Hier mal ein kleiner Auszug aus einem Interview der Leipziger Volkszeitung mit dem weltbekannten Marcel Machill, Professor für Journalistik an der Universität Leipzig mit Schwerpunkt Neue Medien:
Können die Blogs mit etablierten Medien konkurrieren?
Nein. Sie stellen eine Nische für eine Publikationsart, die man als Para- oder Pseudojournalismus bezeichnen kann. Das Problem der Netztagebücher ist, dass sie sehr subjektiv sind und keine Qualitätskontrolle stattfindet. Die Schreibenden sind nicht in Redaktionsstrukturen eingebunden und müssen ihr Produkt beispielsweise nicht dem Redaktionsleiter oder Chefredakteur vorlegen.
Das Problem mit Professoren ist oft, dass sie keine Ahnung von den Realitäten haben. Der Vorteil der Weblogs ist, dass sie subjektiv sind und dass sie im Normalfall nicht in Redaktionsstrukturen eingebunden sind. Deswegen bringt ja das Schreiben und Lesen von Weblogs so viel Spass.
Im weiteren Verlauf des Interviews kommt dann noch dieser schöne Satz:
Es können ja nicht täglich hunderte von Websites durchforstet werden. Im Onlinejournalismus sind daher vertrauensvolle Marken und Gatekeeper wichtig.
Der Herr Professor achtet plump darauf, die herkömmlichen Online-Medien in ein positives Licht zu stellen, während Blogs als etwas unsortiertes und nicht vertrauenswürdiges dargestellt werden. Mit einem RSS-Reader kann man locker hunderte von Websites lesen, aber das verschweigt er lieber.
Blogs sind natürlich eine Nische, sie ergänzen den Online-Journalismus. Hier grossartig zu problematisieren ist typische Professorenunart, einfach mal wichtig irgendwas erzählen, auch wenn man keine Ahnung vom Thema hat, aber wenigstens hat man auch zu diesem Thema etwas gesagt.


