Tim Cook schreibt an die Kunden wegen Maps

A letter to our customers regarding Maps

Apple hat sich wegen des Maps Disasters mit einem Brief von Tim Cook an die Kunden gewandt. Ich dokumentiere den Brief im Wortlaut und erläutere, was Apple und Tim Cook wirklich meinen.

To our customers,
An unsere Fanboys, die eh alles glauben,

At Apple, we strive to make world-class products that deliver the best experience possible to our customers. With the launch of our new Maps last week, we fell short on this commitment. We are extremely sorry for the frustration this has caused our customers and we are doing everything we can to make Maps better.

Bei Apple versuchen wir immer wieder, richtig tolle Produkte zu entwickeln und bislang hat das Blendwerk von Steve Jobs immer dazu geführt, dass unsere Kunden dies geglaubt haben. Bei der neuen Maps App liessen sich die Kunden leider nicht von einer 3D-Ansicht von Manhattan beeindrucken, weswegen wir jetzt ganz schnell versprechen, dass alles besser werden wird.

We launched Maps initially with the first version of iOS. As time progressed, we wanted to provide our customers with even better Maps including features such as turn-by-turn directions, voice integration, Flyover and vector-based maps. In order to do this, we had to create a new version of Maps from the ground up.

Wir haben schon mal was mit Karten gemacht, aber daran erinnert sich niemand, weil alle Google Maps toll finden und dieses Produkt auch am Desktop nutzen, aber ich postuliere jetzt erst mal irgendetwas, damit die Kunden denken, wir haben richtig Ahnung von Maps und es wird alles gut werden, anstatt den Kunden zu sagen, dass wir einfach mal ihre Auswahlmöglichkeit bei der Karten-Nutzung eingeschränkt haben, weil wir es so wollten. Konnte ja niemand ahnen, dass die Nutzer wirklich so gerne Google Maps nutzen auf ihrem iPhone.

There are already more than 100 million iOS devices using the new Apple Maps, with more and more joining us every day. In just over a week, iOS users with the new Maps have already searched for nearly half a billion locations. The more our customers use our Maps the better it will get and we greatly appreciate all of the feedback we have received from you.

Wir haben ganz schön viele iPhones verkauft und es werden täglich mehr. Allerdings nervt es ordentlich, dass sich so viele Kunden über die Maps App beschweren.

While we’re improving Maps, you can try alternatives by downloading map apps from the App Store like Bing, MapQuest and Waze, or use Google or Nokia maps by going to their websites and creating an icon on your home screen to their web app.

Während wir brutalstmöglich an einer besseren Maps App arbeiten, aber auch nicht verstehen wollen, warum alle plötzlich sauer sind auf uns, weisen wir gerne noch halbherzig darauf hin, dass es irgendwelche anderen Firmen gibt, die eine mobile Web-basierte Variante ihrer Karten anbieten, nur eben nicht als schicke, funktionierende App von Google, so wie die Kunden es eigentlich erwartet haben.

Everything we do at Apple is aimed at making our products the best in the world. We know that you expect that from us, and we will keep working non-stop until Maps lives up to the same incredibly high standard.

Eigentlich sind wir ganz froh, dass alle auf den dusseligen Maps rumhacken, dann redet wenigstens niemand darüber, dass bei iOS6 und beim iPhone 5 Haufenweise schnurzpiepegale neue Features implementiert wurden, aber viele weitere Probleme bestehen, die gerade vom Maps Disaster überlagert werden. Das iPhone 5 bleibt gerne hängen, insbesondere bei LTE, Sharing aus Apps heraus klappt nicht, Mail.app ist für mehr als drei Mails am Tag kaum nutzbar und der App Store ist noch unübersichtlicher geworden, um nur mal einige Probleme zu nennen. Aber wenigstens wissen wir jetzt, dass unsere Nutzer gerne eine ordentliche Maps App hätten, also arbeiten wir erstmal daran. Aber die Quartalszahlen werden bombig sein, deswegen haben wir ja einen Haufen Beta als iOS6 und iPhone 5 deklariert und rechtzeitig vor Quartalsende noch hochpreisig verkauft.

Tim Cook
Apple’s CEO

Mist, wo gibt es das Reality-Distortion Field?

Die Herstellung eines Whiskey-Fasses

Birth of a Barrel

Jack Daniels macht einen auf Sendung mit der Maus. Schöne Bilder, so wie man das von Jack Daniels gewohnt ist. Mir war nicht klar, dass die Fässer bei Jack Daniels noch direkt hergestellt werden, aber das passt natürlich super zur gesamten Jack Daniels Story.

