Jeder ist eine Newsshow?

Nico —  21.09.2004

In Amerika gibt es derzeit wohl recht viele Newsshows, wenn man diesem Artikel in der Welt folgen will:

Amerika nennt sie Pyjama-Mudschaheddin, Zensoren, Partisanen des World Wide Web. Man rühmt ihre wilde Gegenöffentlichkeit, die hunderttausend Leser zu Gegenlesern und Redakteuren macht, man fürchtet Parasiten, Erschießungskommandos, Jäger ohne Namen, Verfahren und Verantwortung: Aber die Blogger (aus Web und Log, Tagebuch, geleimt), zumal die rechtskonservativen, erleben in diesen Tagen ihr Coming Out und ihren größten Triumph, seit Matt Drudge auf seiner schmierigen Gossip-Webseite den Lewinsky-Skandal zum Impeachment hochbrüllte.

Rathergate ist nun beim Mainstream angekommen und Blogs werden wieder mehr wahrgenommen in den USA. Im deutschsprachigen Raum vermisse ich immer noch die politische Debatte, geführt über Weblog-Grenzen hinweg. Themen gibt es ja genug, aber abgesehen vom Aufflackern zu den Landtagswahlen in Brandenburg und Sachsen wird erstaunlich wenig Stellung bezogen, sondern eigentlich nur auf Artikel im Spiegel verwiesen.

2 responses to Jeder ist eine Newsshow?

  1. Sag isch doch immer wieder ! Man muss aber auch den Unterschied sehen, diese Skandale werden in den USA fast nur von den rein politischen Weblogs aufgedeckt. Und die gibts bei uns halt nicht in dieser Form, die Notwendigkeit einer Gegenöffntlichkeit ist einfach nicht so sehr vorhanden wie in den USA. Auch befinden wir uns nicht in einem mittleren Krieg um die Präsidentschaft des wichtigsten Landes der Welt :) da bleibt halt alles ein bißchen am Boden.

  2. Hinzu kommt, dass wir hier nicht diese Tradition des Ungehorsams gegenüber der Staatsmacht haben. Bei uns herrcht traditionell eher Obrigkeitsgehorsam.

    Die Tendenzen sind momentan allerdings gegenläufig. Den Amis wird beigebracht, dass sie kuschen und hier merkt man, dass die da oben keine Götter sind.