Körperscanner bestehen Praxistest nicht

Am Hamburger Flughafen wurden in den letzten 10 Monaten zwei Körperscanner, im Volksmund Nacktscanner genannt, eingesetzt, um die Praxistauglichkeit zu testen. Begleitet wurde der Test von viel Aufregung um mögliche Auswirkungen auf die Privatssphäre der gescannten Personen. Nun berichtet die WELT am Sonntag, dass Der Pannenscanner im Test nicht so erfolgreich war:

Die Scanner bestehen den Praxistest nicht. Zu viele Pannen, zu viele Probleme.
Ihr größtes Manko ist die sogenannte Alarmquote. Sie liegt, so heißt es in dem der "Welt am Sonntag" vorliegenden vertraulichen Bericht, bei 70 Prozent. Mit anderen Worten: Bei zwei von drei kontrollierten Passagieren schlug der Detektor an. Die Fluggäste mussten von Sicherheitskräften nachkontrolliert werden, wenn auch nur an einzelnen Stellen und nicht, wie bei den Metalldetektoren üblich, am ganzen Körper. Viel zu hoch lag aber auch die Zahl der registrierten Mehrfach-Alarme, nach denen intensivere Kontrollen nötig werden. Sie lag bei etwa 35 Prozent.

Ich habe den Körperscanner öfter mal genutzt, meistens, weil der Flughafen in seiner unerschöpflichen Weisheit ständig Busladungen von Familien, Senioren und Hilfe bedürftigen Menschen durch die Fast Lane schiebt, so daß diese überfüllt ist und am Körperscanner die Schlange immer sehr kurz war. Der Körperscanner hat bei mir recht gut funktioniert, aber im Gegensatz zu vielen Mitreisenden bin ich auch in der Lage, merkwürdige Piktogramme richtig zu deuten. Drei Sekunden still zu stehen scheint auch viele Reisende zu überfordern, weswegen dauernd nachkontrolliert werden mußte. Beeinträchtigt in meiner Privatssphäre fand ich mich übrigens nicht, da finde ich das Abgetatsche nerviger. Den Praxistest haben die Körperscanner also nicht bestanden, aber ich gehe dennoch davon aus, daß demnächst die Zulassung durch die EU erfolgen wird – die suggerierte zusätzliche Sicherheit wird als Argument vorgetragen und sicherlich eine ordentliche Debatte auslösen.

IT Consumerization und der mobile Mitarbeiter

Ich hatte neulich auf Consumerization: IT-Abteilung als Hausmeister 2.0 hingewiesen und prompt bin ich über eine neue Infographic zum Thema The State of IT Consumerization gestolpert.

Das Problem der IT Consumerization wird für Unternehmen immer relevanter werden, denn natürlich wollen Mitarbeiter nicht irgendwelche alten Knochen nutzen, sondern aktuelle Smartphones, Tablets und Laptops. Sicherlich arbeiten die Mitarbeiter dann auch mal außerhalb der üblichen Bürozeiten, aber es werden auch Haufenweise persönliche Daten mit Unternehmensdaten vermengt. Für Gewerkschaften und Betriebsräte dürfte das gemeine Smartphone an sich den totalen Sündenfall darstellen, nichts mehr mit “Samstag gehört Vati mir”, sondern das Smartphone als ständiger dienstlicher Begleiter im Alltag.