Steinbrück ist der neue Realismus der SPD

Peer Steinbrück

Peer SteinbrückHeute, wie auch letzten Freitag, wird vermeldet, dass Peer Steinbrück wohl Kanzlerkandidat der SPD werden soll. Das hat sich meines Erachtens auch bereits abgezeichnet. Peer Steinbrück macht ganz viel Sinn als Kanzlerkandidat, er ist die richtige Wahl. Denn er wird die Phase der wieder-erstarkten SPD einläuten, die die Kanzlerschaft von Merkel beenden wird. Wohl leider nur nicht 2013.

Wir werden 2013 keine “Anything but Merkel”-Wahl haben und die SPD wird es daher sehr schwer haben, den Kanzler zu stellen. Das ist Peer Steinbrück bekannt, aber auch Sigmar Gabriel und Frank-Walter Steinmeier. Das ist der neue Realismus in der SPD, man hat sich von irgendwelchen Phantasien a la Johannes Rau, der 1987 noch von der absoluten Mehrheit reden durfte, längst verabschiedet und schätzt die Chancen auf den erneuten Einzug in das Kanzleramt realistisch ein. Peer Steinbrück ist mittlerweile 65 Jahre alt. Er wird diesen Wahlkampf nutzen, um an seiner Legacy zu bauen. Er wird der Politiker der ausgesprochenen Wahrheiten sein, der dem Wahlvolk reinen Wein einschenkt, seine Partei etwas vor sich hin treiben und von den politischen Kommentatoren gefeiert werden. Flankiert von Sigmar Gabriel, der die Partei immer wieder mit markigen Sprüchen bei Laune hält und von Frank-Walter Steinmeier, der aus der Bundestagsfraktion wieder eine Bastion macht und inhaltlich die entscheidenen Positionen vorbereitet.

Am Wahlabend wird Steinbrück daran erinnern, daß er nicht als Juniorpartner von Frau Merkel zur Verfügung stehen wird und in bester Voscherau-Manier betrübt von dannen ziehen, jedes Jahr ein Buch schreiben und versuchen, die Elder-Statesman-Rolle zu usurpieren, die Helmut Schmidt gerade innehat.

Bis es soweit ist, werden wir hoffentlich einen markigen Wahlkampf erleben, der die vorherrschende Alternativlosigkeit der schwarz-gelben Koalition zu durchbrechen versucht. Ich bin nicht so der Schachspieler und würde auch nicht vom Bauernopfer reden, aber es klingt doch sehr danach, als ob hier der Turm der Dame geopfert wird. Die Perspektive für den Machtwechsel sieht die SPD bei 2017 und nicht bei 2013, das wird durch die Kanzlerkandidatur von Peer Steinbrück deutlich gemacht. Es wird nur interessant sein, wie das in den nächsten 11 Monaten den Wählern verkauft wird.

Die Diskussion endet nie: Vorratsdatenspeicherung und die SPD

Online-Konferenz Vorratsdatenspeicherung

Diese unsägliche Vorratsdatenspeicherung ist auch so ein Thema, bei dem die SPD immer noch nicht meiner Meinung folgt. Ich prangere dies an. Bereits vor 7 Jahren habe ich darauf hingewiesen, dass die Vorratsdatenspeicherung nicht nur problematisch, sondern überflüssig ist. Aber große Teile meiner Partei glauben daran, dass das verdachtsunabhängige Speichern von Verbindungsdaten von unschuldigen Bürgern einen akzeptablen Eingriff in die Freiheitsrechte darstellt und man darüber hinaus EU-Recht umsetzen müsse. Das finde ich schade, aber das bedeutet auch, dass ich jedem, der nicht bei 3 auf dem Baum ist und von dem ich weiss, dass er oder sie meine Meinung noch nicht teilt, erläutere, warum Vorratsdatenspeicherung keinen Sinn macht und nicht eingeführt werden sollte. Das nennt sich politischer Meinungsbildungsprozess und das ist mühselig, oft nervig und manchmal auch sehr frustrierend, vor allem, wenn man eine Mindermeinung vertritt, sich aber sicher ist, dass man nicht nur eigentlich Recht, sondern auch die besseren Argumente hat. Aber getreu dem Motto “Kritik soll zur rechten Zeit erfolgen. Man darf sich nicht angewöhnen, erst dann zu kritisieren, wenn das Unheil passiert ist.” wird die SPD weiter für ihre Position kritisiert und das ist auch gut so.

