Denkzettelbundespräsidentenwahl

Die Wahl des Bundespräsidentenwahl geriet zu einer Denkzettelwahl für Angela Merkel und ihre schwarz-gelbe Koalition. Mit einem Vorsprung von 21 Wahlmännern und -frauen hat Christian Wulff die absolute Mehrheit nicht erreicht und erst im dritten Wahlgang wurden 625 Stimmen mobilisiert, dabei gehören 644 die zum eigenen Lager gehören. Das ist eine deutliche Klatsche für die schwarz-gelbe Koalition. Christian Wulff ist ein blasser Kandidat, der jetzt als dauergrinsender Bundes-Ken mit seiner Barbie in Schloß Bellevue einziehen wird. Wenn Frau Merkel spätestens 2013 abgewählt wurde, wird er als mahnendes Überbleibsel den Rest seiner Amtszeit abwarten und dafür sorgen, daß die Bürger nicht vergessen werden, wie in schlimmster kohlscher Manier Frau Merkel versuchte, das Land durchzuregieren.

Die schwarz-gelbe Koalition ist zerstritten, sie bekommt noch nicht einmal mit ihrer satten Mehrheit ihren Kandidaten für das höchste Amt im Staate gewählt. Heute wurde das Ende der Koalition eingeleitet, die nächsten Monate werden zeigen, wie Frau Merkel immer weniger Zuspruch in den eigenen Reihen bekommt und aus Angst vor zu verlierenden Landtagswahlen wird schwarz-gelb einfach weiterhin versuchen, mit einer Politik der Mittelmässigekeit und der Klientelpolitik sich irgendwie durchzumogeln. Das ist nicht genug für Deutschland und der heutige Tag war der Anfang vom Ende der schwarz-gelben Koalition in Deutschland. Schade ist nur, daß die Linke noch einmal mehr gezeigt hat, daß sie nicht fähig sein will, in diesem Land konstruktive Politik zu gestalten.

Frau Merkel ist angezählt.

Fernsehen der Zukunft? Erst einmal Hulu Plus

William Gibsons bekanntes Zitat “the future is already there, it is just unevenly distributed” kommt mir sofort in den Sinn, wenn ich mir das Angebot von Hulu Plus so angucke. Während wir in Deutschland über GEZ und das Löschen von Inhalten aus den Mediatheken diskutieren, bieten die Networks ABC, NBC und FOX in den USA ausgewählte Inhalte über Hulu an und haben jetzt mit Hulu Plus ein Produkt vorgestellt, daß für $9,99 monatlich den User in die Lage versetzt, sich die Inhalte in HD-Qualität auf iPhone, iPad, TV, PC und bald auch auf XBox 360 und PS3 anzusehen. Das finde ich ziemlich praktisch und ärgere mich gleichzeitig maßlos über die Geo-Retardation, die mir nicht erlaubt, diese Inhalte zu konsumieren, da ich in Deutschland und nicht den USA wohne. Mich nervt es, daß diese Inhalte nicht global verfügbar gemacht werden, sondern daß man auf Aussendungen im Heimatland warten soll.

Allerdings zeigt Hulu Plus deutlich, wohin die Reise geht. Die Inhalte stehen im Vordergrund, nicht der Übertragungskanal. User geben Geld aus, um diese Inhalte dann konsumieren zu können, wenn und wann sie es wollen, denn sie wollen sich nicht nach der Programmplanung der Sender richten müssen.

Stell DIr vor, morgen ist Bundespräsidentenwahl

… und Bundeskanzlerin Merkel hat den stellvertretenden Bundesvorsitzenden der CDU nominiert, nachdem sie direkt nach dem Rücktritt von Horst Köhler noch davon gesprochen hatte, daß ein überparteilicher Kandidat gefunden werden solle.

Unmittelbar nach der Nominierung von Joachim Gauck durch SPD und Bündnis90/Grüne wurden Unterstützungs-Inititativen gestartet. Diese Initiativen sind überwiegend Internet-basiert, gehen eher nicht von den Parteien aus und haben innerhalb weniger Tage ordentlichen Zulauf bekommen. Dabei hat natürlich auch geholfen, daß Spiegel Online, Stern.de, n-tv.de, Deutsche Welle und andere sich dem Thema angenommen haben und Joachim Gauck zum Bundespräsidentschaftskandidaten des Internets heraufgeschrieben haben, um dann gleich zu fragen, wo denn der Obama-Faktor bei Joachim Gauck sei.

Eine Online-Petition mit über 10.000 Unterzeichnern, eine Facebook-Gruppe mit über 36.000 Mitgliedern und die von mir gestartete Unterstützungsplattform wir-fuer-gauck.de mit ebenfalls über 10.000, um nur einige zu nennen, zeigen meines Erachtens deutlich, daß das Netz auch in Deutschland für politische Mobilisierung zu nutzen ist. Allerdings anders, als wir es bisher kennen. Denn losgelöst von schwerfälligen politischen Apparaten kann jeder für die Unterstützung eines Themas werben, mit geringem Aufwand und zu extrem überschaubaren Kosten. Während die Gremien noch tagen, ist die politische Kampagne schon im Netz, mit allen Implikationen, die dazu gehören.

War die Mobilisierung im Netz für Joachim Gauck ein Erfolg? Ich finde schon. Viele Menschen hat das Thema interessiert, die etablierten Medien haben es aufgegriffen und es ist eine Diskussion im Land darüber entstanden, ob Christian Wulff wirklich der geeignete Kandidat ist, oder ob Joachim Gauck nicht ein besserer Bundespräsident wäre. Unter den teilnehmenden Frauen und Männern der Bundesversammlung ist eine Diskussion zu vernehmen, inwieweit die Parteidisziplin bei dieser Abstimmung gelten dürfe. Unterm Strich hat Frau Merkel von ziemlich vielen Bürgern und auch Politikern aus ihrem eigenen Lager einen deutlichen Hinweis bekommen, daß diese Art der Nominierung des Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten unwürdig ist. Aus den Aktivitäten online ist natürlich keine Massenbewegung geworden, die auf die Straße geht, das öffentliche Leben zum Stillstand bringt und ihre Forderungen durchsetzt, aber das kann auch nicht der Anspruch gewesen sein, als die Initiativen für Joachim Gauck gestartet wurden.

[ Dieser Artikel ist im ICE von Berlin nach Hamburg bei holprigster Netzverbindung erstanden und daher ohne Links gültig, diese werden bei Lust und Laune nachgereicht. ]

Solar Guru von Samsung India

Vom Design und auch von der Benutzeroberfläche wirkt das Samsung Guru E1107 eher veraltet, aber für einen Verkaufspreis von $60 bietet das Mobiltelefon vor allem problemloses Akku-Aufladen über Solartechnologie. Das finde ich verdammt smart und ich gehe davon aus, daß das Solar Guru ein Verkaufsschlager werden und einen neues Segment auf dem Mobilfunkmarkt schaffen wird.

[ via: Samsung India Announces First Solar-Powered Mobile Phone | Inhabitat – Green Design Will Save the World ]