Das mobile Videopack telefoniert im Internet

Auf der CES wurden diese Woche einige interessante Ankündigungen gemacht. Microsoft hat URGE vorgestellt, Yahoo! setzt mit Yahoo! Go seine mobile Strategie weiter fort und Google hat mit Google Pack eine Video-Plattform präsentiert. Skype wird künftig auf einigen WLAN-Handies zu finden sein, MobiTV bringt TV auf das Handy, und so weiter und so fort. Konvergenz überall.

Es gibt zwei Dinge, die ich daran bemerkenswert finde.

1. Es geht um die Inhalte. Die Inhalte sollen das Geld bringen. Das mag jetzt nicht so die brachiale Erkenntnis sein für die meisten Leser dieses Blogs, aber wenn wir uns mal die Internet-Landschaft in Deutschland angucken, dann sieht man bei den grossen Portalen ein anderes Bild. Da wird Content günstig zugekauft, das war es. Musik? Video? RSS? Mobil? Selbst Freenet/Mobilcom, bei denen derartiges naheliegt, gibt es nur DSL und VOIP. In Deutschland sind immer noch alle damit beschäftigt, das Netzwerk zu bauen, während in den USA dies als selbstverständlich genutzt wird, ebenso ist dort auch die Erkenntnis gereift, dass die Bandbreite genutzt werden muss, damit die Preise für IP-Traffic runtergehen. Also pushen die grossen Portale ordentlich Content durch die Gegend. Die Musik-Industrie ist verwirrt, die TV-Sender staunen, und die örtlichen Kabel-Monopolisten kotzen, weil auf einmal die Inhalte einen anderen Weg zum Konsumenten finden.

2. Offene Standards sind immer noch mehr Wunsch als Realität. Die grossen Portale machen alle ihr eigenes Ding. Google bringt ein weiteres DRM-System auf den Markt, haben wir ja auch alle dringend gebraucht. Skype ist komplett undurchsichtig, aber niemanden stört das, von Microsoft fange ich gar nicht erst an. VOIP ist zwar ne tolle Sache, aber jeder dreht da sein eigenes Ding draus, so dass letztendlich wieder nix zusammenpasst.

Die Konvergenz, die wir gerade sehen, passiert überwiegend abgekapselt auf den einzelnen Portalen. Der einmal geworbene User soll so lange wie möglich gehalten werden, das ist natürlich ein verständliches Unterfangen. Für den User wird es aber zu einer Geduldsprobe, da nicht einfach die interessanten Aspekte der einzelnen Dienste mit einander kombiniert werden können. So wie es eigentlich sinnvolle Einrichtungen wie APIs oder Newsfeeds ermöglichen könnten. Diese Abkapselung der User wird auf Dauer nicht klappen, denn die User wollen selber entscheiden, wo sie welchen Content wie beziehen.

KategorienAllgemein

Eine Antwort auf „Das mobile Videopack telefoniert im Internet“

  1. Was das Thema Content angeht hat Arcor schon sehr früh damit begonnen einen ganz vernünftigen Video on Demand – Bereich aufzubauen, natürlich hatten die großen Verleiher vor drei, oder vier Jahren tierisch Angst davor die A-Filme bei Arcor einzustellen. Zwischenzeitlich wird das Portal, wohl auch dank des FSK18-Ablegers „Adultpark“, gut genutzt. Weil in Deutschland aber immer alle auf den rosa Riesen glotzen hat das Angebot von Arcor noch nicht wirklich jeder mitbekommen, sie haben es aber auch niemandem erzählt!

    Der Standard ist natürlich auch geschlossen, nur angemeldete Arcor-Nutzer mit einer eigenen Arcor-Kleingeldbörse (Bezahlsystem) können die Filme runterladen.

    Wenn Google nun auch noch mit einem eigenen Portal zu VoD kommt, dann können Anbieter wie Arcor ihren Dienst sicherlich bald abstellen.

    Die einzige Chance für Anbieter wie Arcor mit VoD sehe ich tatsächlich in offenen Standards, wenn es ein DRM gibt, welches viele Anbieter nutzen, dann könnten sich solche Inhalte besser verbreiten lassen.

Kommentare sind geschlossen.