Die SPD hat zur Vorratsdatenspeicherung zwar bereits eine Position beim letzten Bundesparteitag verabschiedet, aber sie diskutiert dieses Thema immer noch, was für mich ein gutes Zeichen ist. Wir haben deshalb am Vorabend des SPD-Bundesparteitags über den neugegründeten Verein D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt die erste Wortmeldung direkt zum Thema Vorratsdatenspeicherung gemacht und folgendes geäußert:

Eine verdachtsunabhängige Speicherung des Kommunikationsverhaltens sämtlicher Bürger ist ein tiefer Eingriff in die Grundrechte aller Menschen und mit den Grundprinzipien eines Rechtsstaats unvereinbar. Die Einführung der Vorratsdatenspeicherung wäre eine Abkehr von der Idee einer freien und modernen Gesellschaft und nichts geringeres als der Einstieg in einen Überwachungsstaat.

Obendrein gibt es keinerlei überzeugende Belege für die Notwendigkeit einer derart umfangreichen Datenerfassung. Die Argumente der Vorratsdatenspeicherungsbefürworter triangulieren lediglich atemlos zwischen Panikmache, Spekulation und kriminalistischen Heilsversprechungen. Das ebenso mantraartige wie sinnfreie Wiederholen gesellschaftlicher Reizworte wie “Nazis”, “Kinderpornos” und “Islamisten” kann unmöglich die Grundlage für eine verantwortungsvolle Politik sein.

Vorratsdatenspeicherung nicht unumstritten in der SPD

Genau so wie ich denken viele in der SPD, so hat auch der Gesprächskreis Netzpolitik die Vorratsdatenspeicherung abgelehnt. Mittlerweile gibt es ein Mitgliederbegehren gegen die Vorratsdatenspeicherung, das aufgrund der hohen Hürde, die die Parteisatzung bei Mitgliederbegehren vorsieht, nämlich Unterschrift auf Papier, und auch sicherlich wegen des immer noch nicht in der Breite der Partei angekommenen Themas, extrem schleppend verläuft. Aber, das Mitgliederbegehren zeigt, dass die SPD lebendig ist und dass weiter diskutiert wird.

Online-Konferenz Vorratsdatenspeicherung

Gestern nun fand eine Online-Konferenz zur Vorratsdatenspeicherung statt, bei der neben dem SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel, BKA-Chef Jörg Ziercke und der ehemaligen Justizministerin Brigitte Zypries, auch VDS-Gegner wie Alvar Freude oder eine der Initiatoren des Mitgliederbegehrens, Yasmina Banaszczuk, zu Wort kamen.

Ich finde das Format der Online-Konferenz wirklich sinnvoll, ich würde mir so etwas häufiger und kürzer wünschen, aber mir gefällt es, daß hier eine Partei um Positionen ringt und sich auch ein Parteivorsitzender der Diskussion stellt, obwohl es bereits einen Parteitagsbeschluß gibt, der seine Meinung widerspiegelt. Nicht umsonst heisst ja das Parteilied “Das weiche Wasser bricht den Stein”, wir bleiben an dem Thema Vorratsdatenspeicherung dran und ich bin mir sicher, dass irgendwann die SPD auch endlich auf meine Position umschwenkt, manchmal dauern die guten Sachen eben ein wenig länger.

Das Heidschnucken Notizbuch

Heidschnucken Notizbuch

Die Landpartie im NDR zeigt unser schönes Norddeutschland seit Jahren von den unterschiedlichsten Seiten, aber die Sendung Unterwegs in der Lüneburger Heide: Ein Traum in Lila war dann doch etwas ganz besonderes: Mein Schwager, der Buchbinder Friedemann Rost, wurde in der Sendung vorgestellt und er durfte das Heidschnucken Notizbuch vorstellen, das er seit einigen Monaten im Sortiment hat. Die Kombination aus Heidschnuckenfilz und Notizbuch ist eine tolle Idee, gerade wenn man die Lüneburger Heide mag. Das Heidschnucken Notizbuch kann man beim etsy-Shop der Buchbinderei Rost bestellen.

Heidschnucken Notizbuch

Ach, was sage, das Heidschnucken Notizbuch kann man nicht nur bestellen, man sollte es unbedingt! Mit jedem verkauften Exemplar unterstützt man ordentliche Handarbeit aus Norddeutschland. Naja, und mein Schwager würde sich bestimmt auch freuen.