RIP Davy Jones

Es gab früher, als das Privatfernsehen noch jung war, eine Zeit lang immer die Monkees nachmittags auf Sat1 zu sehen. Ich habe diese Serie geliebt. Ja, ich weiß, die Monkees gelten als die erste fürs TV gecastete Band der Popgeschichte und waren in erster Linie Schauspieler, aber dennoch fand ich die Serie immer herrlich bekloppt und die Beat-Musik der 60er mit einer Prise Surfer-Style mag ich sowieso. Daydream Believer ist immer noch eines meiner Lieblingslieder, schnulzig, aber schön.

Davy Jones, der Frontmann der Monkees, ist nun an einem Herzinfakt verstorben, mit nur 66 Jahren.

[ via Davy Jones Dead — Monkees Singer Dies at 66 From Heart Attack | TMZ.com ]

Gender-Ghetto in Pink und Lila – und mit Robotern

Christopher Pramstaller hat auf sueddeutsche.de mal richtig viel Wind um gar nichts gemacht und mit weitem Anlauf die Lego-Produktlinie für Mädchen – Gender-Ghetto in Pink und Lila gedisst:

Das Ergebnis ist ein emanzipatorischer Albtraum: Die zentralen Figuren, die Freundinnen Mia, Emma, Andrea, Olivia und Stephanie, leben in “Heartlake City”, einem Gender-Ghetto in Pink und Lila. Für die realen wie die Plastikmädchen gibt es nichts weiter zu tun, als Kuchen zu backen, in den Schönheitssalon zu gehen und sich um die Pferde zu kümmern.

Unsere Tochter hat vor ein paar Wochen etliche Sets von LEGO Friends als Teststellung bekommen und spielt seitdem begeistert mit LEGO Friends. Sie spielt auch mit anderem LEGO, aber sie baut eben nicht so gerne Autos und Raumschiffe, sondern macht lieber etwas mit Häusern und Menschen. Daraus jetzt zu konstruieren, daß dieses fiese Gender-Marketing dazu führe, daß die Mädchen in einem Gender-Ghetto gefangen wären, ist schon starker Tobak und eigentlich nur als Linkbait zu qualifizieren. Selten habe ich so einen dämlichen Stuß über Spielzeug für Mädchen gelesen.

Guck Dir das mal an, Christopher Pramstaller, so sieht Dein blumig beschriebenes Gender-Ghetto aus:

Die Phantasie der Mädchen wird nicht beschränkt werden, nur weil die LEGO-Steine pink und lila sind, denn spätestens nach dem ersten Aufräumen wird sowieso alles zusammen in einer Kiste landen. Klar sind die Männekens anders, aber das macht beim Spielen mal gar nichts. Für mich stellt LEGO Friends wenn überhaupt die Einstiegsdroge für Mädchen in die kreative Welt von LEGO dar, und meinetwegen kann dies dann auch in pink und lila erfolgen. Diese ganz konstruierte Gender-Grütze allerdings teile ich nicht ansatzweise. LEGO Friends ist ein tolles Spielzeug für Mädchen, sagt jedenfalls meine Tochter und die kennt sich aus.

Disjunct Messaging

Die Älteren unter den Lesern werden sich noch an die Wunderwelt des Unified Messaging erinnern, dieses wunderbare Werbeversprechen vergangener Tage. Was wurde den Konsumenten da nicht alles angepriesen: Email. Fax. Voicemail. SMS. Telefonie. Einfach irre. Entdecke die Möglichkeiten. Mal abgesehen davon, daß ich die Fax-Funktionen meines damaligen Mobiltelefons nie genutzt habe, waren alle diese Unified Messaging Angebote irgendwie umständlich, teuer, überflüssig oder alles zusammen. Aber immerhin hatte man damals noch den Anspruch, oder wenigstens die Hoffnung, daß man dieses neumodische Internet irgendwie kanalisieren würden können, damit es eben nicht so kompliziert ist und man alles bequem mit einem Gerät oder einem Account lösen kann.

