Lego Mindstorms 31313 – Mindstorms EV3

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Lego Mindstorms finde ich faszinierend. Schon als Kind wollte ich Roboter bauen. Aber damals(tm) gab es natürlich noch nicht so etwas Feines wie Lego Mindstorms. Ich finde LEGO Mindstorms so faszinierend, dass ich ein LEGO Mindstorms Set der ersten Generation gekauft habe, so faszinierend, dass ich am Beta-Programm für die zweite Generation teilgenommen habe und somit zwei Sets der zweiten Generation besitze, nämlich die Beta-Version und die finale Fassung. Allerdings habe ich noch nicht wirklich Zeit und Muße gefunden, mit LEGO Mindstorms mal wirklich zu spielen. Und jetzt setzt mich LEGO gleich weiter unter Druck und bringt LEGO Mindstorms EV3 auf den Markt, noch bevor ich mich wirklich den bestehenden Sets widmen konnte. Und natürlich formuliert meine Frau schon wieder Sätze im Sinne von “bis Du mit den anderen Sachen nicht gespielt hast, kaufst Du Dir kein neues Mindstorm Set” – aber das werde ich sicherlich nur als Anregung auffassen.

Sicherheitshalber habe ich auch gleich noch BrickPi bei Kickstarter unterstützt und kann so auch noch Arduino und Mindstorms miteinander kombinieren. Endlose Möglichkeiten, mit LEGO zu basteln, allerdings befürchte ich, dass es noch eine Weile dauern wird, bis ich wirklich Zeit und Muße für LEGO Mindstorms finden werde. Bis dahin kaufe ich einfach munter die Sets jeder Generation und baue dann irgendwann mal den Mega-Roboter, oder guck dabei zu, wie meine Kinder das tun.

Format mit Zukunft: Jung & Naiv

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Seit mehr als 10 Jahren werde ich immer wieder danach gefragt, was denn die Auswirkungen für Journalisten sind, wenn Blogs und Social Media immer mehr Zulauf bekommen. Und seit 10 Jahren antworte ich mehr oder weniger dasselbe: Journalisten sollten die neuen digitalen Möglichkeiten als Chance begreifen, neue Formate oder Nischen besetzen, um sich so einen Namen zu erschreiben. Beispiele gibt es in den USA viele und das seit Jahren (Gawker, The Wirecutter, Brit + Co, etc.), in Deutschland sind es nur einige, wie z.B. Ehrensenf (eingestellt), der Elektrische Reporter, Karrierebibel oder andere. Alle diese Journalisten haben eins gemeinsam: sie probieren etwas aus, gehen ins unternehmerische Risiko und versuchen so, Leser oder Zuschauer zu erreichen.

Das finde ich prima und begrüßenswert. Entweder sie werden mit ihrem Projekt erfolgreich und verdienen damit Geld, oder sie nutzen das Projekt als Sprungbrett für einen anderen Job. Katrin Bauerfeind beispielsweise hat Ehrensenf als gecastete Moderatorin geprägt, aber längst hinter sich gelassen und moderiert jetzt ihre eigene Sendung bei zdfKultur.

Jung & naiv ist als Format neu in der Form, dass Tilo Jung nicht nur den Befragten körperlich sehr nahe rückt, sondern auch einen Fragestil hat, der sich erfrischend abhebt von den sonstigen Polit-Talks. Tilo Jung hakt nach, lässt Dinge erklären und hakt wieder nach, so lange bis ein Politiker allgemeinverständlich formuliert hat. Dabei wirken Politiker auf einmal ganz anders. Sie wirken geradezu natürlich, nahbar und menschlich. Selbst Sahra Wagenknecht, die ich sonst im Fernsehen nicht ertrage, kommt im Interview mit Tilo Jung gut und verständlich rüber. Das finde ich bemerkenswert und das geht nicht nur mir so und es gibt noch andere Beispiele. Tilo Jung im Gespräch mit Erika Steinbach gehört allerdings nicht dazu, die ertrage ich auch bei jung & naiv kaum.

Jung & naiv nennt sich Politik für Desinteressierte. Das ist natürlich kokettiert. Jung & naiv bringt die Befragten an den Rande des Verlusts der Contenance und sorgt dadurch dafür, dass die Befragten ganz anders herüberkommen, als man sie bisher kennt. Dieses Format bringt die durch Social Media empfundene neue Art der Nähe auf einen Punkt und hält diesen per Video fest. Ich finde es großartig und toll, dass Tilo Jung dieses Projekt gestartet hat.

