Rabbatwagen für die Politik

In der WAMS wird auf die Kostengrenzen für Dienstwagen der Ministerien hingewiesen, die auf Seiten der Autobauer zu kreativen Rabatten führen:

Die Rabatte dürften üppig ausfallen, denn die von Eichel gezogenen Grenzen sind eng. Minister dürfen Autos bis zu einem Preis von 43 800 Euro fahren. Staatssekretäre bekommen ein Budget von bis zu 36 000 Euro. Ranghohe Beamte der Besoldungsgruppe B9 und B10 dürfen bis zu 24 000 Euro ausgeben. Nicht personengebundene Autos, die für Fernfahrten im Fuhrpark stehen, dürfen höchstens 21 400 Euro kosten.

So sparsam die Liste wirkt, sie ist doch Makulatur. Denn was nach Bescheidenheit klingt, wird in der Praxis kaum eingehalten. Politiker sind fast ausnahmslos in Luxuslimousinen unterwegs, deren marktübliche Anschaffungskosten deutlich höher liegen als der vom Finanzminister vorgeschriebene Maximalbetrag. So läßt sich Umweltminister Jürgen Trittin in einer Langversion eines Audi A8 4,2 chauffieren. Kosten des Wagens als Grundversion laut Audi-Preisliste: 80 400 Euro.

Nach Angaben des Unternehmens ist das mit reichlich Extras ausgestattete Fahrzeug sogar noch teurer. Verglichen mit der Eichel-Liste liegt Minister Trittins Dienstwagen um mindestens 50 Prozent über dem Budget. Der Trick: Die Unternehmen akzeptieren die Preisgrenze, liefern aber wesentlich teurere Autos aus. Mit diesem Naturalrabatt bekommen Politiker bequeme Karossen, ohne Eichels Vorgaben zu verletzen.

Ich bin ja davon ausgegangen, dass es durchaus den ein oder anderen Preisnachlass bei Flotteneinkäufen gibt, aber dieses Reklamefahren für die Industrie übertrifft dann doch meine Rabattvorstellungen. Aber es wirkt natürlich, wenn ein Minister im schnuckeligen Dienstwagen vor die Kameras rollt. Das ist gut für das Ego und die Marke. Typisch für die Welt ist allerdings, dass Trittin als negatives Beispiel herhalten muss, auch wenn es bei anderen Ministern sicherlich ähnlich aussieht.

Da wird mir Bremens Bürgermeister Henning Scherf gleich noch sympathischer, der gerne mit dem Fahrrad zum Rathaus radelt. Auch in einem Auto für „lediglich“ 43800 Euro lässt sich Poltik machen.

2 Antworten auf „Rabbatwagen für die Politik“

  1. ach ja, wie groß wäre das geheule, wenn unsere minister preisbewußt ein französisches oder gar ein japanisches modell fahren würden??
    und wollen wir wirklich, dass unser kabinett in ungepanzerten opel vectras duruch die gegend gefahren werden?

    ich sehe hier nichts verwerfliches, da sich die politiker nun mal nicht persönlich „bereichern“.

  2. Wobei man ja fast annehmen könnte, dass sich vielleicht nicht der Minister persönlich, aber seine Behörde „bestechen“ lässt. Aber solche Summen sorgen ja bekanntermaßen bei deutschen Beamten für keinen getrübten Blick…

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