15. März 2005

Ende einer Dienstfahrt

Ich fahre beruflich häufiger mal mit der Bahn und habe Ende Januar meine Bahncard 25 auf eine Bahncard 50 geupgraded. Beim Ausfüllen des Formulars habe ich meine alte Bahncardnummer angegeben, und diese sollte laut Bahnmitarbeiter dann auf meiner neuen Bahncard 50 auf zu finden sein. Für eine Übergangszeit gab es die vorläufige Bahncard, auf der keine Nummer zu finden war, die aber mit meiner alten Bahncard 25 noch zu nutzen war. Meine Tickets werden von der Firma online gebucht und mir ausgedruckt.

Gestern morgen fuhr ich in einem rappelvollen Zug zur ITB nach Berlin. Der freundliche Bahnmitarbeiter kontrollierte mein Ticket und stellte fest, dass die Nummer meiner Bahncard 50 nicht mit der Nummer auf dem Ticket übereinstimmte. Auf die Frage “Haben Sie eine neue Bahncard, kann es sein, dass sich da die Nummer geändert hatte?” musste ich nur kurz “Ja” erwidern und schon entschwand er mit den Worten “ich überprüfe das kurz telefonisch, das sollte kein Problem sein”. Nach einer knappen halben Stunde kam der Bahnmitarbeiter wieder, drückte mir das Ticket in die Hand mit den Worten “ich habe das überprüfen lassen, Ihre Bahncardnummer hat sich geändert, bitte achten Sie darauf, bei den nächsten Buchungen auch die neue Nummer zu benutzten. Schöne Fahrt noch”. Ich dankte ihm für seine Mühe und setzte die Fahrt fort.

Heute abend bin ich dann von der CeBIT nach Hamburg gefahren, ebenfalls mit einem ausgedruckten Online-Ticket, im recht leeren ICE 70. Mit mir im Abteil sassen Heiko, Björn, Philipp und Michael. Die Zugbegleiterin erschien, wir fragten kurz nach, wann Railnet starten sollte und zeigten unsere Tickets vor. Ich gab ihr mein Ticket mit dem Hinweis, dass die Nummern wohl nicht stimmen würden, dass aber eine kurze telefonische Überprüfung alles klären könne, schliesslich habe das der Kollege gestern auch so gemacht. Darauf entgegnete mir Frau C. *****: “Das werden wir sehen, ich gehe aber davon aus, dass sie nachzahlen müssen.” Sie entschwand und erschien kurze Zeit später in Begleitung des Zugchefs Herrn W. ****.

Herr W. **** machte mich darauf aufmerksam, dass ich kein gültiges Ticket für die Zugfahrt von Hannover nach Hamburg besäße. Ich machte ihn darauf aufmerksam, dass es da ein kleines Problem mit den Bahncardnummern gäbe, dass sein Kollege gestern mir dies mitteilte und das Problem durch einen kurzen Anruf klären konnte. Zugchef **** teilte mir mit, dass ihm dies nicht möglich sei, da die telefonische Auskunft nicht eindeutig belegen könne, dass ich tatsächlich im Besitz eines ordnungsgemäßen Tickets sei, da auf dem Ticket a) eine falsche Bahncardnummer stünde und b) nur der Name der Firma, nicht aber meiner. Eine Visitenkarte akzeptierte er nicht als Nachweis meiner Firmenzugehörigkeit.

Stattdessen wurde auf einer Nachzahlung von 19,50 Eur bestanden. Ich habe diese Nachzahlung verweigert. Daraufhin wollte Zugchef W. **** meine Personalien aufnehmen. Dies habe ich ihm verweigert, schliesslich hielt er zu diesem Zeitpunkt bereits meine Bahncard und mein Ticket in der Hand. Daraufhin kündigte Zugchef W. **** an, den BGS zu informieren, der beim nächsten Haltepunkt dann meine Personalien aufnehmen würde und entschwand gen Zugtelefon.

Ich bin daraufhin hinterher gegangen und habe versucht, Herrn **** darauf hinzuweisen, dass Kulanz durchaus bei der Bahn geübt werden könne. Er lehnte dies ab, mit dem Hinweis, dass er nicht genau überprüfen könne, dass ich wirklich im Besitz eines gültigen Tickets sei. Nach einiger Diskussion wurde der BGS informiert und per Zugdurchsage nach “einem im Zug befindlichen Polizei- oder BGS-Beamten” gefragt. Mein lautstarker Einwurf “Ich bin unbewaffnet!” wurde von Herrn W. **** mit dem Hinweis “dies kann als Randale ausgelegt werden!” kommentiert.

