Visa-Affäre: Kampagne der CDU gegen Fischer

Die Visa-Affäre und kein Ende. Nach dem lauten Aufgejaule von CDU und FDP, kommen nach und nach interessante Details zu Tage. Beispielsweise hat die konservative Fraktion im EU-Parlament geschlossen für einen Antrag gestimmt, mehr Visa für Ukrainer auszuteilen, dazu Wolfgang Lünenbürger-Reidenbach:

Die ganze Visa-Debatte ist ganz klar nur Irrsinn. Und das Verhalten der CDU an Heuchelei und Beklopptheit kaum zu überbieten.

In der Blogbar wurden ebenfalls ein paar Details zusammengetragen, über die ich auch schon gestolpert war.

Das Ergebnis ist ziemlich eindeutig: Alle, die sich mit der Thematik auskennen, sagen, dass ihnen von einem Zusammenhang nichts bekannt ist. Im Gegenteil, hört man von den Beratungsstellen, kriminelle Schleuser brauchen gerade die illegale Einreise als Druckmittel gegen Zwangsprostituierte, für die sind legale, kurzfristige Touristenvisa uninteressant. Was ich gefunden habe, sind die Fälle einiger Prostituierter, die Touristenvisa genutzt haben, aber die wurden nicht bei der Einreisegezwungen. Einen Anstieg in der Kriminalstatistik gibt es nicht.

Interessant, dass hinter dieser Kampagne eine Person stecken soll, und alle Medien auf diese Kampagne aufgesprungen sind, ohne die Fakten zu checken. Interessant aber auch, dass SPD und Grüne nicht in der Lage waren, frühzeitig dieser offensichtlich gesteuerten Kampagne entgegenzuwirken.

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5 Antworten auf „Visa-Affäre: Kampagne der CDU gegen Fischer“

  1. ja, da werden stundenlang akten gewälzt und experten angehört werden. dann wird es viel hin und her geben, wann wer zu was befragt werden darf und monatelang werden uns olaf scholz und eckart von klaeden die immer gleichen langweiligen statements abgeben, die von gegenseitiger abneigung geprägt sind. dann, bevor das jahr vorbei ist, wird das ergebnis verkuendet werden: rüffel für fischer, aber auch für schily, weil die kommunikation zwischen und in den ministerien nicht klappte. danach ist wieder ruhe im karton.

  2. Sollte etwa untergegangen sein, dass die Ukraine seit etwas mehr als 1 Monat erstmals über einen in freien Wahlen demokratisch gewählten Präsidenten verfügt?
    Könnte es sein, dass ein, den Grundüberzeugungen Europas zugewandtes und damit ERST JETZT in der Obhut einer reformierungswilligen Regierung befindliches Land ein solches ist, in welches Reisewillige auch tatsächlich wieder zurückkehren wollen und welches Menschenhändlerringe genauso ablehnt und verfolgt, wie dies zum überwiegenden Teil in der westlichen Welt geradezu bekämpft wird (oder werden sollte)?
    Politik bedeutet u.a. auch, das Richtige zu tun zur rechten Zeit. Zur falschen Zeit getan ist und bleibt es das Falsche. Der Schadens-Saldo wird erst noch ermittelt werden müssen.
    D´accord … contenance, je vous plais …

  3. Wenn ich eine Idee anbringen dürfte: PR (wenn gut gemacht und richtig verstanden) ist auch für die Visa Kampagne wichtig. Und da bekleckern sich die Grünen gerade nicht mit Ruhm.

  4. Hi!

    Nun, gut geschrieben. Berechtigte Kritik vielleicht auch an der Union. Aber eines (und meine grosse Schwester hat in zig Frauenhäusern und -Beratungsstellen gerarbeitet und war an der Spitze eines bundesweiten feministischen Netzwerks und weiss das einfach) ist Fakt: dass durch den Volmer-Fischer-Skandal unendlich viele ukrainische (aber auch baltische und albanische) Mädchen in die Sex-Sklaverei gerieten. Und die Umstände der dubiosen Affäre, in der Joseph Martin F. viele Warnungen (Diplomaten, Richter, Geheimdienste usw.) ausser Acht liess, legt nahe: mit grüner Duldung geschah schier Unfassbares: staatlich legitimierter Mädchenhandel. Fischer muss zurücktreten, Schily und Schröder als Mitwisser am besten gleich mit!

    Nix für ungut.
    Gruss,

    Kelly
    http://www.myblog.de/girliezine

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