Tipps zum Blogosphären-Einstieg

Nico —  23.08.2006

Aus aktuellem Anlaß, da ich mir gerade den Troll der Woche eingefangen habe, mal ein paar klitzekleine Hinweise zum Umgang mit etwas Neuem, in diesem Fall den Blogosphären.

Erstmal ist es ratsam, sich an seine Schulzeit zu erinnern. Die, die immer vorne saßen und meinten, sie müssten mit ihrem Wissen prahlen, wurden in der Pause verprügelt und beim Fußball als Letztes ausgewählt. Warum? Weil sie nervten. Wenn nun noch hinzukommt, dass man sich in einem neuen Umfeld bewegt, dann ist es ratsam, erst einmal nur zuzugucken, bevor man sich eimischt und mitreden will. Desweiteren sollte man beachten, dass man erst einmal verstehen sollte, wovon alle reden, bevor man total schlau seine Klappe ausfreisst und dann nur gequirlten Müll von sich gibt.
Die Blogosphären in Deutschland begreift man nicht innerhalb einer Woche, dazu muß man am Besten selber ein Teil sein und sich in Diskussionen einmischen, selber Themen finden und letztendlich zu einem Teil der Diskurse beitragen. Das ist ein mühseliger Prozeß, der oftmals ermüdend ist und noch viel häufiger einfach nur nervig und zeitraubend. Praktisch ist aber für alle Beteiligten, dass man sich kennt, halbwegs schätzt, ein wenig einordnen kann und somit seine Eckpfeiler für eine Orientierung in den Blogosphären finden kann.

Wenn man jetzt allerdings einfach so in die Materie reinstolpert, keine Ahnung von nix hat, dafür aber viel Zeit zum kommentieren überall, dann geht man den absolut falschesten Weg. Man macht sich in kürzester Zeit lächerlich. Credibility muß man sich erarbeiten, die kommt nicht über Nacht, nur weil man jetzt ein Weblog, ausgelutschte Ideen und Zeit zum Schreiben hat. Man kann dann noch so lange über einen anziehenden Werbemarkt faseln wie man möchte, wenn man den Markt und die Blogs nicht versteht, noch dazu phantasievolle Anzeigenpreise aufführt, die die seit Jahren gängige Rabattpraxis in der Online-Vermarktung völlig ausser Acht lassen, da kommt dann zwar für kurze Zeit etwas ganz tolles bei heraus, aber das hat mit der Realität so rein gar nix mehr zu tun.

Ich bin es leid, dass jeder, der am Kiosk schon ganz alleine die Internet Professional bestellen kann, sich auf einmal zum Blogberater ernennt, wilde Honorare fordern will, letztendlich aber totalen Stuß erzählt, weil er schon beim Blättern im Inhaltsverzeichnis arge Verständnisschwierigkeiten bekommen und es nie zum Artikel „Weblog leichtegmacht in 27 einfachen Schritten“ geschafft hat.

Wenn die Blog-Vermarktung in Deutschland so ein toller Markt wäre, dann könnte man fast meinen, dass sich mehr als nur eine Handvoll Firmen mit dem Thema in Deutschland am Rande auseinandersetzen, oder? Da muß man nicht einfach nur „mal eben“ einen Hebel umlegen und schon ist die Wiese grün und die Kälber muhen fröhlich am Zaun. Weit gefehlt. Man muß bei Media-Agenturen, Kunden und Blogger Verständnis für die jeweiligen Bedürfnisse schaffen, man muß Statistiker beruhigen können, Relevanz belegen, Abverkäufe nachweisen, und wasweissichnichtnochalles. Und wenn man damit durch ist, fängt man wieder von Vorne an.

Yogi Berra hat mal gesagt: „You’ve got to be very careful if you don’t know where you’re going, because you might not get there.“ Bevor man Dollarzeichen in den Augen hat und mit den Blogosphären Geld verdienen will, lohnt es sich, erst einmal zu verstehen zu lernen, worum es eigentlich geht. Bis dahin sollte man von wildem Umherkommentieren absehen, es sei denn, man biedert sich gerne an und macht sich lächerlich.

4 responses to Tipps zum Blogosphären-Einstieg

  1. so wirste den troll aber nicht los. der fängt jetzt bald wieder an hier rumzuphilosophieren. übrigens, der onlinewerbemarkt zieht gerade kräftig an.

  2. wenn de pech hast, ruft der dich sogar an.

  3. Löschen, dann schenkt er einem flennend einen wertvollen Link, der einen in den gnadenlos wichtigen Bogcharts nach oben katapultiert, damit man noch doller vermarktet wird.

  4. ix hat wie immer recht… due wirst die Geister über die du schreibst bald nicht mehr los. mfg Xe54