Unsere Daten und so – alles schlimm?

In dem Artikel The Facebook Backlash Has Begun… auf ReadWriteWeb schreibt Mike Melanson ein paar Sätze, die zum Nachdenken anregen:

Caution is good, but the cautionary tales of people losing their jobs, wives, husbands, whatever, because of Facebook have potentially gone a bit too far. We are a generation constantly terrified by the idea of someone, somewhere, effectively advertising to us by way of glancing at our "data" and knowing whether or not we like country music or alternative 90s rock. But is it really so terrifying to have annoying banner ads offering deals on some product you might actually enjoy? We wear t-shirts declaring our fandom of certain bands; we paste bumper stickers on our cars professing our ideals; heck, we tell Pandora night and day what type of music we like and don't, but the second we hear about Facebook sharing info (such as our list of musical interests) we run in fear.

Alles gar nicht so schlimm? Oder schlimmer als wir uns in unseren kühnsten Träumen vorzustellen wagen?

I like

Auf der f8 Developer Conference hat Facebook heute ein neues Feature präsentiert, das 400 mio Facebook-Usern sehr bekannt vorkommt: der “like” Button. Nur mit dem dezenten Unterschied, dass dieser Button jetzt überall im Web platziert werden kann und nicht mehr nur innerhalb von Facebook funktioniert.

Dieser “like”-Button hat verschiedene Auswirkungen für die User, Facebook und das Web:

1. User drücken den “like”-Button wo auch immer sie interessanten Content finden. Damit teilen sie ihren Freunden mit, was sie für relevant finden. Dies passiert nicht mehr nur innerhalb von Facebook. Das ist ein riesiger Unterschied. Es macht Usern das Teilen von Informationen mit ihren Freunden extrem leicht, denn es verknüpft das Web mit Facebook.

2. Facebook profitiert maßlos davon. Google crawlt das Web, aber Facebook weiß, welche Seiten gerade beliebt sind. Facebook kann dadurch in Realtime gewichtete Ergebnisse liefern, die auf den Vorlieben des Freundeskreises bestehen. Das ist ein massiver Vorteil im Kampf um die Aufmerksamkeit der User. Und ganz nebenbei profitiert Facebook davon, daß überall im Web die “like”-Buttons auftauchen werden, da sich die Websites Traffic von Facebook versprechen und damit dafür sorgen, daß Facebook, und damit auch die eigenen Freunde bei Facebook, im Web allgegenwärtig werden.

3. Das Web wird dadurch auch sozialer, aber wir bewegen uns in Richtung eines monolithischen Dienstes, der alles aufsaugt, aber bislang wenig dadurch auffällt, auch Schnittstellen anbietet, um die Daten wieder zu extrahieren. Das offene Web, das man eigentlich haben will, sieht anders aus, aber ein sozialeres Web, das von Facebook dominiert wird, macht für die User vieles einfacher. Aber eben auch weniger vielfältig.

Facebook kämpft mit Google um die Vorherrschaft im Web. Facebook hat heute einen entscheidenen Schritt gemacht, um Google ernsthafte Probleme zu bereiten.

Das mobile Endgame

Eigentlich wollte ich schon länger mal darüber schreiben, wie sich meiner Meinung nach die Mobilbranche entwickelt, aber man kommt ja zu nix heutzutage. Letztens gab es dann zwischen Amir Kassaei und mir ein kurzes Geplänkel auf Twitter, ausgehend von einem getwitterten Link zu Apple vs Google: The Next 10 Battles To Watch. Ich glaube, es wird nicht 10 Battles geben zwischen Google und Apple, sondern eins, und das ist eigentlich schon entschieden. Amir Kassaei sieht das genau anders. Da selbst ich komplexere Gedankengänge habe, die nicht in 140 Zeichen passen, will ich mal etwas länger ausholen und erörtern, wie sich aus meiner Sicht der mobile Markt entwickelt. Der Blick in die Glaskugel basiert natürlich nur auf Annahmen, die ich fröhlich vor mich hin treffe.

