Wenn das Sofa mit dem Staubsauger redet

Der schwedische Ericsson Konzern hat mal eine Vision der zukünftigen technologischen Ausstattung im Haushalt in einen kurzen Film gegossen.

Irgendwie haben all diese Visionen immer gemein, daß alles aalglatt ist und es keine Überraschungen mehr geben wird, alles läuft ohne jegliche Friktion. In diesem Fall wird dann auch der Störfaktor Freundin einfach weggeclickt.

Andererseit fände ich es schon cool, wenn sich die Geräte im Haushalt besser mit einander abstimmen würden. Mit mehr als einer Person im Haushalt könnte es aber mit den unterschiedlichen Präferenzen der Nutzer doch zu Unstimmigkeiten kommen und da bezweifle ich, dass der richtige Algorithmus gefunden wird, der auf Anhieb alle glücklich macht.

[ via Devices Have Feelings, Social Network: The Future Of Homes? – DesignTAXI.com ]

Slow Jam the News: Barack Obama

Slow Jam the News with Barack Obama

Slow Jam the News with Barack Obama

Bitte guckt Euch diesen Spot an und stellt Euch dann vor, wie es wäre, wenn eine deutscher Moderatorin oder ein deutscher Moderator eine deutsche Spitzenpolitikerin oder einen deutschen Spitzenpolitiker spontan auf die Bühne bringen würde, um so eine Performance hinzulegen. Nur Peter Struck hätte man das abgenommen.

Nach all den Jahren: Google Drive ist da

Google Drive

SymbollogoNach Duke Nukem Forever war Google Drive, oft auch GDrive genannt, eines der Projekte, auf das die Fachwelt schon seit Ewigkeiten gewartet hat. Heute wurde Google Drive endlich der staunenden Fachwelt vorgestellt.

Letzte Woche wurden bereits Leaks gefunden, woraus ersichtlich wurde, daß Mitte dieser Woche wohl Google Drive kommen würde, was dazu führte, daß Hunderte von Tech-Bloggern im Sekundentakt guckten, ob sich irgendetwas an ihrem Google Account verändert hat, um auch ja als Allerallerallerallererste diesen Scoop zu bringen. Also der Scoop, von dem jedem wusste, dass er kommen würde und dass das Ausrollen des Features nach und nach passieren würde. Flankiert wurde die allgemeine Aufregung mit Meldungen der Konkurrenz, die jetzt auch irgendetwas tolles Neues konnte, die einen haben nun auch Links, die anderen sind nun auch mit einem Cloud-Speicher im Rennen.

Naja, nun ist Google Drive da und die erste Reaktion ist: “what took you so long?” und die zweite ist: “wo sind die iOS Apps?” – kam das jetzt alles so plötzlich, daß man die nicht mehr rechtzeitig fertigstellen konnte?


Google DriveBei näherem Hinsehen stellt man allerdings fest, daß die Aussage von Steve Jobs über Dropbox, daß Dropbox nur ein Feature, kein Produkt sei, durchaus passend ist. Google Drive ergänzt das Angebot von Google um einen ins Filesystem integrierten Cloud-basierten Speicher, der vor allem im Zusammenspiel mit den bisher als Google Docs bekannten Tools glänzen kann. Die Möglichkeit, Dokumente zu erstellen und mit anderen zu teilen, macht den großen Vorteil von Google Drive aus und läßt Box etwas mickrig erscheinen. Zumal Google Drive aus dem Stand 5 GB bietet und für $2,49 monatlich bereits 25 GB zur Verfügung stellt im Vergleich zu $9,99 monatlich für 50 GB bei Dropbox oder $15 pro Monat und Nutzer bei gemeinsam bis 1000 GB genutztem Speicherplatz bei Box.

