12. Juli 2004

Blogtalk 2004: Wir haben zwei Tage lang nur geheult

Tja, so ist das eben, da präsentiert man norddeutsch nüchtern die Zahlen und fragt die erlesene Zuhörerschaft, woran das liegen mag, und die nicht versammelte Journaille macht daraus, was sie will: Blogtalk 2004: Stell dir vor du bloggst und keiner macht mit. Ja, wir Deutschen sind schon ein armes Völkchen, Stefan Glänzer und ich sind eigentlich total zu bedauern, weil alles so erbärmlich ist. Wir haben uns auf der BlogTalk mal so richtig ausgeheult, man tat das gut.

Eine Erklärung für die fehlende Schreiblust blieb denn auch aus. Die gedrückte Stimmung auf dem Podium erinnerte unangenehm an das peinliche Abschneiden Deutschlands beim Pisa-Test.

Was für ein Stuß! Wo war bitte die Stimmung gedrückt? Unsere Zahlen nehmen stetig zu, da bleibt keine Zeit zum gedrückte Stimmung verbreiten. Hier freut sich die übrig gebliebene Zahl der Internet-Journalisten diebisch, denn Weblogs passen nicht ins Konzept der guten alten Verlage, also haben sie nicht stattzufinden. Seriöser Journalismus sieht anders aus. Wo kommen wir denn dahin, wenn jeder schreibt, was er will, und auch noch die schreibende Zunft kritisieren kann?

Guckt Euch doch mal die Zahlen an, dann seht ihr auch, dass die Zuwachsraten richtig gut sind, d.h. der deutschsprachige Raum holt auf. Aber wie soll das gehen, wenn man mehr als nur meine erste Folie gar nicht gelesen hat? Wie soll das gehen, wenn man nicht gehört hat, dass ich auf die kontinuierliche Steigerung, aber auch auf den immer noch geringen Sockel hingewiesen habe? Wie soll das gehen, wenn man keinen blassen Schimmer hat, wovon man eigentlich schreibt?

Die BlogTalk ist meinem Verständnis nach keine Jubel-Veranstaltung, sondern hier sollen die verschiedensten Aspekte des Themas Weblogs vorgestellt werden. Dazu gehören nach meinem Empfinden nicht nur Jubelmeldungen, sondern auch nüchternde Zahlen. Spiegel.de allerdings kocht hier sein eigenes Süppchen, wie es scheint.

Von Deutsche sind Blog-Muffel über Deutschland ist Blog-freie Zone hin zu Stell dir vor du bloggst und keiner macht mit – was kommt als nächstes? BILD deckt auf, dass alle deutsche Blogs von ausländischen Aliens betrieben werden?

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Vu00c3u00b6llig u00c3u00bcberarbeitet und ausgelaugt will ich mich ein wenig meinem Freizeitvergnu00c3u00bcgen widmen. Ein paar nette Webgeschichten lesen, Klatsch und Tratsch rund um die Blogsphere, eventuell die eine oder andere interessante Lebensbetrachtung - oder ein kleines J...

The BlogTalk coverage in some German media is weird: instead of pointing out the myriads of things that were talked about, they focus on the point that Germany is a blogger's no-man's-land and blogging little more than a temporary hype. But even if that...

Das Begeisternde an Weblogs fu00c3u00bcr mich: Endlich wieder ein IT-Thema, das nicht allein technikverliebt daher kommt, sondern gekoppelt mit spannenden...

Stimmt, in DE ist im WWW nichts los. Warum ? Gesetze, gemacht von politischen Idioten (gru00c3u00bcne SPD Schranzen), verhindern freies Denken; verkorzte Alt68, die zu Datenschutzfetischisten mutiert sind, verhindern Fortschritt durch Angstmacherei; selbsternannte Internetpolizisten vertreiben sich, da seit 10 Jahren arbeitslos und auf der Suche nach einer freien Lehrerstelle an einer Gesamtschule, die Zeit mit der Suche nach nichtvorhandener Kinderpornographie. In einer solchen Umgebung kann im WWW nichts wachsen und nichts entstehen. Fangen wir endlich an, in die Zukunft zu denken und befreien uns von den Neinsagern, den Nu00c3u00b6rglern und den ewig Gestrigen, die nichts anderes wollen als ihre Ruhe und uns die Zukunft rauben.