Wenn man sich anguckt, wie iPhone und Android derzeit auf dem Markt positioniert werden, bzw. wenn man sich Google und Apple anguckt, dann kann man sicher feststellen, dass das iPhone massiv sexier ist als Android, insofern gebe ich Amir Kassaei, wenn er sagt, dass Android Mist sei. Aber. Dieser Mist stellt derzeit, und später für noch viele Millionen Menschen mehr, den Schritt ins mobile Internet dar. Android wird das mobile OS für die Massen werden, niemals so toll und schön wie das iPhone, aber mit einer massiven Verbreitung auf einem globalen Level, die das iPhone aufgrund seiner Premium-Positionierung niemals erreichen wird.

Dahinter stehen allerdings auch unterschiedliche Monetarisierungsoptionen. Apple verdient am Bundling von Hardware mit Software, Google verdient an der kostenlosen Bereitstellung eines mobile OS in Kombination mit allen Diensten, die Google anbietet. Google fokussiert auf Daten und die Cloud, Apple auf die Kombination Hardware und Software.
“Das mobile Endgame” weiterlesen

schwarz-grüne Erhöhung der Kita-Gebühren

Von wegen “Wachsen mit Weitsicht” – der schwarz-grüne Senat befindet sich in einer Finanzklemme und bittet daher gerade die zur Kasse, die dafür sorgen sollen, dass die Stadt weiter wächst. Das ist nicht nur unsozial, sondern führt auch dazu, daß die Stadt für Familien weniger attraktiv wird. Weitsicht würde bedeuten, daß man die Familien mit Kindern als das Kapital der Stadt ansähe und hier investiert, in Ganztagesbetreuung, in günstige Plätze und weniger Bürokratiegenerve, also einen Kita-Platz für alle, die ihn nutzen wollen. Das wäre ein Schritt nach Vorne. Die Kita-Gebühren zu erhöhen führt nur dazu, daß Familien in der Stadt Hamburg noch mehr Kostenlast haben, denn die Lebenshaltungskosten sind eh schon hoch. Wenn jährlich 5000 junge Familien ins Umland ziehen, dann sollte dies für den schwarz-grünen Senat ein deutliches Signal sein, aktivere Stadtentwicklungspolitik zu betreiben.

Wachsen mit Weitsicht sollte auch bedeuten, daß eine familienfreundlichere Stadt das Ziel sein muß. Davon ist schwarz-grün weit entfernt.

So, Lars, ich freue mich wie immer auf Deinen ersten Kommentar.

Coworking in Hamburg: Werkheim

Coworking ist ein Konzept, das ich seit einiger Zeit mit wachsendem Interesse beobachte, da es insbesondere für Städte wie Hamburg wichtig ist, die sich um das Entstehen von Arbeitsplätzen in der Kreativindustrie bemühen. Ab Mai können Hamburger Freelancer im Werkheim in der Planckstr. 13 auf Tagesbasis einen Platz zum Arbeiten buchen. Werkheim ist ein Projekt, das bei Deepblue Networks entstanden ist und nun dafür sorgen soll, daß Coworking mitten in Ottensen angeboten werden kann.

Die Preise:
Tageskarte 15,-€
5er-Karte 65,-€
10er-Karte ab 115,-€
Monatskarte ab 180,-€

20% Studenten-Rabatt gibt es auch noch, also freut Euch auf den Mai.

Unter allen Kommentatoren, Kommentierern, wie auch immer, verlose ich 2 10er-Karten, also nix wie rein in die Kommentare und dann zum Werkheim. Ach ja, und Fan werden bei Werkheim auf Facebook!

Disclosure: Deepblue Networks und mein Arbeitgeber Scholz & Friends gehören zur Commarco Holding, d.h. also, daß ich ein klein wenig voreingenommen sein könnte, was die Wunderbarkeit dieser Idee angeht.