Ich habe in den letzten Wochen oft überlegt, ob wir für die Firma Dropbox anschaffen sollten, weil wir es schon ziemlich oft nutzen bei unseren Projekten. Da wir aber sowieso Google Apps einsetzen und ich eigentlich nur noch in der Web-basiert arbeite und künftig eh meine Dokumente alle bei Google Drive haben werde, hat sich der Schritt jetzt erübrigt. Ich denke, daß ich mit dieser Überlegung nicht alleine bin, wobei es natürlich auch die Denkweise gibt, daß man nicht alles bei einem Anbieter nutzt, daher lieber einen Mix von Anbietern vorzieht und beispielsweise die Cloud-basierten Storage bei Dropbox belässt oder gar Microsoft nutzt.

Meine Prognose ist, daß wir demnächst einen weiteren deutlichen Preisverfall im Bereich Cloud-Storage sehen werden und daß Dropbox und Box als Stand-Alone Anbieter deutlich schwerer haben werden als bislang. Google Drive degradiert Dropbox und Box zum Feature, selbst wenn die volle Cross-Plattform Implementation noch fehlt und die Fachwelt sehnsüchtig auf die Apps für iPhone und iPad warten.

Plan B kommt wieder

Plan B

Plan BPlan wer? Ja, das ist jetzt wieder mal eine Ausgabe von “Opa erzählt vom Krieg”. Während meiner Abi-Zeit lief Plan B bei mir in Heavy-Rotation und der Besuch des Plan B Konzerts irgendwann vor ungefähr 20 Jahren im Docks in Hamburg war für mich eines der Highlights. Ich glaube, das war während meiner Bundeswehrzeit und als die Ramones spielten, mußte ich zu irgendso einem dämlichen Minimanöver ausrücken und im Wald rumsitzen bis Orangeland endlich angriff, wir sie zurückdrängen konnten und wieder in die Kaserne zurückgelatscht sind. Plan B war das andere Konzert, das ich in dem Jahr unbedingt besuchen wollte. Ich erinnere mich jedenfalls noch, daß ich in Bundeswehrstiefeln auf das Konzert gegangen bin und ordentlich vorne an der Bühne am Rumpogen war und meinem Kumpel die Brille vom Kopf gefallen ist und wir dann erstmal auf allen Vieren nach der Brille suchen durften, während Leute über uns rüber fielen. Das Konzert war echt super, es hat irre Spaß gemacht und es wurde viel mitgesungen oder wenigstens gegröhlt.

Um so mehr freue ich mich, daß Johnny jetzt die Band wieder zusammenbringt, um für ein Waisenhaus genügend Geld zu sammeln. Oder so.

Geht alle hin!

06. Juni 2012 – Hamburg, Molotow
07. Juni 2012 – Berlin, Lido

Und hier noch ein Video von damals, mit Haaren.

Je länger ich darüber nachdenke, desto klarer wird mir, daß ich Plan B nur auf Tape hatte. Als Raubkopie. Johnny, es tut mir alles so leid, das wollte ich nicht! Hätte ich gewußt, daß Du daraufhin Blogger werden würdest, dann hätte ich sofort die CD gekauft, ehrlich!

[ via Plan B: Coming back for more! | Die ungeschminkte Wahrheit und ein Starschnitt zum Sammeln ]

Die Echtzeit braucht bessere Puffer

Ist es nicht faszinierend, daß wir etwas twittern und sofort Antworten darauf bekommen? Daß wir ein Foto auf Facebook mit den Freunden teilen und sofort die ersten Likes eintrudeln oder die Freunde kommentieren? Daß wir sofort alles diskutieren können, egal wo wir gerade sind, so lange wir halbwegs online sind?

Ich finde es super. Echtzeit schockt. Aber Echtzeit kann auch massiv ermüden. Nicht nur, daß man sich irgendwann fragt, ob man wirklich alles liken muß, was man toll findet, man kann doch auch mal eine Meinung für sich behalten, oder? Man muß auch nicht immer so viel sharen, vielleicht ist doch nicht immer alles so witzig oder relevant, wie wir mal dachten, oder?

