Wie weit darf Satire gehen?

Titanic wird immer dreister.

Piraten, Piraten, Piraten.

Hach ja, das war doch mal eine interessante kleine Landtagswahl im Saarland. Da bereits vor der Wahl feststand, daß die FDP untergehen und die SPD ihr Heil als Juniorpartner in einer Großen Koalition suchen würde, gab es eigentlich nur ein Thema bei der Wahl: wie gut werden die Piraten abschneiden?

Ich glaube, daß die Wahl im Saarland wieder einmal gezeigt hat, daß immer mehr Menschen immer weniger Interesse daran haben, den vorhandenen Politikstil zu unterstützen. Sicher, die Piraten sind totale Amateure und noch dazu oftmals naiv und stümperhaft, aber sie sind eben anders als die Politikprofis, die seit Jahrzehnten schon die Ämter verteilen und immmer so tun, als wüssten sie alles und könnten alles besser als die Konkurrenz. Wenn dem so wäre, dann hätten wir jetzt in Deutschland andere Sorgen als riesige Schuldenberge, handlungsunfähige Kommunen und so weiter und so fort. Ich frage mich allerdings, wie lange der Elan der Piraten anhält und wie sehr das Beharrungsvermögen der etablierten Parteien und der Verwaltung zu Ermüdungserscheinungen bei den Piraten führen wird. Für mich zeigt der Wahlerfolg der Piraten im Saarland aber auch, daß nicht Netzpolitik das große Thema für die Piraten ist, sondern vor allem das Anderssein als die etablierten Parteien. Die Piraten sagen auch mal, daß sie keine Ahnung haben. Das macht sie sympathisch, aber natürlich auch verwundbar.

Um mich einmal selber zu zitieren:


Das Fundament der Bundesrepublik Deutschland ist solide, aber einzelne Module schreien deutlich nach einem Refactoring. Für eine alternde Gesellschaft ist ein “weiter so!” vielleicht normal, aber für eine moderne oder gar progressive Politik ist es nicht genug. Ich finde, wir müssen uns wieder mehr fragen, warum viele Dinge eigentlich so sind, wie sie nunmal sind und dann darüber nachdenken, wie wir sie verändern können, anstatt sie nur etwas zu optimieren.

Die Piraten werden ordentlich nerven in den Monaten bis zur Bundestagswahl. Sie werden es aber auch sehr schwer haben, mal etwas auf die Reihe zu bekommen und meßbare Ergebnisse zu liefern. Die etablierten Parteien sollten nicht den Fehler machen, die Piraten auf das Thema Netzpolitik zu beschränken, sie sollten aber auch nicht versuchen, sich bei den Piraten und deren Wählern anzubiedern. Es geht um klare Profile und eine vernünftige Auseinandersetzung mit den Themen. Die Piraten werden oft genug interessante Impulse geben, aber dann kommt es darauf an, daraus auch praktikable Politik zu entwickeln. Das Parteiensystem bleibt in Bewegung und das tut allen Beteiligten mal gut.

Produkte der Woche – 12

Die Woche ist um, aber es gibt ja noch die Produkte der Woche, wie immer liebevoll zusammengestellt aus den Produkten, die ich die Woche über auf das Pinterest Board Produkte der Woche pinne.

Yup, das sieht sehr rockig aus, ist aber “nur” ein Kühlschrank. Erhältlich bei marshallfridge.com wird dieser Kühlschrank sicherlich in vielen Junggesellenbuden und Partykellern zu finden sein. Gibt es eigentlich noch Partykeller, so wie in den 70ern?

Ich glaube, das Schwierige an dieser Lampe, die inspieriert ist von den Mario Bros., ist nicht, einem Kind beizubringen, daß man gegen die Lampe hauen muß, damit sie an- oder ausgeht, sondern daß dies bei anderen Lampen nicht so gemacht werden sollte.

50 von diesen weißen Leica M9-P wird es auf dem Markt geben, alle so teuer wie ein Mittelklassewagen. Aber sehr chic.

Ich weiß auch nicht mehr so genau, wieso, aber das M65 Fieldjacket ist irgendwie ein Klassiker, erinnert zwar irgendwie an Rambo, aber manchmal will man den innerlichen ja auch mal raushängen lassen.

Dieses Jahr sind Schuhe bunt, in diesem Fall ganz klassische Bucks von Brooks Brothers.


Ich habe gefühlt bestimmt 10 externe Festplatten rumliegen, auf denen irgendwas Wichtiges drauf sein könnte, aber mit der WD MyPassport 2 TB könnte ich theoretisch alle meine Daten auf eine externe Festplatte packen, die noch dazu sehr schön klein ist.


