Sind ja nur Bookmarks

Nico —  22.09.2004

Aber Themen wie del.icio.us/tag/osxcli finde ich klasse, da kann ich mich austoben. Ich frage mich zwar immer, ob da ein Geschäftsmodell hintersteht, und wenn ja, wie das aussehen könnte. Andererseits freue ich mich über den Dienst und dass ich mir darüber keinen Kopf machen muss, was ab und zu auch mal ganz angenehm ist. Aber irgendwie lassen mich Flickr und del.icio.us nicht los. Also das gute alte Thema Tagging, klar, und auch die Frage, wie man das sinnvoll in einen Blogdienst integrieren kann. Allerdings habe ich so meine Zweifel, dass der Nutzen für viele User in nur ein, zwei knackigen Sätzen begreifbar gemacht werden kann.

Wie kann man die Nutzung von Tags bei Diensten wie Flickr oder del.icio.us anderen Leuten klarmachen? Wieviele Feeds kann man eigentlich auf seinen Blog packen, bevor es unsinnig wird? Fliegt die Blogroll zugunsten von del.icio.us oder Flickr raus? Werden die Blogs mehrspaltig, scrollen seitwärts, um mehr Informationen parallel darzustellen? Trennen wir uns von der Hauptseite, auf der alles ist?

Gibt es eigentlich Dienste in Deutschland, die ähnlich wie Flickr oder del.icio.us sind?

Nur mal so ein paar ungetaggte Gedanken zum Abend mit der Bitte um reichlich Feedback und Anregungen.

5 responses to Sind ja nur Bookmarks

  1. Mein Standardspruch ist ja immer: „… aber komischerweise kannst du es erst völlig verstehen, wenn du es ne Woche benutzt hast. Jetzt musst du mir erstmal glauben.“ Und nach einer Woche kommen sie dann wieder und sagen strahlend: „Weisste was? Stimmt!“
    Andere Erklärungen fallen mir auch schwer.

  2. ja, aber wenig Kunden lassen sich auf derartiges ein, würde ich meinen…

  3. mal als brocken reingeworfen:

    Ist es nicht kommerziell auswertbar, dass durchs Tagging und obenerwähnte Webservices webweit Inhalte durch eine „bessere“/“andere“ Struktur besser verknüpft werden, bzw. interessante Inhalte besser ausgesiebt werden können?

    die einen können informationsströme dadurch besser auswerten. marketingspezialisten, suchmaschinen etc…

    die anderen können versuchen für ihre kunden individuelle informationsportale zusammenzutragen.

    das was del.icio.us und flickr an paradigma-wechsel andeuten, ähnelt dem auf dem desktop: die abkehr vom software-zentrischen hin zum dokumenten-zentrischen arbeiten. ich will nicht mehr wissen wo mein dokument ist, mir ist es egal was für ein programm das dokument bearbeitet, hauptsache es tut was es soll, den rest soll mein rechner machen.

    und am ende des tages kommt so etwas wie „QuickSilver“ heraus.

    wenn die quantität der informationen immer mehr zu nimmt, möchte ich nicht mehr zum suchen von fußball-nachrichten „kicker.de“ eingeben, sondern „HSV news anzeigen“ um mir eine auswahl an web-nachrichten, feeds oder photos anzeigen zu lassen. mit „HSV besuchen“ bekomme ich einen fertigen persönlichen fahrplan vom HVV

    del.icio.us und seine vorteile: strukturierung/filterung von informationen und erreichbarkeit der infos von allen orten aus, weil internet- und nicht mehr rechnerbasierend.

    wird es der kunde fressen? ich wage mal die behauptung: es kommt auf die verpackung an. del.icio.us ist karg und geek-freundlich. nichts für den enduser. aber baue einen client, integrier ihn ins betriebssystem, lasse mozilla und safari mit diesem client zusammenspielen und dann sieht das schon anders aus.

    .mac ist von apple ein interessanter ansatz zur nahtlosen integration von internet und seinen auf dem server gespeicherten daten und dem lokalen rechner. aber zu teuer und zu gering im funktionsumfang, von softwareproblemen ganz zu schweigen.

  4. Wenn es stimmt, dass Google plant, einen eigenen Browser zu entwickeln, dann wäre die Integration der Dinge, die delicious macht, sicher der nächste Schritt. Zum Beispiel würde ein Benutzer dann das Stichwort eingeben, unter dem er ein neues Bookmark ablegen will, und Google könnte diese Angaben von allen Nutzern in die Ermittlung der besten Suchergebnisse einbeziehen.

  5. Ein mögliches ? wenn auch todlangweiliges ? Geschäftsmodell bei del.icio.us ist, wie könnte es anders sein, kontextsensitives Advertising. Schließlich fokussieren die Tags relativ gut auf ein Thema.

    Tagging selbst kann im Kontext des Webloggings sicherlich an mindestens zwei Stellen verwenden:
    1.beim Schreiben von Blog-Einträgen
    2.beim Lesen von Feeds

    #1: kann ich die Beiträge in meinem eigenen Blog mit Tags versehen, wie das bei Bildern in Flickr und Bookmarks bei del.icio.us passiert. Das ist erst einmal kein Riesen-Unterschied zur Auswahl einer Kategorie. Aber mit der Möglichkeit, mehr als eine Kategorie zuweisen zu können, und speziell, wenn man es so einfach in der Handhabung macht wie bei del.icio.us, sicherlich sehr praktisch. Da es auf den ersten Blick für den User nicht viel anders als die jetzigen Kategorien bei blogg.de funktioniert, braucht man da keinen User von „überzeugen“. Er wird merken, dass das besser ist ? oder nicht, was auch kein Beinbruch ist.

    Das wären erst einmal individuelle Tags (für einen User). Man kann natürlich auch einen gemeinsamen Tag-Pool anbieten, wie jetzt die Standard-Kategorien, aber ? ehrlich gesagt ? kein User will wirklich eine Liste mit Dutzenden von Möglichkeiten sehen, sondern wird ? wenn überhaupt ? nur seine 5 ? 7 Standardtags sehen wollen

    #2: In einem Online-Feedaggregator a la Bloglines könnten die User Feeds mit Tags versehen werden. Das wäre für jemanden der sehr viele Feeds abonniert, ähnlich praktisch wie es die Tags in del.icio.us für viele Bookmarks sind. Hier macht es auch sofort Sinn, sie genauso user-übergreifend zu verwenden und zu sehen, welche Feeds andere User mit den selben Tags versehen haben. Auch hier denke ich, ist die Barriere für den User nicht so groß, weil er ja nur seine abonnierten Feeds mit einem Stiichwort taggen kann/muss. Wenn er das nicht tut … auch gut. Nur wird er irgendwann später merken, wie praktisch das ist.

    (Mehr) Geld verdienen kann ein Betreiber damit nicht ? ausser dadurch, dass seine Plattform von einigen Usern als „besser“ empfunden wird.