Echtzeit ist irgendwie schnell vergänglich. Was interessieren mich meine Tweets von eben gerade, der Blogartikel von gestern ist doch schon uralt. Das Foto vom Wochenende wurde in der frühen Neuzeit aufgenommen und das populäre Facebook-Spiel vom Anfang des Jahres ist quasi im Mittelalter entstanden.

Diskussionen entstehen und werden geführt, aber sie werden schnell geführt und in Realtime. Alles ist flüssig, wir diskutieren und voten. Zack. Aber doch bleibt vieles irgendwie offen und wartet auf den nächsten Kommentar.

Wie bekommen wir Echtzeit hin für Leute, die nicht immer dem Netz ihre Aufmerksamkeit schenken können oder wollen? Wie schaffen wir es, Diskussionen so zu strukturieren, daß nicht der Schnellste und Penetranteste die Meinungsführerschaft an sich reisst, sondern mehr Menschen eingebunden werden können und vielleicht auch Zeit für Reflexion bleibt?

Ich sehe das bei meinem eigenen Verhalten. Eine Diskussion geht los, ich bin am Rechner. Diskutiere mit. Bin unterwegs, die Diskussion geht weiter, lese mit. Ein langer Beitrag kommt, ich lese ihn nur halb, weil irgendwas oder irgendwer meine Aufmerksamkeit benötigt. Der nächste Beitrag kommt, der lange Beitrag rutscht aus dem Bewußtsein, hinzu kommen Links, Likes und Replies anderswo im Netz und schwupps bin ich raus aus der Diskussion, weil ich es nicht mehr ohne vertretbaren Aufwand schaffe, alle Fäden wieder zu bündeln.

Nein, ich glaube nicht, daß ein persönlcihes Social Media Dashboard hier die Lösung der Probleme sein kann. Ich glaube, persönliche Digests, wie man sie von Mailinglisten kennt, könnten in der Tat etwas helfen, aber auch Hinweise im Sinne von “hier ist der aktuelle Stand so und so, hier wolltest Du noch was sagen, hier wartet jemand auf Deine Antwort” könnten sicherlich dafür sorgen, Echtzeit etwas zu puffern und nutzbarer zu machen.

Oder ist Echtzeit einfach fire & forget? Watt fott es, es fott, wie der Rheinländer so schön sagt? Müssen wir lernen, mit der kollektiven Überforderung der Echtzeit zu leben, oder bieten sich da intuitive Lösungen an, die die Echtzeit-Nutzung vereinfachen? Können wir als Nutzer trennen in ein Echtzeit-Netz, bei dem vor allem die Erinnerung zählt, also wie bei Gesprächen, und einem permanenteren Netz, das als Basis dienen kann?

Wieso ich darauf komme? Weil ich gerade das Gefühl habe, viele Diskussionen am Anfang zu verfolgen und später dann es kaum noch schaffe, mich einzubringen, weil ich einfach nicht mehr weiß, wo die Diskussion eigentlich stattgefunden hat und wie der Stand jetzt ist. War es per Mail? Eine Mailingliste? Luquid Feedback? Wenn ja, wo? Twitter? Google Docs? Dropbox? Facebook? Da war noch was bei Google+, auf das ich antworten wollte oder sollte? Das ist mühselig, denn es gibt einfach Themen, bei denen ich am Ball bleiben muß oder will. Und ich fühle mich als halbwegs bewandert im Umgang mit dem Internet und den sozialen Medien, noch dazu habe ich außer im Flugzeug und auf der Bahnstrecke Hamburg-Berlin, auf der ich diese Zeilen gerade bei der Fahrt durchs Niemandsland tippe, immer Netz und nach Aussage mir nahestehender Personen auch immer ein iPhone in der Hand.

Mir entgeht also eigentlich nichts. Aber doch werde ich das Gefühl nicht los, daß Echtzeit einen Puffer benötigt, damit nicht zu viel an einem vorbeifliegt, was man eigentlich gesehen hatte und mit dem man sich noch beschäftigen wollte.