Mainstreamblogger

Business 2.0 hat ein paar amerikanische Paradebeispiele für das Geldverdienen mit Blogs herausgegriffen und ein paar interessante Zahlen produziert. Das bekannte Blog BoingBoing macht demnach mehr als 1 mio USD im Jahr, Techcrunch 60.000 USD im Monat und noch ein paar andere Weblogs verdienen richtig gut, bzw. haben gerade VC Gelder eingestrichen.

Mainstreamblogger (MSB) kam als Begriff auf, meines Erachtens duchaus passend, denn diese Blogs haben es geschafft, mehr Leser als nur die Blogger als Leserschaft zu gewinnen.

Kann man in Deutschland als Blogger reich und berühmt werden? Klar, das geht. Aber da muß man schon Vollgas geben, eine gute Schreibe haben und nicht nur selbstreflexive Artikel über Kindheit, Jugend, Gegenwart und die Unzufriedenheit mit der Gesamtsituation bringen, sondern richtig Butter bei die Fische. Es hilft ungemein, wenn man ein oder mehrere Spezialgebiete hat, in denen man nicht nur als Experte gilt, sondern wirklich etwas weiß. Man muß Polarisieren können, man muß Themen besetzen können, man muß als Hans Dampf in allen Gassen durch die Republik touren, mit allen für das Spezialgebiet wichtigen Leute im Kontakt sein, keine Party auslassen und dazu noch bloggen bis der Arzt kommt, Rampensau-mässig die Oma für einen guten Scoop verkaufen und schlichtweg eine fette Welle machen. Dann geht das. Durch harte Arbeit kommt Credibility, die Leser wissen das zu schätzen.

Auf die nächste Pressemitteilung zu hoffen, damit man wieder genuinen Content zum Bloggen hat, das ist der Weg zu einem mediokren Dasein als manueller Contentbefüller eines Weblog-Publishingsystems. Damit wird man weder reich noch berühmt, sondern allenfalls Contentwiederkäuer.

Wo sind die Leute, die auf Praktika, Voluntariat oder Dasein als Polizeireportabtipper pfeifen und stattdessen ihr Schreibe und ihr Wissen nutzen, um im Weblog Vollgas zu geben und es den etablierten Redaktionen zu zeigen? Selbst wenn das Ziel sein mag, später selbst zu eben diesen Redaktionen zu gehören, jetzt ist die Gelegenheit ganz wunderbar da, sich mit einem oder mehreren Weblog einen guten Namen zu erschreiben. Beispiele in den USA gibt es zu Hauf, blogbare Inhalte auch in Deutschland zur Genüge. Leser? Die kommen, wenn das Feuer im Bauch beim Bloggen sichtbar wird und die Inhalte die Leser umhauen.

Erst wenn ein professionelles Blog zum Mainstream wird, dann fängt auch die Vermarktung an, Spaß zu machen. Vorher lohnt es den Aufwand nicht.

[ via: GigaOM » You Down with MSB? (Yeah You Know Me) ]

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