Notizbücher finde ich klasse, vor allem wenn sie so schlicht und schön aussehen wie die Dodocase for J. Crew


… oder natürlich die LEGO Moleskine – allerdings kann ich meine Schrift nur selten lesen und mache meine Notizen lieber tippend am Rechner.


Für meine McGyver-Momente im Dunkeln wäre so ein Schweizer Armeemesser sehr praktisch, denn es leuchtet im Dunkeln.

6 Jahre Twitter – und nun?

Ja, sicher, Twitter turns six und hat jede Menge Grund zum Jubeln:

Six years may not be very long in human terms, but it’s been quite an enormous span for the thing we know and love as Twitter. When @jack first sketched out his notion in March 2006, no one could have predicted the trajectory of this new communication tool. Now it seems that there are as many ways to express yourself in 140 characters as there are people doing it. And at last check, there are more than 140 million active users (there’s that number again) — and today we see 340 million Tweets a day.

Aber ehrlich gesagt, bin ich weit weniger beeindruckt von Twitter im März 2012 als von Twitter im Januar 2007, als ich mich dort das erste Mal einloggte. Ich kann Euch auch ziemlich genau sagen, was mich massiv an Twitter stört: es ist die Phantasielosigkeit.

Twitter steht auf der Stelle, das habe ich bereits vor Monaten angedeutet. Seit einiger Zeit ist das einzige Thema nur noch die Monetarisierung und da geht es primär um Werbung. Brand Pages. Werbung im Stream. Gähn. Das wirkt hilflos und sieht aus, als ob man den Nerv-Faktor Werbung nutzen will, um irgendwann mal Premium-Accounts einzuführen, die dann werbefrei und dafür eben kostenpflichtig sind.

Was ich allerdings vermisse, sind Features, die das Produkt Twitter besser benutzbar machen und die dadurch für eine bessere Verweilsdauer der Nutzer sorgen und Twitter fit für den Mainstream machen. Twitter will in Deutschland jetzt bekannter werden, aber wie soll das bitte gehen mit diesem Produkt? Man kann immer noch nicht ordentlich Konversationen verfolgen, die Suche ist murksig und wenig flexibel, Direct Messages werden nicht als gelesen markiert, sondern in jedem Client wieder als ungelesen angezeigt, die Hashtags werden nicht ordentlich geclustert, und so weiter und so fort. Für Geeks ist das alles ok, aber erstaunlicherweise gibt es weitaus mehr Leute, die mehr Komfort erwarten und daher lieber Facebook nutzen, weil da mehr geht und das auch noch einfacher. Wenn man sich anguckt, wie lieblos Features umgesetzt sind, wie z.B. die Bundesliga Live-Komponente (#WOBHSV – wer kommt denn auf den Hashtag?) oder daß es immer noch nichts zu den Themen #Tatort, #GNTM oder #DSDS gibt, dann fragt man sich schon, was die da bei Twitter so treiben und wie sie jemals im deutschen Markt relevant werden wollen.

Ich glaube, wenn man sich mal nach den Geburtstagsfeierlichkeiten hinsetzt und über Twitter und die Zukunftsaussichten nachdenkt, dann muß man sich kritisch mit der Frage auseinandersetzen, was Twitter eigentlich ist und was es sein will. Ist Twitter ein Produkt, oder doch nur ein Feature? Twitter kann 140 Zeichen ganz toll, aber da hört es dann auch schon auf. Ich würde weiterhin darauf spekulieren, daß die tiefe Integration in iOS die Rettung für Twitter sein wird und Apple eine Unabhängigkeit von SMS und anderen Messagingdiensten der Provider garantiert und dadurch ein wichtiger Teil einer eigenen mobilen Infrastrukturkomponente für Apple sein kann. Aus eigener Kraft wird Twitter den Kampf gegen die Burnrate nicht gewinnen können, dafür kann Twitter zu wenig und überzeugt auch nicht im Ausbau zum Produkt.

Grandios: Free Universal Construction Kit

Free Universal Construction Kit

Free Universal Construction Kit

Als Kind fand ich es immer störend, daß die unterschiedlichen Spielzeuge nicht zusammenpassten und man oft nicht das bauen konnte, was man eigentlich bauen wollte, weil es einfach nicht ging. Das Free Uniersal Construction Kit kann dies ändern, denn es bietet die Möglichkeit an, viele neue Konstruktionsmöglichkeiten über geeignete Adapter zu realisieren. Lego auf Fischer Technik? Lincoln Logs und Krinkles? Das wird jetzt alles machbar, und das Wunderbare daran ist: man kann sich die Bauteile einfach so oft wie man will selber mit einem 3d-Drucker ausdrucken oder bestellen. The Free Universal Construction Kit ist unter einer Creative Commons Lizenz verfügbar.