Ich weiß nicht, wie es Euch geht, aber ich habe mir mittlerweile die Nutzung einer Handvoll Dienste angewöhnt. Alle diese Dienste erlauben irgendeine Art von Kommunikation und nach alter Väter Sitte wird dafür gerne eine Email an den Nutzer geschickt, oftmals nur mit einem Click-Anreiz versehen, damit man sich wieder beim Dienst einloggt und einen Blick auf den dort vorliegende Kommunikationsstrang wirft. Mittlerweile habe ich nahezu alle Email-Notifications abgestellt, weil ich sonst einfach zu viele sinnlose Emails bekommen würde und außerdem davon ausgehe, daß ich gut auf Dienste verzichten kann, die ich nur nutze, weil ich einen Email-Alert bekommen habe.

Aber das Grundproblem bleibt: es gibt multiple Inboxen und dazu noch Kommentare und Notifications, und das überall. Ich möchte mal anhand einiger Beispiele illustrieren, wie absurd das mittlerweile ist. Ich lasse mir von XING eine Email zuschicken, wenn mir jemand auf XING eine Nachricht zukommen lässt. Mittlerweile kann man den Inhalt der Nachricht bereits in der Email lesen, ein immenser Usability-Fortschrit, zumal ich zahlender Nutzer bin und sowieso den Dienst nutze. Ich kann auch direkt in der Email auf einen Reply-Link clicken und dann eine Antwort schreiben. Nein, ich kann nicht einfach die Email beantworten und damit einen automatischen Reply innerhalb von XING auslösen, das wäre zu einfach. Außerdem sind alle Nachrichten, die ich per Mail lese, innerhalb von XING als ungelesen markiert, sicherheitshalber auch die, auf die ich schon geantwortet habe. Was für ein Irrsinn. Twitter ist ähnlich stumpf, wenn es um das Message-Handling geht. Ich nutze Twitter auf dem iPhone, dem iPad und dem Web, jeweils mit dem nativen Client von Twitter. Jede einzelne Direct Message wird mir an jedem Client als ungelesen angezeigt. Lange Zeit gab es nur beim iPad-Client die Möglichkeit, alle Direct Messages als gelesen zu markieren, jetzt hat Twitter dieses Feature voller Stolz auf dem iPhone nachgezogen. Hallo? Wie wäre es damit, daß alle gelesenen Direct Messages einfach auch als gelesen markiert sind? Ach nee, das wäre ja nützlich. Genau dasselbe gilt übrigens für Erwähnungen und Favs, auch die werden überall wieder frisch angezeigt, egal wie alt sie sind und wie oft ich sie schon gesehen habe. Facebook übrigens macht es nur im Ansatz besser, dort zeigen die mobile Clients immer fröhlich irgendwelche neuen Notifications an, die dann nach einem Reload erst zu sehen sind und doch schon gelesen wurden. Na gut, in der Hälfte der Fälle crasht vorher die Facebook App auf dem iPhone, aber auch dann wird alles fröhlich als ungelesen angezeigt. Wenn ich den neuen OS X Messenger nutze, werden mir die Jabber-Nachrichten innerhalb von Gmail im Popup-Fenster als ungelesen markiert. Ich könnte endlos so weiter machen, ich glaube, ihr versteht worauf ich hinauswill: das ist alles total unpraktisch.

Es gibt natürlich irgendwelche Tools wie Engag.io, die versuchen, alle Kommentare von Facebook, Twitter und Google+ zusammenzuführen, damit man diese an einer Stelle lesen und darauf antworten kann. Aber das löst das Problem mit den direkten Nachrichten noch nicht, vor allem auch nicht bei einer mobilen Nutzung.

Wie kommen wir heraus aus diesem Messaging-Dilemma? Alles abstellen ist keine Lösung und nur einen Dienst zu benutzen auch nicht. Eigentlich muß das alles in den Nachrichten-Fluß hereinpassen. Gibt es da ein Gmail-Mashup, von dem ich nichts weiß? Irgendeine tolle mobile Lösung, die alles andere überflüssig macht? Nun kommt mir bitte nicht mit dem Kontext, der flöten geht, wenn ich Messages nicht auf der Plattform lese, das ist mir erst einmal ziemlich egal, ich habe nur das Gefühl, das man das irgendwie smarter handhaben könnte.

