daran ist einiges Wahres, denn Facebook ist viel mehr massentauglich als eine eher spitze Anwendung wie Foursquare es jemals sein wird. Sobald Facebook mit seinen 325 mio Usern sich dem Thema annähert und das Status Update mit Geo-Daten verknüpft, wird sich der Bereich Geo-Location komplett verändern. Aber, bevor es soweit ist, werden sich Dienste wie Qype und Yelp der Herausforderung stellen müssen, daß ihre Relevanz für die aktiven Nutzer abnehmen wird, denn das Schreiben über einen Ort hat nicht die Stickyness wie das Einchecken an einem Ort und das Herausfinden von Orten, an dem die Freunde gerade sind. Idealerweise würden Qype und Yelp die Foursquare-API nutzen, um die eher statischen Reviews mit aktuellen Nutzungs-Infos zu versehen.

Vergleicht man die unterschiedlichen Game-Konzepte von Qype/Yelp und Foursquare, so sieht man deutlich, daß Foursquare ein Game-Konzept hat, was sich stark an den Ansprüchen des Realtime-Web orientiert und vor allem die User über Twitter und Facebook erreichen will, während Qype/Yelp sich auf Google als Traffic-Lieferanten konzentrieren und viel statischer sind. Orte sind für mich aber spannender, wenn ich weiß, daß dort meine Freunde oft sind und nicht irgendjemand irgendwann mal 5 Sterne verteilt hat.

Geo-Location ist gerade in Bewegung, und auch wenn sich nicht für alle erschließen mag, warum man seinen Aufenthaltsort mit anderen teilen mag, gibt es doch für jeden einzelnen User Nutzungsszenarien, die eine Nutzung sinnvoll erscheinen lassen. Foursquare positioniert sich gerade als Enabler für Geo-Awareness von Web-Applications und dürfte aufgrund seiner API noch mehr Projekte wie 4mapper und fsmap nach sich ziehen. Facebook ist hier sicherlich eine ernstzunehmende Konkurrenz, aber diese Erkenntnis ist eine Binsenweisheit und gilt für so ziemlich jeden Dienst, der im Bereich Social Media aufpoppt. Location-based Services haben ihren Reiz, das sieht man an den überall entstehenden Diensten rund um das Thema GPS und Karte. Foursquare zeigt aufgrund der Einfachheit des Spielprinzips, wie leicht man über GPS Orte vermerken und damit auch seinen Freunden empfehlen kann.