Während Heiko und Björn versuchten, Zugchef W. **** und Zugbegleiterin C. **** zum Einlenken zu bringen, setzen wir die Fahrt bis Hamburg Harburg fort. Dort warteten zwei BGS-Beamten, denen Zugchef W. **** sofort das Problem schilderte. Ich bedankte mich bei W. **** und C. **** für ihre unvergleichliche Arbeit, wobei mir Frau C. **** das Schütteln der Hände verweigerte. Stattdessen wurden die BGS-Beamten aufgefordert, die im Abteil gemachten Fotos der Bahnmitarbeiter löschen zu lassen, was aber von den BGS-Beamten abschlägig beschieden wurde.

Auf dem Weg zum BGS-Büro zum Aufnehmen meiner Personalien meinte der BGS-Beamte zu mir, dass Zugchef W. **** wohl ein “extrem schlecht geschulter Mitarbeiter der Bahn AG” sei. Dieser Aussage hatte ich nichts mehr hinzuzufügen.

Da ich einen ungültigen Fahrausweis hatte, was besser ist als gar keinen, musste der BGS keine Anzeige gegen mich erheben, sondern füllte lediglich ein Formular aus, was zur Folge haben wird, dass ich in den nächsten Wochen zum Kundenservice des Hauptbahnhofs gehen darf, um meine Version der Abläufe zu schildern. Sollte dort dem Vorgehen der Bahn-Mitarbeiter W. **** und C. ****** Recht gegeben werden, darf ich 70 Eur bezahlen. Der BGS-Mitarbeiter gab mir mit auf den Weg: “dort werden die sich den Fall anhören und dann die Sache für erledigt erklären.” Heiko und ich fuhren dann mit der S-Bahn weiter nach Hamburg.

Als Quintessenz aus den beiden letzten Bahnfahrten halte ich fest:

- es gibt wunderbare Bahnmitarbeiter, die einen Kunden als Kunden ansehen und alles tun, damit dieser eine angenehme Reise hat.
- es gibt Bahnmitarbeiter, die Tugenden an den Tag legen, die Kunden als Kriminelle darstellen und alles tun, damit man möglichst nie wieder Bahn fährt. Herr W. **** und Frau C. ****** sind Mitarbeiter, die aufgrund Ihrer unvergleichlichen Arbeit die Bahn als unflexibles und kundenfeindliches Unternehmen darstehen lassen.

Als Kunde fühle ich mich wie ein Krimineller behandelt und ehrlich gesagt habe ich als zahlender Kunde daran kein Interesse. Ich fahre gerne Bahn. Ich habe eine Bahncard 50. Und ich muss mich nach einem langen Arbeitstag auf der CeBIT so dermassen schlecht behandeln lassen. So wird es nichts mit dem “Unternehmen Zukunft”. Da können sich Mitarbeiter wie der gestrige Zugbegleiter noch so anstrengen, derartige Negativ-Erlebnisse werden immer wieder dafür sorgen, dass die Bahn ein schlechtes Image behalten wird.

Hartmut Mehdorn, Sie können sich bei Mitarbeitern wie W. **** und C. ****** bedanken!

[Update: Ich habe die Namen der Mitarbeiter unkenntlich gemacht und würde Euch bitten, dies ebenfalls zu tun.]

141 Antworten zu “Ende einer Dienstfahrt”

  1. Ein fantastisches Erlebnis mit dem Kundenservice der Bahn schildert Lumma:Ende einer DienstfahrtIch fahre beruflich häufiger mal mit der Bahn und habe Ende Januar meine Bahncard 25 auf eine Bahncard 50 geupgraded. Beim Ausfüllen des Formulars habe ich mei…

  2. Pöbler.de sagt:

    Ich bin gestern Abend mit der Bahn nach Heidelberg gefahren (logisch, erst heute Morgen angekommen). Vor meinem Zug sollte an Gleis 14 noch der Nachtzug nach Paris abgefertigt werden. “Türen schlieÃ?en, zurückbleiben bitte” und der Zug rollte. Plötzl…

  3. Nachdem Moe kürzlich fragte, was denn die Blogospäre ist, will ich heute auch einmal so eine Begriffsdefinition aufgreifen. Und das aus einem ganz einfachen Grund: Ich sitze gerade in diesem Augenblick, als ich diese Zeilen schreibe im ICE nach…

  4. Blogomat sagt:

    Wie schön, der Bahn geht’s gut. Mit den Lidl-Tickets wird das wohl noch nichts zu tun haben. An sich eine tolle Idee, die zeigt das grundsätzlich Interesse am Verkehrsmittel Bahn besteht. Insbesondere, wenn es einfache, günstige Tarife gibt…

  5. Pullemann sagt:

    Selbst schuld !
    Sprech dich mit deiner Firma besser ab oder kauf dir dein ticket selbst.
    Wenn du dich so im recht fühlst, warum gibst du denen nicht die Persos.
    Und dann noch auf gutscheine pochen!
    Typisch Deutschland.