Europa ist nicht immer leicht

Ich habe wenig Ahnung von Finanzen. Und noch viel weniger Ahnung habe ich von Volkswirtschaft. Ich weiß nicht, ob der Griechenland-Rettungsfond ausreicht, ob das alles alternativlos ist oder ob die Europäische Gemeinschaft sich daran verheben wird. Ich habe davon keine Ahnung. Und ich bin genauso wie viele andere Bürger auch irritiert über diese Milliardensummen, die jetzt mal eben aus irgendwelchen Ecken zusammengekehrt werden, wo es doch eigentlich immer heißt, daß der Staat kein Geld hat und wir alle sparen müssen.

Aber, uns alle fehlen die Erfahrungswerte, denn eine derartige Staatsverschuldung eines Mitgliedslandes der Europäischen Union haben wir bislang noch nicht gehabt und daher dürfen die handelnden Akteuere jetzt versuchen, Griechenland so zu retten, wie sie es für richtig halten. Hinterher ist man immer schlauer und kann sagen, daß man es immer gewußt habe, aber wer kann das derzeit schon von sich behaupten?

Was man aber lernen sollte aus den Debatten um die Griechenland-Rettung und den Fragen der Zumutbarkeit von Sparmaßnahmen und der Höhe von Rettungsschirmen ist, daß ein gemeinsames Europa nicht nur in guten Zeiten eine Solidargemeinschaft darstellen darf, sondern eben auch in schlechten Zeiten. Die Europäische Union und mit ihr der Euro sind in der schwierigsten Situation ihres Bestehens, daher muß jetzt alles daran gesetzt werden, die Krise zu überwinden und dann zu evaluieren, was zukünftig besser gemacht werden kann.

Mich kotzt es an, wie derzeit die Besserwisser alle so tun, als ob sie wüßten, wie man mal eben Griechenland retten kann, und dann Spanien und Portugal auch gleich mit, und wie einfach es doch wäre, wenn. Wenn die Griechen aus der Euro-Zone aussteigen würden, noch mehr sparen würden, noch mehr dies, noch mehr jenes. Hauptsache für uns ändert sich nichts. Aber so läuft das nicht. We’re in it together. Wenn es bei den Griechen knirscht, dann knirscht es auch bei den Deutschen. Das nennt sich Solidarität und auch wenn das Knirschen hier anders ist als in Griechenland, es wird mitgeknirscht werden müssen. Wer breite Schultern hat, der kann auch mehr tragen. Das ist gelebte Solidarität und das muß auch in einem geeinten Europa funktionieren, sonst können wir es gleich lassen. Manchmal glaube ich, daß bei all den Rettungsschirmen, Eurobonds und Milliardenschulden völlig vergessen wird, was für eine grandiose Idee ein geeintes Europa doch ist und daß wir alles, alles dafür tun sollten, daß die Europäische Union nicht auseinanderbricht.

Produkte der Woche – 8

Auch diese Woche gibt es wieder die Auswahl der Produkt der Woche. Irgendwie geprägt von Babykrempel, das kann mal passieren.

Das ist sicherlich ein irre hilfreiches Tool für ein Baby: ein Halter für iPhone und iPod touch, mit Fisher-Price Laugh & Learn App, allerdings habe ich wenig Interesse, mein iPhone herzugeben.

Wir haben bei den beiden anderen Kindern kein Babyphone gehabt, aber WithingsSmart WiFi Babymonitor finde ich schon interessant, einfach nur weil es geht und es eine App fürs iPhone gibt.

Ach ja, witzige Bodies für Babies gibt es zur Genüge und nicht alle sind wirklich witzig, aber Stormpooper finde ich gut.

Ich habe keine Yacht in Kennebunkport liegen, aber mit Bootschuhen von Sperry Topsider kann ich meine maritime Ader auch so ausleben.

Ich bin ein großer Fan von kleinen Portemonnaies, das HuMn ist allerdings sehr minimal, soll aber auch RFID blocken können.

Derzeit schleppe ich mein iPad überall mit hin, aber eigentlich bräuchte ich dafür mal eine Herrenhandtasche im Herringbone-Stil

Die Obama-Kampagne setzt auch dieses Mal wieder auf konsequentes Merchandising, in diesem Fall sind es die
Obama iPhone-Hüllen, die man unbedingt zum Wahlsieg benötigt.

Manifeste gibt es genug, da darf das Holstee Manifesto nicht fehlen.

Jeremy Lin wurde erst von allen ignoriert und nun startet er durch, Nike honoriert dies mit einem Linsanity T-Shirt.