Jeremy von Jill-e und ich

Ich bin ja so der Messengerbag-Typ, der eine überdimensionierte Herrenhandtasche mit sich herumschleppt, in der alles drin ist, was ich tagsüber so brauchen könnte. Normalerweise schleppe ich ein Macbook Air, ein Kindle Paperwhite, eine Mappe für Quittungen und Papierzeugs, etliche Ladekabel, ein externen Akku, lieblos zusammengeknüllte Headsets, Kopfschmerztabletten, Kaugummis und auch ein paar Stifte mit mir herum. Es kann ja immer mal sein, dass ich irgendwo jenseits der Zivilisation lande und dann will ich nicht aufgeschmissen sein.

Schon länger allerdings habe ich darüber nachgedacht, ob ich in meinem fortgeschrittetenen Alter und der damit einhergehenden wachsenden Seriösität nicht einmal von einem eher sportlichen Messengerbag mal auf eine funktionale, schlichte Ledertasche umsteigen sollte. Aber entweder waren mir die Taschen zu teuer, oder sie erinnerten mich zu sehr an Businesskasper-Utensilien, weswegen ich dann doch eher zurückschreckte.

Jill-e JeremyNeulich allerdings bekam ich einen Anruf, ob ich mal eine Jill-e Designs 13-Zoll-Ledertasche im Messenger-Stil mit dem freundlichen Namen Jeremy testen möchte. Diese sei derzeit nur im Apple Store erhältlich und eigentlich total toll. Also habe ich mir das gute Stück online anguckt und als dort auch noch “Transportiere dein MacBook in einer praktischen und stylischen Tasche.” stand, war ich natürlich interessiert.

“Na gut,” habe ich mir gedacht und teste nun seit Wochen und Monaten eine schwarze Ledertasche, die auf den Namen Jeremy hört und in die alles reinpasst, was ich so tagtäglich mit mir rumschleppen will. Mehr allerdings auch nicht, mit Ausnahme einer mühselig reingequetschten Banane und mit viel Geschick geht auch noch ein Franzbrötchen rein. Was soll ich sagen? Ich fühle mich jetzt um Längen seriöser und werde auch nicht mehr so leicht mit einem durchtrainierten Kurierfahrer verwechselt, wie mir das sonst immer passiert ist. Die Tasche ist super verarbeitet, besitzt ein neumodisches e-Registrationdingens mitsamt QR-Code, damit meine Tasche wiedergefunden werden kann, woran ich nicht glaube, aber möglich wäre es. Es gibt genügend kleine Fächer für Kabelzeugs und irgendwelche Nymphies, Manchmal könnte die Tasche einen kleinen Tick größer sein, aber in der Regel freue ich mich darüber, dass ich nicht noch mehr mitschleppen kann, weil einfach kein Platz da ist. Es gibt sogar ein praktisches Zeitungsfach, das ich auch schon mal benutzt habe.

Zusammenfassend zitiere ich einfach noch mal aus dem Apple Store: “Mit dem einzigartigen Design machst du unterwegs eine gute Figur.” – damit ist alles gesagt, ich sehe einfach blendend aus, wenn ich Jeremy lässig trage.

Jeremy in Aktion Jeremy mit Zeitung 2013-07-16 20.06.37

PRISM ist mehr als nur ein Wahlkampfthema

Seit 2 1/2 Monaten werden uns Woche für Woche neue Details des Überwachungsskandals präsentiert. Während SPD und Grüne zu Recht der schwarz-gelben Koalition vorwerfen, sich nicht genügend um Aufklärung zu bemühen, kommt ganz oft der Vorwurf zurück, die Opposition mache nur Wahlkampf. Hinzu kommt der Hinweis, dass sich PRISM nicht gut als Wahlkampfthema eigne, da Umfragen ergeben haben, dass nur ein paar Prozent der Bevölkerung dieses Thema interessiert und dass daher die SPD gut dabei beraten wäre, über andere Themen im Wahlkampf zu sprechen.

Ich sehe das anders. Und ich schreibe das hier mal auf, weil ich immer wieder danach gefragt werde, jüngst von heute.de:

Auch bei der SPD spüren sie, dass sie die Beliebtheit der Kanzlerin mit dem Thema NSA nicht aushebeln können. Nico Lumma ist Co-Vorsitzender des Internetvereins D64 und Mitglied im Gesprächskreis Netzpolitik des SPD-Parteivorstands. “Die meisten Menschen haben schon immer geahnt, dass Geheimdienste Daten abfangen”, sagt er. Resignation also bei den Wählern? Lumma bemüht zur Erklärung auch die Rolle der Kanzlerin im NSA-Skandal: abwartend, lethargisch, sei sie. Damit lulle sie die Menschen ein.