  6. Phil sagt:

    Die böse Bahn. Ich lese immer nur wie schlecht und gemein die Bahn ist. Die Bahn hat so einen schlechten Ruf und bla.

    Es liegt nicht alles an der Bahn. Ich fahre gerne Bahn und hatte noch keine großen Probleme. Solche Leute gibt es auch,

    Wenn man schon ein OnlineTicket kauft und ausdruckt sollte man schonmal lesen was man mitnehmen sollte. Denn auf dem Ticket steht dass das Ticket nicht an dritten weitergegeben kann. So muss die Bahn ja irgendwie überprüfen ob du auch der eigentliche Besitzer bist.

    Wenn man einfach mal beim nächsten Kauf auf solche Kleinigkeiten achtet, das kann wahre Wunder wirken.

    Ohne der Bahn könntet ihr nicht schnell mal nach Hamburg und ohne Stress fahren. Dann könntet ihr mit euerem Autochen (wenn man überhaupt eines hat) von Stau zu Stau fahren und Spritpreise sind auch so hoch wie nie.

    Es liegt oft auch am Kunden selbst. Klar könnte die Bahn auch andere alternativen anbieten, aber im großen und ganzen klappt dies in der Regel eigentlich immer sehr gut, jedenfalls bei mir….

  7. Denn sie wollen nicht, dass sie was tun…

  8. ernst sagt:

    Ich lese heute zufällig den Kommentar und die Kommentare zum Kommentar. Mir ist es bereits 2 mal ähnlich ergangen. Einmal kam tatsächlich der BGS – und interessierte sich so viel wie nicht was der Schaffner alles von sich gab. Einmal kam er nicht. Der hat wohl Besseres zu tun. Als Hilfsbüttel der Bahn ist der BSG zu teuer. Eine Privatfirma wäre mit dieser Art “Kundenpflege” längst bankrott. Aber die Bahn kann tun was sie will, es ändert sich nichts! Sie geht nicht mal bankrott und entlassen oder versetzt o.ä. wird deswegen auch keiner.

  9. Eigentlich hatte ich mir vorgenommen dem Herrn Mehdorn, anlässlich der
    geplanten Umänderung der Kinderabteile in MuFu(multiFunktions)abteile
    und der Platzierung selbiger neben der RaucherGaskammer Bistro, aber
    wie so oft, ging der Gedanke im Alltag un

  10. Hokeys Blogs sagt:

    Auf der Liste meiner Hass-Dienstleister teilt sich die deutsche Bahn mit der deutschen Telekom den ersten Platz. Wer schon mal versucht hat, bei der Telekom einen Tarif zu kündigen, zu wechseln oder ähnliches, oder versucht hat, mit der Bahn in unter

  11. Hokeys Blogs sagt:

    Ich hatte ja schon erwähnt, dass ich nicht gerade ein Freund von "Die Bahn" bin, aber was Nico Lumma berichtet, ist wirklich der Gipfel.

  12. Isaac sagt:

    america west airlines

  13. Isaac sagt:

    verizon cell phones

  14. Otto sagt:

    sunless tanning

  15. Hans sagt:

    rolex watches

  16. Domenigg sagt:

    Tut mir leid, wer zu blöde ist, sich eine richtige Fahrkarte zu kaufen (was mich wundert, denn zum Aufstandüben im Zug scheint\’s da oben ja noch zu reichen), der hat m.E. sein Recht verwirkt, sich über die Bahn zu beschweren. Der Kauf einer Fahrkarte ist nicht schwieriger als das Einrichten einer Emailadresse. Und wenn weder Name noch Bahncardnummer übereinstimmen, dann hat der Schaffner durchaus Recht, wenn er Nachzahlung fordert. Es sollte auch nicht zu seinen Aufgaben gehören, jedem Vollidioten hinterherzutelefonieren, der nicht in der Lage ist, seine Nummer in den Kundendaten zu aktualisieren. Meine Beobachtungen sind vielmehr, daß die Bahn zwar bemüht ist, die gruseligsten Mitarbeiter auf die Schiene zu schicken, es aber dennoch nicht schafft, einen Großteil ihrer Fahrgäste an Blödheit zu überbieten.

