CDU, Transparenz und die Kameradenschweine

Nico —  4.09.2006

Mailspione bei Brandenburg-CDU schreibt die taz und auf heise.de ist von Vorwürfen gegen die Brandenburger CDU-Führung seitens deren Internet-Anbieter zu lesen. Laut dem Internet-Anbieter werden Mails an CDU-Minister automatisch an Mitarbeiter in der Landesgeschäftsstelle weitergeleitet. Der Generalsekretär der Brandenburger CDU, Sven Petke, spricht von einem „transparenten Vorgang“, der Internet-Anbieter redet von „Stasi-Methoden“, Kritiker innerhalb der CDU werden als „Kameradenschwein“ tituliert.

Ist das jetzt wirklich ein handfester Skandal bei der CDU Brandenburg oder nur ein Schmierentheater, das auf dem zu weit gefassten, aber sicherlich weitverbreiteten Verständnis von Email-Kommunikation, bei der Mitarbeiter zentral Emails erhalten, ausdrucken und dann den entsprechenden Leuten vorlegen?

Ich liebe es ja, Schmierentheater bei der CDU zu betrachten, aber ich glaube, dass ähnlich gelagerte Fälle in vielen anderen Organisationen in Deutschland zu finden wären, würde man mal suchen gehen. Email ist oftmals nicht wirklich in die Arbeitsabläuf integriert, die seit Ewigkeiten auf Papierbasis sind.

Einzig der harsche Ausdruck „Kameradenschwein“ lässt darauf schliessen, dass dort gerade der Finger in die Wunde gelegt wurde und noch mehrere pikante Infos über die internen Abläufe in der Brandenburger CDU hochkommen werden.