Mal abgesehen davon, dass die Titulierung suggeriert, ich hätte irgendwas zu melden in der SPD, ist es in der Tat so, dass der Überwachungsskandal kaum für Aufregung sorgt. Es gibt ein gewisses Ohnmachtsgefühl gegenüber den Machenschaften der Geheimdienste.

Wann, wenn nicht im Wahlkampf, sollten wir darüber reden, in welcher Gesellschaft wir leben wollen? Dazu gehören natürlich soziale Themen, dazu gehört das Thema Umwelt, dazu gehören noch viele andere Themen mehr, aber vor allem müssen wir doch darüber reden, wie die Rolle des Menschen in der Gesellschaft ist. Da kann ich keine Lethargie akzeptieren, das ist ein Thema, das muss man immer wieder auf den Tisch bringen. Ich lehne es entschieden ab, dass ich als freier Bürger eines souveränen Staates von befreundeten Staaten überwacht werde – und so wie es aussieht, unter tatkräftiger Unterstützung des BND. Da erwarte ich, dass eine Bundesregierung nicht nur “das geht gar nicht.” sagt, sondern entschieden mit der Faust auf den Tisch haut, den Botschafter einbestellt und ihn mit einer Föhnfrisur wieder nach Hause schickt. Auch und gerade unter Partner ist ein derartiger Zustand nicht akzeptabel. Allerdings sehe ich, dass die Bundesregierung in dieser für die Gesellschaft entscheidenen Frage überhaupt nichts tut, außer zu suggieren, sie habe mit der Angelegenheit eigentlich gar nichts zu tun. So erklärt Kanzleramtschef Pofalla das Thema einfach für beendet, als wäre es nur eine Randnotiz. So will ich nicht regiert werden, so nicht!

Wir haben es zwar einerseits mit einem Überwachungsskandal nie da gewesenen Ausmasses zu tun, andererseits aber auch mit einem Wertewandel, der zu Lasten des Individuums geht. Es ist erschreckend, wie wenig das den Einzelnen aktuell zu interessieren scheint, es ist erschreckend, wie Errungenschaften, die mühselig erkämpft wurden, jetzt mit einem Schulterzucken einfach ignoriert werden, und es ist erschreckend, dass die Diskussion darüber nur als “die machen nur Wahlkampf” abgetan wird. Mir ist es völlig egal, ob die SPD mit dem Überwachungsskandal Wählerstimmen gewinnt, aber ich finde, es ist ihre demokratische Pflicht, dieses Thema so groß wie möglich zu machen, damit möglichst viele Menschen verstehen, was aktuell auf dem Spiel steht. Die Privatsphäre des Bürgers wird systematisch ausgehölt und nur weil keine Spione im Hausflur stehen, wird es dadurch nicht weniger schlimm. Ich will kein gläsernes Objekt sein, sondern ich will, dass der Staat, in dem ich lebe, alles dafür tut, meine Privatsphäre zu schützen.

Daher finde ich, dass es die Pflicht der Opposition ist, von der Bundesregierung Aufklärung beim Überwachungsskandal zu verlangen. Es hat übrigens für die SPD auch noch eine gewisse reinigende Wirkung, wenn man jetzt feststellt, dass der Genosse Schily es übertrieben hat mit seinem Bestreben nach innerer Sicherheit und wenn die SPD weiterhin darüber diskutiert, wie das Thema Vorratsdatenspeicherung sich gegenüber PRISM verhält. Der derzeitige Überwachungsskandal muss zu einer Neubewerung des Themas Innere Sicherheit führen und sollte dazu beitragen, dass das Vertrauen in die digitale Gesellschaft gestärkt wird. Wann, wenn nicht im Wahlkampf, kann man für ein derartiges Thema Aufmerksamkeit erzeugen? Sicherlich würde das Thema außerhalb des Wahlkampfs anders diskutiert werden, weil die Handlungsbereitschaft der Bundesregierung derzeit noch zusätzlich eingeschränkt ist, aber die Opposition kann dieses Thema nicht einfach ignorieren, weil es die Bürger gerade nicht interessiert. Daher ist die SPD weiterhin gut beraten, den Überwachungsskandal zu thematisieren und die Frage zu stellen, wie wir uns die Freiheit des Individuums in der digitalen Gesellschaft vorstellen.