  17. Marubeni sagt:

    @Domenigg:
    Es gibt durchaus auch Leute, die nicht solche Besserwisser und Schlaumeier sind wie Du, und – oh Wunder – trotzdem um Längen intelligenter. Denn zur Intelligenz gehört unter anderem auch Verständnis für Personen, die nicht immer und überall mit allen urkundlichen Gepflogenheiten von Behörden oder Unternehmen vertraut sind. Es gibt mit Sicherheit noch viele andere (insbesondere ältere) Personen, die sich mit etlichen Abläufen, wie sie heutzutage üblich sind, schwer tun, da sie es jahrzehntelang anders kannten. Im Falle Lumma wurde seitens des Kunden nicht einmal etwas falsch gemacht – da war Kulanz, mindestens aber Verständnis, mehr als angebracht. Jede andere Firma hätte dem Kunden wohl ein \”Trostpflaster\” zukommen lassen, aber hier? Es gibt zudem einen so genannten Ermessungsrahmen, innerhalb dessen die Mitarbeiter agieren dürfen/können – wenn sie willens und fähig sind.

    Irgendwann ist jeder mal dran – irgendwann trifft es auch Dich. Spätestens, wenn Du die 60 überschritten hast, wird es Dich in zunehmendem Maße treffen, denn dann haben sich die Zeiten (und Abläufe) ebenfalls gewandelt. Da Leute Deines Schlages – leider – nie aussterben (oder dazulernen), wird es auch dann jemanden geben, der dann Dich mit \”blöder Vollidiot\” betitelt.

    Das ist jedenfalls so sicher wie es den nächsten traurigen Vorfall durch kleingeistige und selbstverliebte Mitarbeiter des \”Unternehmens Zukunft\” geben wird, zu denen Du mit Deiner verständnisvollen Art gut passen würdest (wenn Du nicht schon einer davon bist).

  18. naked sagt:

    sexy naked women

  19. Monte-Boy sagt:

    Les dir die Bedingungen vorher gründlich durch, dann kommste auch klar !
    So ein Online-Ticket ist doch schon eine tolle Service-Leistung !
    Die Bedingungen sollten dann schon eingehalten werden !
    Wer nicht lesen kann , Pech gehabt !!!
    Aber schön große Klappe im Zug !
    In einem Geschäft z.B. würdest du bei großer Klappe Hausverbot bekommen, also halt mal den Ball flach !
    Wo arbeitest denn Du ?
    Kommen da nicht auch einige komische GEschichten vor ???
    Und ?
    Stellt man DICH dann auch an den Pranger ?
    Gruß Freund aller Schaffner
    (BC 100 Inhaber )

  20. Don Juan sagt:

    Monte-Boy , da geb ich Dir recht !
    APPLAUS !
    Meckerland Deutschland.
    Jeder hat was zu kacken ,
    wenn gezahlt werden muss , sind alle doof.

  21. broadband sagt:

    voip broadband phone service

  22. sadas sagt:

    10mg valium

  23. arne sagt:

    oh mann.

    wenn du wirklich verschiedene bc-nummern hattest, kannst du dich nicht über die mitabrbeiter der bahn beschweren. wie um geier sollen sie denn ihrne job erledigen, wenn sie solche kuriositäten abhandeln müssen und dann noch angepöbelt werden?

    das verhalten der bahn-ma ist genauso wenig zu verstehen oder zu unterstützen wie das deine.

    wenn schon stress machen; dann, wenn man SICHER alles richtig gemacht hat. meinen zahlreichen erfahrungen nach kann man durchaus mit entgegenkommen der schaffner rechnen.

    wie ist die geschichte denn letztlich ausgegangen?! das würde mich noch interessieren.

    grüße so long vom

    a

  24. arne sagt:

    noch ein nachtrag: gegen diesen doofen spam oben könnteste mal was unternehmen. wäre klasse.

    erstmal nochmal viele grüße vom

    arne

  25. Thorsten sagt:

    \”Da können sich Mitarbeiter wie der gestrige Zugbegleiter noch so anstrengen, derartige Negativ-Erlebnisse werden immer wieder dafür sorgen, dass die Bahn ein schlechtes Image behalten wird.\” So ein Schmarrn. Ich fahr seit Jahren Bahn und bin hochzufrieden. Hatte auch schon mal nen motzigen Schaffner, na und…? Auf der Autobahn gibts bei jeder Fahrt hunderte solcher Typen. Wegen 20 Euro gleich einen persönlichen Rachefeldzug zu starten, find ich nicht nur albern und immens zeitaufwendig, sondern leider auch typisch deutsch (\”Hauptsache ich habe Recht…\”). Heute, zwei Jahre später, lachen Sie vermutlich selbst über Ihr Tun. Lieber Gruß, Thorsten

  26. geschlecht sagt:

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  28. Sylvain sagt:

    Hi.
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