Peter Praschl hat auf der Blogg-Talk 0.2 in Wien eine klingende Metapher als Definition fu00c3u00bcr Weblogs angeboten. Sie seien so etwas wie die Jamsessions der Jazzszene. So wie Bebop-Musiker sich nach dem Abspielen des Pflichtprogramms in eigenen Clubs trafen ...

dann her mit dem geld :)

Deutschland ist nach den USA der wichtigste Markt fu00c3u00bcr Online-Dienstleistungen. Als Dienstleister muss man durchhalten (siehe auch ebay/paypal/Apple als Anbieter), dann wird das auch was blogg.de als Dienstleistung! Die Zahlen sind gut und ich wu00c3u00bcrde jetzt investieren!

Also ich komm ja vom Planeten Vulcan, der auf der anderen Seite der Sonne im Erdorbit kreist, und dadurch den Menschen immer unsichtbar bleibt...

na gut, die zeit ist eine der wenigen ru00c3u00bchmlichen ausnahmen. :)

"Weblogs passen nicht ins Konzept der guten alten Verlage, also haben sie nicht stattzufinden" - nu00c3u00b6, so isses nu auch wieder nich.

(Ahem)

Ich wu00c3u00a4r gern ein auslu00c3u00a4ndisches Alien. Dann du00c3u00bcrfte ich hier raus ...

Ich verbitte mir diese Unterstellung, ich bin kein auslu00c3u00a4ndischer Alien, ich bin schon immer deutscher Marsianer und wer was anderes behauptet, den betu00c3u00a4ube ich mit meinem Phaser, teleportiere ihn auf den Neptun und lasse ihn da von "Daniel K."-Clonen foltern. Jawohl.

ich bin so gedru00c3u00bcckt, ich bin nur noch 1,60 gross.

Hat eigentlich jemand die Dame von SpOn in Wien gesehen? Oder ist das aus Weblogs zusammengeklaubte Sekundu00c3u00a4rberichterstattung unter Vortu00c3u00a4uschung von Augenzeugenschaft?

Am Biertisch konnte ich u00c3u00bcbrigens keine "gedru00c3u00bcckte Stimmung" ausmachen. ;-)

Journalismus u00c3u00bcber Weblogs wird sich aber sowieso nicht durchsetzen!

Ruth Bettina M u00c3u00bc ller sorgt sich in einer Nachbesprechung der BlogTalk 2.0 um das Seelenleben
der deutschen Blogosphere: Stell dir vor du bloggst und keiner macht mit. H u00c3u00a4 h? Nur weil Stefan
Gl u00c3u00a4 nzer mit 20six in Deutschland keine Milli u00c3u00b6 nchen machweofi...

Hey Nico,
na immerhin sind ein paar Artikel erschienen und den von Markus Sixtus fand ich gar nicht so u00c3u00bcbel. Da ist mir doch das Geschreibsel vom SpOn ziemlich egal.
Immerhin hat es der BlogTalk geschafft, dass sich einige Leutchen mehr mit Blogs und den Mu00c3u00b6glichkeiten auseinander setzen. Dass Blogs viel mehr zu bieten haben, als wir uns alle im Augenblick vorstellen ku00c3u00b6nnen, ist doch erfreulich.
Die Beispiele die wir gesehen haben, zeigen doch viel besser, dass hinter Blogs viele Mu00c3u00b6glichkeiten stecken, die noch ziemlich spannend werden ku00c3u00b6nnen. Dass unsere Verlage es nicht auf die Reihe bekommen, dass sie vernu00c3u00bcnftige Paid-Content Modelle aufgesetzt bekommen erschu00c3u00bcttert mich da schon viel mehr.
Wer hatte gesagt, dass er bereit wu00c3u00a4re die Gebu00c3u00bchren in Hu00c3u00b6he der echten Abo-Kosten der SZ zu zahlen, wenn er alles per RSS-Feed beziehen ku00c3u00b6nnte?

Yeah. Kickin' Butts!
Tob Dich aus und werde danach gewahr: Nichts wird so heiu00c3u009f gegessen wie SpOn es kocht. Ich will ja jetzt nicht den elitu00c3u00a4ren "Ich blogge nur fu00c3u00bcr diejenigen, die es verstehen"-Blogger heraushu00c3u00a4ngen, aber dass SpOn seine eigene Agenda hat sollte inzwischen den Meisten klar sein. Oder aus PR-Sicht: Was die Blogosphu00c3u00a4re braucht ist Aufmerksamkeit, nicht den Goodwill der SpOn-er. Also einfach Artikel u00c3u00bcber Blogs zu00c3u00a4hlen und sich freuen!