Mit Withings Pulse in der Hosentasche Daten sammeln

Nachdem ich nun ein Nike+ Fuelband bereits verschlissen habe und seit ein paar Wochen das Fitbit Flex am Handgelenk trage und damit auch sehr zufrieden bin, hat sich jüngst die PR-Agentur von Withings bei mir gemeldet und angeboten, mir mal das Withings Pulse zu schicken. Also trage ich jetzt das Fitbit Flex am Handgelenk und das Withings Pulse in der Hosentasche.

Ja, ich weiss, was ihr jetzt denkt.

Withings PulseDas Withings Pulse finde ich vor allem deswegen interessant, weil ich bereits die Withings WS 30 Waage habe und daher die Withings App bereits kenne. Das Withings Pulse erfasst, wie das Fitbit Flex und das Nike Fuelband auch, die Schritte und leitet daraus einen Kalorienverbrauch ab. Zusätzlich erzählt mir das Withings Pulse, wieviele Höhenmeter ich zurückgelegt habe, also im Durchschnitt ca. 25m, was für mich hier in Norddeutschland jetzt nicht so relevant ist wie an anderen Orten Deutschlands. Man kann erstaunlicherweise mit dem Withings Pulse sogar die Herzfrequenz erfassen, dazu ist an der Rückseite des kleinen Gadgets ein Sensor vorhanden. Ähnlich wie beim Fitbit Flex kann man das Withings Pulse auch dazu nutzen, den Schlaf zu protokollieren. Das Gewicht wird über die Withings Waage zugeliefert, bzw. kann händisch in der App eingetragen werden. Meine Withings Waage hat gerade Probleme mit dem WLAN, das ist auch so ein First World Problem, das ich nur Stirnrunzeln ernte, wenn ich es anspreche.

Aus diesen Daten bastelt die App einen bunten stilisierten Schmetterling zusammen, der das sog. Niveau des Wohlbefindens veranschaulichen soll. Das klappt aber natürlich nur, wenn man halbwegs diszipliniert ist und alle Messpunkte auch hinbekommt. Ich kümmere mich nicht um die Herzfrequenz, auch weil es mir zu fummelig ist, das Withings Pulse aus der Hülle zu friemeln. Meine Waage synchronisiert sich gerade nicht und das Nachtragen der Daten vergesse ich auch regelmässig. Das Tracken des Schlafs erfordert, dass ich das Pulse in ein extrem hässliches Plastikarmband stopfe, um es dann in der Nacht am Handgelenk zu tragen. Ausserdem verpeile ich es auch immer, vorm Einschlafen noch auf den Knopf zu drücken und nach dem Aufwachen gleich wieder. Zurück zum Niveau des Wohlbefindens: hier kann auch auf einem Blick sehen, wie fit ich gerade bin und es wird auch gerne etwas altväterlich Rat im Sinne von “morgen sollten Sie mal mehr schlafen!” verteilt.

Wirklich gut finde ich beim Withings Pulse das Display. Mit einem Knopfdruck kann ich zwischen Schritten, Höhenmeter, zurückgelegte Kilometer, Kalorienverbrauch, Pulsmessung, Schlafmodus sowie Uhrzeit wechseln. Das ist schon sehr praktisch. Ebenso ist es praktisch, dass das Withings Pulse einfach in der Hosentasche getragen werden kann, oder es wird mit einem Clip am Hosenbund festgemacht. Allerdings befürchte ich, dass das Withings Pulse ein ähnliches Schicksal wie unzählige Kaugummi-Packungen oder Lippenbalsamstifte ereilen wird: es wird einfach irgendwo aus der Hosentasche fallen.

Wenn ich mich jetzt zwischen Nike+ Fuelband, Fitbit Flex und Withings Pulse entscheiden müsste, dann würde ich wohl beim Fitbit Flex bleiben, aber ehrlich gesagt nur, weil das Fitbit Flex sehr angenehm und leicht am Handgelenk zu tragen ist. Das Withings Pulse kann mehr Daten erfassen, beim Fitbit Flex kann man mehr Daten manuell hinzufügen (Radfahren, Essen & Trinken). Eigentlich erwarte ich, dass diese Gadgets automagisch merken, dass ich gerade ein Nickerchen mache oder mich zur Nachtruhe gebettet habe, und gerade wenn die Gadgets am Handgelenk getragen werden, sollten sie auch die Herzfrequenz erfassen können. Wer allerdings kein Gadget am Handgelenk trage will, für den bietet das Withings Pulse eine sehr gute Möglichkeit, täglich die Aktivität zu messen.