Struck gegen die Abschaffung der Wehpflicht

Nico —  13.11.2004

Die Argumente, die Struck vorbringt, erinnern stark an das übliche Getöse vor irgendwelchen Änderungen in Deutschland. Sonst hört man immer „das würde mind. 100.000 Arbeitsplätze kosten“, Struck wedelt dafür mit den internationalen Verpflichtungen.

Berlin (Reuters) – Verteidigungsminister Peter Struck hat die SPD vor einer Abschaffung der Wehrpflicht gewarnt, weil dies die Auslandseinsätze der Bundeswehr und die internationale Rolle Deutschland einschränken könnte.

„Um die Aufgabe der Bundeswehr zur Sicherheitsvorsorge für unser Land und die internationale eingegangenen Verpflichtungen Deutschlands erfüllen zu können, benötigen die Streitkräfte einen Umfang von etwa 250.000 Soldatinnen und Soldaten, darunter 55.000 Wehrpflichtige“, sagte Struck am Samstag zum Auftakt einer SPD-Tagung über die Wehrpflicht in Berlin. „Bei einer erneuten Reduzierung des Umfangs der Streitkräfte wäre der Einsatz der Bundeswehr im Rahmen der Auslandseinsätze auf dem derzeitigen Niveau nicht mehr zu realisieren.“ Dies hätte Auswirkungen auf den Einfluss Deutschlands in der internationalen Politik.

Irgendwie tun immer alle so, als wenn die Wehrpflichtigen unersetzlich wären und nur die allerwichtigsten Aufgaben übernehmen würden. Es gibt schon lange keine Wehrgerechtigkeit mehr, der Kalte Krieg ist auch vorbei, also lasst uns doch endlich die Wehrpflicht beenden. Das wird dem Ausland auch ziemlich egal sein, weil es nichts an unserer Wahrnehmung internationaler Verpflichtungen ändern wird.

2 responses to Struck gegen die Abschaffung der Wehpflicht

  1. ich finde Wehrpflicht ja auch nicht sehr entzückend, aber solange die Armee nicht komplett abgeschafft wird, habe ich lieber ein Wehrpflichtigenheer als eine Berufsarmee. Berufsarmeen ziehen hauptsächlich konservativ Gesinnte an, eine Bundeswehr dagegen, die zum großen Teil auf Wehrpflichtigen jeglicher politischen Ausrichtung basiert, garantiert einen gesunden weltanschaulichen Mix.
    Also, Wehrpflicht weg, dann auch Armee weg. Soll Armee vorläufig bleiben, schlafe ich mit Wehrpflicht etwas ruhiger :-)

  2. Als fast direkt betroffener stimme ich Nicos’s artickel voll und ganz zu. Was bringen auch einige tausend Soldaten gegen eine Atomwaffe??

    Man sollte die “Landesverteidigung” eher Profis überlassen, die das ganze länger machen und sich