Datenschutzbeauftragter: Datensammlung bei WM-Tickets ist rechtswidrig

Nico —  16.02.2005

Der Bundes-Datenschutzbeauftragte Peter Schaar hält die Vergabepraxis bei den WM-Tickets für rechtswidrig:

Schaar sagte, die Erhebung persönlicher Daten sei in Teilen „rechtlich unzulässig“. Wer sich um ein Ticket bewirbt, muß Staatsangehörigkeit, Geburtsdatum, Personalausweisnummer und die E-Mail-Adresse angeben.

„Es darf nicht dazu kommen, daß ich mich, etwa wenn ich ins Kino gehe oder eine Sportveranstaltung besuche, dauernd identifizieren muß. Wir alle wollen keinen Bürger, der dauernd seinen Datenschatten hinter sich herzieht“, so Schaar. Die Abfrage der Personalausweis-Nummer stehe „im Widerspruch zum Personalausweisgesetz, das es verbietet, die Personalausweisnummer zu erheben, wenn damit Daten erschlossen werden könnten“.

Ich teile durchaus die Meinung von Herrn Schaar, aber unter welchem Stein kommt der bitte jetzt, 2 Wochen nach dem Start der Vergabepraxis, hervorgekrochen? Seit mind. 8 Wochen wird das Thema diskutiert und der oberste nationale Datenschützer meldet sich erst zwei Wochen nach dem Start zu Wort. Ich fände Datenschutz ja sinniger, wenn schon im Vorfeld die Rechte des Einzelnen gewahrt würden und nicht im Nachhinein angemerkt wird, dass da was nicht koscher ist. Jetzt wird sich bei dem Verfahren eh nichts ändern.

Wenn die Website des Bundesbeauftragten für den Datenschutz auf die Arbeitsweise schliessen lässt, dann sieht das nicht gut aus für den Datenschutz in Deutschland. Sie können sich wieder hinlegen, Herr Schaar, nun ist es eh egal.

Ich freue mich schon auf die Meldung im Januar 2006: „Oberster Datenschützer äussert Bedenken zu RFID“.

3 responses to Datenschutzbeauftragter: Datensammlung bei WM-Tickets ist rechtswidrig

  1. Das ist ja ein Linkattentat! Grausam.

  2. ach, da geht doch eh keiner hin und wer will bekommt keine Karten. Die sollen insgesamt mal die Schweine hüten gehen da mit ihren komittes und dem ganzen anderen Quatsch. Ach Moment, da war doch noch was, ja, da wird Fußball gespielt, auch.
    Großbildveranstaltungen werden wohl gut besucht sein, wäre ich in der Gastronomie tätig, würde ich das schon mal großspurig planen.